[ Geschichte ] [ Aktionen ] [ Vorstand ]

Das Lew Kopelew Forum

Eröffnungsveranstaltung

Bei der Eröffnungsveranstaltung des Lew Kopelew Forums,
23.03.1999, in der Kreissparkasse Köln:
(v.l.n.r.) Ministerpräsident Wolfgang Clement, Bundespräsident Johannes Rau,
Hans-Peter Krämer, Wolf Biermann, Jewgenij Jewtuschenko.

 
Ein Programm wird Aktion

Das Forum versteht seine Aktivitäten als Umsetzung der Kopelewschen Ideen. Vielfältige Projekte werden in diesem Sinne organisiert:

West-östliche Begegnung

  • Veranstaltungen, Vorträge, Diskussionen, Symposien und Seminare zu Fragen des deutsch-russischen Verhältnisses,
    zu aktuellen Themen der Ost-West-Beziehungen, zu Lew
    Kopelews Leben und Werk
  • Vermittlung des wissenschaftlichen Werks
  • Vermittlung der Ausstellung "Von Moskau an den Rhein.
    Der Humanist Lew Kopelew in Nordrhein-Westfalen"

Die Ausstellung vergegenwärtigt anhand zahlreicher reproduzierter Dokumente (Fotos, Briefe, Zeitungsausschnitte u.a.) auf 20 großformatigen Schautafeln ein Bild der eindrucksvollen Persönlichkeit Lew Kopelews, des 1912 in Kiew geborenen Schriftstellers, Wissenschaftlers und engagierten Menschenrechtlers, der

  • nach dem Studium der Philosophie und Germanistik als Propagandaoffizier im Zweiten Weltkrieg eingesetzt war,
  • nach offenem Widerstand gegen Ausschreitungen der Roten Armee in Ostpreußen wegen “Mitleid mit dem Feind” zu 10 Jahren Straflager verurteilt wurde,
  • nach wiederholten Protesten gegen Menschenrechtsverletzungen in der Sowjetunion Publikations- und Berufsverbot erhielt,
  • nach wiederholten Einladungen des Freundes Heinrich Böll und der ZEIT-Herausgeberin Marion Gräfin Dönhoff im November 1980 zu einem einjährigen Studienaufenthalt nach Deutschland einreisen durfte – und im Januar (entgegen einer durch Willy Brandt erwirkten Rückkehrgarantie) 1981 aus der Sowjetunion ausgebürgert wurde.

Im Licht seines unermüdlichen Wirkens in Wort und Tat spiegelt die Ausstellung zugleich die Ereignisse der 80er und 90er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland und Nordrhein-Westfalen wider.

Zudem zeigt sie die vorurteilsfreie Entdeckerfreude des russischen Intellektuellen mit sowjet-kommunistischer Vergangenheit, seine Neugier auf den “Westen” und seine Liebe zur adoptierten Wahlheimat Deutschland, deren Jahrhunderte lange Beziehungen zu seiner Heimat Russland er durch seine Forschungsarbeit an der Bergischen Universität Wuppertal in der 10bändigen Reihe “West-östliche Spiegelungen” erschloss.

Recherché und Konzeption: Maria Klassen

Künstlerische Umsetzung: Bernd Maurer

Das gleichnamige Buch zur Ausstellung ist zu erwerben:
kirsch-verlag.de

 

Kultureller Austausch

  • Lesungen russischer Autoren
  • Konzerte russischer Komponisten und mit russsischen Interpreten
  • Ausstellungen russischer Maler
  • Führungen und Gespräche mit Besuchern
  • Sammlung von Informationen über Vereinigungen und Initiativen zur
    Vernetzung der vielen Ost-West-Aktivitäten
  • Vorträge über russische Literatur, Musik, Malerei, bildende Kunst,
    Philosophie und Geschichte
  • Deutsch-Russischer Gesprächskreis ("Küchengespräche")
  • Aufbau der Zusammenarbeit mit Aussiedlern, Kontingentflüchtlingen
    und Russen in Deutschland
  • Aufbau einer Partnerorganisation in Moskau
Humanitäre Hilfe
  • Humanitäre Hilfe für Russland und andere Länder in akuten Situationen in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen.
"Viele träumten davon und glaubten daran, dass die Zeit kommt, in der 'der Mensch dem Menschen ein Helfer ist'. Doch ich glaube, diese Zeit braucht man nicht in die Zukunft aufschieben.
[...]Jeder kann helfen, den Notleidenden, den zu Unrecht Verfolgten, den von Willkür Bedrohten; er kann helfen mit Tat und Rat, mit Einspruch und Spende. Und so hilft er auch sich und den Seinigen, sorgt auch
für die eigene geistige und soziale Umwelt. Das sind wohl die wichtigsten Lehren der Vergangenheit
[...] Sie pflanzen sich nicht automatisch fort. Indem jedoch heute jeder einzelne Mensch anfängt, dem Menschen ein Helfer' zu sein, baut er mit an einer besseren Zukunft."
(Lew Kopelew: Worte werden Brücken)
 
[ Zum Seitenanfang ]