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2010
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Januar
Buchvorstellung
Dr. Ulrich Schiller
Freitag, 15. Januar 2010, 19.00 Uhr

Ulrich Schiller:

Deutschland und „seine“ Kroaten.
Vom Ustaša-Faschismus zu Tudjmans Nationalismus

Mit einem Vorwort von Hans Koschnick. Donat Verlag 2010

Moderation: Helga Kirchner,
eh. WDR-Hörfunk-Chefredakteurin und Leiterin des Programmbereichs Politik

Der Zufall führte Ulrich Schiller 1953 in das Haus eines serbischen Studenten in der Herzegowina – und vieles nahm hier seinen Anfang. Später kehrte er in die Region zurück, als ARD-Korrespondent in Belgrad, doch wichtiger: fortan beschäftigte er sich, auch wenn er längst in anderen Ländern arbeitete, mit der Geschichte und Entwicklung der Konflikte auf dem Balkan, insbesondere des serbisch-kroatischen Konflikts. Die Mutter des serbischen Studenten war in Jasenovac, dem „Auschwitz des Balkans“, von kroatischen Faschisten, den Ustaša, ermordet worden. „War ich, ehemaliger deutscher Soldat, mitverantwortlich am Tode der Mutter meines Freundes?“ – fragte sich Schiller. Und: Warum ist der kroatische Genozid an den Serben – und den Juden und den Roma – der deutschen Öffentlichkeit so wenig bewusst? Wie war es möglich, dass kroatische Kriegsverbrecher in Scharen nach Südamerika entkamen und weiter wirkten? Eine schlimme Komplizenschaft offenbarte sich: Der virulente Nationalismus, dessen sich Hitler 1941 in kaltem Machtkalkül in Kroatien bediente, wurde von Teilen des katholischen Klerus – auch in der Bundesrepublik Deutschland – und des Vatikans in die Diaspora getragen. Im Exil agierten radikale und nationalistische Kreise, die zusammen mit den Fliehkräften im Innern an der Existenz Jugoslawiens rüttelten. An der Behandlung der Serben in der Krajina unter dem neuen Präsidenten des unabhängigen Kroatien, Franjo Tudjman, entschied sich der Beginn der jugoslawischen Sezessionskriege. Die große Balkantragödie der 1990er Jahre nahm ihren Lauf. Grausamkeit bestimmte den Krieg vom ersten Tag an, und die Brutalität, mit der Serbien unter Milošević sofort auf Kroatien einschlug, beseitigte vor allem in der deutschen Öffentlichkeit jeden Zweifel, wer hier die Bösen waren – und warum man die Guten, die Kroaten, durch internationale Anerkennung beschützen müsse. Aber da war noch Bosnien, und die bosnischen Probleme ließen sich mit dem „kroatischen Rezept“ nicht meistern. Viele wussten das und fürchteten ein bosnisches „Finale“ wie das Armageddon; die Freunde und Förderer Tudjmans in Bonn allerdings zeigten sich von allen Warnungen unbeeindruckt.

Was übrig blieb vom ehemaligen Jugoslawien, ist heute in unfertigen Nachfolgestaaten zu besichtigen. Wir aber, die Deutschen, seit 1941 mitverantwortlich an den Geschehnissen auf dem Balkan, sollten – so folgert Ulrich Schiller – mit allen Kräften versuchen, dort zu helfen, wo wir selbst, freilich auch unter Schmerzen, das meiste geleistet haben: im ehrlichen Umgang mit der Vergangenheit.

Ein glänzend geschriebenes Buch, das dem Leser ein wichtiges Stück Europas als geschichtliche Erfahrung und bleibende Aufgabe vor Augen führt.

Ulrich Schiller, Dr. phil., Jg. 1926, 1943 Soldat bei der Luftwaffe, 1945-1949 Kriegsgefangenschaft, danach Studium der Slawistik, seit 1956 Journalist, ab 1960 ARD-Korrespondent in Belgrad, ab 1966 in Moskau, 1970-1973 Chefredakteur bei Radio Bremen, dann bis 1989 Korrespondent für ARD-Hörfunk in Washington und 1975-1996 auch für DIE ZEIT. Buchveröffentlichungen: „Zwischen Moskau und Jakutsk – Die Sowjetunion im Wettlauf gegen die Zeit“ (1970); „Macht außer Kontrolle – Geheime Weltpolitik von Chruschtschow bis Bush“ (2003, 2005 Taschenbuch).

Helga Kirchner, eh. Moderatorin des Morgenmagazins und des Mittagsmagazins im WDR Hörfunk; Kommentatorin der ARD-Fernsehsendung Tagesthemen. Mitbegründerin der Funkhausgespräche des WDR. Chefredakteurin a.D. Hörfunk und Leiterin des Programmbereichs Politik. Vorsitzende des Programmbeirats der CIVIS medien stiftung für Integration und kulturelle Vielfalt in Europa.

UKB: 5,- € / 2,5 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten
und ALG-II-Empfänger

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In der Reihe Mittwoch, 20. Januar 2010, 19.00 Uhr

Der schwierige Weg zum Nachbarn.
Von den unbekannten Mühen bekannter Übersetzer

Andreas Tretner im Gespräch mit Diana Siebert

Andreas Tretner, geb. 1959 in Gera, 1981 Dipl. Übersetzer/Dolmetscher für Russisch und Bulgarisch (Universität Leipzig); 1981-1985 Industrie-Fachübersetzer in Jena; 1988-1991 Lektor für slawische Literaturen im Reclam-Verlag Leipzig; seit ca. 1985 als literarischer Übersetzer tätig (freiberuflich seit 1991), ferner als freier Lektor, Herausgeber, Kritiker, Journalist, Medienpädagoge; Mitgründer von »Radio Blau« Leipzig; Von Januar bis März 2009 "Translator in Residence" im Europäischen Übersetzer-Kollegium Straelen. 1998 Förderpreis zum Leipziger Buchpreis für europäische Verständigung; 2001 Paul-Celan-Preis des Deutschen Literaturfonds e.V. Als Übersetzer - u.a. von Boris Akunin und Vladimir Sorokin - ist Andreas Tretner schon längst die "deutsche Stimme" von Viktor Pelewin. Zu Pelewins letztem Buch schrieb Wladimir Kaminer: "Die deutsche Fassung ist noch besser als das Original - innovativ und durchgeknallt."

Diana Siebert, Dr. phil., Osteuropahistorikerin mit Schwerpunkt Belarus, erste Geschäftsführerin des Lew Kopelew Forum, heute Geschäftsführerin der Grünen Köln.

UKB: 5,- € / 2,5 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten
und ALG-II-Empfänger

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Mittwoch, 27. Januar 2010, 19.00 Uhr

„Reporter ohne Grenzen“ – Russland-Bericht:

„Helden und Handlanger.
Die Arbeit von Journalisten und Medien
in den russischen Regionen"

Gemma Pörzgen,
Vorstandsmitglied von "Reporter ohne Grenzen"

im Gespräch mit Elisabeth Weber, LKF-Beirat

Viele russische Journalisten und Medien überleben nur durch finanzielle Zuwendungen regionaler Verwaltungen, Politiker und Unternehmer. Die ökonomische Notlage ersetzt die Arbeit einer Zensurbehörde. Wer sich jedoch durch umsichtige Finanzierungsmodelle wirtschaftlich unabhängig macht, kann sich auch inhaltliche Freiräume schaffen. Dies ist das Ergebnis eines neuen Berichts von Reporter ohne Grenzen (ROG) zur Lage der Pressefreiheit in den russischen Regionen, der am 10. September 2009 in Berlin vorgestellt wurde.

Für den oben genannten Bericht "Helden und Handlanger … " haben fünf fachkundige Rechercheure die Lage der Medien in sieben ausgewählten russischen Regionen untersucht: im Moskauer Gebiet, in den Regionen Krasnodar, Perm, Primorje, Altai und den Gebieten Archangelsk und Swerdlowsk.

Der neue ROG-Bericht zeichnet ein Bild der Arbeit der Journalisten in der Provinz und der Versuchungen und Bedrohungen, denen sie ausgesetzt sind: ein Atlas zur Lage der Pressefreiheit in der Russischen Föderation, der das berufliche Dilemma dieser Berufsgruppe aufzeigt. In vielen Regionen hat sich in den Jahren des wirtschaftlichen Aufschwungs zwar eine erweiterte und differenzierte Medienlandschaft entwickelt. Dennoch sind die Freiräume für eine unabhängige Berichterstattung nicht größer geworden. Viele Journalisten greifen kritische Themen und Missstände wie Korruption oder gewalttätig niedergeschlagene Proteste aufgrund starker Abhängigkeitsverhältnisse zwischen Medien, Politik und Wirtschaft nicht auf.

"Wer die Musik bezahlt, bestimmt, was gespielt wird' - die meisten russischen Journalisten haben sich an diese Regel längst gewöhnt", heißt es in dem ROG-Atlas. Inhaltliche Unabhängigkeit der Redaktion vom Besitzer des Mediums ist ein weitgehend unbekanntes Phänomen. Zudem sind die Grenzen zwischen redaktionellen und bezahlten Inhalten fließend: "Image-Reklame und ,sakasucha' [=Auftragsarbeit – abschätzig] gehören zum Alltag russischer Medien", schreiben die Autoren des ROG-Atlas. /.../

Wie die Untersuchungsergebnisse zeigen, zwingen die ökonomischen Verhältnisse viele Medien in eine Rolle, die der sowjetischen Tradition entspricht: Sie verstehen sich als Verlautbarungsorgane staatlicher Institutionen...

Mehr in: www.reporter-ohne-grenzen.de/fileadmin/rte/docs/2009/ROG-Atlas.pdf und http://www.reporter-ohne-grenzen.de/

Gemma Pörzgen, geboren 1962, ist freie Journalistin und Vorstandsmitglied von "Reporter ohne Grenzen". Sie wuchs in Moskau auf und studierte in München Politikwissenschaft, Slawistik und Osteuropäische Geschichte. Nach einem Volontariat bei der Frankfurter Rundschau arbeitete sie als Nachrichtenredakteurin mit Osteuropa-Schwerpunkt. Seit 2001 berichtete sie als Südosteuropa-Korrespondentin für die Frankfurter Rundschau und andere Printmedien. Anschließend war sie als Nahost-Korrespondentin in Israel und den besetzten Palästinensergebieten tätig. Seit Sommer 2006 lebt sie als freie Autorin in Berlin und widmet sich wieder verstärkt auch russischen Themen. Ihr Buch "Gasprom. Die Macht aus der Pipeline" erschien 2007 bei der Europäischen Verlagsanstalt. Gemma Pörzgen wirkte am Aufbau der deutschen Sektion von "Reporter ohne Grenzen" mit, war von 1994 bis 1999 Mitglied des Vorstands und kehrte im April 2009 in diese Funktion zurück.

UKB: 5,- € / 2,5 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten
und ALG-II-Empfänger

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Februar
Buchvorstellung Montag, 22. Februar 2010, 20:00 Uhr

»Anna Karenina« in neuer Gestalt

ORT: Literaturhaus Köln
Schönhauser Straße 8
Tel.: 0221 99 555 80

»Anna Karenina« in neuer Gestalt vorgestellt von Übersetzerin Rosemarie Tietze und Tolstois Ururenkel

»Sie lesen Tolstoi, weil Sie nicht mehr aufhören können,« sagte Vladimir Nabokov in seinen Vorlesungen über russische Literatur über seinen Landsmann und dessen Romane wie »Anna Karenina«. Die Titelheldin ist eine wundervolle junge Frau. Sie scheint alles zu besitzen, was glücklich macht. Dann tritt der glanzvolle Offizier Graf Wronski in ihr Leben, und sie opfert alles: den Mann, den Sohn, sogar die Achtung der Gesellschaft, in der sie lebt. Doch ihre bedingungslose Liebe scheitert. Die Tragödie einer Frau wird bei Tolstoi zum unerbittlichen Porträt der adligen Gesellschaft im Russland des 19. Jahrhunderts. Rosemarie Tietze, die ihre Übersetzungen immer wieder »zu einem Kunstwerk eigenen Ranges« macht, hat dem »größten Gesellschaftsroman der Weltliteratur« (Thomas Mann) eine moderne Gestalt gegeben. Sie stellt ihre Neuübersetzung gemeinsam mit Tolstois Ururenkel Graf Wladimir Tolstoi vor.

Veranstaltungspartner: Carl Hanser Verlag

Ort: Literaturhaus;
Eintritt: 7,-/ 5,-/ 4,- €; Ticket online bestellen:
info@litarturhaus-koeln.de
oder www.offticket.de

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Vortrag Mittwoch, 24. Februar 2010, 19:00 Uhr

Die Ukraine hat einen neuen Präsidenten gewählt

Vortrag von Prof. Dr. Gerhard Simon

Moderation: Dr. Elisabeth Weber, LKF-Beirat

In zwei Wahlgängen am 17. Januar und 7. Februar 2010 haben die ukrainischen Wähler einen neuen Präsidenten bestimmt. Damit gehen die Ära Juschtschenko und die Epoche der Orange Revolution zu Ende. Das Wahlergebnis spiegelt die tiefe Enttäuschung der Wähler über die orange Regierung wider, die das Land in den letzten fünf Jahren schlecht regiert hat. Dennoch hat die Orange Revolution das Land geprägt, und eine lebendige Bürgergesellschaft hervorgebracht. Eine Rückkehr des Landes zum Autoritarismus erscheint wenig wahrscheinlich.

Wie haben die Wähler in den verschiedenen Regionen des Landes abgestimmt?

Sind die Stereotype von der Spaltung der Ukraine zutreffend?

Hinsichtlich der Zukunft ist zu fragen: Wird es in der Ukraine jetzt einen neuen Aufbruch geben und wohin?

Bleibt das Land auf Demokratiekurs? Wird es mehr oder weniger sichtbar in den Orbit Russlands zurückkehren?

Die ist auch eine Frage an die westliche Politik gegenüber der Ukraine:

Haben die Europäische Union und insbesondere Deutschland die Ukraine verloren?

Im Anschluss an das Referat besteht die Möglichkeit zur Diskussion.

Gerhard Simon, Prof. für Osteuropäische Geschichte an der Universität zu Köln a.D., bis 2009 Lehrbeauftragter am Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie der Universität Bonn, hat sich in den vergangenen Jahren intensiv mit der Geschichte und Gegenwart der Ukraine beschäftigt und zahlreiche wissenschaftliche und publizistische Veröffentlichungen dazu vorgelegt. Im LKF hat er wiederholt über die Ukraine referiert.

UKB: 5,- € / 2,5 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten
und ALG-II-Empfänger

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März
Podiumsdiskussion Dienstag, 2. März 2010, 19.30 Uhr

Podiumsdiskussion
in der Kassenhalle der
Kreissparkasse Köln
Neumarkt 18

Brauchen wir Russland, braucht Russland uns?

Bundeskanzler a. D. Gerhard Schröder
im Gespräch mit Fritz Pleitgen

Musikalische Umrahmung: EAST AFFAIR
Kim Efert - Gitarre, Martin Gjakonovski - Bass,
Jura Wajda - Cimbal, Mirek Pyschny - Cajon.

Geraten wir in Abhängigkeit von Russland? Diese Frage taucht immer wieder auf, wenn es um Energie- und andere Rohstofflieferungen aus Russland geht. Das Misstrauen gegenüber dem Riesenland im Osten ist nach wie vor groß. Ist es aber gerechtfertigt? Gibt es in der Geschichte Beispiele, dass Deutschland vom "Lieferanten" Russland erpresst wurde? Geht es nicht in Wahrheit um gegenseitige Abhängigkeit, weil umgekehrt Russland dringend eine intensive Zusammenarbeit mit Deutschland und dem Westen braucht, um seine rückständige Infrastruktur und Wirtschaft grundlegend zu modernisieren? Sprechen gegen eine solche deutsch-russische Kooperation die Menschenrechtsverletzungen in Russland oder die Interessen unserer EU-Partner in Mittel- und Osteuropa? Welche Bedeutung haben heute die kulturellen Beziehungen, welche die ökologische und die sicherheitspolitische Zusammenarbeit?
Um diese Fragen geht es im Gespräch mit Gerhard Schröder, der auch nach seiner Amtszeit als Bundeskanzler auf das Engste mit Russlands Führung verbunden ist.

Begrüßung: Alexander Wüerst,
Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Köln,
stellv. Vorsitzender des LKF

Eintritt frei mit gesonderter Einladung

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Lesung Freitag, 05. März 2010, 19.00 Uhr

Klaus Bednarz erzählt und liest
aus seinem unlängst erschienenen Buch

„Ferne und Nähe.
Rowohlt, Hamburg 2009
40 Journalistenjahre zwischen Ost und West,
Kölner Funkhaus und Kreml“

Klaus Bednarz, geboren 1942 in Berlin, ist einer der bekanntesten deutschen Journalisten. Nach dem Studium der Theaterwissenschaft, Slawistik und Osteuropäischen Geschichte in Hamburg, Wien und Moskau promovierte Klaus Bednarz 1966 über den russischen Dichter Anton Tschechow.

Seit 1967 arbeitet er als Fernsehredakteur und Autor, u. a. als Auslandskorrespondent in Polen (1971–1977) und in der Sowjetunion (1977–1982). Im Jahre 1983 moderierte er die ARD-Tagesthemen. Von 1983 bis 2001 war er Redaktionsleiter und Moderator der WDR-Sendung Monitor deren Leitung er 2002 an seine Kollegin Sonia Mikich weitergab. Von 2002-2007 war er als Sonderkorrespondent und Chefreporter für das WDR-Fernsehen tätig. In seinen Fernsehreportagen und Buchveröffentlichungen beschäftigt sich Klaus Bednarz vor allem mit den Ländern in Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion, aber auch mit dem Süden Chiles und Argentiniens sowie mit den nördlichen Regionen Amerikas.

Mit seinen Artikeln und Kommentaren hat er oft genug Aufsehen erregt, Anstöße gegeben, Maßstäbe gesetzt. Seine faszinierenden Filme und Bücher haben ein Millionenpublikum begeistert. Nun zieht Klaus Bednarz Bilanz aus mehr als vier Jahrzehnten journalistischer Arbeit. Sein Buch 'Ferne und Nähe' zeigt ihn als unbestechlichen Aufklärer und Mahner, als Vermittler vor allem zwischen Ost und West, als großartigen Reiseschriftsteller, aber auch als einen Freund der Dichter und Denker und als Liebhaber der leisen Töne. Entlang der Beiträge von 'Ferne und Nähe' erinnert sich Klaus Bednarz an Begegnungen und Gespräche mit Politikern wie Willy Brandt und Michail Gorbatschow, mit Intellektuellen wie Heinrich Böll, Lew Kopelew, Georg Lukacs, Robert Jungk und Andrej Sacharow.

Für seine journalistischen Leistungen wurde er mit zahlreichen Preisen geehrt. 1984 erhielt er u.a. den Grimme-Preis, 1986 den BUND-Umweltpreis, 1987 – die „Goldene Kamera“, 1988 - die Carl-von-Ossietzky-Medaille, 1993 - den Deutschen Kritikerpreis; 1999 - den Deutschen Umweltpreis. 2003 wurde er mit der Goldmedaille des Internationalen Film- und Fernsehfestival Jalta für seine Filmtrilogie „Östlich der Sonne – vom Baikalsee nach Alaska“ geehrt.

UKB: 5,- € / 2,5 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten
und ALG-II-Empfänger

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Filmvorführung und
Fotoausstellung
Donnerstag, 18. März, 19.00 Uhr

„Nasdrowje“

Experimentaldokumentation,
Russland 2007-2009, 24 min.

Produzent: Maximilian Westphal;
Regisseur: Maximilian Westphal, Christian Esquerré

In Zusammenarbeit mit der Galerie N.Malmedé-Kunst, Köln

Das Gespräch mit Maximilan Westphal
moderiert Hermann Krause
Leiter des ARD-Hörfunksstudios in Moskau,
WDR5 Zeitgeschehen

„Nasdrowje“ ist eine gesellschaftspolitische Momentaufnahme über die katastrophalen Folgen des Alkoholkonsums in Russland. Die Schicksale vier unterschiedlicher Charaktere werden auf unkonventionelle Weise filmisch dargestellt. Persönliche Interviews werden mit gezeichneter Reportage untermalt. „Nasdrowjes“ warnender Unterton ist gepaart mit schwarzem Humor.

Im Sommer 2006 reiste Maximilian Westphal zusammen mit den dänischen Journalisten Caspar Tribler und Mikkel Thormann nach Moskau und in die umliegenden russischen Städte Ryazan und Tver, um ein Bild des Alkoholkonsums in Russland zu bekommen. Sie organisierten die Reise von Deutschland und Dänemark aus und schafften es, wichtige Kontakte zu Menschen in Russland herzustellen, die den Mut hatten, vor der Kamera frei über ihre eigene Situation und die des Alkoholkonsums in Ihrem Land zu sprechen. Als Journalisten mit Touristenvisum unterwegs bekamen die Autoren eine spezielle Perspektive für die Problematik.

Das Resultat ist sehr gut gelungen. Der Film bekam einen einzigartigen Charakter, dessen Wirkung noch durch die Idee von Maximilian Westphal verstärkt wurde, den Reportage-Teil von dem Künstler Thomas Schukalla zeichnen zu lassen. Westphal, selber Photograph, bekam zusätzliche Unterstützung von den Photographen Christian Als und Miron Zownir, die beide Weltruf pflegen. Sowohl Zownir wie auch Als fotografierten das Leben auf Russlands Strassen und die Folgen des Alkoholismus. Fotografien aller drei Künstler wurden stilistisch innovativ in den Film eingebaut.

“Nasdrowje!” ist eine künstlerisch-dokumentarische Reportage, die durch ihren politischen und sozialkritischen Ansatz, kombiniert mit avantgardistisch stilistischen Mitteln, einen besonderen Platz in der Dokufilmlandschaft einnimmt.

Weitere Informationen:
www.malmede-kunst.de;
www.maximilianwestphal.com,
www.equatorpictures.com

Eröffnung der Ausstellung der Fotografien
von Maximilian Westphal

Dauer der Ausstellung - Do., 18.03.2010 – Do., 15.04.2010.

Vernissage: Do., 18.03.2010;

Finissage: Do., den 15. April 2010, um 19.00 Uhr

Seit gut 20 Jahren berichtet Hermann Krause aus Russland, vom Alltag der Menschen im ganzen Land - und natürlich über die große Politik in der Metropole Moskau. Er liebt die Anarchie des russischen Alltags und die Lebenskunst der Menschen.

UKB: 5,- € / 2,5 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten
und ALG-II-Empfänger

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Montag, 22. März 2010, 19.00 Uhr

Die letzten Zeugen. Berichte über den Gulag

In Zusammenarbeit mit Memorial Deutschland
und der Heinrich Böll Stiftung NRW

Alena Kozlova und Irina Ostrovskaja, Mitarbeiterinnen der Internationalen Gesellschaft Memorial, stellen ihr Projekt über die Zeitzeugenbefragung von ehemaligen Gulag-Häftlingen und das Video vor, das darüber entstanden ist.

Veranstaltung in russischer mit deutscher Übersetzung

Jens Siegert, Leiter des Büros der Heinrich-Böll-Stiftung
in Moskau berichtet über die
gegenwärtige Geschichtspolitik in Russland

Durch den Abend führen Elisabeth Weber, Beirat des LKF,
und Vera Ammer, Memorial Deutschland

UKB: 5,- € / 2,5 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten
und ALG-II-Empfänger

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Lesung, Erinnerungen, Fotopräsentation
 
Donnerstag, 25. März 2010, 19.30 Uhr

in memoriam Jurij Rytchëu

Lucien Leitess, Verleger, Unionsverlag,
erinnert an Jurij Rytcheu

Moderation: Sabine Barth, Literarische Gesellschaft Köln

Lesung auf Deutsch aus „Alphabet meines Lebens“;
Unionsverlag, Zürich 2010: Bernt Hahn

In Zusammenarbeit mit dem Unionsverlag, Zürich, und der Literarischen Gesellschaft Köln

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturamtes der Stadt Köln

Am 18.10.2007 hat Jurij Rytchëu im Lew Kopelew Forum vor dem begeisterten Publikum aus seinem Roman „Polarfeuer“ gelesen. Das war sein letzter Lese-Abend in Deutschland. Am 14. Mai 2008 ist er in St. Petersburg gestorben.

Am 8. März wäre Jurij Ritcheu 80 Jahre alt geworden (geb. 08. März 1930 in Uelen, Tschukotka, russischer ferner Osten). Aus diesem Anlass findet in Köln ein Abend zu Ehren des Autors statt. Kurz vor seinem Tod hat er im „Alphabet meines Lebens“ Rückblick auf sein Leben abgeschlossen. In einem großen Bilderbogen erzählt er sein Leben. Geboren in einer traditionellen Fellhütte am Polarkreis, geht er seinen Weg und bewahrt sich immer den wachen, heiteren, ironischen Blick auf die seltsamen Gebräuche der »zivilisierten« Welt. Noch nie hat Juri Rytchëu so persönlich, verschmitzt und anrührend von dem erzählt, was ihm, dem Tschuktschen aus dem äußersten Winkel Asiens, auf seiner Lebensreise widerfuhr.

Jurij Rytchëu war der einzige Vertreter der sogenannten Nationalliteraturen der indigenen Völker des russischen Nordens, der es geschafft hatte, auch international eine Bekanntheit zu erlangen, während die meisten anderen indigenen Literaten heute weitgehend in Vergessenheit geraten sind. Rytcheus Romane wurden in mehrere Sprachen übersetzt und teils verfilmt. Die deutschen Übersetzungen seiner Romane sind im Zürcher Unionsverlag erschienen.

Bis zur Perestrojka zeichnete sich Rytcheu, wie die meisten Vertreter der staatlich geförderten „Nationalliteraturen“, vor allem durch weitgehende Regimetreue und ideologische Zuverlässigkeit aus. Diese Frühwerke sind fast ausschließlich in russischer Sprache erschienen und nie übersetzt worden.

In den 80er-Jahren änderte sich der Tonfall seiner Werke, zunächst indem Rytcheu etwa die Figur des Schamanen zur positiven Figur erhob und es wagte, das Wort „Zivilisation“ erstmals in Anführungszeichen zu setzen und später, indem er während und nach der Perestroika wie viele andere Nationalschriftsteller auch, offene Kritik übte, indem er etwa die Behandlung der indigenen Völker als „stillen Genozid“ anklagte.

UKB: 5,- € / 2,5 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten
und ALG-II-Empfänger

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April
Gespräch Mittwoch, 07. April 2010, 19.00 Uhr

Polnische und deutsche Erinnerungskultur
Vertreibungen und Zwangsumsiedlungen
aus dem Blick einer polnischen Feministin

Slawomira Walczewska
im Gespräch mit
Diana Siebert und Elisabeth Weber

Slawomira Walczewska studierte Philosophie in Krakau, es folgten Aufenthalte in Warschau und Wien sowie einige Monate in Deutschland. Ihre Dissertation „Damen, Ritter und Feministinnen“ beschäftigt sich mit den Konzepten der Frauenemanzipation im Polen des 19. und 20. Jh.s. Die Autorin lebt in Krakau und ist Mitgründerin der Frauenstiftung eFKa, die sich mit Sensibilisierung auf jegliche Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern, darunter mit der Frauengeschichte befasst.

Slawomira Walczewska wird über die polnischen Erfahrungen mit Vertreibungen und Zwangsumsiedlungen und über den Umgang damit in den verschiedenen Jahrzehnten nach 1945 und nach 1989 erzählen berichten. Dabei wird sie die Unterschiede in den Erfahrungen von Männern und von Frauen aufzeigen.

Anschließend Fragen und Diskussionen; mögliche Themen reichen vom Bild Erika Steinbachs in Polen über den polnischen Bund der Sibiriaken, über Familiengeschichte und die Versuche der polnisch-ukrainischen Versöhnung bis zum Beitrag der polnischen Frauenbewegung für die Modernisierung und Demokratisierung Polens.

UKB: 5,- € / 2,5 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten
und ALG-II-Empfänger

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Finissage Donnerstag, 15. April 2010, 19.00 Uhr

Finissage der Foto-Ausstellung
und
Wiederholung des Films: „Nasdrowje“

Experimentaldokumentation, Russland 2007-2009, 24 min.
Produzent: Maximilian Westphal; Regisseur: Maximilian Westphal, Christian Esquerré

In Zusammenarbeit mit der Galerie N.Malmedé-Kunst, Köln

Das Gespräch mit Maximilan Westphal
moderiert Hermann Krause
eh. Leiter des ARD-Hörfunksstudios in Moskau,
WDR5 Zeitgeschehen

„Nasdrowje“ ist eine gesellschaftspolitische Momentaufnahme: Am Schicksal von vier Menschen werden auf unkonventionelle Weise die katastrophalen Folgen des Alkoholismus in Russland filmisch dargestellt. Im Sommer 2006 reiste Maximilian Westphal zusammen mit den dänischen Journalisten Caspar Tribler und Mikkel Thormann nach Moskau und in die umliegenden russischen Städte Rjazan und Tver, um sich ein Bild vom Alkoholkonsum in Russland zu machen. Man organisierte die Reise von Deutschland und Dänemark aus, und es gelang, wichtige Kontakte zu Menschen in Russland herzustellen, die den Mut hatten, vor der Kamera offen über ihre eigene persönliche Situation und die des Alkoholkonsums in ihrem Land zu sprechen. Als Journalisten mit Touristenvisum unterwegs bekamen die Autoren einen speziellen Einblick in die Problematik.

Der Reportage-Teil ist mit Zeichnungen von Thomas Schukalla unterlegt. Westphal, selber Photograph, erhielt zusätzliche Unterstützung von den Photographen Christian Als und Miron Zownir. “Nasdrowje!” ist eine künstlerisch-dokumentarische Reportage, die durch ihren politischen und sozialkritischen Ansatz, kombiniert mit avantgardistischen stilistischen Stilmitteln, einen besonderen Platz in der Landschaft des Dokumentarfilms einnimmt.

Weitere Informationen:
www.malmede-kunst.de;
www.maximilianwestphal.com,
www.equatorpictures.com

UKB: 5,- € / 2,5 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten
und ALG-II-Empfänger

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Gespräch Montag, 26. April 2010, 19.00 Uhr

"Westbalkan“

Hansjoerg Eiff im Gespräch mit Ulrich Schiller

Hansjoerg Eiff berichtet auf der Grundlage seiner Erfahrungen als letzter deutscher Botschafter in Jugoslawien und vor dem Hintergrund seiner jüngeren Aufenthalte in der Region als Beauftragter internationaler Organisationen (NATO, OSZE) über die aktuelle Entwicklung der Westbalkanländer und das Engagement der internationalen Gemeinschaft. Es geht um Fortschritt und Stagnation seit dem Zerfall Jugoslawiens, um Chancen und Hindernisse auf dem Weg der Länder in die europäische Integration.

Dr. Hansjörg Eiff, Jahrgang 1933, studierte in Tübingen, Bonn, Aix-en-Provence und Turin Jura und trat nach Promotion und Assessor-Examen 1961 in den Auswärtigen Dienst ein, dem er bis 1998 angehörte. Er war an den Auslandsvertretungen in Boston, Abidjan, Tel Aviv, Belgrad, Wien (konventionelle Abrüstungsverhandlungen), Washington, nochmals in Belgrad als letzter deutscher Botschafter im früheren Jugoslawien, in Tiflis als Leiter der OSZE -Mission in Georgien und am Schluss erneut in Wien als Leiter der deutschen Vertretung bei der OSZE tätig. Im Auswärtigen Amt bekleidete Herr Eiff mehrere Positionen in der Personal- und Verwaltungsabteilung. Von 1992 bis 1994 war er Beauftragter der Bundesregierung für Humanitäre Hilfe. Nach seiner Pensionierung führte Herr Eiff im Auftrag des OSZE-Vorsitzenden und der NATO mehrere Missionen in Südost- Europa aus. Dr. Eiff ist Senior Fellow am Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI) Bonn.

Ulrich Schiller, Dr. phil., Jg. 1926, 1943 Soldat bei der Luftwaffe, 1945-1949 Kriegsgefangenschaft, danach Studium der Slawistik, seit 1956 Journalist, ab 1960 ARD-Korrespondent in Belgrad, ab 1966 in Moskau, 1970-1973 Chefredakteur bei Radio Bremen, dann bis 1989 Korrespondent für ARD-Hörfunk in Washington und 1975-1996 auch für DIE ZEIT.

UKB: 5,- € / 2,5 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten
und ALG-II-Empfänger

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Buchvorstellung
Von der Avantgarde in den Untergrund
Donnerstag, 29. April 2010, 19.00 Uhr

Vorstellung des Buches:

„Von der Avantgarde in den Untergrund.
Texte zur russischen Kunst 1968 –2006“

Wienand-Verlag , Köln 2010

Der Autor Hans-Peter Riese

im Gespräch mit Klaus Bednarz

Seit vierzig Jahren beschäftigt sich Hans-Peter Riese mit der Kunst Russlands und der Sowjetunion. Als ARD-Korrespondent in Moskau hatte er Gelegenheit, Museen und Archive zu besuchen und neben Nachkommen von Künstlern der Avantgarde der zehner und zwanziger Jahre auch die Künstler des »Undergrounds«, die Nonkonformisten, kennen zu lernen. Eine Auswahl aus der großen Fülle seiner Artikel kreist sowohl um Witebsk, die Heimatstadt Marc Chagalls, als auch um einen der produktivsten Zusammenschlüsse der verbotenen Kunst der Nonkonformisten, die »Lianosowo-Gruppe«. Die Texte des Buches sind auch eine Hommage an die Widerstandskraft und den Überlebenswillen einer Kunst, die immer wieder verfolgt und unterdrückt wurde.

„Der Westen, so Riese, wisse wenig von der komplizierten und tragischen Kunstgeschichte dieses Landes - die von ihm so gefeierten Avantgardisten [...] seien aber auch im eigenen Land Fremde geblieben." DER SPIEGEL „Die Texte möchten einige Klischees korrigieren, die sowohl dem Land als auch seiner Kunst angeheftet worden sind. Angesichts des internationalen Erfolgs russischer Kunst will das Buch auch Aufklärung über das Phänomen dieses Aufstiegs bieten." F.A.Z.

UKB: 5,- € / 2,5 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten
und ALG-II-Empfänger

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Mai
Buchvorstellung
Aufmarsch
Dienstag, 4. Mai 2010, 19.00 Uhr

"Aufmarsch - die rechte Gefahr aus Osteuropa"

Lesung und Gespräch mit Gregor Mayer

Moderation Markus Priesterath

In Zusammenarbeit mit dem Bündnis für Demokratie und Toleranz, dem Anderen Buchladen und der Agentur „Ad Publicum. Buch & Kultur PR

Die Korrespondenten beobachten seit Jahren die wachsende Bedrohung der rechtextremen Szene in Osteuropa – und sind dabei selbst in die Schusslinien geraten. In ihrem Buch beleuchten sie in Reportagen und Analysen die rechtsextreme Szene in Ungarn, Tschechien, Slowakei, Kroatien, Serbien und Bulgarien. Auf der Grundlage von Insiderinformationen stellen sie die ideologischen Hintergründe dar, die Führer, das Bedrohungspotenzial und die Querverbindungen zu rechtsradikalen Gruppen in Deutschland und Österreich. Und sie benennen deutlich die Gefahr, die von der nationalistischen Agitation ausgeht – für die politische Stabilität der einzelnen Länder selbst wie für die Europäische Union insgesamt.

GREGOR MAYER ist Sonderkorrespondent der Deutschen Presse-Agentur in Budapest und u.a. für den Nahen Osten. Von 2003 bis 2005 leitete er das dpa-Büro in Bagdad. Er berichtet regelmäßig für „profil“ und „Der Standard“ aus Ungarn und den Ländern des ehemaligen Jugoslawien.

BERNHARD ODEHNAL ist seit 2004 Mitteleuropa Korrespondent des „Tagesanzeiger“. 2003 wurde er mit dem Zürcher Journalistenpreis ausgezeichnet.

UKB: 5,- € / 2,5 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten
und ALG-II-Empfänger

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Dienstag, 11. Mai 2010, 19.00 Uhr

DIE TINTE IST EIN ZÜNDSTOFF

Eine Hommage an drei große polnische Schriftsteller:

Stanisław Jerzy Lec, Andrzej Szczypiorski, Sławomir Mrożek

dargestellt von
Marta Kijowska - Klaus Bednarz – Bernt Hahn

Abend der polnischen Literatur anlässlich der Verleihung des Karls-Preises an den polnischen Premierminister Donald Tusk

In Zusammenarbeit mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Köln-Bonn und dem Kulturamt der Stadt Köln

Im Jahre 2009 feierten die Polen den 100. Geburtstag ihres berühmtesten Aphoristikers Stanisław Jerzy Lec (Unfrisierte Gedanken). Im Mai 2010 jährt sich zum 10. Mal der Todestag des Romanciers Andrzej Szczypiorski (Die schöne Frau Seidenman). Und im Juni wird der Dramatiker und Satiriker Sławomir Mrożek (Die Polizei, Tango) achtzig Jahre alt. Alle drei Schriftsteller waren in Deutschland enorm erfolgreich und haben hier bis heute eine treue Lesegemeinde. Mit allen drei hat sich die Münchener Publizistin Marta Kijowska in ihren letzten Arbeiten beschäftigt: als Autorin der Bücher Der letzte Gerechte. Andrzej Szczypiorski – eine Biographie (Aufbau 2003) und Die Tinte ist ein Zündstoff. Stanisław Jerzy Lec – der Meister des unfrisierten Denkens (Hanser 2009) und als Übersetzerin von Mrożeks Autobiographie Balthasar (Diogenes 2007). Und wir möchten an sie in Form eines besonderen literarischen Abends erinnern: Marta Kijowska unterhält sich mit dem Journalisten Klaus Bednarz über die drei Autoren und liest, zusammen mit dem Schauspieler Bernt Hahn, aus ihren Büchern sowie aus Szczypiorskis Prosa, Lec’ Aphorismen und Epigrammen und aus Mrożeks satirischen Geschichten.

Marta Kijowska, 1955 in Krakau geboren, studierte Germanistik in ihrer Geburtstadt und in München, wo sie seit vielen Jahren lebt. Sie hat als Dozentin, Übersetzerin und Lexikonredakteurin gearbeitet, wurde mit Preisen und Stipendien ausgezeichnet und ist als Journalistin seit vielen Jahren für große Zeitungen, Hörfunk und Fernsehen vor allem zu Themen der polnischen Kultur und Geschichte tätig.

UKB: 5,- € / 2,5 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten
und ALG-II-Empfänger

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Kammerkonzert
Radoslava Stoimenova
Radoslava Stoimenova
Kumi Iitsuka
Kumi Iitsuka

Monika Kettenis
Monika Kettenis

Freitag, 28. Mai, 19.00 Uhr

Kammerkonzert mit Klavier, Klarinette und Gesang
in der Reihe:

Konzerte der Anton-Rubinstein-Akademie im LKF

Robert Schumann zum 200. Geburtstag

Radoslava Stoimenova, Klavier
Kumi Iitsuka, Klarinette
Drei Romanzen op. 97
Fünf Stücke in Volkston op. 102
Fantasiestücke op.73

Radoslava Stoimenova, Klavier
Monika Kettenis, Sopran
Schumanns Liederzyklus "Frauenliebe und -leben"
nach Adelbert von Chamisso op.42

Im Alter von 16 Jahren begann Kumi Iitsuka mit dem Klarinettenunterricht. Von 2002-2006 studierte sie an der Kunstuniversität Tokio und machte dort ihren Abschluss. Im Jahr 2007 setzte sie dann ihr Studium bei Herrn Reinhard Feneberg an der HfM Köln, Standort Aachen fort. 2009 schloss sie das Studium mit Auszeichnung ab. Im selben Jahr erlangte sie den 2.Preis beim internen Wettbewerb der HfM Köln. Im Januar 2010 trat sie als Solistin mit dem Kammerorchester der Hochschule für Musik und Tanz Köln auf.

Radoslava Stoimenova ist 1983 in Pleven, Bulgarien, geboren. Mit 7 hat sie mit dem Klavierstudium angefangen bei Prof. Atanas Kutrev und Prof. Iovcho Krushev. Seit 2002 lebt sie in Deutschland. Sie studierte an der Folkwang Hochschule in Essen bei Prof. Till Engel und seit 2005 studiert sie an der Hochschule für Musik Köln/Aachen bei Prof. Ilja Scheps. Meisterkurse absolvierte sie bei Lasar Berman, Joaquín Soriano und Dina Yoffe. An der Rubinstein Akademie in Düsseldorf studiert sie in der Klasse von Frau Prof. Alla Blatow.

Preisträgerin mehrerer nationalen und internationalen Wettbewerbe: 1. Preis beim nationalen Wettbewerb "P. Pipkov" in Pleven, Publikumspreis beim Klavierwettbewerb in Varna und Sonderpreis der Wiener Urtext Edition bei dem Frédéric Chopin Wettbewerb in Düsseldorf.

Konzertauftritte Solo und in Kammermusikensembles in Bulgarien, Deutschland und Israel.

Die Sopranistin Monika Kettenis, geb. 1965 in Aachen. Gesangstudium an der Kölner Musikhochschule, Standort Aachen, bei Prof. Rudolf Bautz; Gesang-Meisterkurse bei Prof. Julia Hamari. 1993 - erstmalig am Theater Aachen als Amor in Offenbachs “Orpheus in der Unterwelt“, zahlreiche Gastengagements am Theater Aachen in Oper, Operette und Musical. Seit 1994 festes Mitglied des Opernchores des Aachener Stadttheater, Auftritte im Bereich Oratorium, Oper, Operette, Musical und Lied. Seit 2009 intensive Zusammenarbeit mit der Pianistin Radoslava Stoimenova. Dies ist nun ihr erster gemeinsamer Schumann-Lieder-Abend.

Eintritt: 7,50 €, für Mitglieder des Lew Kopelew Forums und des Vereins Freunde und Förderer der Anton Rubinstein Akademie e.V. ist der Eintritt frei. Spenden sind willkommen.

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Juni
Kammerkonzert Montag, 07. Juni 2010, 19.00 Uhr

Studierende der
Anton-Rubinstein-Akademie

spielen Werke von

Bach, Beethoven, Brahms, Chopin,
Czerny, Mendelsohn, Tschaikowskij
u.a.

Eintritt: 7,50 €, für Mitglieder des Lew Kopelew Forums
und des Vereins Freunde und Förderer der Anton Rubinstein Akademie e.V. ist der Eintritt frei.
Spenden sind willkommen.

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Gespräch Donnerstag, 10. Juni 2010, 19.00 Uhr

Umwelt in Russland

Wladimir Sliwjak
Vorsitzender der russischen Bürgerinitiative Ökoschutz im Gespräch mit

Elisabeth Weber, LKF-Beirat, und Bernhard Clasen (auch Übersetzung aus dem Russischen)

Veranstaltung in russischer und deutscher Sprache

Wladimir Sliwjak (36), Co-Vorsitzender und Mitbegründer der NGO „Ökoschutz“, ist einer der bekanntesten russischen Atomkraftgegner. Seit 1995 nimmt er als offizieller Beobachter und Vertreter der russischen Zivilgesellschaft an den UNO-Klima-Verhandlungen teil. Er ist Autor von ca. 400 Artikeln zu Umwelt- und Energiethemen, die sowohl in den NGO-Zeitschriften als auch in den Medien erschienen sind.

Er arbeitet mit der Heinrich-Böll-Stiftung in Moskau zusammen und war schon mehrfach Stipendiat der Marion-Dönhoff-Stiftung.

UKB: 5,- € / 2,5 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten
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Literatur und Musik
Tatjana Kuschtewskaja
Mittwoch, 16.Juni 2010, 19.00 Uhr

„Liebe-Macht-Passion. Berühmte russische Frauen“

Tatjana Kuschtewskaja
liest aus ihren im Januar 2010 im Grupello-Verlag Düsseldorf erschienenen Buch

Marina Kalmykova
begleitet die Lesung mit ihren Kompositionen zu Zwetajewa, Achmatowa, Teffi, Pasternak und Rainer Maria Rilke ("Elegie an Marina Zwetajewa-Efron") mit Gitarre und Klavier

Tatjana Kuschtewskaja zeichnet Porträts der Frauen, die Russland geprägt haben: Eine die Jahrhunderte umspannende Galerie von Frauen, in deren wechselvollen Lebensläufen Talent und Berufung treibende Kräfte waren. Es finden sich jene Frauen, die Geschichte schrieben: die Fürstin Olga, die die Kiewer Rus im 10. Jahrhundert regierte, Katharina die Große, deren Leben den Stoff für manchen Liebesroman bietet, die Sowjetrevolutionärin Alexandra Kollontaj. Man liest vom Leben und Sterben der großen russischen Künstlerinnen: von der leidvollen Biografie der Dichterin Anna Achmatowa, von Anna Pawlowa, dem »russischen Schwan«, von der »russischen Chanel« Nadeschda Lamanowa, von Lilja Brik, der femme fatale, und von Lou Andreas-Salomé, der Gefährtin Nietzsches und Rilkes. Tatjana Kuschtewskajas Blick reicht bis in die Gegenwart, und sie vergißt nicht, an eine im »Westen« wohlbekannte Russin zu erinnern: Raissa Gorbatschowa, die charakter­volle »First Lady«. 30 Romane en miniature, die ihre Spannung dadurch gewinnen, dass sie gelebter Wirklichkeit abgelauscht sind.

UKB: 5,- € / 2,5 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten
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Lesung und
Ausstellungseröffnung
Sibylle Thelen
Donnerstag, 17. Juni 2010, 19.00 Uhr

„Die Armenierfrage in der Türkei“

Sibylle Thelen
liest aus ihrem im Februar 2010 im Klaus Wagenbach Verlag unter dem oben genanten Titel erschienenen Buch

Moderation: Osman Okkan, Vorsitzender des KulturForum TürkeiDeutschland

Das anschließende Gespräch mit Sibylle Thelen, Pfarrer Dr. Diradur Sardaryan (Armenische Gemeinde Baden-Württemberg) und Osman Okkan (KulturForum TürkeiDeutschland) moderiert Cem Sey (Korrespondent, Kolumnist bei Taraf, Agos).

Veranstalter: Hrant Dink Forum Köln, ein vom KulturForum TürkeiDeutschland initiiertes Netzwerk, dem auch die Deutsch-Armenische Gesellschaft angehört.

Die offizielle Geschichtsschreibung der Türkischen Republik kennt keinen Völkermord an den Armeniern. Die »Umsiedlungen« gelten als unschöne, aber unabwendbare Folge des Ersten Weltkrieges. Die Entdeckung der Erinnerung hat jetzt Bewegung in die öffentliche Diskussion gebracht: Die Generation der Enkel beginnt, von den Großeltern zu erzählen. Diese Geschichten handeln vom Weiterleben nach dem Untergang des Vielvölkerreichs, von Leid, Schweigen und Verwüstung. Sie gehen den Menschen ans Herz. Sie rufen Anteilnahme, nicht aber ideologische Abwehrreflexe hervor. Viele in der Türkei haben sich inzwischen aufgemacht, die Vergangenheit mit anderen Augen zu erkunden mit ihren Erkenntnissen sind sie eine Provokation für die Hüter der offiziellen Doktrin. Mit großer Sachkenntnis und Sorgfalt fasst Sibylle Thelen den Stand der Forschung zu den Ereignissen von 1915 zusammen, geht der Tradition des Vergessens und Verdrängens nach und erzählt mit Empathie vom Aufbruch der Bürger in die Vergangenheit. Vom Umgang mit dieser Vergangenheit wird die demokratisch-pluralistische Entwicklung der Türkei und ihr Verhältnis zu Europa abhängen.

Sibylle Thelen, geboren 1962, studierte Politik, Turkologie und Kommunikationswissenschaften in München. 2008 erschien ihr Buch »Istanbul - Stadt unter Strom. Gesichter der neuen Türkei«. Sie ist leitende Redakteurin der Wochenendbeilage der Stuttgarter Zeitung.

Eröffnung der Fotoausstellung über den 2007 ermordeten armenisch-türkischen Journalisten Hrant Dink

Dauer der Ausstellung: 18.06.2010 – 09.07.2010

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Gespräch Mittwoch, 30.Juni 2010, 19.00 Uhr

Swetlana Alexijewitsch

im Gespräch mit

Diana Siebert

Osteuropahistorikerin mit Schwerpunkt Belarus

Veranstaltung in deutscher Sprache mit der Übersetzung aus dem Russischen

In Kooperation mit dem Verein Heinrich Böll-Haus Langenbroich, der Heinrich Böll Stiftung

Swetlana Alexijewitsch, geb. am31. Mai 1948 in Iwano-Frankiwsk, Ukraine, ist eine belarussische Schriftstellerin.
Sie wurde als Tochter einer Ukrainerin und eines Weißrussen geboren, studierte in Minsk Journalistik und arbeitete dann für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften.
Die international bekannte Schriftstellerin, die in Opposition zu Präsident Lukaschenkos Regime steht, hält sich schon seit längerer Zeit im Ausland auf. In ihrer Heimat sind ihre Bücher - wie auch die anderer kritischer Autoren - verboten; Schriftsteller werden bedroht, mehrere Journalisten sind Mordanschlägen zum Opfer gefallen. Ihre Bücher wurden in 35 Sprachen übersetzt und liegen einem Dutzend Theaterstücke zugrunde; nach ihren Drehbüchern wurden mehr als zwanzig Dokumentarfilme realisiert. Sie erhielt zahlreiche Preise, u.a.:
Erich-Maria Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück, 2001; Robert Geisendörfer-Hörspielpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, Berlin, 2000; „Temoin du Monde", Paris 1999; Preis „Für das beste politische Buch des Jahres der Friedrich-Ebert-Stiftung", Bremen, 1998; Andrej Sinjavskij-Preis, Moskau 1997; Kurt Tucholsky-Preis des Schwedischen PEN, Stockholm 1996; National Book Critics Circle nonfiction award, USA, 2006.

Svetlana Alexijewitsch hat eine ganz eigene literarische Sachbuchgattung gefunden - den "Roman in Stimmen" -, die sie von Buch zu Buch weiterentwickelt und ästhetisch vertieft hat: eine auf vielen Hunderten Interviews basierende dokumentarische Prosa, in der sich die originalen Stimmen der Befragten in künstlerischer Verdichtung zu einem Seelenpanorama zusammenfügen.
„ ... Aus Tausenden Stimmen erschaffe ich nicht Realität (die Realität ist unbegreiflich), sondern ein Bild meiner Zeit, meines Landes, ... meiner Generation, der Menschen, die ich getroffen habe. Wie haben wie gelebt? Woran haben sie geglaubt? Wie sind sie umgekommen, und wie haben sie getötet? Und wie sehr haben sie nach dem Glück gestrebt und es verpasst, nicht erreicht?"
Alexijewitschs fünf große Prosabände stellen eine beeindruckende Mentalitätsgeschichte - nicht nur der Sowjetunion – dar: Der Krieg hat kein weibliches Gesicht (1985, dt. 1987); Die letzten Zeugen (1985, dt. 1989); Zinkjungen. Afghanistan und die Folgen (1989, dt. 1992); Im Banne des Todes (neuer Titel Seht mal, wie ihr lebt), 1993, dt. 1994). Sie arbeitete zehn Jahre lang an: Tschernobyl: Eine Chronik der Zukunft. 1998 erhielt Alexijewitsch dafür den Leipziger Buchpreis für Europäische Verständigung. Ihr Stück über Tschernobyl Gespräche mit Lebenden und Toten wurde 1999 Hörspiel des Jahres.

UKB: 5,- € / 2,5 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten
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