Veranstaltungen 2008 
 

Freitag, 18. Januar 2008, 19.00 Uhr


 

Warlam Schalamow zum Gedenken

Bernt Hahn liest aus:

Warlam Schalamow
Durch den Schnee. Erzählungen aus Kolyma

Band 1, Berlin 2007


Aus dem Russischen von Gabriele Leupold.
Herausgegeben und mit einem Nachwort von

Franziska Thun-Hohenstein.

Einführung, Moderation: Klaus Bednarz

 

Schalamows Erzählungen gehören zu den herausragendsten Leistungen der russischen Literatur des 20. Jhs. Der Autor geht darin der Schlüsselfrage unserer Gegenwart nach: Wie können Menschen, die über Jahrhunderte in der Tradition des Humanismus erzogen wurden, Auschwitz, Kolyma hervorbringen?

Warlam Schalamow wurde 1907 als Sohn eines russisch-orthodoxen Priesters geboren. 1929 kam er das erste Mal ins Gefängnis. Er war dabei erwischt worden, wie er „Lenins Testament", jenen Brief, in dem der todkranke Lenin vor Stalin warnte, verteilte. 1931 wurde Schalamow aus der Haft entlassen, ging zurück nach Moskau. 1937 wurde er wegen „konterrevolutionärer Aktivitäten" erneut verhaftet und zu fünf Jahren Lagerarbeit verurteilt. Er wurde nach Kolyma verbannt, in jene kaum bevölkerte Zone im Osten Sibiriens, die das Zentrum des Gulagsystems war. Kaum entlassen, wurde er wieder dorthin verbannt. Seit 1947 arbeitete er nicht mehr in Minen, sondern als Arzthelfer. 1953 kehrte er zurück nach Moskau. Insgesamt verbrachte Schalamow 17 Jahre in den Stalinschen Arbeitserziehungslagern. Seine Freundschaften mit Nadeschda Mandelstam, Pasternak und Solschenizyn zerbrachen. Von Letzterem sagte Schalamow, er habe keine Lager gekannt und er habe sie überhaupt nicht verstanden. Schalamow schrieb Gedichte, Essays, eine Autobiografie und einen „Antiroman". Vor allem aber arbeitete er von 1954 bis 1972 an seinen „Kolyma-Erzählungen". Teile davon wurden im Samisdat verbreitet. Eine erste russische Ausgabe erschien 1978 in London. Taub und blind starb Schalamow am 17. Januar 1982 in einer psychiatrischen Klinik in Moskau

 

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes

 

 

Montag, 21. Januar 2008, 19.00 Uhr

 

Vortrag mit Diskussion


Dr. Maksat Kachkeev, Kirgistan

spricht zum Thema:

Verfassungsentwicklung in Kirgistan nach der „Tulpenrevolution“ von 2005

Einführung: Prof. Dr. Angelika Nußberger, M.A., Direktorin des Instituts für Ostrecht der Universität zu Köln

Veranstalter:
Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO),
Institut für Ostrecht der Universität zu Köln

Eintritt frei


Dienstag, 29. Januar 2008, 19.30 Uhr

 

Vortrag


Prof. Nina Sergeevna Pavlova, Professorin für Germanistik an der RGGU (Russische staatliche geisteswissenschaftliche Universität)

spricht über

Die Poetiken Rilkes und Pasternaks - eine vergleichende Betrachtung

Moderation: Professor Dr. Bodo Zelinsky, Slavisches Institut der Universität zu Köln

Eine gemeinsame Veranstaltung des Lew Kopelew Forums und des Slavischen Instituts der Universität zu Köln

Nina Sergeevna Pavlova absolvierte 1954 die Philologische Fakultät an der Moskauer Lomonosow-Universität (MGU). Danach Aspirantur und Arbeit am Gorki-Institut für Weltliteratur. 1980 bis 1988 Leiterin der Abteilung für Ost-, Mittel- und Südosteuropa-Literatur. 1988 bis 1991 Leiterin der Abteilung Literaturen Europas und Amerikas.

Seit 1991 Leiterin des Lehrstuhls für Vergleichende Literaturgeschichte an der Russischen Staatlichen Geisteswissenschaftlichen Universität (RGGU), Hauptfach Germanistik und Vergleichende Literaturgeschichte.

Sie promovierte über Erich Mühsam, das Thema ihrer Habilitation lautete „Stilistische Besonderheiten der deutschen Literatur der Zwanziger Jahre“.

Publikationen: „Erich Mühsam“; „Friedrich Dürrenmatt“; „Typologie des deutschsprachigen Romans. 1900 -1945“; „Schweizer Varianten“ (als Co-Autorin); Anthologie „Expressionismus. Literatur und Kunst“ u.v.a. Mehr als zweihundert wissenschaftliche Publikationen. Humboldtpreisträgerin.


Lew Kopelew, der ihr freundschaftlich verbunden war, schätzte sehr ihre Arbeiten über Expressionismus, die Zeit, die in der Sowjetunion offiziell nicht anerkannt war.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes



Montag, 11. Februar 2008, 19.00 Uhr

 

Buchvorstellung und Gespräch


Thomas Bremer

 

Kreuz und Kreml

Kleine Geschichte der orthodoxen Kirche in Russland;
Freiburg Herder 2007

In kaum einem anderen europäischen Land sind Kirchen- und Landesgeschichte so eng verquickt wie in Russland; ohne die Rolle der russisch-orthodoxen Kirche ist die russische Geschichte vieler Epochen nicht zu verstehen. Thomas Bremer beleuchtet in seinem Buch in einem chronologischen Durchgang die Kirchengeschichte, aber auch das Verhältnis der russischen Kirche zum Staat und zum Westen, die Rolle des Mönchtums u. v. m. - ein spannendes und verständlich geschriebenes Kompendium.

Moderation: Dr. Elisabeth Weber, ehem. Referentin für Osteuropa in der Bundestagsfraktion der Grünen

Prof. Dr. Thomas Bremer ist Hochschullehrer am Ökumenischen Institut der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Andere Publikationen von Thomas Bremer: „Konfrontation statt Ökumene. Zur kirchlichen Situation in der
Ukraine“; „Kleine Geschichte der Religionen in Jugoslawien. Königreich - Kommunismus – Krieg“;
„Religion und Nation. Die Situation der Kirchen in der Ukraine“ u.a.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes

 

 

Freitag, 15. Februar 2008, 19.00 Uhr

 

Klavierabend

 

Igor Kirillov

Russische Klaviermusik


In der Reihe: Konzerte der Anton Rubinstein Akademie im Lew Kopelew Forum
Im Programm Werke von: Peter Tschaikowsky, Alexander Skriabin, Sergej Rachmaninov, Dimitrij Schostakowitsch, Sergej Prokofieff, Igor Strawinsky

Der in Köln lebende russische Pianist Igor Kirillov, geb. 1979, erhielt mit 6 Jahren seinen ersten Klavierunterricht. 1994 gewann er den Interregionalen Klavierwettbewerb in Dubna in Russland, mit der besonderen Auszeichnung für die beste Tchajkowsky-Interpretation.1999 absolvierte er mit Auszeichnung das Gnessin State Musical College in Moskau. 1999 bis 2005 studierte er bei Prof. Deichmann an der Folkwang Hochschule in Essen, wo er sein Abschlussexamen absolvierte. Seit 2002 ist er Meisterschüler an der Internationalen Anton-Rubinstein-Akademie für Klavier und Kammermusik in Düsseldorf (Meisterklasse Alla Blatow), wo er sich gegenwärtig auf sein Konzertexamen vorbereitet. Igor Kirillov nahm an Meisterkursen bei Prof. Vladimir Krainev (Musikhochschule Hannover), Prof. Karl-Heinz Kämmerling (Universität Mozarteum, Salzburg und Musikhochschule Hannover) und Prof. Falko Steinbach (University of New-Mexico, USA) teil, sammelte Aufnahmeerfahrungen beim westdeutschen Rundfunk und spielte unter anderem im Steinway-Haus in Düsseldorf, im Bochumer Thürmer-Saal, im Theater an der Ruhr in Mülheim an der Ruhr, im Lew-Kopelew Forum in Köln, im Baal-Saal in Aachen und im Opernhaus Köln.

Kritiken-Auswahl
Augsburger Zeitung: „…Igor Kirillov verzauberte mit seinem Spiel, völlig introvertiert, versunken in die Klangbilder …er schien auf die Tausend Geräusche der Natur zu lauschen, malte sie in bunten Farben…“ (12.03.2000)
Kölner Stadt-Anzeiger: „… Kirillov baute über ein Widerspiel von Gewichten und Lichtwechseln eine wundersame Spannung zwischen Schwermut und Seelenfrieden auf.“ (22.06.2006)
„...brilliant: Igor Kirillov am Piano...“ (06.02.2007)

Eintritt: 7,50 €, für Mitglieder des Lew Kopelew Forums und des Vereins Freunde und Förderer der Anton Rubinstein Akademie e.V. ist der Eintritt frei. Spenden sind willkommen

 

 

Montag, 25. Februar 2008, 19.00 Uhr

 

Literaturabend

 

Richard Wagner
liest aus seinem Roman


Das reiche Mädchen

Aufbau-Verlag. Berlin 2007

„Dies ist ein Roman, in dem es um Freiheit, Liebe, Tod und Schuld geht.“
Richard Wagner

Ein meisterhafter Gesellschafts- und Liebesroman, scharfsinnig und bewegend erzählt.

Schon in der Schule litt Sybille Sundermann darunter, dass sich ihre Familie in der Nazizeit bereichert hat. Als junge Frau versucht sie, etwas von der Schuld abzutragen, von der niemand redet. Engagiert kämpft sie für die Rechte der Roma und Sinti.

Als sie den Flüchtling Dejan Ferari trifft, verliebt sie sich in den Mann, der in ihr statt der reichen Erbin die begehrenswerte Frau sieht. Ihre unbeschwerte Liebe zu Dejan jedoch währt nicht lang. Bille degradiert ihren Mann zum wissenschaftlichen Objekt, an dem sie ihr eigenes Schuldtrauma abzuarbeiten versucht. Die Beziehung wird zur Machtfrage, die Liebe schlägt in Hass, in grausame Gewalt um.

„Wagner ist ein hervorragender Erzähler, er schreibt pointiert, humorvoll, beklemmend.“ (Berliner Zeitung) „Das reiche Mädchen“ ist ein Buch der sorgfältig und lakonisch verschränkten Gegensätze: Arm und Reich, Schuld und Sühne, Fanatismus und Gleichgültigkeit.“ - (Tagesspiegel 02.09.2007)

Richard Wagner, geboren 1952 im rumänischen Banat, arbeitete als Deutschlehrer und Journalist und veröffentlichte Lyrik und Prosa in deutscher Sprache. Nach Arbeits- und Publikationsverbot verließ er Rumänien im Jahr 1987 und lebt seitdem als freier Schriftsteller in Berlin. Er gewann zahlreiche Preise und Stipendien. Werke (Auswahl): „Ausreiseantrag. Begrüßungsgeld“ (Erzählungen), „Miss Bukarest“ (Roman), „Der leere Himmel“ (Essay), „Habseligkeiten“ (Roman), „Der deutsche Horizont“ (Essay), „Lisas geheimes Buch“ (Roman)

Moderation: Dr. Elisabeth Weber, Lew Kopelew Forum e.V.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes

 

 

Montag, 17. März 2008, 19.00 Uhr

 

Buchvorstellung und Gespräch

 

Armin Strohmeyr

Verlorene Generation

Atrium Verlag Zürich, Februar 2008

„Die Deutschen bis zu vierzig Jahren kennen meinen Namen nicht mehr. Ich kann sagen: Über mich hat Hitler gesiegt.“ (Leonhard Frank nach der Rückkehr aus dem Exil)

Zu den „verbrannten“, verbotenen und vertriebenen Autoren in der NS-Zeit gehörten nicht nur so bekannte Persönlichkeiten wie Thomas und Heinrich Mann, Kurt Tucholsky und Arthur Schnitzler, sondern auch heute weitgehend Vergessene. Zu ihrer Zeit waren sie berühmt und geachtet, hatten ein großes Publikum und erhielten Preise und Annerkennungen.

Das äußere wie das innere Exil machte sie häufig mundtot. Dennoch sind diese Autoren wichtige Zeitzeugen und Repräsentanten des „anderen“, des integren Deutschland.

Nach dem Krieg war den meisten ein Wiederanknüpfen an den einstigen Erfolg versagt. Oft galten sie als Verräter und Nestbeschmutzer; den Jungen um die „Gruppe 47“ waren sie lästige Konkurrenten. Ihre Lebensläufe sind abenteuerlich, ihre Werke blieben erstaunlich aktuell. Es gilt, diese „verlorene“ Generation und ihr Erbe wiederzuentdecken, sie vor dem Vergessen zu bewahren.

Armin Strohmeyr erzählt 30 Lebensgeschichten packend und anschaulich und lässt in Briefen und Autobiographien Autorinnen und Autoren selbst zu Wort kommen. Zu ihnen gehören u. a. Ferdinand Hardekopf, Adrienne Thomas, Franz Blei, Hans Sahl, René Schickele, Mechtilde Lichnowsky, Leonhard Frank, Ernst Wiechert und Gina Kaus.

Armin Strohmeyr ist promovierter Germanist, Autor vielbeachteter Biographien über Klaus und Erika Mann, Annette Kolb, George Sand, „Die Frauen der Brentanos“ und Sophie von La Roche und Herausgeber der Werke Oskar Schürers und Hedwig Lachmanns. Zahlreiche Hörbilder für den Rundfunk.

Moderation: Dr. Mechthild Keller, Lew Kopelew Forum

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes

 

 

Mittwoch, 19. März 2008, 19.00 Uhr

 

Politische Diskussion


Russland hat einen neuen Präsidenten -
hat Russland einen neuen Präsidenten?


Präsident Putin hat im Dezember 2007 Dmitrij Medwedew als seinen Nachfolger bezeichnet, die Wähler bestätigen ihn am 2. März 2008. Zentrales Anliegen bei der Neubestimmung eines Präsidenten war die Sicherung von Kontinuität und die Verhinderung eines Machtwechsels. Wird also Medwedew bruchlos das System Putin fortführen? Welchen Einfluss wird Putin in seiner Funktion als Ministerpräsident nehmen?

In dieser Diskussionsveranstaltung soll eine Bilanz der Ära Putin gezogen werden. Dabei wird auch die Frage erörtert, warum - nicht zuletzt aus historischen Gründen - die Verwurzelung der Demokratie in Russland so schwierig ist. Zugleich sollen die Perspektiven der inneren und auswärtigen Politik unter Medwedew eingeschätzt werden.

Auf dem Podium referieren:
Prof. Dr. Gerhard Simon, Uni Köln, Russland-Kenner
Dr. Heinz Timmermann, ehem. Stiftung Politik und Wissenschaft, Russland-Kenner
Moderation: Dr. Elisabeth Weber, Lew Kopelew Forum

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes

 

 

Mittwoch, 26. März 2008, 19.00 Uhr

 

Noel Field
Schlüsselfigur der Schauprozesse in Osteuropa

Vortrag und Gespräch mit
Bernd-Rainer Barth, Historiker, Autor und (zus. mit Werner Schweizer) Herausgeber der zweibändigen Quellenedition:

Der Fall Noel Field
Schlüsselfigur der Schauprozesse in Osteuropa

B.1: Gefängnisjahre 1949-1954
Berlin 2005. Mit der DVD mit Werner Schweizers Dokumentarfilm „Noel Field - Der erfundene Spion“, 1996.

Band 2: Asyl in Ungarn 1954-1957
Berlin: BasisDruck Verlag, 2007.

Beide Bände umfassen die Verhöre und Selbstzeugnisse Noel Fields 1948 - 1957. Mit 163 bisher unveröffentlichten Dokumenten aus Geheim-Archiven Polens, Russlands, Ungarns, Deutschlands, der Schweiz und den USA.

Noel Field entstammte einer angesehenen amerikanischen Quäkerfamilie, wurde jedoch in Europa geboren und wuchs in Zürich auf. Er machte in der Zwischenkriegszeit eine diplomatische Karriere im US-Außenministerium. Als überzeugter Kommunist ließ er sich in dieser Zeit als Informant für die Auslandsaufklärung (INO) des sowjetischen Geheimdienstes NKWD anwerben. 1935 nahm er in Genf eine Stelle beim Völkerbund an, wurde 1940 entlassen und leitete ab 1941 zusammen mit seiner Frau Herta eine Hilfsorganisation in Marseille, das Unitarian Service Committee (USC). Das USC unterstützte damals antinazistische Widerstandskämpfer und Flüchtlinge, Spanienkämpfer und andere NS-Verfolgte, die, entweder in Internierungslagern oder in der Illegalität lebend, die Auslieferung an Gestapo und SS zu fürchten hatten. Field nutzte seine Position, um diesem Personenkreis Lebensmittel, Geld, Papiere, medizinische Versorgung und persönliche Informationen zukommen zu lassen.

1949 gerieten die Fields ins Visier kommunistischer Geheimdienste. Zwar gilt der Vorwurf der Spionage für die USA als plump konstruiert, aber Noel, seine Frau Herta und sein Bruder Hermann waren als amerikanische Antifaschisten und Kommunisten in das Geflecht der Verfolgung von Kommunisten vor allem in Ungarn, der Tschechoslowakei, Polens und auch der DDR geraten. Sie befanden sich ohne Prozess und Urteil (in Ungarn und Polen) viele Jahre in Haft und wurden gefoltert. In Prozessen gegen Laszlo Rajk in Ungarn, Rudolf Slansky in der CSSR sowie gegen deutsche Kommunisten wurden sie in Abwesenheit als Hauptbelastungs-„Zeugen“ missbraucht. Der erwiesenermaßen erfundene Vorwurf lautete (verkürzt), die Fields seien US-amerikanische Geheimagenten gewesen mit dem Auftrag, die kommunistischen Parteien und die volksdemokratischen Machtverhältnisse zu unterwandern. Wer während des Krieges Kontakt mit Field gehabt oder durch ihn Überlebenshilfe erhalten hatte oder wer solchen Kontakt nach dem Kriege hatte, wurde dringend verdächtigt, in den Sog des US-Geheimdienstes (OSS, später CIA) geraten zu sein.

Bernd-Rainer Barth stützte sich in seinen intensiven Forschungen auf die Staats- bzw. Parteiarchive Ungarns, der Schweiz, Polens, Deutschlands (DDR) und der USA. U.a. war es ihm möglich, den in Budapest aufbewahrten persönlichen Nachlass Noel Fields und die Untersuchungsakten der ungarischen Stasi-Behörde ÁVH zu Noel und Herta Field und anderer Opfer der Schauprozesse auszuwerten, darunter einen Brief Fields an das Politbüro der KPdSU vom März 1954. Barths Forschungen stützen sich auch auf seine Interviews mit direkt beteiligten Zeitzeugen, nämlich verantwortlichen Vernehmern der ungarischen Sicherheitsorgane.

Moderation: Dr. Elisabeth Weber, Lew Kopelew Forum

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes

 

 

Montag, 7. April 2008, 19.00 Uhr

 

Politische Gespräche im Forum

 

Natella Boltjanskaja, eine der führenden Stimmen der kritischen Sender „Echo Moskaus“ und RTVI

Die Moderatorin der wöchentlichen Politsendungen „Osoboje mnienije“ (Besondere Meinung) und „Niet vychoda“ (Kein Ausweg), zu deren Gästen sowohl Regierungsmitglieder als auch Vertreter der Opposition (wie Garri Kasparow) zählen, Autorin regelmäßiger kritischer Kommentare zu aktuellen politischen Ereignissen (zu lesen u.a. unter http://www.natel.ru/), spricht über die Lage in Russland und stellt sich den Fragen des Publikums.

Moderation: Harald Brand, Beiratsmitglied des Lew Kopelew Forums, ehem. Chefredakteur der WDR-Landesprogramme

Übersetzung: Nadja Simon

Veranstaltung in deutscher und russischer Sprache

 

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes 

 

 

Mittwoch, 23. April 2008, 19.00 Uhr

Politische Gespräche im Forum

Die belarussische Opposition im Jahr 2008

Die Veranstaltung wurde im Rahmen des „Förderprogramms Belarus“ von der Robert Bosch Stiftung ermöglicht

Es referieren:


Dr. Ljawon Barschtscheuski, Minsk/Belarus
seit 2007 Vorsitzender der größten und ältesten Oppositionspartei, der Belarussischen Volksfront (BNF). Barschtscheuski ist Literaturwissenschaftler, Publizist, Übersetzer, Literaturkritiker, Vorsitzender des belarussichen PEN-Clubs und spricht außer der deutschen noch 6 andere Sprachen. Er ist Mitbegründer und stellv. Direktor des Belarussischen Humanistsichen Lyzeums, das 2003 von der Regierung geschlossen wurde und seitdem im Untergrund tätig ist.

Dr. Heinz Timmermann, Köln, freier Mitarbeiter der Stiftung Wissenschaft und Politik Berlin, Belarus-Experte

Moderation: Dr. Diana Siebert, Köln, Belarus-Historikerin

Seit über 13 Jahren regiert Präsident Lukaschenka in der Belarus (Weißrussland) auf autoritäre Weise. Unter seinem Regime verschwinden Menschen; Wahlen sind weder frei noch fair; Oppositionskandidaten sitzen im Gefängnis; Demonstranten werden niedergeknüppelt, schikaniert und inhaftiert. Trotz allem ist er populär. Wie kann, wie soll die demokratische Opposition in dieser Situation handeln?

Eintritt frei


Freitag, 25. April 2008, 19.00 Uhr

 

Politische Gespräche im Forum


20 Jahre nach der Perestrojka – gibt es im heutigen Russland noch

Platz für Demokratie?

In Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung Moskau

Diskussionsteilnehmer:


Arsenij Roginskij, Vorsitzender von „Memorial International“, Moskau

Aleksandr Ausan, Präsident des Instituts „Nationales Projekt Gesellschaftsvertrag

Übersetzung: Nadja Simon

Aussage eines ausländischen politischen Beobachters in Moskau: „Alle hoffen auf Medwedew, aber nicht, weil es dafür gute Gründe gäbe, sondern weil man ansonsten auf nicht viel hoffen kann.“

Moderation: Dr. Elisabeth Weber, Lew Kopelew Forum, ehem. Referentin für Polen und Russland in der Bundestagsfraktion der Grünen

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes


Mittwoch, 30. April 2008, 19.00 Uhr

 

Politische Diskussion und Buchvorstellung


Die EU, Russland und Eurasien.
Die Rückkehr der Geopolitik

Berliner Wissenschaftsverlag 2008

Die Buchvorstellung soll dazu anregen, eine Diskussion zu führen über die europäisch-russischen sowie die EU - Beziehungen zu den Ländern Osteuropas, des Kaukasus und Zentralasiens. Sämtliche zentralen Akteure der Großregion - die EU, Russland und die Mitglieder der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) - befinden sich in einem labilen Zustand mit offener Perspektive. Frühere Grundpositionen müssen angesichts einschneidender Veränderungen im eurasischen Raum neu justiert werden.

Auf dem Podium referieren Herausgeber und Autoren:

Prof. Dr. Peter W. Schulze, langjähriger Leiter der Friedrich-Ebert-Stiftung in Moskau

Dr. Heinz Timmermann, freier Mitarbeiter der Stiftung Wissenschaft und Politik Berlin, Köln

Moderation und Kommentar: Dr. Rolf Mützenich, Köln, MdB und Mitglied des Auswärtigen Ausschusses

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes



Donnerstag, 08. Mai 2008, 19.00 Uhr

 

Politisches Buch im Gespräch


Reinhold Vetter


Wohin steuert Polen?
Das schwierige Erbe der Kaczynskis
Ch. Links Verlag, März 2008

Das Buch enthält genaue Analysen der politischen Entwicklung in Polen der letzten Zeit und bietet allen Interessierten eine willkommene Verständnishilfe. Thematisiert werden die Bedingungen, die den Aufstieg der Zwillinge begünstigten, und die Techniken, mit deren Hilfe sie ihre Macht zu festigen suchten. Den ersten Schritten der neuen Regierung Donald Tusks ist eine abwägende Schlussbetrachtung gewidmet.
Die enorme Mobilisierung der Wähler bei der letzten Parlamentswahl am 21. Oktober 2007 hat gezeigt, welche Energien in der polnischen Gesellschaft stecken.

Die Arbeit bietet Antworten auf Fragen wie: Wo liegen die historischen und gesellschaftlichen Ursachen der Kaczynski-Ära? Wie lautet die innen- und außenpolitische Bilanz der letzten zwei Jahre? Worin bestehen die wichtigsten Aufgaben der neuen Regierung? Welche Chancen hat Regierungschef Tusk unter Präsident Kaczynski? Was kann der Westen tun, um Polens Integration in Europa zu stärken?

Reinhold Vetter, 1946 geboren, war lange Zeit „Handelsblatt“ - Korrespondent in Warschau. Heute berichtet er für mehrere Zeitschriften aus der polnischen Hauptstadt über alles Wesentliche aus Ost- und Mitteleuropa.

Moderation: Dr. Elisabeth Weber, Lew Kopelew Forum, ehem. Referentin für Polen und Russland in der Budestagsfraktion der Grünen.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes


Mittwoch, 14. Mai 2008, 19.00 Uhr

 

Gespräch


Das Kosovo-Problem – kein Ende in Sicht?

Dr. Geert-Hinrich Ahrens


im Gespräch mit

 

Dr. Ulrich Schiller

Die Probleme auf dem Balkan werden mit der Unabhängigkeit des Kosovo kaum zu Ende sein. Es ist zu hören, die Serben Bosnien-Herzegowinas könnten den Anschluss an Serbien, die dortigen Kroaten den an Kroatien fordern, und es gibt Äußerungen, der neue Staat Kosovo werde von Männern regiert, die in organisierte Kriminalität verwickelt seien, und könne sich zu einem „serbischen Palästina“ entwickeln. Wie ernst sind solche Befürchtungen zu nehmen?

Auf solche und viele weitere Fragen werden ausgewiesene Balkan-Spezialisten versuchen Antworten zu geben.

Dr. Geert-Hinrich Ahrens war in den 1990er Jahren als Sonderbotschafter intensiv in die internationalen Bemühungen um die Lösung der Jugoslawienproblematik einbezogen. Er war von 1991-1996 an den beiden Jugoslawienkonferenzen beteiligt. Ferner 1999 EU-Sondergesandter der Europäischer Präsidentschaft in Mazedonien; 1999-2002 Leiter der OSZE-Mission in Albanien; Aug. 2004 – März 2008 OSZE-Leiter der Wahlbeobachtungsmissionen in der Ukraine, Aserbeidschan, Belarus, Georgien, Serbien, Armenien u.v.a.

Dr. Ulrich Schiller, ehem. Korrespondent für ARD und DIE ZEIT in Jugoslawien, der Sowjetunion und den USA, Autor der Bücher „Zwischen Moskau und Jakutsk. Die Sowjetunion im Wettlauf gegen die Zeit“ (1970) und „Macht außer Kontrolle. Geheime Weltpolitik von Chruschtschow bis Busch“ (2003).

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes


Donnerstag, 29. Mai 2008, 19.00 Uhr

12 Jahre Tschetschenien

Barbara Gladysch


berichtet über ihre Erfahrungen und Eindrücke aus Tschetschenien von 1996 bis 2008

Moderation: Sonia Mikich, Moderatorin und Leiterin der ARD/WDR Monitor-Redaktion

Eröffnung der Fotoausstellung:

Zwischen Wiederaufbau und Kriegserbe.
Bilder aus den russischen Kaukasusrepubliken Tschetschenien, Inguschetien, und Nordossetien

Eine Ausstellung des Deutsch-Russischen Austausches e.V. Berlin mit Unterstützung der Marion-Dönhoff-Stiftung

Dauer der Ausstellung: 30.05. – 18.06.2008.

Besichtigung der Ausstellung frei

Barbara Gladysch kam 1996 zusammen mit russischen Soldatenmüttern und Chris Hunter, dem Begründer von CPCD - Center for Peacemaking und Community Development in Moskau (später auch in Tschetschenien und Inguschetien), zum ersten Mal nach Tschetschenien. Im Jahr 1997 war sie dort OSCE-Wahlbeobachterin und gründete gemeinsam mit Hunter und tschetschenischen Freunden im Mai das Projekt „Kleiner Stern“: Rehabilitationseinrichtungen für traumatisierte Kinder in Tschetschenien.

Auf ihren bislang 20 Reisen in verschiedene, auch entlegene, „vergessene“ Gebiete Tschetscheniens versucht sie die Lebensbedingungen der Menschen zu erleichtern und deren Hoffnung auf Heilung und Frieden zu stärken.

Der in jüngster Zeit forcierte Bauboom in Grosny lässt in rasantem Tempo äußere Kriegsspuren verschwinden. Aber der „mit Putin-Porträts zugehängte bleierne Frieden, der in Grosny eingekehrt ist“ (Sainap Gaschajewa in der NZZ am 12.01.2008) vermag nicht die unvernarbten körperlichen und seelischen Wunden der Menschen zu überdecken.

Im Januar 2006 verweigerte Barbara Gladysch die Annahme des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse aus Protest gegen die deutsche Asylpolitik und die Politik gegenüber Tschetschenien.

Mit der Auszeichnung sollte ihr Engagement für Flüchtlinge und Asylsuchende in Deutschland, für die „Tschernobylarbeit“ in der Republik Belarus und die Hilfeleistung für kriegstraumatisierte Kinder in Tschetschenien gewürdigt werden. In einem Brief an den Bundespräsidenten erläuterte Barbara Gladysch ihre Gründe für die Ablehnung der Auszeichnung.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes



Freitag, 06. Juni 2008, 19.00 Uhr

 

Vortrag


Der Konflikt um Nagornij Karabach

Referent: Avas Hasanov (Baku/Aserbaidschan)

Der Konflikt um Nagornij Karabach zwischen Armeniern und Aserbaidschanern war einer der blutigsten Konflikte der Sowjetunion und der GUS. Vorausgegangen waren dem Krieg um Nagornij Karabach auf armenischer und aserbaidschanischer Seite Pogrome gegen die jeweilige Minderheit, Zehntausende von Armeniern flohen aus Aserbaidschan, einige tausend Aserbaidschaner aus Armenien und Nagornij Karabach. Es folgte ein Krieg, der seinen Höhepunkt Anfang der 90er Jahre hatte, und dem Tausende Armenier und Aserbaidschaner zum Opfer fielen.

Der in Aserbaidschan lebende Aktivist der Zivilgesellschaft, Menschenrechtler und Drehbuchautor Avas Hasanov wird über diesen Konflikt berichten und auch seinen jüngsten 50minütigen Film zu diesem Thema vorstellen. Avas Hasanov ist einer von wenigen Aserbaidschanern, der regelmäßig mit Armeniern zusammenarbeitet: Mehrmals im Jahr besucht er Armenien und Nagornij Karabach.

Veranstaltung in russischer Sprache mit deutscher Übersetzung von Bernhard Clasen.

Bernhard Clasen arbeitet seit den 1990er Jahren mit Menschenrechtlern im postsowjetischen Raum und ist besonders aktiv in der Arbeitsgruppe zu „Nagornij Karabach“.

Moderation: Prof. Dr. habil. Eva-Maria Auch, Universität Bonn, Vorsitzende des Vereins
EuroKaukAsia e.V.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes

 

 

Dienstag, 10. Juni 2008, 19.00 Uhr

 

Literatur-Geschichte-Politik

 

György Dalos
liest aus seinem neuen Roman


Jugendstil
Rotbuch-Verlag, Berlin 2007

(Aus: „Kader und Liebe“, Erhard Schütz,Tagesspiegel, 16.09.2007) „György Dalos hat mit „Jugendstil“ wieder einen kleinen Roman vorgelegt, der einmal mehr zeigt, warum man ihn trotz seiner stilistischen Kargheit immer wieder gern liest. Wer Dalos noch nicht kennt, hat mit diesem Büchlein einen starken Anlass, ihn endlich kennen zu lernen.

Robert Singer ist im Wiener Exil geworden, was er seit Schulzeiten sein wollte: ein Spezialist für den Jugendstil. Auf einer Reise zurück nach Budapest begegnet er einem erbarmungswürdig heruntergekommenen Individuum, das sich als Feri K. vorstellt, damals Mitschüler, Mathematikkoryphäe und unangenehmer Kerl. Ein Erinnerungsschub zum Herbst 1961 setzt ein. Singer, aus unterprivilegierter Familie, dafür umso ehrgeiziger, ist ein engagierter Jungkommunist, aber auch unsterblich verliebt in Ilona, die Tochter eines berühmten Mediziners. Diese Liebe scheitert jedoch, weil Feri K., der von den forschen Jungkadern wegen seines politisch inhaftierten Vaters Zurückgestoßene, sich zu rächen versucht. Wie es dazu kommt und was dabei passiert, das wirkt in seiner zeitsymptomatischen Gratwanderung von jugendlicher Zukunftsgewissheit und Gegenwartsbedrückung so dicht, dass man gar nicht anders kann, als letztlich Autobiographisches dahinter zu vermuten.

Es ist, wenn man so will, die ewige Romeo-und-Julia-Geschichte, doch unter den historischen Bedingungen eines Systems, das zusammengesetzt ist aus paranoidem Misstrauen und phantasmatischer Selbstgerechtigkeit.“

György Dalos, 1943 in Budapest geboren, lebt heute als freier Schriftsteller in Berlin. Er war bis 1999 Leiter des ungarischen Kulturinstituts in Berlin und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Adelbert-von-Chamisso-Preis 1995 und 2000 der Goldenen Plakette der Republik Ungarn.

Moderation: Dr. Elisabeth Weber,
ehem. Referentin für Polen und Russland (SU) in der Bundestagsfraktion der Grünen

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes

 

 

Freitag, 20. Juni 2008, 19.00 Uhr

 

Klavierabend

 

Igor Kirillov

Examenskonzert in der Reihe:

Konzerte der Anton Rubinstein Akademie

im Lew Kopelew Forum

Im Programm:


3 Sonaten von Domenico Scarlatti,
Fantasie C-Dur D 760,
,Wanderer-Fantasie’’ von Franz Schubert und Images, Livre I und II von Claude Debussy.

Der in Köln lebende russische Pianist Igor Kirillov, geb. 1979, erhielt mit 6 Jahren seinen ersten Klavierunterricht. 1994 gewann er den Interregionalen Klavierwettbewerb in Dubna in Russland, mit der besonderen Auszeichnung für die beste Tchajkowsky-Interpretation. 1999 absolvierte er mit Auszeichnung das Gnessin State Musical College in Moskau. 1999 bis 2005 studierte er bei Prof. Deichmann an der Folkwang Hochschule in Essen, wo er sein Abschlussexamen absolvierte. Seit 2002 ist er Meisterschüler an der Internationalen Anton-Rubinstein-Akademie für Klavier und Kammermusik in Düsseldorf (Meisterklasse Alla Blatow). Mit diesem Examenskonzert wird sein Studium an der Akademie abgeschlossen.

Igor Kirillov nahm an Meisterkursen bei Prof. Vladimir Krainev (Musikhochschule Hannover), Prof. Karl-Heinz Kämmerling (Universität Mozarteum, Salzburg und Musikhochschule Hannover) und Prof. Falko Steinbach (University of New-Mexico, USA) teil, sammelte Aufnahmeerfahrungen beim westdeutschen Rundfunk und spielte unter anderem im Steinway-Haus in Düsseldorf, im Bochumer Thürmer-Saal, im Theater an der Ruhr in Mülheim an der Ruhr, im Lew-Kopelew Forum in Köln, im Baal-Saal in Aachen und im Opernhaus Köln.

Kritiken-Auswahl

Augsburger Zeitung: „…Igor Kirillov verzauberte mit seinem Spiel, völlig introvertiert, versunken in die Klangbilder …er schien auf die Tausend Geräusche der Natur zu lauschen, malte sie in bunten Farben…“ (12.03.2000)

Kölner Stadt-Anzeiger: „… Kirillov baute über ein Widerspiel von Gewichten und Lichtwechseln eine wundersame Spannung zwischen Schwermut und Seelenfrieden auf.“ (22.06.2006)

"...brilliant: Igor Kirillov am Piano..." (06.02.2007)

Eintritt: 7,50 €, für Mitglieder des Lew Kopelew Forums und des Vereins Freunde und Förderer der Anton Rubinstein Akademie e.V. ist der Eintritt frei. Spenden sind willkommen.

 

 

Freitag, 05. September 2008, 19.00 Uhr

 

Lesung

 

Reiseliteratur

Tatiana Kuschtewskaja
liest aus ihrem neuestem Buch

Sibirienreise – die Lena
Vom Baikal bis zum Eismeer - Geschichte und Geschichten entlang dem großen sibirischen Fluss

Wostok Verlag, Berlin 2007

 

Die Faszination Sibiriens treibt die Publizistin Tatjana Kuschtewskaja immer wieder um, ihre Erfahrungen und Recherchen zu diesem immer noch von vielen Geheimnissen umgebenen Teil der Erde den deutschen Lesern mitzuteilen. Hatte sie in ihrem Buch über die Transsibirische Eisenbahn die Ost-West-Achse gewählt, so geht die Reise dieses Mal von Süden, der Quelle der Lena unweit des Baikalsees, nach Norden bis zu ihrer Mündung ins Eismeer bzw. die Laptewsee, also durch das kälteste besiedelte Gebiet der Erde. Dass Kuschtewskaja gerade diesen unter den sibirischen Strömen auswählt, ist kein Zufall, hat sie doch um 1970 herum acht Jahre in Lensk, am Mittellauf der Lena, gelebt und gearbeitet und hat dieser Aufenthalt sie doch so nachhaltig geprägt, dass sie die Lena als ,,Heimat meiner Seele” (S. 31) bezeichnet. Wie so oft verbindet sie auch hier frühere Tagebucheintragungen mit Beschreibungen späterer Reisen und aktuellen Beobachtungen, und auf die für Kuschtewskaja charakteristische Weise gehen nüchterne Tatsachen mit atmosphärischer Dichte einher. Mehr noch als in ihren früheren Veröffentlichungen spricht sie dabei die Leser direkt an.

FAZ, 06.03.2008:„... die turkmenisch-ukrainische Autorin Tatjana Kuschtewskaja scheut sich nicht, im ganz und gar eigenen Tonfall dem Leser verbal die Hand auf den Unterarm zu legen, die Augen aufzureißen und mit ansteckender Begeisterung zu rufen: "Stellen Sie sich vor! Was glauben Sie, was dann passierte? Ist das nicht unglaublich?" Zwischen diesen Aufwallungen allerdings mäandern ihre Reisebeschreibung eher gemächlich zwischen Anekdoten und Beobachtungen dahin und gleichen darin wohl dem Fluss, den sie mehr beplaudert als beschreibt - der Lena, die vom Baikal quer durch Sibirien bis zum Eismeer strömt. Zwischendurch erzählt die Autorin Witze, trägt ihre eigenen Gedichte vor - und dem Leser tritt bald das Bild einer beflissenen, liebenswerten Reiseleiterin vor Augen, die jede Windung und Biegung der erstaunlich vielgestaltigen Flusslandschaft kennt.“

Lesung mit sibirischem, Tee, Gebäck und Zedernnüssen

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes


Montag, 08. September 2008, 19.00 Uhr

 

Podiumsdiskussion


Die Deutsch-Russischen Beziehungen im Spannungsfeld zwischen Wirtschaft und Menschenrechten

Veranstaltungspartner: Heinrich Böll Stiftung Köln, Marion-Dönhoff-Stiftung

Podiumsteilnehmer:


Volker Beck, MdB, menschenrechtspolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

Klaus-Helge Donath, seit 1990 Russland-Korrespondent der tageszeitung

Dr. Peter Danylow, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Ost- und Mitteleuropa Verein e.V. (OMV)


Der OMV mit Sitz in Berlin und Hamburg ist ein Zusammenschluss von Unternehmen und Personen zur Förderung der wirtschaftlichen Beziehungen mit den Ländern Ost- und Mitteleuropas, inkl. der GUS-Länder. Mit seinen weit über 300 Mitgliedern - darunter führende deutsche Großunternehmen sowie zahlreiche mittelständische Unternehmen - repräsentiert er einen hohen Anteil der mit den Ländern der Region unterhaltenen Wirtschaftsbeziehungen.

Moderation: Dr. Elisabeth Weber, Beirat Lew Kopelew Forum

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes


Dienstag, 16. September 2008, 19.30 Uhr

 

Podiumsdiskussion

in der Kassenhalle der Kreissparkasse Köln, Neumarkt 18

Russland, Amerika, Deutschland und die Krise im Kaukasus
Neue Präsidenten – neue Hoffnungen, neue Probleme, neue Abhängigkeiten

Einige Monate nach Amtsantritt des neuen Präsidenten in Russland und einige Wochen vor den Präsidentenwahlen in den USA gehen prominente Kenner beider Länder der Frage nach: Welche Bedeutung hat die Krise im Kaukasus und die Wahl der neuen Männer in Moskau und Washington für Deutschland und Europa.

Unter der Leitung von
Fritz Pleitgen, dem Vorsitzenden des Lew Kopelew Forum

diskutieren:

Tom Buhrow (seit 2006 Moderator der Tagesschau, 1994-1999 Amerika-Korrespondent der ARD, 2002-2006 Leiter des dortigen Studios)

Dieter Boden, langjähriger Sondergesandter des UN-Generalsekretärs und Leiter der OSZE Mission in Georgien

Hermann Krause, Leiter des ARD-Hörfunksstudios in Moskau; LKF-Mitglied)

 

Volker Rühe, Verteidigungsminister a.D.

Horst Teltschik, ehem. außen- und sicherheitspolitischer Sprecher im Bundeskanzleramt, 1999-2008 Leiter der Münchener Konferenz für Sicherheitspolitik

Begrüßung: Alexander Wüerst, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Köln, stellv. Vorsitzender des Lew Kopelew Forum

Eintritt frei mit gesonderter Einladung


Freitag, 19. September 2008, 19.00 Uhr


Eröffnung der Reihe

Der schwierige Weg zum Nachbarn.
Von den unbekannten Mühen bekannter Übersetzer


Einführung: Dr. Mechthild Keller, Beirat Lew Kopelew Forum

Renate Schmidgall
Preisträgerin des Jane–Scatcherd-Preises der Ledig-Rowohlt-Stiftung (2001) und erste Preisträgerin des Europäischen Übersetzerpreises Offenburg (2006), Übersetzerin polnischer Autoren wie Stefan Chwin („Tod in Danzig“, „Gouvernante“), Jacek Dehnel („Lala“), Witold Gombrowicz (Essays), Pawel Hülle („Weiser Dawidek“, „Castorp“, „Mercedes Benz“), Andrzej Stasiuk („Neun“) u.a.

spricht mit Marek Zmijewski, Hochschullehrer für Philosophie und Literaturtheorie

über den Beruf des Übersetzers, die Tätigkeit - Motivation, Schwierigkeiten, Kontakt mit Autoren, Selbstverständnis, Bezug zum Schreiben sowie auch über die gefährlichsten Stolpersteine in ihrer Arbeit, Missverständnisse und darüber, was als „lost in translation“ unwiederbringlich verloren geht...

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes

 

 

Freitag, 10. Oktober 2008, 19.00 Uhr

 

Kammerkonzert

 

in der Reihe
Konzerte der Anton Rubinstein Akademie

im Lew Kopelew Forum

Radoslava Stoimenova, Klavier
Lev Gordin, Cello

spielen

Joseph Haydn, Klaviersonate D dur
Hob 16 Nr. 37
Allegro con moto
Largo e sostenuto
Finale. Presto ma non troppo


L. van Beethoven, Sonate f moll Op. 57 „Appassionata“
- Allegro assai
- Andante con moto
- Allegro ma non troppo

Pause

F. Chopin, Polonaise - Fantasie Op. 61

C. Franck, Sonate A dur für Cello und Klavier
- Allegretto ben moderato
- Allegro
- Recitativo-Fantasia Ben moderato
- Allegretto poco mosso

Radoslava Stoimenova ist in Pleven, Bulgarien, geboren. Mit 7 Jahren hat sie mit dem Klavierstudium angefangen bei Prof. Atanas Kutrev und Prof. Iovcho Krushev. Seit 2002 lebt sie in Deutschland. Sie studierte an der Folkwang Hochschule in Essen bei Prof. Till Engel und seit 2005 studierte sie an der Hochschule für Musik Köln/Aachen bei Prof. Ilja Scheps. Meisterkurse absolvierte sie bei Lasar Berman, Joaquín Soriano und Dina Yoffe. An der Rubinstein Akademie in Düsseldorf studiert sie in der Klasse von Frau Prof. Alla Blatow. Sie ist Preisträgerin mehrerer nationalen und internationalen Wettbewerbe: 1. Preis beim nationalen Wettbewerb „P. Pipkov“ in Pleven, Publikumspreis beim Klavierwettbewerb in Varna und Sonderpreis der Wiener Urtext Edition beim Frédéric Chopin Wettbewerb in Düsseldorf. Konzertauftritte als Solistin und in Ensembles in Bulgarien, Deutschland und Israel.

Lev Gordin ist in 1980 in Leningrad, Russland, geboren. Mit 6 Jahren hat er sein Cellostudium bei Frau Nataliya Tolbukhina angefangen, zu deren Lehrer Svyatoslav Knushevitsky und Mstislav Rostropovich zählten. Mit 11 ist er mit seiner Familie nach Israel ausgewandert, wo er sein Studium bei Frau Luba Rabin und später bei Herrn Hillel Zori fortsetze. Bereits während seines dreijährigen Militärdienstes genoss er den Status „Ausgezeichneter Musiker“ und spielte im Streichquartett und als Solocellist des Kammerorchesters der Israelischen Armee. In dieser Zeit nahm er an Weltpremieren von zeitgenössischen Stücken, Rundfunkaufnahmen, Konzerten und internationalen Festivals wie „Voice of Galilee“ teil.
Nach dem Studium an der Tel Aviver Musikakademie bei Hillel Zori, in der er als Solocellist des Akademieorchesters spielte, folgte Lev Gordin der Einladung von Bernard Greenhouse, des Gründers von „Beaux Arts Trio“, und fuhr nach USA, um privaten Unterricht bei ihm zu nehmen. Möglich war es dank der Unterstützung der „Amerika-Israel-Kulturstiftung“.
Lev Gordin studierte an der Folkwang Hochschule Essen bei Prof. Christoph Richter und seit 2004 an der Hochschule für Musik und Theater Hannover in der Celloklasse von Prof. Tilmann Wick. Als ein Zusatz zu seiner Musikalischen Ausbildung spielte er als Praktikant in der „Neuen Philharmonie Westfalen“, in dem NDR Radiophilhamonie Hannover Orchester und im Orchester des Staatstheaters Braunschweig. Mehrere Kammermusikensembles während des Studiums runden seine Ausbildung ab. Seit August 2008 ist Lev Gordin Mitglied der Bielefelder Philharmoniker.
Lev Gordin nahm an mehreren Musikfestivals in Israel und Europa, als Solist und als Kammermusikpartner teil, wie z.B. Kronberg Festival (Deutschland), „Music in Galilee“ Kammermusik Festival (Israel) und Internationales Festival für liturgische Musik in Abu-Ghosh (Israel).
Meisterkurse bei weltbekannten Cellisten, wie z.B. Mstislav Rostropovich, Frans Helmerson, Boris Pergamenschikow, Wolfgang Boettcher und Miklós Perényi gaben ihm die Breite musikalischer Ausdrucke auf dem Cello und Kammermusikmeisterkursen und Unterrichten u.a. bei Andreas Reiner, Peter Kamnitzer, Yury Gandelsman, Tabea Zimmermann und Vladimir Mendelssohn brachten ihn zur höchsten Kunst der Kammermusik. .

Eintritt: 7,50 €, für Mitglieder des Lew Kopelew Forums und des Vereins Freunde und Förderer der Anton Rubinstein Akademie e.V. ist der Eintritt frei. Spenden sind willkommen.

 

 

Mittwoch, 15. Oktober 2008, 19.00 Uhr

 

Buchvorstellung

Karl Schlögel


Terror und Traum - Moskau 1937
München, Hanser-Verlag, 2008

Moskau 1937: Die sowjetische Metropole auf dem Höhepunkt der stalinistischen Diktatur. In einem Orkan der Gewalt geht eine Gesellschaft vollständig zugrunde. Karl Schlögel rekonstruiert Monat für Monat, wie sich der Terror eines Notstandsregimes zum „Großen Terror“ steigerte, dem binnen eines Jahres anderthalb Millionen Menschen zum Opfer fielen. Doch damit ist noch nicht die ganze Geschichte erzählt: Im Schatten des Terrors will das Regime um Stalin eine neue Gesellschaft aufbauen. Gestützt auf zahllose Dokumente, vergegenwärtigt Schlögel in seinem historischen Meisterwerk eine Zeit, in der Terror und Traum fließend ineinander übergingen.

Karl Schlögel, geboren 1948 im Allgäu, hat an der Freien Universität Berlin, in Moskau und St. Petersburg Philosophie, Soziologie, Osteuropäische Geschichte und Slawistik studiert und lehrt an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder. 2006 erhielt er den Lessing-Preis der Stadt Hamburg.

Moderation: Dr. Ulrich Schiller, Lew Kopelew Forum

Ulrich Schiller, Jg. 1926, Studium der Slawistik, Dr. phil., seit 1956 Journalist, ARD-Korrespondent in Belgrad und in Moskau, bis 1989 Korrespondent für ARD-Hörfunk in Washington und 1975 - 1996 auch für DIE ZEIT.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes



Montag, 20. Oktober 2008, 20.00 Uhr

 

Streitgespräch


Christuskirche Dellbrück
Bergisch Gladbacher Str. 848

Russland und der Westen:
Ein neuer Kalter Krieg?


Das Forum diskutiert mit
Fritz Pleitgen und Eckhard von Klaeden

„Autoritär nach innen, aggressiv nach außen“ – so wird Russland heute in den USA und Europa weithin wahrgenommen. Seit dem kurzen blutigen Krieg mit Georgien sind die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen eisig. Russland demonstriert seinen Großmachtanspruch, EU und USA schwanken zwischen Gesten des Protestes, hilflosen Drohungen und dem Wissen, von Russlands Energielieferungen und Moskaus Kooperation bei großen Krisen abhängig zu sein. Das gilt gegenüber dem Iran genauso wie in der globalen Finanzkrise. Droht dennoch ein neuer Kalter Krieg? Wie kann ein Rückfall in altes Blockdenken vermieden werden?

Fritz Pleitgen, der Präsident der European Broadcast Union (EBU) und frühere Intendant des WDR war viele Jahre Korrespondent in Moskau und gilt immer noch als einer der führenden Russlandkenner. Er ist darüber hinaus Vorsitzender für die Ruhr 2010.

Eckhard von Klaeden, der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag hat gerade das Buch „Kein Sonderzug nach Moskau“ veröffentlicht, in dem er Vorstellungen für eine europäische Russlandpolitik entwickelt.

Constanze Stelzenmüller, die frühere Redakteurin der „Zeit“ ist heute Deutschland-Direktorin des „German Marshall Fund“

Sergej Sumlenny, der Moskauer Journalist arbeitet von Frankfurt aus als Korrespondent der Wochenzeitschrift „Expert“. Er spricht fließend Deutsch. Geleitet wird die Veranstaltung von Arnd Henze, stellv. Auslandschef Fernsehen beim WDR.

Im Vorprogramm wird es ab 19.30 Livemusik geben.


Dienstag, 21.Oktober 2008, 19.00 Uhr

Gespräch

 

Warum an die DDR erinnern?

Thomas Ammer und Karl-Wilhelm Fricke
im Gespräch mit
Dr. Elisabeth Weber, Lew Kopelew Forum

Thomas Ammer war von 1958 bis 1964 inhaftiert, erst im Stasi-Untersuchungs-Gefängnis in Gera (der sog. Amthorchdurchgang - es gibt heute einen Gedenkverein), dann nach der Verurteilung im September 1958 fast die ganze Zeit in Brandenburg-Görden. Er wurde wegen Staatsverrat verurteilt (§ 13 StEG - Strafrechtsergänzungsgesetz), und zwar zu 15 Jahren. Im August 1964 wurde er freigekauft (in den Westen). Hintergrund war eine fünfjährige illegale Widerstandstätigkeit in einer Gruppe aus Schülern, später Studenten, großenteils aus Eisenberg (daher die Bezeichnung „Eisenberger Kreis“), später an der Uni Jena.

Flugblatt des Eisenberger Kreises zur Volkskammerwahl am 17. Oktober 1954 Quelle: BStU, ASt Gera

Dr. h. c. Karl Wilhelm Fricke, geb. in Hoym/Sachsen-Anhalt, war lange Jahre Redakteur im Deutschlandfunk, Leiter der Ost-West-Redaktion. Sein Vater wurde in den bekannten Waldheimer Prozessen verurteilt und starb in Waldheim. Er selbst entging zunächst einer Haft, da es ihm nach einer Festnahme am 22.2.1949 gelang zu fliehen (die Überwachung war nicht so perfekt) und er sich sofort in den Westen begab. Er lebte dann in West-Berlin und berichtete ständig kritisch über die DDR. Am 1.4.1955 wurde er zu einem Treffen gelockt, mit Tee betäubt und nach Ost-Berlin verschleppt. Er saß lange in U-Haft in Hohenschönhausen und wurde zu vier Jahren verurteilt, die er auf den Tag absaß, in Bautzen, in Einzelhaft. Er wurde dann nach West-Berlin entlassen. (Seinen Akten hat er später entnommen, dass als Haft für ihn auch 15 Jahre im Gespräch waren.).

Viele Publikationen zu den Hauptthemen: MfS, Widerstand in der SBZ und DDR, politisches Strafrecht

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes

 

 

Freitag, 24. Oktober 2008, 19.00 Uhr

 

Austellungseröffnung


Die Hungeropfer - Der unbekannte Völkermord an den Ukrainern
Der 75. Jahrestag des Holodomor 1932-1933


Unbekannte europäische Zeitgeschichte

Schirmherrin der Ausstellung:
Kateryna Juschtschenko, Vorsitzende der Stiftung „Ukraine 3000“
In Zusammenarbeit mit der Stiftung „Ukraine 3000“, Kiyv, und „Ukrainisches Haus e.V.“ Düsseldorf

Begrüßung: Jaroslaw Baran, Leiter der Außenstelle der Botschaft der Ukraine in Bonn

Moderation: Dr. Irina Jastreb, Präsidentin des „Ukrainisches Haus e.V.“ Düsseldorf

Kurzreferat von:
Dr. Olesja Stasiuk, Kuratorin der Ausstellung, Programmleiterin in der Stiftung „Ukraine 3000“, Kiyv: „Die Deformation der ukrainischen Volkskultur und des Bewusstseins als Folgen des Holodomor“.

Übersetzung: Dr. des. Dmytro Myeshkov, Historiker, Philosophische Fak., Universität Düsseldorf

Prof. Dmytro Zlepko, CIS-Consult Wissenschaft, München: „Holodomor in staatlichen Quellen Deutschlands“

Filminterview mit dem Zeitzeugen Lew Kopelew zum Thema „Holodomor“.

Die „Orange Revolution“ hat die Welt wieder an ein europäisches Land erinnert, das, obwohl territorial größtes Land Europas, allzu gerne nur als russische Peripherie betrachtet wurde. Seine Geschichte ist der breiten europäischen Öffentlichkeit weitgehend unbekannt geblieben.

Zu Beginn der 1930er Jahre verübte das kommunistische Regime Stalins im tiefsten Herzen Europas und in der als Kornkammer der Sowjetunion bekannten Region einen Genozid an Millionen von Ukrainern. Eine von der Landwirtschaft geprägte Nation wurde dem Hungerstod ausgeliefert, einer der skrupellosesten Formen von Folter und Tod. Die Ukrainer bezeichnen diese nationale Tragödie als Holodomor.

Nach jüngsten Angaben fielen sieben bis zehn Millionen ukrainischer Kolchosbauern 1932/33 diesem Verbrechen zum Opfer. Mindestens ein Drittel der Todesopfer des Holodomor waren Kinder. Viele weitere Kinder wurden zu Waisen oder zu Heimatlosen. Die Hungersnot in der Ukraine war keine Naturkatastrophe. Der Terror hatte eine soziale und nationale Stoßrichtung und wird als Genozid oder Soziozid bewertet.

Auch nach 75 Jahren ist eine der größten humanitären Katastrophen des 20. Jahrhunderts weitgehend unbekannt geblieben.

Mit dieser Ausstellung soll an die Millionen unschuldiger Opfer des kommunistischen Regimes in der Ukraine erinnert und die deutsche Öffentlichkeit über das weitgehend unbekannte Thema informiert werden.

 

Dauer der Ausstellung: 24.10.08 - 31.10.08

Eintritt frei


Mittwoch, 05. November 2008, 19.00 Uhr

 

Buchvorstellung


Ullrich Wannhoff


Der weite Weg nach Fernost – Spurensuche auf Kamtschatka
Kahl Verlag, Dresden 2008

 

Nebel am Dvuchjurtoschnoe Ozero (Zweitöchter See) im nördlichen Teil Zentralkamtschatka

 

Moderation: Frank Möller, Journalist, Historiker, Germanist

Ullrich Wannhoff bereist Kamtschatka, die Beringinsel und Alaska seit 1991 nicht als Journalist, sondern als Künstler, Fotograph und Naturforscher. Das hat zu zahlreichen Langzeitaufenthalten geführt, in deren Verlauf er immer wieder in entlegentsten Gebieten bei den Naturvölkern gelebt hat. Die Perspektive, die ihm dadurch auf den „Fernen Osten“ ermöglichst wurde, ist einzigartig.

Der Künstler, Maler und Grafiker, Ullrich Wannhoff, geb. 1952 in Aue, war in der DDR 18 Jahre Heizer und arbeitete als Maschinist in einer Umformerstation an der TU Dresden. Diese Nische erlaubte ihm ein Fernhalten von damaligen gesellschaftlichen und sozialistischen Tätigkeiten, bis einer der Dozenten auf ihn aufmerksam wurde und ihm das Angebot unterbreitete, künstlerischer Leiter an der TU Dresden zu werden. Diese Tätigkeit währte aber nur drei Jahre (1981-1984), bis man ihm den Zirkel verbot.

Der Autor lebt heute in Berlin.

Ullrich Wannhoff wird von seinen Reisen berichten und sie durch eigene Bilder entsprechend illustrieren. Dabei wird ein Schwerpunkt auch auf der deutsch-russischen Forschungsgeschichte liegen.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes


Dienstag, 18. November 2008, 19.00 Uhr

Die Situation der Zivilgesellschaft in Russland mit dem neuen Präsidenten und
nach dem Krieg mit Georgien


Gespräch mit Swetlana Gannuschkina

Moderation: Dr. Elisabeth Weber, LKF
Übersetzung: Bernhard Clasen

Bernhard Clasen arbeitet seit den 90er Jahren mit Menschenrechtlern im postsowjetischen Raum.

Swetlana Gannuschkina vertritt die russischen Menschenrechtsorganisationen „Memorial“ und das Komitee „Bürgerbeteiligung“. Sie arbeitet zu den kriegerischen Konflikten in der ehemaligen Sowjetunion. Als Vorsitzende des „Komitees Bürgerbeteiligung“ gilt sie als eine der wichtigsten russischen Flüchtlingsexpertinnen. Mehrfach hat sie Armenien, Aserbeidschan, Georgien, Tschetschenien, Dagestan, Ossetien, Inguschetien und Nordossetien bereist. Im Oktober d.J. hat sie sich in Südossetien ein Bild von der Lage vor Ort gemacht.

Frau Gannuschkina war Mitglied im Menschenrechtsrat von Präsident Putin, erhielt 2003 den Menschenrechtspreis von Amnesty International (Deutsche Sektion) und am 20. Juni 2004 den mit 100.000$ dotierten Nansen-Preis des Flüchtlingshilfswerkes der UNO. Mit einem russlandweiten Beratungsnetzwerk hat sie ein regierungsunabhängiges Netzwerk aufgebaut, das Flüchtlingen in ganz Russland Beratung und Unterstützung anbietet. Sie ist eine von 1000 für den Friedensnobelpreis 2005 vorgeschlagenen Frauen.
http://1000peacewomen.org/ )

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes



Freitag, 28. November 2008, 19.00 Uhr

Georgien - 5 Jahre nach der Rosenrevolution – 3 Monate nach dem Krieg -
was sollten wir wissen?


Walter Kaufmann, ehem. Leiter des Regionalbüros Südkaukasus der Heinrich-Böll-Stiftung in Tbilissi/Tiflis/Georgien
berichtet über seine Erfahrungen in Georgien von 2003 bis Juli 2008, über die innenpolitische Entwicklung und die Zuspitzung der Konflikte.

Moderation: Dr. Elisabeth Weber, LKF

Walter Kaufmann, geb.1966, ist Osteuropahistoriker und Slavist. 1995 - 2002 war er Osteuropa-Referent der Heinrich-Böll-Stiftung, von 2003 bis Juli 2008 Leiter des Regionalbüros Südkaukasus der Heinrich-Böll-Stiftung in Tbilisi/Tiflis/Georgien.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes



Montag, 01. Dezember 2008, 19.00 Uhr

 

Buchvorstellung


Der Verräter, Stalin, bist Du!

Dr. Bernhard H. Bayerlein, Autor des Buches
„Der Verräter, Stalin, bist Du!
Vom Ende der linken Solidarität 1939-1941“

Aufbau Verlag, Berlin 2008

im Gespräch mit: Dr. Gerd Koenen

und dem Zeitzeugen und Autor eines Beitrags,
Prof. Wolfgang Leonhard - angefragt

„Der Verräter, Stalin, bist Du!“: Dieser Aufschrei von Willi Münzenberg, einem der von Goebbels und Hitler meistgehassten antifaschistischen Aktivisten, versinnbildlicht den Bruch mit Antifaschismus und Solidarität durch die Sowjetunion in den Jahren 1939-1941. In Deutschland weitgehend unbekannte Dokumente, Kommentare und eine Chronik von Bernhard H. Bayerlein sowie Erinnerungen von Zeitzeugen wie Wolfgang Leonhard belegen: Die offizielle Freundschaft zwischen Hitlerdeutschland und der Sowjetunion zwang im September 1939 die kommunistische Bewegung zur Absage an Internationalismus und Antifaschismus. Stalins wahnwitzige Doppelstrategie – willkürliche Neuaufteilung der Welt mit dem verbrecherischen Hitlerregime und Instrumentalisierung der kommunistischen Parteien für seine Ziele – und ihr Scheitern werden systematisch rekonstruiert: Nach Ausrufung des „Großen Vaterländischen Krieges“ mobilisierte eine neue Symbiose von Sowjet-Patriotismus und Antifaschismus weltweit Kräfte zur Verteidigung. Widerstand und Heroismus im Kampf gegen Hitler machten den „Verrat an der eigenen Sache“ (Walter Benjamin) allerdings nicht ungeschehen.

Dr. Bernhard H. Bayerlein, Historiker und Romanist, Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES), Autor historischer und iberischer Studien, Herausgeber internationaler Editionen, u.a. „Archives de Jules Humbert-Droz“ (Amsterdam – Boston – Zürich 1983 – 2001); „Georgi Dimitroff: Tagebücher“ (Berlin 2000); „Télégrammes chiffrés du Komintern“ (Paris 2003); „Deutscher Oktober 1923. Ein Revolutionsplan und sein Scheitern“ (Berlin 2003), Mitherausgeber des Jahrbuchs für Historische Kommunismus-Forschung (Berlin).

Prof. Wolfgang Leonhard, geb. 1921, Historiker, Ostexperte, Publizist; kam 1935 mit seiner Mutter in die Sowjetunion, nach Ausbildung an der Kominternschule seit 1943 Mitwirkung im Nationalkomitee „Freies Deutschland“ , traf im Mai 1945 mit der „Gruppe Ulbricht“ in Berlin ein, dort im Propaganda-Apparat der Partei tätig bis zur Flucht nach Jugoslawien im März 1949. Sein Erlebnisbericht „Die Revolution entlässt ihre Kinder“ (1955) wurde ein Bestseller.

Dr. Gerd Koenen, Historiker und freier Publizist. Neben seinen jüngsten Büchern zur Neuen Linken („Das rote Jahrzehnt“ und „Vesper, Ensslin, Baader“) publizierte er in den neunziger Jahren eine Reihe von Arbeiten zur Geschichte des Kommunismus (wie „Die großen Gesänge“ und „Utopie der Säuberung“). 1993-1997 war Koenen Mitarbeiter Lew Kopelews am Wuppertaler Projekt der „West-östlichen Spiegelungen“. Daraus entstanden der Sammelband: Gerd Koenen/Lew Kopelew (Hrsg.): „Deutschland und die russische Revolution 1917-1924“ (München1998) und „Der Russland-Komplex“ sowie „Die Deutschen und der Osten 1900-1945“, wofür er mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2007 ausgezeichnet wurde. Seit April 2008 ist Gerd Koenen Senior Fellow am neugegründeten „Freiburger Institute for Advanced Studies“ (FRIAS) mit einem Projekt zur vergleichenden Geschichte des Kommunismus im. 20 Jh.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes


Freitag, 05. Dezember 2008, 17.00 Uhr

Eröffnung der Nacht der Menschenrechte

Wo steht Belarus heute und warum?

Über die Frage diskutieren:

Priv.-Doz. Dr. Tanja Penter (Köln), Humboldt-Universität Berlin sowie Geschäftsführerin des Projektes zur Geschichte der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) und ihrer Partnerorganisationen am Lehrstuhl für Zeitgeschichte der Ruhr-Universität Bochum;

Stefanie Schiffer (Berlin), Europäischer Austausch e.V., Geschäftsführerin des Europäischen Austauschs gGmbH, Vorstand im „Menschenrechte in Weißrussland“ e.V.

Natalia Krieger (Köln), Politikiwissenschaftlerin, OSZE-Wahlbeobachterin in Belarus. Senior Experten Service Bonn, Abteilung Europa-Ost. 2006 - 2007 Mitarbeiterin am Bonn International Center for Conversion (BICC); Mitglied bei Amnesty International Deutschland; 2002 Management der Russia Campaign für das Nationalbüro von Amnesty International in Pretoria, Südafrika; 2006 - 2007 in der ai-Gruppe der Uni Bonn zu Belarus-Thematik aktiv

Moderation: Dr. Diana Siebert, Belarus-Historikerin


Auch nach den Wahlen vom 28. September sitzen ausschließlich Parteigänger von Präsident Lukaschenka im weißrussischen Parlament. Doch der „letzte Diktator Europas“ bemüht sich zunehmend um Imageverbesserung in Sachen Menschenrechte. Oppositionskandidaten bekamen sogar Sendezeit im Staatsfernsehen. Aber niemand von ihnen ist gewählt worden.
Einheimische wie OSZE-Wahlbeobachter stellten klar: Die Wahlen waren nicht fair und genügten nicht den Europäischen Standards. War die Zulassung der Opposition zu den Wahlen also ein Spektakel der Machthaber? Oder kann Lukaschenko nun trotzdem eine Lockerung westlicher Sanktionen erwarten? Soll sich die Opposition in dieser Lage neu ausrichten, und wenn ja, wie?

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes

 

 

Samstag, 06. Dezember 2008, 17.00 Uhr

 

Kammerkonzert

 

Konzerte der Anton-Rubinstein-Akademie im LKF

Kammerkonzert im Rahmen des Konzertexamens

Lin Lin Klavier
Franziska Hösli Gesang (Mezzosopran)

Im Programm Lieder von
Mozart, Mendelssohn, Liszt und Brahms

Franziska Hösli, in der Schweiz geboren und aufgewachsen, studierte nach einer Ausbildung zur Grundschullehrerin an der Musikhochschule in Basel Gesang bei Professorin Verena Schweizer. Anschliessend setzte sie ihr Studium an der Musikhochschule Köln bei Prof. Reinhard Leisenheimer fort, das sie im Sommer 2006 mit Auszeichnung abschloss. Im Moment absolviert sie ihr Konzertexamensstudium bei Prof. Jan-Hendrik Rootering an der Folkwanghochschule in Essen. Die junge Sängerin nahm an diversen Meisterkursen teil, u.a. bei Elisabeth Glauser und Kurt Widmer.

Als Solistin ist sie in Messen und Oratorien sowie Liederabenden und Konzerten im In- und Ausland zu hören.

Franziska Hösli hat auch schon an verschiedenen Opernproduktionen teilgenommen (W.A. Mozart: „Die Zauberflöte“ als 2. und 3. Dame, „Die Hochzeit des Figaro“ als Cherubino, „Così fan tutte“ als Dorabella, E. Humperdinck: „Hänsel und Gretel“ als Hänsel, G. Verdi: „Falstaff“ als Meg Page u.a.), sowohl hochschulintern als auch in Produktionen des Aalto Theaters Essen, des Stadttheaters Basel, der Theater Solingen und Remscheid, der Jungen Kammeroper Köln, des Théatre National de Luxembourg, sowie an den Ruhrfestspielen Recklinghausen.

Lin Lin, in der chinesischen Hauptstadt Peking geboren, begann bereits im Alter von sieben Jahren Klavier zu spielen. Zwei Jahre später lernte sie an einer musikalischen Grundschule in Peking und wechselte für ihre weiterführende Ausbildung, als „Jungstudentin“, in die Klasse von Frau Professor Wu Yann an die Musikhochschule Peking. In dieser Zeit wurde sie Preisträgerin eines Musikwettbewerbes in China. Ihre Ausbildung fortfahrend bewarb sie sich 1997 um einen Studienplatz in Deutschland, an der Essener Folkwang-Hochschule in der Klasse von Frau Alla Blatow, und wurde angenommen. Nach zweijähriger musikalischer Ausbildung in Essen wechselte sie im Februar 1999 in die Klasse von Frau Professor Chen Pi-Hsien an die Musikhochschule Köln, wo sie im Juli 2003 ihr künstlerisches Diplom mit Auszeichnung erhielt. Seit 2004 studiert Frau Lin Lin Liedbegleitung in Köln in der Klasse von Prof. Jürgen Glauß.

An der Anton Rubinstein Akademie studiert sie erneut in der Meisterklasse von Alla Blatow. Die junge Pianistin nahm an vielen Meisterkursen teil, u. a. bei Dmitri Bashkirov, Vladimir Krainev, Leonid Gakkel, Vasili Lobanov und Irina Edelstein.

Lin Lin ist Preisträgerin des „Concours International de Piano“ in Gaillard, Frankreich. Sie gibt Konzerte im Rahmen der „Yehudi Menuhin Fondation“ und ist musikalische Leiterin der „Kleine Zauberflöte“ von Mozart in der Jungen Kammeroper Köln.

Eintritt: 7,50 €, für Mitglieder des Lew Kopelew Forums und des Vereins Freunde und Förderer der Anton Rubinstein Akademie e.V. ist der Eintritt frei. Spenden sind willkommen.

 

 

Montag, 08. Dezember 2008, 19.00 Uhr

 

Die Ukraine, Russland und die Zukunft Europas

Mykola Rjabtschuk, einer der profiliertesten und vielseitigsten Publizisten in Kiew

im Gespräch mit
Prof. Dr. Gerhard Simon, Köln

Übersetzung aus dem Ukrainischen:
Dr. des. Dmytro Myeshkov, Historiker, Universität Düsseldorf

Wieder hat die politische Krise die Ukraine fest im Griff. Die bisherige orange Koalition ist zerfallen und die Regierung verfügt im Parlament nicht mehr über eine Mehrheit. Neuwahlen scheinen unabwendbar, wurden aber fürs Erste verschoben.

Über den Krisenmeldungen gehen manche positiven Entwicklungen in der Wahrnehmung verloren: Die Ukraine ist das einzige Land im GUS-Raum, wo seit Dezember 2004 faire und freie Wahlen stattgefunden haben, es besteht Pressefreiheit und es gibt eine starke Opposition. Das Land ist zwar nicht stabil, aber frei. Die Architektur Europas hängt in erheblichem Maß von diesem mit Abstand größten Land in Ostmitteleuropa ab. Deshalb ist die Ukraine für uns von zentraler Bedeutung. Die EU darf ihre Ukraine-Politik nicht durch das Moskauer Prisma konzipieren. Mykola Rjabtschuk wird über die innenpolitische Lage und über die Ukraine im Spannungsfeld zwischen der EU und Russland sprechen. Er ist bei uns insbesondere durch sein Buch „Die reale und die imaginierte Ukraine“, Suhrkamp Verlag Frankfurt 2005, bekannt geworden.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes



Donnerstag, 11. Dezember 2008

 

Gedenkveranstaltung


Düsseldorfer Kooperations-Veranstaltung zum Gedenken an
Alexander Solschenizyn

Veranstalter:
Deutsche Gesellschaft f.Osteuropakunde (DGO),
Gerhart-Hauptmann-Haus Düsseldorf, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Lew Kopelew Forum

Vormittagsprogramm:


Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf,
Universitätsstrasse 1,
40225 Düsseldorf,
Geb. 23. 21, Ebene 00, R. 46 A

10.00 Uhr: Dr. Karla Hielscher (München): Ein großer Unzeitgemäßer. Zur politischen Wirkung Alexander Solschenizyns

11.30 Uhr: Dr. Ulrich Schiller (Köln): Alexander Solschenizyn und Lew Kopelew – eine schwierige Freundschaft

Eintritt frei

Abendprogramm:


Gerhart-Hauptmann-Haus,
Bismarckstr. 90,
40210 Düsseldorf (unmittelbar am Hauptbahnhof)

19.00 Uhr: Bernt Hahn liest aus Werken von Alexander Solschenizyn

Eintritt frei


Freitag, 12. Dezember 2008, 19.00 Uhr

 

2. Abend in der Reihe


Von den unbekannten Mühen bekannter Übersetzer


„Puschkin auf Deutsch – unmöglich?“
Aus den Erfahrungen eines literarischen Übersetzers

Prof. Dr. Rolf-Dietrich Keil im Gespräch mit Klaus Bednarz

Porf. Dr. Rolf-Dietrich Keil wurde 1923 in Berlin geboren, seit 1940 Soldat, von 1945 bis 1950 in sowjetischer Gefangenschaft, von 1950 bis 1954 Slavistik-Studium in Bonn, 1955 Adenauers Konferenzdolmetscher in Moskau, seit 1955 als Dozent und Prof. u.a. an den Universitäten Hamburg und Bonn tätig, von 1987 bis 2003 Vorsitzender der Deutschen Puschkin-Gesellschaft; seit 2000 Ehrendoktor der Russischen Akademie der Wissenschaften; 1995 mit der Puschkin-Medaille der Internationalen Assoziation der Lehrer der russischen Sprache und Literatur ausgezeichnet.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes



Mittwoch, 17. Dezember 2008, 19.00 Uhr

 

Ausstellungseröffnung


Neueste Aquarelle und Ölbilder von Maria Leonene-Kopelew

 

 

Eröffnung und Moderation: Dr. Rupert Neudeck

 

Lange erwartete neueste Bilder der Künstlerin

Maria Leonene-Kopelew, geb. 1932 in Berlin; 1936 Übersiedlung nach Moskau; Studium der Architektur in Moskau; Tätigkeit als Architektin; 1970-1973 Lehrtätigkeit als Grafiklehrerin an der Grafik-Fakultät der Hochschule für Pädagogik, 1991 Übersiedlung nach Australien und 1994 nach Köln; in zweiter Ehe verheiratet mit Lew Kopelew.

Eintritt frei

Dauer der Ausstellung:
Do., 18. Dezember 2008 – Fr., 09. Januar 2009

Öffnungszeiten:
Di.- Fr., 13.00 – 17.00 Uhr,
nach dem 22.12.08 nach Vereinbarung

Kontakt

Lew Kopelew Forum
Neumarkt 18a
50667 Köln


Tel. (0221) 2 57 67 67
Fax. (0221) 2 57 67 68
info@351c409a4dee42228ebc18e011fa2be3kopelew-forum.de  

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