Veranstaltungen 2009
 

Donnerstag, 22. Januar 2009, 19.00 Uhr

Vortrag von

Prof. Michail Ryklin,
russischem Philosophen und Preisträger des Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung

„Russland: Macht und Kultur“

Einführung: Prof. Dr. Angelika Nußberger, M.A.
Direktorin des Instituts für Ostrecht der Universität zu Köln

Mitveranstalter: Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO), Institut für Ostrecht der Universität zu Köln

„Ich bin Philosoph und ich schreibe nicht nur für meine Landsleute und Russlandspezialisten, sondern für ein interessiertes Lesepublikum sowohl in meiner Heimat als auch in anderen Ländern“ – sagte Michail Ryklin in seiner Dankesrede, als er im Mai 2007 mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung für sein Buch „Mit dem Recht des Stärkeren. Russische Kultur in Zeiten der ,gelenkten' Demokratie“ geehrt wurde. Sein Betätigungsfeld ist jedoch viel breiter: Er ist Philosoph, Übersetzer, Herausgeber, Forscher, Korrespondent und Publizist, gehört zu den renommiertesten Wissenschaftlern Russlands und setzt sich besonders für den philosophischen Dialog mit Westeuropa ein. Er übersetzte und gab heraus u.a. Texte von Gilles Deleuze, Jacques Derrida, Michel Foucault, Claude Lévi-Strauss und Theodor W. Adorno. 1997 edierte er die erste russische Ausgabe des „Moskauer Tagebuchs“ von Walter Benjamin heraus. Internationale Bekanntheit erlangte er durch seine Bücher über Michail Bachtin und Fjodor Dostojewskij.

In den 1990er Jahren hatte er Gastprofessuren in Amerika und England inne und arbeitete am Seminar Jacques Derridas an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris. Er ist Mitglied der New Yorker Akademie der Wissenschaften und seit 1995 Korrespondent der europäischen Kulturzeitschrift „Lettre International“. Zur Zeit ist Michail Ryklin Professor am Institut für Philosophie der Moskauer Akademie der Wissenschaften und Leiter des Fachbereichs „Philosophische Anthropologie“. Er lebt in Moskau.

Eintritt frei


Freitag, 23. Januar 2009, 19.00 Uhr

Klavierkonzert in der Reihe

Konzerte der Anton-Rubinstein-Akademie im LKF

Daria Tschaikowskaja
spielt die Sonate D-Dur KV 311 von Mozart
und die Klaviersonate Nr. 18 Es-Dur op. 31 Nr. 3 von Beethoven

Tanja Eichmann
spielt Mozart, Beethoven, Debussy, Ravel, Takemitsu, Chopin


Gleich drei Mal hat Tanja Eichmann erste Preise beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ gewonnen, auch aus den Klavierwettbewerben in Ibiza, Spanien (2001) und Caltanissetta/Italien(2006) ging sie als Siegerin hervor.

Daria Tschaikowskaja, die aus einer Moskauer Musikerfamilie stammt, im Alter von sechs Jahren mit dem Klavierspiel begann, 1993 als Jungstudentin an die Lübecker Musikhochschule kam, 1998 an die Musikhochschule Hannover wechselte und derzeit an der Hochschule für Musik Köln in der Meisterklasse von Prof. Arbo Valdma studiert, lässt überall aufhorchen. Bei den großen Musikfestivals in Cannes, Schleswig-Holstein oder Bergen ebenso wie in einem Euregio-Konzert im niederländischen Oldenzaal.

1996 gewann sie den 1. Preis beim Internationalen Steinway Klavierwettbewerb in Hamburg und wurde Stipendiatin der Oscar-und-Vera-Ritter-Stiftung. 1998 nahm Prof. Wladimir Krajnew Daria in seine Meisterklasse an der Musik- und Theaterhochschule Hannover auf. 1999 erhielt sie ein Stipendium der Kunst- und Kultur Stiftung NRW. 2003 setzte Daria ihr Studium an der Accademia Pianistica Imola, Italien fort, wo Prof. Boris Petruschanskij ihr Lehrer wurde. Im selben Jahr wurde sie 2. Preisträgerin beim Internationalen Klavierwettbewerb Gorizia, Italien.
Sie gibt regelmäßig Solorecitales im In- und Ausland.

Tanja Eichmann erhielt ihren ersten Klavierunterricht im Alter von sieben Jahren bei Ludmilla Woronina. Bereits ein Jahr später gab sie ihr erstes öffentliches Solokonzert. Während des Wirkens an der Rheinischen Musikschule gewann sie zahlreiche Preise bei „Jugend musiziert“, sowohl als Solistin als auch in den Kategorien Kammermusik und Begleitung. Nach ihrem Abitur am Humboldt–Gymnasium in Köln, wurde sie 2002 in die Meisterklasse von Prof. Karin Merle aufgenommen. Als Ergänzung zum Studium nahm sie mehrfach an Meisterkursen bei Prof. Pavel Gililov, Igor Shukov und Prof. Hans Leygraf teil. Sie war Stipendiatin der „Christel – Guthörle Stiftung“ und trat in Konzertsälen wie „Mozarteum“, Bayer Kulturforum sowie im Rahmen des Klavierfestivals Ruhr u.a. auf. Zurzeit studiert sie Hauptfach Klavier in der Meisterklasse von Prof. Pavel Gililov in Köln.

Eintritt: 7,50 €; für Mitglieder des Lew Kopelew Forums und des Vereins Freunde und Förderer der Anton Rubinstein Akademie e.V. ist der Eintritt frei. Spenden sind willkommen.


Donnerstag, 29. Januar 2009, 19.00 Uhr

 

Zum Gedenken an Alexander Solshenizyn

Alexander Solshenizyn (1918-2008)
Autor - Dissident – Moralist - autoritärer Menschenrechtler

Die Konflikte um Solshenizyn: Lew Kopelew und eine schwierige Freundschaft

Vortrag von Dr. Ulrich Schiller

Bernt Hahn liest aus den Werken Alexander Solshenizyns

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturamtes der Stadt Köln

Kaum ein anderer Mensch aus dem real existierenden Sozialismus hat mit der Schilderung des GULAGsystems solch breite westliche Öffentlichkeit erreicht wie Alexander Solshenizyn. Insofern kann sein Verdienst in dieser Hinsicht nicht hoch genug eingeschätzt werden. Seine höchst eigenwilligen politischen und historischen Ansichten sind jedoch sehr umstritten.

Alexander Solshenizyn wurde am 11. Dezember 1918 als Sohn eines kosakischen Landbesitzers geboren. Nach einem Studium der Mathematik, Physik, und Geschichte an der Universität Rostow diente er ab 1941 in der sowjetischen Armee. Seine Erlebnisse als Offizier während der Einnahme Ostpreußens schrieb er in Gedichtform im Band Ostpreußische Nächte nieder. 1945 wurde Solshenizyn wegen Stalin-kritischer Äußerungen zu acht Jahren Lagerhaft verurteilt. 1957 rehabilitiert widmete er sich der schriftstellerischen Tätigkeit. Mit der Erzählung „Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch“ erschien 1962 zum ersten Mal eine Auseinandersetzung mit dem sowjetischen Lagersystem in der Literaturzeitschrift „Nowij Nowyj mir“. 1969 wurde er wegen seiner öffentlichen Kritik an der Zensur aus dem sowjetischen Schriftstellerverband ausgeschlossen. Seitdem erschienen einige seiner Werke im „Samisdat“ und im Ausland.

1970 erhielt Solshenizyn den Nobelpreis für Literatur, den er in mit der Befürchtung, anschließend nicht mehr in die Sowjetunion zurückkehren zu dürfen, nicht persönlich entgegennahm. 1974 wurde er aus der Sowjetunion ausgebürgert und verbrachte die nächsten 20 Jahre im Exil, zunächst in der Schweiz, danach in den USA. 1994 kehrte er nach Russland zurück, wo ihm 2007 der Staatspreis der Russischen Föderation vom Präsidenten Wladimir Putin verliehen wurde. Alexander Solshenizyn starb im August 2008. Wichtigste literarische Werke: Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch (1962), Der erste Kreis der Hölle (1968), Krebsstation (1968), Der Archipel Gulag (1973-1976), Das rote Rad (1971-1991).

Dr. Ulrich Schiller hat als Auslandskorrespondent drei Jahrzehnte lang über Brennpunkte des Kalten Krieges für ARD und DIE ZEIT berichtet, unter anderem aus Jugoslawien, aus der Sowjetunion nach dem Sturz von Chruschtschows und aus den USA. Buchpublikationen: „Zwischen Moskau und Jakutsk. Die Sowjetunion im Wettlauf gegen die Zeit“ (1970) und „Macht außer Kontrolle. Geheime Weltpolitik von Chruschtschow bis Busch“ (2003).

Bernt Hahn ist freiberuflicher Schauspieler und Sprecher. Zu seinen zahlreichen Hörbüchern gehören Texte von Marcel Proust, Alexander Puschkin, Joseph Roth und Bruno Schulz.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes

 

 

Mittwoch, 04. Februar 2008, 19.00 Uhr

 

Pandrioszka

Autorenlesung und Diskussion über Russland heute

Krystyna Kurczab-Redlich im Gespräch mit Huber Wohlan (Deutsche Welle)

Mitveranstalter: Polnisches Institut Düsseldorf

Grußwort: Anna Brzozowska, Dirketorin des Polnischen Instituts Düsseldorf

Lesung: Ralf Peters

Krystyna Kurczab-Redlich, Journalistin und langjährige Russland-Korrespondentin, lebte mehrere Jahre in Russland und arbeitete u.a. für die polnische Presse und das Polnische Fernsehen. 1997 reiste sie nach Tschetschenien und kehrte später noch mehrmals dorthin zurück. Von ihren Erfahrungen und Eindrücken berichtete sie in zahlreichen Artikeln und Dokumentarfilmen sowie in den Büchern „Pandrioszka“ und „Mit dem Kopf gegen die Kremlmauer“.
Frau Kurczab-Redlich wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Preis des Polnischen Journalistenverbandes, dem Amnesty-International-Preis und dem Melchior-Wańkowicz-Preis. Sie ist eine von 1000 für den Friedensnobelpreis 2005 vorgeschlagenen Frauen.
Ihre Bücher zeigen ein faszinierendes und zugleich erschütterndes Gesamtbild vom Russland der letzten 20 Jahre: „Pandrioszka“ (Pandoras Büchse in der russischen Puppe Matrioschka) ist eine scharfsinnige Beobachtung des Sitten-, Gesellschafts- und Politikwandels, der sich in den 90er Jahren in Russland vollzogen hat. In „Mit dem Kopf gegen die Kremlmauer“ vervollständigt sich das Bild. Die Autorin bricht mit den Klischees von Russland als Bedrohung für ganz Westeuropa und von Tschetschenien als Terroristenland. Sie analysiert Putins Machtsystem, zeigt eindringlich das Problem der Menschenrechtsverletzungen auf und stellt schwierige Fragen, z.B. zu den Hintergründen und Drahtziehern der terroristischen Anschläge im Moskauer Musiktheater Nord-Ost und der Schule in Beslan.
Überzeugend ist dieser Bericht deshalb, weil er durch das eigene Leben der Autorin belegt ist, gestützt auf Beispiele aus dem Alltag und Zahlenmaterial aus verlässlichen Studien und Statistiken. Dies alles macht ihre Reportagen zu einer der vollständigsten Darstellungen des heutigen Russland in all seinen Facetten.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes

 

 

Montag, 09. Februar 2008, 20.00 Uhr

 

Buchvorstellung im Literatur-Haus Köln, Schönhauserstr. 8, 50968 Köln

 

Gerd Koenen


Die Traumpfade der Weltrevolution
Ein Buch über Che Guevara

Gerd Koenen unterzieht Che Guevara einer historischen Nachmusterung. Sein Buch führt in die Zeit der antikolonialen Befreiungsbewegungen, der atomaren Konfrontation zwischen Ost und West, des Auseinanderbrechens der kommunistischen Weltbewegung in den Sowjetblock und China, des apokalyptischen Weltkriegsunternehmens Guevaras („Schafft zwei, drei, viele Vietnams“), das 1968 zum Fixstern einer Neuen Linken wurde. Zum Beispiel für die deutsch-jüdische Guerillera Tamara Bunke alias „Tania“ aus Ostberlin, deren Teilnahme an Guevaras Bolivien-Operation einen aufschlussreichen „roten Faden“ deutscher Geschichte liefert. „Eine fesselnde Lektüre (...), die unter den zwei Dutzend Che-Biografien als die anspruchsvollste herausragt.“ (Süddeutsche Zeitung)

Veranstaltungspartner: Verlag Kiepenheuer & Witsch

UKB: 7,00 € / 5,00 € / 4,00 €


Mittwoch, 18. Februar 2008, 19.00 Uhr

Oppositioneller Journalismus in Belarus – wie sind die konkreten Arbeitsbedingungen?

Liubou Luniova, Minsk/Belarus, Journalistin bei Radio Svaboda

 

m Gespräch mit Dr. Diana Siebert, Köln, Belarus-Historikerin

in Zusammenarbeit mit Europäischer Austausch gGmbH

Mit freundlicher Unterstützung der DGO und der Robert Bosch Stiftung

Übersetzung aus dem Russischen: Nadja Simon

Es existieren häufig diffuse Vorstellungen über die journalistische Tätigkeit in Belarus. Liubou Luniova wird von ihrem Alltag als Radioreporterin, von den Arbeitsbedingungen von Journalistinnen und Journalisten, von der Wirkungsmächtigkeit (oder - ohnmacht?) des oppositionellen Journalismus berichten und Fragen beantworten, wie etwa: Wie reagieren Interviewpartner, wenn sie hören, dass sie von einem oppositionellen Sender befragt werden? In welcher Sprache hat Journalismus mehr Chancen - auf Russisch oder Belarussisch? Können Journalisten und ihre Medien das nichtstaatliche kollektive Gedächtnis widerspiegeln?
Liubou Luniova (Bujanowa), geb. 29.01.1959, absolvierte die Staatliche Belarussische Universität und arbeitete dort anschließend an der Historischen Fakultät. 1997 wurde sie auf der sog. „schwarzen Liste“ der Hochschullehrer der geisteswissenschaftlichen Fakultäten geführt, die kritische, der Regierung Lukaschenko gegenüber illoyale Äußerungen zugelassen haben. Seit 1998 arbeitet sie als Journalistin im Radiosender „Radio Svoboda“ mit Themenschwerpunkt Menschenrechte. Preise: Nationalpreis 2000 für Engagement und Objektivität. 2005 Preis des „Dmitrij-Zavadski“-TV-Senders OPT (dt.: ORT) für Mut und Professionalität. 2007 Auszeichnung als „Bester Reporter des Jahres“. Frau Luniova wurden zahlreiche Diplome von Jugendorganisationen, darunter eins für die Verteidigung des Humanistischen Jakub-Kolas-Gymnasiums, zuerkannt. Sie lebt in Minsk, ist Mitglied der Belarussischen Journalisten-Vereinigung.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes


Einen Tag vorher, am 17. Februar 2008, spricht Frau Luniova in Berlin: Oppositioneller Journalismus in Belarus
Liubou Luniova im Gepräch mit Ingo Petz, Autor und Journalist. Moderation: Stefanie Schiffer , Europäischer Austausch gGmbH
Übersetzung: Hartmut Schröder 17.02.2009, 19:00 Uhr
Ort: Club der polnischen Versager, Ackerstrasse 170, U-Bahn Rosenthaler Strasse in Berlin-Mitte

 

 

Montag, 02. März 2009, 19.30 Uhr

 

Abend im Gemeindesaal der Evangelischen Kirchengemeinde Lindenthalgürtel 30 (Gartenhaus)

 

Ein Lied für meinen Vater


Ella Milch-Sheriff & Ingeborg Prior stellen ihr Buch vor.

Mitveranstalter: Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit

Auf der Suche nach dem Geheimnis ihres Vaters entdeckt eine Frau die Liebe zur Musik. Die ergreifende Lebensgeschichte der bekannten israelischen Komponistin Ella Milch-Sheriff spiegelt zugleich auch die Geschichte einer ganzen Generation und die eines jungen Staates. Lebendig und einfühlsam schildert sie die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und Israels schwierigen Weg zu einer neuen Identität.

Ella Milch-Sheriff, geb. 1954 in Haifa, begann bereits mit zwölf Jahren zu komponieren. Sie studierte Komposition und Gesang an der Rubin Academy of Music in Tel Aviv, wobei sie sich vor allem den Komponisten des zwanzigsten Jahrhunderts widmete. Sie lebt mit ihrer Familie in Israel. Intensiv setzt sie sich in einer ihrer ersten Kompositionen, inspiriert durch die eigene Familiengeschichte, musikalisch mit der Shoa auseinander. Ihre Kantate „Can Heaven Be Void?“ basiert auf dem Tagebuch ihres Vaters, des Arztes Baruch Milch, der darin das dramatische Schicksal seiner aus Polen stammenden Familie während des 2. Weltkriegs beschreibt. Dieses Werk, das im März 2003 in Israel uraufgeführt wurde, gehört zu den erfolgreichsten Kompositionen Ella Milch-Sheriffs und wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Im November 2003 hatte die deutsche Fassung („Ist der Himmel leer?“) seine Premiere mit dem Berliner Sinfonieorchester. 2004 wurde die Kantate ein weiteres Mal in Deutschland und in den USA aufgeführt.
Ella Milch-Sheriff erhielt 2005 den renommierten „Israeli Prime-Minister Prize“ für ihr kompositorisches Werk und noch im selben Jahr den „Rosenblume Prize“ für ihre Oper „And The Rat Laughed“, die auf einem Buch von Nava Semel basiert.

Ingeborg Prior schrieb viele Jahre als freiberufliche Journalistin für verschiedene Print-Medien. 1997 erschien ihr erstes Buch „Der Clown und die Zirkusreiterin - Eine verbotene Liebe in Nazi-Deutschland“, 2001 „Die geraubten Bilder - Die abenteuerliche Geschichte der Sophie Lissitzky-Küppers und ihrer Kunstsammlung“ (seit 2006 auch als Taschenbuch mit dem Titel „Sophies Vermächtnis - Das tragische Schicksal einer Deutschen in sibirischer Verbannung“). Sie lebt und arbeitet seit 1960 in Köln.

Eintritt: 5,00€ /2,00 €


Montag, 09. März 2009, 20.00 Uhr


Abend im Literatur-Haus Köln, Schönhauserstr. 8

Buchpremiere

 

„Ferne und Nähe“

Klaus Bednarz erzählt aus seinem Journalistenleben

Veranstaltungspartner: Rowohlt Verlag

Mit seinen Reportagen und Kommentaren hat er oft genug Aufsehen erregt, Anstöße gegeben, Maßstäbe gesetzt. Seine faszinierenden Filme und Bücher haben ein Millionenpublikum begeistert. Nun zieht Klaus Bednarz Bilanz aus mehr als drei Jahrzehnten journalistischer Arbeit. Sein Buch „Ferne und Nähe“ zeigt ihn als unbestechlichen Aufklärer und Mahner, als Vermittler vor allem zwischen Ost und West, als großartigen Reiseschriftsteller, aber auch als einen Freund der Dichter und Denker und als Liebhaber der leisen Töne. Entlang der Beiträge von „Ferne und Nähe“ erinnert sich Klaus Bednarz an diesem Abend an Begegnungen und Gespräche mit Politikern wie Willy Brandt und Michail Gorbatschow, mit Intellektuellen wie Heinrich Böll, Lew Kopelew, Georg Lukacs, Robert Jungk und Andrej Sacharow.

Eintritt: 7,00 € / 5,00 € / 4,00 €


Mittwoch, 11. März 2009, 19.00 Uhr

 

Übersetzer-Reihe


„Nachdichten ist ein vom Original inspirierter neuer Schöpfungsakt“

Leonhard Kossuth
Herausgeber, Übersetzer, Publizist

spricht über seine Erfahrungen als Nachdichter russischer Poesie (Gedichte von Lermontow, Jessenin, Majakowski, Simonow, Okudshawa und anderen) sowie über den hierzulande bisher unbekannten kasachischen Nationaldichter Abai (1845-1904), dessen Poesie er in Interlinearübersetzungen für den deutschen Leser erschloss.

Der Kölner Önel-Verlag veröffentlichte 2007 in der Reihe „Kasachische Bibliothek“ den Band „Abai. Zwanzig Gedichte“; er enthält einen Essay von Leonhard Kossuth mit dem Titel „Mein Weg zu Abai und Probleme der Nachdichtung“. (Preis 9,80 €)

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes

 

 

Montag, 16. März 2009, 19.00 Uhr

 

Katja Petrowskaja

Lebenserfahrungen einer neuen Generation in zwei Kulturen, in Russland und in Deutschland

Katja Petrowskaja und Mascha Birger im Gespräch mit Elisabeth Weber

 

 

Katja Petrowskaja, geb. 1970 in Kiew, studierte in Tartu Literaturwissenschaft und Slawistik. In Moskau Promotion über „Die Poetik der Prosa Chodasjewitschs“. Arbeit in Kunstgalerien in Moskau, Forschungsaufenthalte in den USA, Journalistin in Moskau und in Kiew. 1999 aus Liebe zu Berlin nach Berlin mit einem deutschen Mann, der eigentlich in Moskau bleiben wollte. Sie lebt heute in Berlin, erzieht zwei Kinder und schreibt Artikel für ukrainische, russische und deutsche Medien.

Mascha Birger, geb. 1983 in Moskau, 1990 mit den Eltern Übersiedlung nach Deutschland ins Rheinland, Schule in Deutschland und zugleich Leben in einer russisch-dissidentischen Familie, studiert jetzt osteuropäische Geschichte in Köln.

 

 

Lew Kopelew liebte die russische und die deutsche Kultur, doch seine Erfahrungen mit Russland und mit Deutschland waren verbunden mit Krieg, Gulag, Ausbürgerung. Inzwischen gibt es eine neue Generation, die beide Kulturen kennt, sich beiden verbunden fühlt und ein Leben ohne Ausbürgerung und Mauer leben kann. Ihre anderen, neuen und zugleich sehr verschiedenen sowjetischen, postsowjetischen, westdeutschen und ostdeutschen Erfahrungen möchten wir kennen lernen und mit ihnen dikutieren.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes



Sonntag, 22. März 2009, 15.00 Uhr


Filmvorführung im LKF
im Rahmen der Woche des Ukrainischen Films

Dokumentarfilm


„Die Lebendigen“ - „Живі”
Ukraine, 2008.
Regie: Serhiy Bukowskij, 90 Min.

 

 

Produzent:
„Lystopad Film“-Production mit Unterstützung der Stiftung „Ukraine 3000“

Das Gespräch nach dem Film wird moderiert von
Prof. Gerhard Simon, Historiker, Köln

Übersetzung: Nadja Simon

Zum Inhalt: Interviews mit 28 Menschen, die als Kinder die große Hungersnot („Holodomor“) in der Ukraine 1932-33 überlebt haben sowie die Geschichte des britischen Journalisten Gareth Jones, dessen Reportagen über die Tragödie im Westen nicht beachtet wurden.

Die Filmwoche, veranstaltet von Ukrainian Cinema Foundation, der internationalen Handelsmarke Nemiroff und dem internationalen Festival „Molodist“, findet im Kölner Filmhaus, Maybachstr. 111, vom 20. bis zum 24. März statt.

Kurator der Woche des Ukrainischen Films: Schriftsteller Pavlo Alyeksyeyev-Arie.

Auf speziellen Wunsch des Publikums wird vom 17.03.09 - 26.03.09 erneut die Ausstellung


Die Hungeropfer - Der unbekannte Völkermord an den Ukrainern. Der 75. Jahrestag des Holodomor 1932-1933

präsentiert.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes



Sonntag, 29. März 2009, 11.00 Uhr


Verleihung des Lew Kopelew Preises
für Frieden und Menschenrechte 2009 an

Siegfried Lenz


in der Kassenhalle der
Kreissparkasse Köln,
Neumarkt 18

Geschlossene Veranstaltung mit gesonderten Einladungen

 

 

Donnerstag, 02. April 2009, 19.00 Uhr

 

Arsenij Roginskij
Vorsitzender der internationalen Gesellschaft Memorial, Moskau

im Gespräch mit Dr. Elisabeth Weber

Spontane Begegnung zu aktuellen Fragen

Hauptthema des Gesprächs soll die Diskussion über die internationale Konferenz „Geschichte des Stalinismus. Ergebnisse und Probleme der Forschung“ sein, die vom 5. - 7. Dezember 2008 in Moskau stattfand. Der Beitrag von Arsenij Roginskij ist in deutscher Übersetzung im „Osteuropa“-Heft im Januar 2009 veröffentlicht.
Welche weiteren Fragen diskutiert werden, von Chodorkowskij-Prozeß bis zur Beschlagnahmung der Memorial-Daten in St. Petersburg, von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise und der Zunahme sozialer Spannungen bis zur Neuberufung des präsidialen „Rats zur Mitwirkung an der Entwicklung der Institute von Zivilgesellschaft und Menschenrechten“ durch Präsident Medwedjew, hängt ab von der aktuellen Entwicklung wie von unserer gemeinsamen Diskussion. Wir freuen uns sehr, dass wir gemeinsam mit der Marion Dönhoff Stiftung Arsenij Roginskij wieder im Lew Kopelew Forum begrüßen und befragen können.

Übersetzung: Bernhard Clasen

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes

 

 

Donnerstag, 23. April 2009, 19.00 Uhr

 

Ukraina Moderna

Wissenschaft nach dem Kommunismus:
Erinnerungspolitik und Geschichtsschreibung


Dr. Andrij Portnov im Gespräch
mit Prof. Dr.Gerhard Simon und Dr. Elisabeth Weber

Übersetzung aus dem Ukrainischen: Nadja Simon

Andrij Portnow, geb. 1979, studierte Geschichte an der Universität Dnepropetrowsk/UA und Kulturwissenschaften an der Warschauer Universität. 2006 Promotion in Lviv/Lemberg mit der Arbeit über die ukrainische Emigration in Polen in der Zwischenkriegszeit, die als Buch u.d.T. „Nauka w wygnaniu“ (Ü: Wissenschaft in der Fremde) 2008 in Charkiw erschien und mit dem Jerzy-Giedroyc-Preis der Botschaft der Republik Polen in Kiew ausgezeichnet wurde. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten Trier und Amsterdam. Seit 2007 ist er Chefredakteur der Zeitschrift „Ukraina Moderna“. Andrij Portnow schrieb viele wissenschaftliche Artikel, darunter für solche Zeitschriften wie „Krytyka“ (UA), „Osteuropa“, „Ab Imperio“ (RU), „Belaruski Histarychny Ahliad“ (BY), “Otechestvennyje zapiski” (RU). Z.Z. ist er Stipendiat des Zentrums für Holocaust- und Genozid-Forschung in Amsterdam, wo er an einem Buch über die historische Forschung in der Ukraine arbeitet.

Andri Portnow wird seine Dissertation vorstellen über ein Thema, das bisher in Westeuropa sehr wenig behandelt wurde.
Anschließen wird sich eine Diskussion, die sowohl Fragen zur Geschichte wie auch zur Zeitschrift "Ukraina Moderna" in den Blick nimmt.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes

 

 

Donnerstag, 07. Mai 2009, 9.30 Uhr

 

Bürgerhalle des Landtags NRW
Düsseldorf, Platz des Landtags 1

Eröffnung der Ausstellung:

Von Moskau an den Rhein –
der Humanist Lew Kopelew in Nordrhein-Westfalen


Es sprechen:
Regina van Dinther, Präsidentin des Landtags NRW
Fritz Pleitgen, Vorsitzender des Lew Kopelew Forum

Die Ausstellung vergegenwärtigt anhand zahlreicher reproduzierter Dokumente (Fotos, Briefe, Zeitungsausschnitte u.a.) auf großformatigen Tafeln ein Bild der eindrucksvollen Persönlichkeit Lew Kopelews, des 1912 in Kiew geborenen Schriftstellers, Wissenschaftlers und engagierten Menschenrechtlers. Nach wiederholten Einladungen durch den Freund Heinrich Böll und die ZEIT-Herausgeberin Marion Gräfin Dönhoff durfte er im November 1980 zu einem einjährigen Studienaufenthalt nach Deutschland einreisen – und wurde im Januar 1981 (entgegen einer durch Willy Brandt erwirkten Rückkehrgarantie) aus der Sowjetunion ausgebürgert.

Im Licht seines unermüdlichen Wirkens in Wort und Tat spiegelt die Ausstellung zugleich die Ereignisse der 80er und 90er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland und in Nordrhein-Westfalen sowie deren wechselvolle Beziehungen zu Russland wider.

Zudem zeigt sie die vorurteilsfreie Entdeckerfreude des russischen Intellektuellen mit sowjet-kommunistischer Vergangenheit, seine Neugier auf den „Westen“ und seine Liebe zur adoptierten Wahlheimat Deutschland.

Recherche und Konzeption: Maria Klassen

Künstlerische Umsetzung: Bernd Maurer

Es besteht die Möglichkeit, den gleichnamigen Bildband zu erwerben.

Eintritt mit bestätigter persönlicher Einladung oder telefonischer Anmeldung unter: 0211/884-2129 oder brigitte.mueller@landtag.nrw.de
oder im Lew Kopelew Forum

Die Ausstellung ist vom 08. Mai bis 24. Mai 2009 montags bis samstags von 9.00 bis 17.00 Uhr, sonn- und feiertags von 11.00 bis 17.00 Uhr, zu besichtigen.


Freitag, 08. Mai 2009, 19.00 Uhr

Rückblick auf 7 1/2 Jahre Arbeit in der UN-Verwaltung
(UNMIK) im Kosovo und Leben in Pristina


Einleitende Thesen von Dr. Andreas Wittkowsky

• was war UNMIK? wie kam es dazu nach dem Krieg?
• welche Rolle hat die EU in diesem Rahmen übernommen?
• welche (Zwischen)-Bilanz läßt sich heute über die Arbeit von UNMIK ziehen?
• wie geht es weiter nach der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo?
• persönliche Erfahrungen


Anschließend Fragen und Diskussion über den Kosovo (politische, wirtschaftliche Fragen, Verhältnis Kosovo-Albaner und Serben) und über Erfolge und Defizite in der Arbeit internationaler Organisationen in Nachkriegssituationen und der Hilfe bei der Herausbildung neuer Staatlichkeit.

Moderation: Dr. Elisabeth Weber, Beirat des Lew Kopelew Forums

Andreas Wittkowsky, Wirtschaftswissenschaftler, arbeitete von März 2001 bis Oktober 2008 im Kosovo im Rahmen der UN-Verwaltung (UNMIK), zuletzt stellvertretender Leiter des EU-Pfeilers. Von 1994-96 lebte er in Kiew und promovierte über Nationalstaatsbildung, Wirtschaft und Eliten in der unabhängigen Ukraine, arbeitete ab 1997 am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik Bonn/Berlin. Seit November 2008 ist er Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde in Berlin.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes



Donnerstag, 14. Mai, 19.00 Uhr

 

Lesung


Es reicht.
Gegen den Ausverkauf unserer Werte
.
Aufbau Verlag, Berlin 2008

Das Gespräch mit dem Autor Richard Wagner führt

Elisabeth Weber, Lew Kopelew Forum

„Aus dem christlichen Abendland, dem Kontinent der Aufklärung, ist McAbendland geworden. Darin wird Columbus zu Popeye, das Lexikon verwandelt sich in Wikipedia und aus Ethos wird Popcorn. Die kulturellen Werte der europäischen Gesellschaft sieht Richard Wagner gefährdet durch den unkritischen Umgang mit der Erlebnisgesellschaft, der islamischen Einwanderung und der 68er Ideologie. Fehlen uns die Fähigkeit und der Wille, Europas Werte und seine Freiheit zu verteidigen? Dieses pointierte und streitbare Buch will zurückführen zu unseren europäischen Wurzeln. Es handelt von dem, was es zu verteidigen gilt: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ – heißt es im Klappentext.

Richard Wagner ist Preisträger des Georg Dehio Buchpreises 2008. Aus der Preisbegründung: „Richard Wagner gehört zu den produktivsten und vielseitigsten Schriftstellern seiner Generation. 1973 debütierte er in Rumänien mit einem ersten Gedichtband und war einflussreicher Mitbegründer der „Aktionsgruppe Banat“, einer literarischen Vereinigung junger oppositioneller rumäniendeutscher Autoren. Seitdem ist er, vor allem nach seiner Übersiedlung in das damalige West-Berlin 1987, mit über dreißig Titeln – Gedichten, Erzählungen, Romanen und Sachbüchern – sowie zahlreichen journalistischen Beiträgen als wichtige Stimme in den literarischen und publizistischen Diskursformen zu verschiedensten Fragen der europäischen politischen Umbrüche zu hören.

Richard Wagner hat aus seiner ethnisch und kulturell vielfältig geprägten Heimat nicht nur unauslöschliche Erinnerungen und Erfahrungen mitgebracht und diese literarisch verarbeitet, sondern auch den sezierenden Blick, der die Welt, in der er lebt und an der er kritisch partizipiert, illusionslos durchdringt.“

Werke (Auswahl): „Ausreiseantrag. Begrüßungsgeld“ (Erzählungen), „Miss Bukarest“ (Roman), „Der leere Himmel“ (Essay), „Habseligkeiten“ (Roman), „Der deutsche Horizont“ (Essay), „Lisas geheimes Buch“ (Roman), „Das reiche Mädchen“ (Roman).

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes



Dienstag, 19. Mai 2009, 19.00 Uhr

Parlamentwahl und Wahl-Proteste in Moldawien

Journalist Alexander Havronin berichtet

Alexander Havronin, geb. 1972, studierte Medienwissenschaft an der Universität Chisinau/Moldawien; 1991-1998 Arbeit für verschiedene moldawische und internationale Medien. Seit 1999 lebt er in Düsseldorf. Seit 2006 ist Alexander Havronin für Radio Free Europe/Radio Liberty(USA) tätig. Von März bis April 2009 war er auf Dienstreise in Moldawien. Alexander Havronin berichtete für Radio Free Europe/Radio Liberty über Parlamentwahl und Proteste in Moldawien.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes

 

 

Dienstag, 26. Mai 2009, 19.00 Uhr

Lesung und Diskussion mit
 

Freya Klier, Autorin und Filmregisseurin

zu ihrem Buch

„Verschleppt ans Ende der Welt“

In Zusammenarbeit mit der Konrad Adenauer Stiftung Düsseldorf

Am Ende des Zweiten Weltkriegs deportierte der sowjetische Geheimdienst Hunderttausende deutscher Zivilisten in sibirische Arbeitslager. Es waren überwiegend Frauen. Mehr als ein Drittel von ihnen kehrte nicht zurück. Freya Kliers Buch schildert Massenflucht, Vergewaltigungen und Deportationen im ehemaligen Osten Deutschlands. Sie berichtet davon anhand der Lebensgeschichten von zehn deportierten Frauen und einem mit Mutter und Tante verschleppten Kind.

Die Autorin entdeckte in sowjetischen Archiven den Geheimbefehl der Verschleppungsaktionen und analysiert in ihrem Buch auf eindringliche Weise den historischen Hintergrund dieses lange verschwiegenen Kapitels deutscher Nachkriegsgeschichte.

Freya Klier, geboren 1950 in Dresden, arbeitete als Schauspielerin und Regisseurin an verschiedenen DDR-Theatern. Aufgrund ihres Engagements in der kirchlichen Oppositionsbewegung erhielt sie Berufsverbot, wurde 1988 verhaftet und zwangsausgebürgert. Sie hat zahlreiche Bücher sowie Fernsehbeiträge veröffentlicht und lebt als Autorin und Dokumentarfilmerin in Berlin.

Eintritt frei


Mittwoch, 27. Mai 2009, 19.00 Uhr

Ausstellungseröffnung

 

„Freiheit im Blick.
1989 und der Aufbruch in Europa“


Vor 20 Jahren ging in einem beispiellosen Aufbruch für die Freiheit die Herrschaft der kommunistischen Parteien in den Ländern des Warschauer Pakts zu Ende. Nur zwei Jahre später brach die Sowjetunion in 15 Nationalstaaten auseinander. „Ein Jahrhundert wurde abgewählt.“

Das Lew Kopelew Forum stellt das umfangreiche Sonderheft 2/3 der Zeitschrift „Osteuropa“ unter dem obigen Titel vor, das in einem weit gesteckten Rahmen die Probleme von 1989 untersucht.

„In Ostmitteleuropa war die Zeit reif für den Wandel. Die Zeit explodierte. Was gestern politisch undenkbar war, schien heute bereits überholt. Diese Beschleunigung kam in der Losung zum Ausdruck, die in Prag im November 1989 kursierte...: „In Polen dauerte es zehn Jahre, in Ungarn zehn Monate, in der DDR zehn Wochen, in der CSSR nur 10 Tage!“ – heißt es im Editorial von „Osteuropa“.

Seitdem ist Europa anders geworden. Aber was ist von dem euphorischen Aufbruch geblieben? Droht heute das Erbe von 1989 in Kleinmut und Zynismus zu zerbröseln? Welche Aufgaben ergeben sich für die Gestaltung der Zukunft? Welche Rolle soll die EU spielen und welche Funktionen müssen bei den Mitglieder, den Nationalstaaten bleiben?

Zugleich wird die Ausstellung eröffnet:

„Das Ende von Jalta. 1945 – 1989“

In Zusammenarbeit mit dem Polnischen Institut Düsseldorf

Auf 47 schwarz-weißen Text- und Fototafeln wird die Geschichte Europas von 1945 – 1989 dokumentiert. Das Ausstellungsmaterial ist thematisch gegliedert, einzelne Bereiche tragen die Titel: „ Die Konferenz in Jalta – die Festsetzung einer neuen Ordnung; „Stalinismus in Polen – die unterworfene Gesellschaft“, „Nach 1956 – von Protestaktionen bis zur Opposition“, „Solidarność – ein Versuch der Freiheit“, „Europa 1989 – der Herbst der Völker“ mit Fotos aus Budapest, Riga, Warschau, Ost-Berlin, Prag, Bukarest. Fast alle Fotos wurden von den Fotografen im Untergrund gemacht.

Es sprechen:

Dr. Mannfred Sapper, Chefredakteur von „Osteuropa“

Prof. Dr. Gerhard Simon, Osteuropahistoriker

Moderation und Diskussionsleitung: Prof. Dr. Angelika Nußberger M.A., Direktorin des Instituts für Ostrecht der Universität zu Köln

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes



Samstag, 06. Juni 2009, 17.00 Uhr

Klavierkonzert in der Reihe
Konzerte der Anton-Rubinstein-Akademie im LKF

Meisterschüler von Alla Blatow

Lucas Dunsche Violant, Alexandra Leibowa, Kasper Schonewille, Lu Keying, Besar Krasniqi, Chen Yohugjia, Wang Lei, Lee Sun-Ho, Radoslava Steimenova

spielen

Beethoven, Bach, Liszt, Rachmaninoff, Chopin und Ravel

Eintritt: 7,50 €, für Mitglieder des Lew Kopelew Forums und des Vereins Freunde und Förderer der Anton Rubinstein Akademie e.V. ist der Eintritt frei. Spenden sind willkommen.


Mittwoch, 17. Juni 2009, 19.00 Uhr

Belarus: Wirtschaft und Demokratie?

Jaroslaw Romantschuk vom Institut „Zentr Mises“
und Leonid Saiko vom Institut „Strategia“,
unabhängige belarussische Wirtschaftswissenschaftler

im Gespräch mit
Dr. Diana Siebert, Belarus-Historikerin, Köln

Übersetzung aus dem Russischen: Nadja Simon

In Zusammenarbeit mit „Menschenrechte in Weißrussland“ e.V.

Man kann sich hierzulande nur schwer vorstellen, ob dieses Land im Spannungsfeld zwischen Abschottung und einseitiger Rohstoffabhängigkeit von der Weltwirtschaftskrise betroffen ist.

Ökonomie spielt im politischen Diskurs über Belarus, gerade im Bereich von Demokratie und Menschenrechten, eine untergeordnete Rolle. Dabei scheint gerade in der derzeitigen Situation das Handeln des belarussischen Regimes und die damit verbundenen Zugeständnisse an die EU vor allem von ökonomischen Beweggründen bestimmt zu sein.

Diskutiert werden u.a. folgende Fragen:
· Auswirkungen der wirtschaftlichen Situation auf Gesellschaft und Politik in Belarus;
· Wird eine Liberalisierung der Staatswirtschaft auch eine Öffnung und Demokratisierung der Gesellschaft nach sich ziehen?
· Auswirkungen der Energiepreiserhöhungen seitens Russland im Jahre 2007 sowie der aktuellen Finanzkrise auf die belarussische Volkswirtschaft und deren außenpolitische Implikationen.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes

 

 

Montag, 22. Juni 2009, 19.00 Uhr

 

Tschetschenien im Fokus

 

Elisabeth Gusdek Petersens beeindruckendes Buch

„Grosny-Zürich und zurück.
Porträts von fünf Jugendlichen aus Tschetschenien“

Zürich 2009

Moderation: Dr. Rupert Neudeck
Journalist, Gründer des Komitee Cap Anamur/Deutsche Notärzte e.V., Mitbegründer und Vorsitzender des Friedenskorps Grünhelme e.V.,

Fünf vom Krieg traumatisierte Jugendliche aus Tschetschenien begegnen der Schweiz.
Elisabeth Gusdek Petersen zeichnet deren Lebensgeschichte in fünf einfühlsamen Porträts auf.

Morde, Verfolgungen, Säuberungen, Flucht und Vertreibung haben die Menschen in Tschetschenien schwer gezeichnet. Auf Initiative der Autorin, die über Jahre die russische Kaukasusrepublik besucht hat, konnten in den letzten Jahren fünf junge Tschetschenen in der Schweiz eine Ausbildung absolvieren, Sprachen lernen und eine neue Perspektive aufbauen. In ihrer Heimat hatten die drei Frauen und die zwei Männer schwerste körperliche und seelische Verletzungen erlitten, Angehörige verloren, Entwurzelung erfahren.

Elisabeth Gusdek Petersen holte die Jugendlichen in die Schweiz und unterstützte sie bei der Auseinandersetzung mit der fremden Kultur. Nicht immer ein leichtes Unterfangen. Das Buch vermittelt einen Einblick in den Kriegsalltag von Jugendlichen und beschreibt die Zukunftsperspektiven in einem kriegsversehrten Land.

Elisabeth Gusdek Petersen ist Juristin, Dozentin und Präsidentin des Forums für Zeitzeugen in Zürich. Als Verfechterin der Menschenrechte engagiert sie sich seit vielen Jahren für die Opfer des Tschetschenienkrieges.

Sie lebt in Zürich.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes

 

 

Mittwoch, 01. Juli 2009, 19.00 Uhr

 

Lesung und Gespräch mit

 

Anne Dorn

Siehdichum
Roman. Dittrich-Verlag 2008

Moderation: Dr. Andreas Lawaty,
Direktor des Nordost-Instituts, Lüneburg

Das Walddorf Siehdichum ist die letzte Station der Reichsarbeitsdiensteinheit 3/401 XL Warthegau Ost. Es sind rasch einberufene Sechzehnjährige, die am 26. Januar 1945 von der russischen Sturmspitze überrollt und nach authentischen Berichten „vollkommen aufgerieben“ werden. Den Ortsnamen Siehdichum versteht die 75jährige Martha Lenders, Schwester eines dieser spurlos verschwundenen Jungen, auch als Aufforderung, sich am Ende ihres Lebens wie auf dem Gipfel eines Berges umzusehen und die Rollen, die ihr das Leben als Frau und Mutter zugedacht hat, zu hinterfragen. Sie befindet sich im Jahr 2000 auf Spurensuche in Polen,

Anne Dorn, geb. 1925 in Wachau bei Dresden, lebt seit 1969 als freie Schriftstellerin in Köln. Aufenthalte in New York, Paris, Amsterdam, Budapest, Rom, Moskau, Warschau und Krakau. Veröffentlichungen: „hüben und drüben“. Mit einem Vorwort von Lew Kopelew. Roman. Leipzig 1991. „Geschichten aus tausendundzwei Jahren“. Roman. Leipzig 1992. „rübergemacht“. Schauspiel. 1992. „Damals als die Sonne schien“. Novelle. Hellerau 1996. Zahlreiche Erzählungen und Gedichte, Hörspiele, Hörfunkfeatures.

„Wie authentisch diese Prosa immer sein mag - es handelt sich um ein großartiges Stück Literatur. Dargeboten in einem gekonnt gebrochenen Erzählen: In die Geschichte der Suche sind Zeitzeugenberichte aus jenen Kriegstagen eingeschoben, Gedichte polnischer Lyriker, Sätze aus dem Grimmschen Märchen „Brüderchen und Schwesterchen“. ... Die Suche nach Spuren des Bruders, so begreifen wir bald, ist auch eine Suche dieser Frau nach der eigenen Identität. Wie all dies oft unbewusst miteinander verwoben ist, wird für uns nur sichtbar, weil dies ein Buch leiser Zwischentöne ist. Staunend liest man, wie hier alle Möglichkeiten der deutschen Sprache genutzt werden, um dieses Verwobensein von Vergangenem, menschlichem Leid und Landschaft darzustellen. Wie etwas jenseits des Sichtbaren im Erzählen erfahrbar wird, ein emotional so starker, fast metaphysischer Moment in einem Ton beschrieben ist, der präzise und poetisch zugleich ist.“ - Tomas Gärtner, DRESDNER NEUESTE NACHRICHTEN

„Ich gratuliere Ihnen zu dem gelungenen Versuch, eine deutsche Verlustbewältigung zu schildern, die offensichtlich nur mit polnischer Hilfe möglich war, eine menschliche Erfahrung also, die Nähe und Zuneigung möglich macht, ohne die Erfahrung der Fremdheit und der kulturellen Differenz zuvor überwinden oder leugnen zu müssen. Ihr Buch zeigt mir, wie intensiv und wie persönlich man bald 60 Jahre nach Kriegsende diesem Teil der deutschen Vergangenheit nachgehen kann /.../ .“
Andreas Lawaty, Nordodt-Institut Lüneburg.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes

 

 

Dienstag, 07. Juli 2009, 19.00 Uhr

 

Vortrag von

 

Prof. Gasan Gusejnov

Die Begriffe „Volk“, „Macht“ und „Heimat“ in der russischen und sowjetischen Sprachpolitik

Moderation: Dr. Elisabeth Weber, Lew Kopelew Forum

In der Diskussion werden einige sowohl für Russland, als auch für Deutschland wichtige politisch-historische Schlüsselwörter besprochen, die allerdings in der neuesten Geschichte beider Länder unterschiedliche Konnotationen gewonnen haben. Dies führt manchmal im interkulturellen Dialog zu gravierenden Missverständnissen.

Prof. Gasan Gusejnov hat z.Z. eine Professur am Philologischen Institut der Staatlichen Michail-Lomonosow-Universität in Moskau inne und ist auch Gastprofessor am Slavischen Seminar der Universität Basel.

Einige deutschsprachige Publikationen:

 

Superreiche statt Supermacht. Interview der Basler Zeitung 11.5.2009;
Sprache und gesellschaftlicher Wandel (kultura 10/2006);
Europa als kritisches Visiotyp. In: Europäische Identität als Projekt : Innen- und Außensicht/ Thomas Meyer ; Johanna Eisenberg (Hrsg.). Wiesbaden: Verl. für Sozialwiss. 2009;

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes



Montag, 07. September 2009, 19.00 Uhr

Vortrag von


Dr. Renata von Maydell und
Dr. Michail Bezrodnyj

Auf eigene Faust - Gewaltkonzepte in Russland

Einführung: Prof. Dr. Angelika Nußberger, M.A.
Direktorin des Instituts für Ostrecht der Universität zu Köln

Mitveranstalter: Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO), Institut für Ostrecht der Universität zu Köln

Renata von Maydell - Studium der Slawistik und Osteuropäischen Geschichte in Berlin, Marburg, Konstanz und Moskau, Promotion über die Rezeption der Anthrophosopie in Russland. Tätigkeiten als Dolmetscherin, Übersetzerin, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte an den Universitäten München, Bochum und Heidelberg. Publikation literaturwissenschaftlicher Texte und Übersetzungen.

Michail Bezrodnyj - Studium der Slawistik in Tartu und Leningrad, Promotion über das Werk von Aleksandr Blok. Tätigkeiten als Redakteur und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Russischen Nationalbibliothek, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Literaturforschung in Berlin, Lehrbeauftragter an den Universitäten München, Tübingen, Mainz und Mannheim, Gastwissenschaftler an der Universität Harvard, Lektor für Russisch und Russische Literatur an der Universität Heidelberg. Publikation literaturwissenschaftlicher und literarischer Texte, Auszeichnung des Buches „Ende des Zitats“ mit dem Little Booker Prize und dem Andrej-Sinjavskij-Literaturpreis.

Eintritt frei

 

 

Donnerstag, 10. September 2009, 19.00 Uhr

 

Vortrag und Gespräch

 

PD Dr. Andreas Heinemann-Grüder

Das Tandem Medwedew/Putin:
Strategien und Legitimationen der Herrschaft
in Russland


Moderation : Prof. Dr. Gerhard Simon,
Osteuropahistoriker, Köln/Bonn

Russlands politisches Regime ist geheimnisvoll und wird höchst widersprüchlich bewertet. Defekte Demokratie, Tandemokratie, dualer Staat, Petro-Staat, Semi-Autoritarismus oder Autoritarismus sind einige der Zuschreibungen. Der Vortrag betrachtet, welche Typologien am ehesten zutreffen. Vor dem Hintergrund der Doppelherrschaft von Medwedew und Putin und der Wirtschaftskrise stellt der Vortrag besonders die Herrschaftstechniken, Regimepathologien und mögliche Szenarien vor.

Privatdozent Dr. Andreas Heinemann-Grüder ist Abteilungsleiter im International Center for Conversion Bonn und lehrt Politische Wissenschaft an der Universität Bonn.

Eintritt frei

 

 

Montag, 14. September 2009, 19.00 Uhr

 

Lesung

Robert Littell


Das Stalin-Epigramm
Arche-Verlag, Hamburg 2009

Moderation und Dolmetschen aus dem Englischen:
Antje Deistler, Köln

Lesung auf Deutsch: Bernt Hahn

Deutsche Erstausgabe; Erscheinungsdatum 24. August d.J. Aus dem Amerikanischen von Werner Löcher-Lawrence

Die Originalausgabe des Buches ist vor kurzem in Amerika unter dem Titel „The Stalin Epigram“ erschienen und löste eine große Begeisterung in der Presse aus.
Der amerikanische Autor Robert Littell ist berühmt für seine Spionage- und Agententhriller und legt nun einen Roman vor, der auf einer persönlichen Geschichte beruht, die ihn seit 30 Jahren verfolgt. Er erzählt in seinem Roman von der Zeit des Stalinismus. Im Mittelpunkt steht der angesehene Autor Ossip Mandelstam, der an die unerschütterliche Macht des Wortes glaubt und ein regimekritisches Stalin-Epigramm verfasst, welches aus 16 Versen besteht, von denen jeder einzelne für ihn und alle, die davon Kenntnis haben, den Tod bedeuten kann. (Dieses Gedicht veröffentlichte Mandelstam 1934 zusammen mit anderen Texten in der Zeitschrift „Swesda“, und es trug maßgeblich zu seiner Verhaftung bei.)

Der Roman verarbeitet historische Fakten. Die Geschichte wird aus der Sicht von sieben Menschen erzählt, die alle aus dem Umfeld Mandelstams und Stalins stammen. Zu Wort kommen u. a. Ossip Mandelstam, Nadeshda Mandelstam, Nikolai Wlasik, Anna Achmatowa und Boris Pasternak.

Zum Hintergrund des Buches: Robert Littell traf am 23. Dezember 1979 die Witwe Ossip Mandelstams, Nadeshda Mandelstam, in Moskau und sprach mit ihr über ihr eigenes Leben und das ihres Mannes. Dieses Gespräch gibt der Autor am Ende seines neuen Romans in Form eines Epilogs wieder. Seit dieser Zeit hatte er den Wunsch, den Roman zu schreiben.

Robert Littell wurde als Nachkomme jüdisch-polnischer Einwanderer 1935 in Brooklyn geboren. Seine Vorfahren hatten Russland zur Zeit der Pogrome verlassen. Seit 1964 arbeitete er für das Nachrichtenmagazin Newsweek als Korrespondent in Osteuropa und hat sich zeitlebens mit dieser Thematik beschäftigt. Er hat zwei Söhne, Jonathan Littell (Autor des Buches „Die Wohlgesinnten“) und Jesse Littell und lebt heute als freier Schriftsteller in Südfrankreich.

Der Autor diente vier Jahre in der Navy auf einem Zerstörer und arbeitete als Journalist, bevor er 1970 die USA verließ, um seine Erfahrungen im Kalten Krieg literarisch zu verarbeiten. Seine CIA-Saga „Die Company“ wurde zum internationalen Bestseller, zuletzt erschien „Die Söhne Abrahams“. Mit dem Stalin-Epigramm legt er jetzt sein persönlichstes Buch vor.

Pressestimmen zu „Das Stalin-Epigramm“:
„Robert Littell löst eine Erschütterung aus wie vor ihm nur Orwell, Kafka und Koestler.“ (Kirkus Review) - „Grandios (...) Littell erzählt das dramatische Schicksal Ossip Mandelstams und wirft damit auf glänzende Weise ein erhellendes Licht auf eine der dunkelsten Epochen Russlands.“ (Publisher's Weekly) „Seit Alexander Solschenizyn hat kein Autor mehr Stalins dunkle Schatten mit einer solchen Sehschärfe durchdrungen, wie es Robert Littell auf jeder Seite seines Romans gelingt.“ (Bookpage) „Historisch wahrhaftig kündet dieser Roman gleichermaßen vom Leben wie vom Tod.“ (Booklist Review)

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes



Freitag, 18. September 2009, 19.00 Uhr

Raissa Orlowa-Kopelew zum Gedenken

 

Ein Leben für die Literatur

Moderation: Anna Dünnebier, Autorin eines Filmportraits über Raissa Orlowa

 

Raissa Orlowa-Kopelew und Lew Kopelew

 

„Raissa Orlowa-Kopelew - Zwischen Moskau und Köln“

Am 23. Juli 2009 wäre Raissa Orlowa 91 Jahre alt geworden, und am 31. Mai d.J. sind 20 Jahre seit ihrem Tod vergangen. Sie starb im neunten Jahr ihres unfreiwilligen, so tapfer wie aktiv gelebten Lebens in Deutschland - dem Land, das ihr Zuflucht und ein gesichertes Zuhause, aber nie Heimat wurde.
Seit ihrer Ausbürgerung 1981, drei Monate nach der Ankunft in Deutschland, wo Lew Kopelew von den Moskauer Behörden ein einjähriger Studienaufenthalt genehmigt worden war, begriff sie sich als Botschafterin ihres Landes, als Vertreterin des geistigen Russland: Sie betrachtete es als ihre Aufgabe, russische Dichter und Denker, vor allem die im eigenen Land zum Schweigen verurteilten, die geknebelten und mundtot gemachten, um des freien Wortes willen geschundenen Zeitzeugen des 20. Jahrhunderts, in Deutschland bekannt zu machen.

In erstaunlich kurzer Zeit lernte Raja (wie ihre Freunde sie nannten), promovierte Literaturwissenschaftlerin mit Spezialgebiet Amerikanistik, die deutsche Sprache und begann bald mutig mit öffentlichen Lesungen und Vorträgen. Für ihre neuen deutschen Landsleute schrieb sie „Briefe aus Köln über Bücher aus Moskau“, und den Verwandten und Freunden in der Heimat teilte sie in Hunderten von Briefen ihre Erfahrungen in Deutschland und ganz allgemein im „Westen“ mit. Welchen Eindruck auf russische Augen alles Neue machte, das sie wahrnahmen, erfuhren aber auch die deutschen Leser („Die Türen öffnen sich langsam“) und wurden sich auf diese Weise bewusst, wie fremd das ihnen Vertraute und Selbstverständliche einem Fremden erscheinen kann - und wie viel Verständnis zu gegenseitiger Verständigung nötig ist.
Im Laufe des Abends werden zahlreiche Freunde und Verwandte von Raissa Orlowa zu Wort kommen, und es werden Filmausschnitte aus WDR- und ZDF-Produktionen gezeigt.


Anna Dünnebier, Germanistin und Anglistin, viele Jahre als Rundfunkjournalistin tätig; 1975 - 1989 Autorin und Regisseurin mehrerer Filme für Radio Bremen, den Süddeutschen Rundfunk und das ZDF. Seit 1989 als freie Schriftstellerin in Köln, seit 1997 Mitglied des WDR-Rundfunkrats und seit 1999 des Aufsichtsrates der Filmstiftung NRW; als Verfasserin von Romanen („Schutt und Liebe“, Ullstein), Erzählungen, Hörspielen und Sachbüchern („Die Rebellion ist eine Frau“) Mitglied des Verbandes Deutscher Schriftsteller, 1998 – 2006 dessen NRW-Landesvorsitzende. Trägerin des Kurt-Magnus-Preises der ARD; 1970 Preis für den Kurzfilm „Berlinfresser“ in Oberhausen.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes

 

 

Mittwoch, 30. September 2009, 19.00 Uhr

 

Der Hitler-Stalin-Pakt
Der Krieg und die europäische Erinnerung

Vorstellung des Themenheftes von OSTEUROPA

Podiumsteilnehmer: Prof. Dr. Susanne Schattenberg, Leiterin der Forschungsstelle Osteuropa Universität Bremen, Beitragsautorin

Dr. Bernhard H. Bayerlein, Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES), Beitragsautor

Dr. Manfred Sapper, Chefredakteur von „Osteuropa“

Moderation:
Dr. Elisabeth Weber, Lew Kopelew Forum,
Andrejs Urdze, Kenner der Kultur der baltischen Staaten

70 Jahre nach dem Hitler-Stalin-Pakt bietet das Themenheft neue Erkenntnisse der Diplomatiegeschichte, beleuchtet vergleichend die Besatzungsgeschichte im Baltikum, in Polen, in Bessarabien sowie der Bukowina und fragt nach der Bedeutung des Pakts für die nationalen kollektiven Gedächtnisse in Ost- und Westeuropa. Susanne Schattenberg demonstriert, dass der Pakt Produkt einer „Diplomatie der Führer“ war, die echte Bewunderung füreinander empfanden. Bernhard H. Bayerlein zerstört die Legende vom Antifaschismus Stalins. Marek Kornat widerspricht der verbreiteten These, Polen habe mit einer starrsinnigen Politik den Pakt mitverschuldet. Grzegorz Hryciuk zeigt, wie die Hoffnungen, die viele Ukrainer und Weißrussen an die sowjetischen „Befreier“ geknüpft hatten, enttäuscht wurden, als auch viele von ihnen in die Fänge des NKWD gerieten. Claudia Weber führt vor, wie die Westalliierten zu dem vom NKWD begangenen Massenmord von Katyn schwiegen, weil sie den Erhalt der Anti-Hitler-Koalition höher bewerteten und auch bei den Nürnberger Prozessen die sowjetischen Behauptungen nicht anfochten, weil dies die gesamte alliierte Politik der Verfolgung von Kriegsverbrechen in Frage gestellt hätte.

Zahlreiche zeitgenössische Karikaturen geben einen Einblick in die Wahrnehmung des Paktes zum Augenblick seiner Veröffentlichung.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes

 

 

Samstag, 03. Oktober 2009, 16.00 Uhr

 

Wie Erich seine Arbeit verlor –
Momentaufnahmen aus der DDR 1989


Filmdokumentation von Kai von Westermann,
D 1989/99, Farbe, 90 Min.

In Zusammenarbeit mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft (DPG) Köln/Bonn

Moderation: Thomas Ammer, Berlin/Euskirchen

1989. Die Grenze zwischen Ost- und Westdeutschland ist vermint und für die Bevölkerung in der DDR unüberwindbar. Im Osten herrscht die SED-Diktatur. In der Sowjetunion sieht sich Gorbatschow zu Reformen gezwungen. In der DDR fordern die Bürger auf der Straße Freiheit und Demokratie. Der junge westdeutsche Kameramann Kai von Westermann gerät mitten in die Ereignisse. 1989 arbeitete er für einen Korrespondenten des französischen Fernsehens in der DDR. Als die Menschen auf die Straße gingen, bekam er den Auftrag, den Franzosen in knappen Beiträgen die Ereignisse zu erklären. So dokumentierten beide die Kraft und Dramatik der Friedlichen Revolution, aber das meiste Material wurde nicht gesendet. Erst jetzt, 20 Jahre nach der Wende, hat von Westerman daraus einen Film gemacht, der die Ereignisse des Herbstes 1989 beschreibt.

Thomas Ammer war von 1958 bis 1964 inhaftiert, erst im Stasi-Untersuchungs-Gefängnis in Gera (der sog. Amthorchdurchgang - es gibt heute einen Gedenkverein), dann nach der Verurteilung im September 1958 fast die ganze Zeit in Brandenburg-Görden. Er wurde wegen Staatsverrat verurteilt (§ 13 StEG - Strafrechtsergänzungsgesetz), und zwar zu 15 Jahren. Im August 1964 kam er durch Freikauf frei (in den Westen).
Hintergrund war eine fünfjährige illegale Widerstandstätigkeit in einer Gruppe aus Schülern, später Studenten, großenteils aus Eisenberg (daher die Bezeichnung „Eisenberger Kreis“) und dann der Uni Jena.
Im Anschluss an die Filmvorführung steht Herr von Westerman für ein Gespräch zur Verfügung.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes

 

 

Mittwoch, 14. Oktober 2009, 19.00 Uhr

 

Buchvorstellung

 

Uhren auf Schienen


Vorstellung des Buches und Lesung in Rumänisch und Deutsch

Die Dichterin Ana Blandiana stellt ihren vor einigen Tagen erschienenen Gedichtband vor.

Sie wird ihre Gedichte in Rumänisch lesen und ihr kongenialer Übersetzer Franz Hodjak trägt seine deutschen Übertragungen vor.

Moderation: Helmut Braun, Germanist, Historiker, Verleger, Leiter der Rose Ausländer-Stiftung

Ana Blandiana (*1942) war eine anerkannte Autorin und Verlegerin, als sie in den späten achtziger Jahren im Protest gegen das Regime politische Gedichte veröffentlichte und zu einer zentralen Figur des politischen Umbruchs wurde. Blandiana ist Initiatorin und Präsidentin von Memorial Sighet, einer Gedenkstätte für die Opfer des Kommunismus, und steht heute dem rumänischen PEN Club vor.

Franz Hodjak (*1944) war langjähriger Lektor beim Klausenburger Dacia Verlag, bis er 1992 nach Deutschland übersiedelte. Seine Gedichte, Erzählungen und Romane, deren zentrales Thema die Traumata der Flucht und Heimatlosigkeit sind, wurden im Suhrkamp Verlag veröffentlicht. 1990 erhielt er den Preis des Landes Kärnten beim Ingeborg-Bachmann- Wettbewerb.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes



Dienstag, 27. Oktober 2009, 19.00 Uhr

Literatur-Gespräch

 

Puschkin – zur aktuellen Bedeutung des russischen Nationaldichters in Russland und in Deutschland

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Puschkin-Gesellschaft e.V., Potsdam

Podiumsteilnehmer:

Dr. Konstantin Asadowskij, St. Petersburg, Germanist. Auf Deutsch ist von K. Asadowskij erschienen: „Rilke und Rußland. Briefe, Erinnerungen, Gedichte.“ Aufbau Verlag, Berlin,

Dr. Dieter Boden, Vorsitzender der Deutschen Puschkin-Gesellschaft e.V., Potsdam; langjähriger Sondergesandter des UN-Generalsekretärs und Leiter der OSZE Mission in Georgien.

Grußwort: Dr. hc. Fritz Pleitgen, Vorsitzender des LKF

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes



Mittwoch, 28. Oktober 2009, 20.00 Uhr

 

Im Rahmen der dreitägigen Literarischen Werkschau „György Dalos“


Der Vorhang geht auf

György Dalos’ Bilanz 20 Jahre nach dem Zusammenbruch des Ostblocks

Moderation: Elisabeth Weber, Beirat des LKF

Veranstaltungspartner: Literaturhaus Köln

Veranstaltungsort: Lew Kopelew Forum

György Dalos: Der Vorhang geht auf. Das Ende der Diktaturen in Osteuropa; C.H.Beck Verlag, München 2009

György Dalos erzählt, welche Zufälle und Details 1989 eine Rolle spielten und welche Widerstände überwunden werden mussten, bevor aus dem Ostblock ein östliches Europa werden konnte. Und wohin diese Entwicklung bis heute geführt hat. „Ohne zu belehren, entfaltet Dalos mit großem kompositorischen Geschick ein Panorama Osteuropas, das auch die Gegenwart erschließt, jedem auf die Sprünge hilft, der sich über aktuelle Absonderlichkeiten wundert.“ (Jens Bisky, Süddeutsche Zeitung)

UKB: 7,00 € / 5,00 € / 4,00 € /2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes


Montag, 02. November 2009, 19.00 Uhr

Deutsche im alten St. Petersburg

Vortrag von Dr. Konstantin Asadowskij

„Das deutsche St. Petersburg“ – hinter diesen Worten steckt eine ganze Welt: historische Ereignisse und Prozesse, das öffentliche und kulturelle Leben der russischen Hauptstadt innerhalb von zweihundert Jahren, dramatische Menschenschicksale und zahlreiche Lebensgeschichten... „Das deutsche St. Petersburg“ ist ein Teil der russischen Geschichte, von dem heute nur wenig übrig geblieben ist. Darüber wird der exzellente Kenner der Materie,
Dr. Konstantin Asadowskij (St. Petersburg) erzählen.

Dr. Konstantin Asadowskij (* 1941 in Leningrad), russischer Germanist, Präsident des PEN-Clubs St. Petersburg; Sohn des angesehenen Literaturwissenschaftlers Mark Asadowskij und dessen Ehefrau Lidia, geb. Brun, von der er schon früh die deutsche Sprache lernte.

Nach dem Studium der Philologie und Kunstgeschichte Fremdsprachenlehrer zunächst an der Universität Leningrad, danach an der Universität Petrosawodsk, wohin er zwangsweise umsiedeln musste, nachdem er in einem fingierten Prozess gegen einen Kollegen Aussagen verweigerte; 1971 Promotion mit einer Arbeit über Franz Grillparzer.

1980 Verhaftung aufgrund konstruierter Beschuldigungen durch den KGB (angeblicher Drogenbesitz) und Verurteilung zu 2 Jahren Lagerhaft im Gebiet Magadan; Lew Kopelew und Jossif Brodskij machten seinen Fall in der westlichen Presse bekannt und traten für seine Freilassung ein.

1989 Rehabilitierung, 1993 Zuerkennung des Status „Opfer politischer Verfolgung“.

Konstantin Asadowskij ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen, insbesondere über R. M. Rilke sowie über Dichter des russischen „Silbernen Zeitalters“ und über russisch-europäische Literaturbeziehungen; 1997 schrieb er die Einleitung zur ersten russischen Bibliographie Josif Brodskijs (St. Petersburg). Für die im Rahmen des sog. „Wuppertaler Projekts“ von Lew Kopelew herausgegebene 10bändige Reihe „West-östliche Spiegelungen“ verfasste er mehrere Beiträge.

Konstantin Asadowskij ist Redaktionsmitglied einiger literarischer Zeitschriften in Russland , korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung (Darmstadt) und war im Jahre 1999 Jury-Vorsitzender des „Russischen Booker-Preises“.

Auszeichnungen: Friedrich-Gundolf-Preis 1990; Preis des Österreichischen Ministeriums für Kunst und Kultur 1991; Preis der Alexander-von-Humboldt-Stiftung 1995.

Veröffentlichungen in deutscher Sprache:
Rainer Maria Rilke – Marina Zwetajewa – Boris Pasternak. Briefwechsel (gemeinsam mit Evgenij Pasternak und Elena Pasternak). Frankfurt/M., Insel 1983.
Rilke und Russland. Briefe – Erinnerungen – Gedichte. Frankfurt/M., Insel 1886.
Rainer Maria Rilke und Marina Zwetajewa. in Gespräch in Briefen. Frankfurt/M., Insel 1992.
Friedrich Fiedler. Aus der Literatenwelt. Charakterzüge und Urteile. Tagebuch. Herausgegeben von Konstantin Asadowki. Göttingen, Wallstein 1996.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes



Dienstag, 10. November 2009, 19.00 Uhr

Ausstellung, Vortrag und Lesung

 

„Wir verstummen nicht“

Drei Künstlerschicksale im Exil und Widerstand gegen den Nationalsozialismus:

Jo Mihaly, Joseph Hahn, Miervaldis Birze

Ausstellung, Vortrag und Lesung konzipiert von Thomas B. Schumann

Die Verfolgungsmaßnahmen der Nationalsozialisten gegen unerwünschte, andersdenkende, demokratische, oft jüdische Kulturschaffende waren so gravierend, dass manche selbst heute nicht mehr so bekannt sind, wie sie es eigentlich verdienten. An drei derart ziemlich in Vergessenheit geratenen Künstlerpersönlichkeiten, die alle aus dem Osten stammten, soll an diesem Abend erinnert werden.

Jo Mihaly, 1902 im westpreußischen Schneidemühl, heute Piła/Polen, geboren, kreierte in den Zwanziger Jahren sozialkritische „epische Tänze“. Früh gegen den Nationalsozialismus aktiv musste sie 1933 mit ihrem Mann, dem jüdischen Schauspieler und Regisseur Leonard Steckel emigrieren. In der Schweiz wurde sie eine der wichtigsten Gestalten des Exils. Als Leiterin der „Kulturgemeinschaft der Emigranten“ verschaffte sie den emigrierten Künstlern, wie z.B. dem später berühmten Dirigenten George Solti, erste Auftrittsmöglichkeiten. Mit Hans Mayer gab sie die Exil-Zeitschrift „Über die Grenzen“ heraus. 1942 erschien ihr von Thomas Mann geschätzter Roman „Hüter des Bruders“ und 1945 ihr Gedichtband „Wir verstummen nicht“ in Zusammenarbeit mit Stephan Hermlin. Gleich nach Kriegsende wirkte sie als Mitglied im Stadtparlament von Frankfurt/Main und Gründerin der „Freien deutschen Kulturgemeinschaft“ beim politischen und kulturellen Wiederaufbau der BRD mit. 1949 zog sie ins Tessin und widmete sich bis zu ihrem Tod 1989 ihrem literarischen Schaffen. Ihr 2002 aus dem Nachlass veröffentlichter Roman „Auch wenn es Nacht ist“ ist ein ergreifender, versöhnlicher Text über Flucht und Vertreibung aus dem deutschen Osten, aufgrund dessen „Die Zeit“ sie „eine der großen Frauen des 20. Jahunderts nannte.

Joseph Hahn, 1917 im damals zur Donaumonarchie gehörenden südböhmischen Bergreichenstein geboren, studierte ab 1933 Kunst in Prag, wo er mit Peter Weiss befreundet war. 1939 musste er als Jude emigrieren – in England schlug er sich als Fabrikarbeiter und Bauernknecht durch, bis er in Oxford sein Kunststudium fortsetzen konnte. Im April 1945 emigrierte er weiter in die USA, wo er als Fotoretuscheur in New York arbeitete. 2007 ist er als letzter Vertreter jener so bedeutender Prager-deutschen Literatur, dessen berühmtester Protagonist Kafka war, in Vermont gestorben. Joseph Hahn war eine Doppelbegabung, Schriftsteller und bildender Künstler, der in renommierten Museen (z.B. Whitney Museum New York) ausstellte und in bedeutenden Sammlungen (z.B. Albertina Wien) vertreten ist. Seine Zeichnungen und Gedichte reflektieren in gleicher Weise die traumatischen Grunderfahrungen des europäischen Judentums im 20. Jh., die sich für ihn in die atomare Bedrohung verlängern. Auch wenn Hahns Texte vielfach in apokalyptischen Visionen, existentieller Verzweiflung und Sorgen um die Zukunft der Menschheit durchdrungen sind, so zeugen sie doch auch immer wieder von Hoffnung auf Errettung und Ergriffenheit von aller Schöpfung. Der 2004 erschienene Band „Die Doppelgebärde der Welt“ enthält Lyrik, Prosa und Zeichnungen Hahns.

Mierwaldis Birze, 1921 in Rujiena/Lettland geboren, begann 1939 ein Medizinstudium und wurde 1941 Sekretär der kommunistischer Studentengewerkschaft. Nach der Besetzung Lettlands durch die Nationalsozialisten wurde er im Juli 1941 verhaftet und ein Leidensweg durch mehrere Konzentrationslager – zunächst in Lettland, später in Deutschland – begann. Schwere Gesundheitsschäden zog er sich in bei der Zwangsarbeit im „Kommando Malachit“ im Buchenwald-Außenlager Langenstein-Zwieberge zu (Mithäftlinge H.G. Adler und Ivan Ivanji). Als im April 45 die KZ-Häftlinge auf einen zermürbenden „Todesmarsch“ geschickt wurden, gelang Birze eine abenteuerliche Flucht zurück nach Lettland. Dort nahm er sein Medizinstudium wieder auf und arbeitete als Tuberkulosefacharzt. Seit den Sechziger Jahren widmete er sich – bis zu seinem Tode 2000 – ausschließlich seiner schriftstellerischen Arbeit (Romane, Erzählungen, Essays, Theaterstücke). Der 2000 erschienene Band „Grashalme aus Lettland“ ist der einzige Titel des in seiner Heimat sehr populären, vielfach geehrten Autors auf Deutsch und enthält eine repräsentative Auswahl seiner Erzählungen, z.T. auch autobiographische mit Erfahrungen seiner KZ-Haft.

Die Bücher der drei vorgestellten Autoren erschienen in dem von Thomas B. Schumann gegründeten und geleiteten
Verlag Edition Memoria. Dieser publiziert ausschließlich Texte von Autorinnen und Autoren, die von Nazis verfemt und verfolgt, ins Exil getrieben oder im KZ misshandelt wurden. Thomas B. Schumann wurde als Schüler durch eine Begegnung mit Thomas Manns Witwe Katja auf diese Thematik aufmerksam. Heute kann das P.E.N. – Mitglied, Herausgeber, Autor, Ausstellungskurator, Vortragsreferent und Verleger auf ein einzigartiges, langjähriges Engagement i.S. Exilliteratur zurückblicken. Thomas B. Schumann hatte persönliche Kontakte zu zahlreichen im Dritten Reich exilierten Autoren, wie Günther Anders, Elias Canetti, Irmgard Keun, Walter Mehring, Hans Schal oder Elisabeth Mann Borgese. Er besitzt die wohl umfangreichste private Exilliteratur- und Kunst-Sammlung, womit er ein dieser Thematik gewidmetes Kulturzentrum begründen möchte.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes

 

 

Samstag, 14. November 2009, 18.00 Uhr

Liederabend

in der Reihe
„Konzerte der Anton Rubinstein Akademie im LKF“
Ein Projekt von Alla Blatow

Iva Danova, Mezzosopran
Radoslava Stoimenova, Klavier

Im Programm:
A. Caldara - Alma del core;
G. Verdi - Deh! Pietoso, oh, adollorata;
F. P. Tosti - Non t’amo piu;
H. Purcell - Hark! aus der Oper „The fairy queen“;
P. Tchaikovsky - November „Troika“ Op.37/11,
aus „ Die Jahreszeiten“;
P. Tchaikovsky - Ni slova, o drug moi;
S. Rachmaninoff - Ditja! Kak zvetok ti prekrasna;
S. Rachmaninoff - Polubila ja;
P. Tchaikovsky - Na son gradushtij;
S. Rachmaninoff - Elegie Op. 3/1;
J. Brahms - Rhapsodie g moll Op.79/2;
J. Brahms - Immer leiser wird mein Schlummer;
H. Wolf – Mignon;
W. A. Mozart - Non so piu cosa son cosa faccio,
aus der Oper „Die Hochzeit des Figaro“

Eintritt: 7,50 €, für Mitglieder des Lew Kopelew Forums und des Vereins Freunde und Förderer der Anton Rubinstein Akademie e.V. ist der Eintritt frei. Spenden sind willkommen.

 

 

Freitag, 20. November 2009, 18.30 Uhr

 

Gespräch


Frauen an der Schnittstelle zwischen Europa und Asien – am Beispiel Aserbaidschan

Im Rahmen des Deutsch-Aserbeidschanischen Jahres

Mitveranstalter:
Koordinationszentrum für Aserbaidschaner
in Deutschland e.V. (KAD)
mit der Unterstützung von Kulturamt der Stadt Köln und GEDOK-KünstlerInnenGemeinschaft, Köln
In Zusammenarbeit mit Eurokaukasia e.V.

Eröffnung: Johannes Bunk, Referat für interkulturelle Kunstprojekte der Stadt Köln

Grusswort: N.N., Vertreter der Botschaft der Republik Aserbaidschan

Begrüßung: Samira Patzer-Ismailova, Geschäftsführerin des KAD e.V.

Ansprache : Ingrid Scheller, Präsidentin des GEDOK Köln

Moderation des Abends: Annette Hager, Journalistin (WDR-Rundfunk)

Als ehemalige Sowjetrepublik am Rande Osteuropas hat Aserbaidschan neue Beziehungen zu den Staaten in Westeuropa geknüpft. Aserbaidschan, eines der kaukasischen Kulturländer, verbindet viele Traditionen des Okzidents und Orients und ist von beiden geprägt. Die Gesellschaft und die Kultur des Landes, historisch, sozialistisch und in der Modernen Zeit sind in Deutschland wenig bekannt. Dies trifft auch auf das Bild der aserbaidschanischen Frauen zu, deren Verhaltensweisen zwar in den orientalischen Traditionen des Landes wurzeln, insbesondere aber von der sowjetischen Weltsicht geprägt sind.

18:45 - Podiumsgespräch:

Aserbaidschanische Frau – Fremdsicht - Eigensicht


Prof. Dr. Eva–Maria Auch, HU Berlin, Eurokaukasia e.V

19.45 - Musikalische Darbietung:

Elnara Ismailova mit Werken aserbaidschanischer Komponistinnen

Bilder von Margarita Sokolova-Kerimova, Ofeliya Imanova

Empfang mit aserbaidschanischen kulinarischen Spezialitäten

Eintritt frei


Freitag, 27. November 2009, 19.00 Uhr

Vernissage

 

Farbe bekennen

 

Bilder von Natalia Lew

 

Eröffnung: Mascha Birger

Ein Paar Gedanken über Kunst

Kunsthistorische Einführung: NN

Eintritt frei

 

 

 

Sonntag, 29. November 2009, 16.00 Uhr

 

Gespräch

 

Von Shanghai nach Ostberlin - eine deutsch-jüdische Familiengeschichte des 20. Jahrhunderts

Maik Hamburger
im Gespräch mit Elisabeth Weber, Beirat des LKF

Maik Hamburger, geb. 1931 in Shanghai, lebte in der Schweiz, in England, dann in Berlin; ist Übersetzer vor allem von Shakespeare, war lange Jahre Dramaturg am Deutschen Theater; beteiligte sich 1989 am Neuen Forum.

Maik Hamburger wird über die verschiedenen Phasen seines Lebens erzählen, aber auch über das seiner Eltern:
- über seine Mutter, Ruth Werner, Kommunistin, hochrangige Agentin des GRU (Militärischer Aufklärungsdienst der Sowjetunion), worüber sie in ihrem Buch „Sonjas Rapport“ schrieb;
- über seinen Vater, Rudolf Hamburger, Architekturstudium bei Hans Poelzig, dann Architekt in Shanghai; ging für den Militärischen Aufklärungsdienst GRU in den Iran, dann nach Moskau geflohen, verhaftet, 1943-1952 in verschiedenen Lagern; nach der Freilassung Architekt in der DDR.

Im Gespräch mit Maik Hamburger wird versucht, den Verwerfungen und Abgründen des 20 Jhs. in den Lebensläufen von konkreten Menschen nachzuspüren.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes



Mittwoch, 02. Dezember 2009, 19.00 Uhr

In der Reihe

„Der schwierige Weg zum Nachbarn.
Von den unbekannten Mühen bekannter Übersetzer“


Gabriele Leupold im Gespräch mit Klaus Bednarz

Gabriele Leupold, geboren 1954 in Niederlahnstein, kam zunächst wie nebenbei zum Übersetzen. Nach ihrem Studium der Slawistik und Germanistik unterrichtete sie Deutsch als Fremdsprache (u.a. ein Jahr lang an der Universität Fukui in Japan), verbrachte einen zehnmonatigen Forschungsaufenthalt in Moskau und widmete sich in Berlin, wo sie mit Unterbrechungen seit 1982 lebt, der Galeriearbeit. Seit ihrer Rückkehr aus Japan übersetzt sie hauptsächlich aus dem Russischen, u.a. Ossip Mandelstam, Michail Bachtin, Vladimir Sorokin, Andrej Belyj und Boris Pasternak, organisiert und leitet seit den 90er Jahren zahlreiche Workshops für Übersetzer und Studierende, ist Koautorin der Video-Dokumentation „Spurwechsel: Ein Film vom Übersetzen“ (2003) und Mitherausgeberin des Bandes „In Ketten tanzen. Übersetzen als interpretierende Kunst“. Ihre Arbeit wurde 1997 mit dem Übersetzerstipendium der Dialogwerkstatt Zug und 2002 mit dem Paul-Celan-Preis ausgezeichnet.

2008 wurde sie für den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie „Übersetzung“ nominiert, und zwar anlässlich ihrer Übersetzung von Warlam Schalamow „Durch den Schnee. Erzählungen aus Kolyma 1“.

Warlam Schalamows Erzählband „Durch den Schnee“ ist in Gabriele Leupolds Übersetzung nun erstmals vollständig auf Deutsch verfügbar. Die kühle Präzision, die den Stil des Autors ebenso kennzeichnet wie die geschliffene Schönheit, mit der Schalamow den Schrecken inszeniert, werden in der deutschen Übertragung aufs Genaueste getroffen.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes


Freitag, 04. Dezember 2009, 19.00 Uhr

Klavierkonzert in der Reihe


Konzerte der Anton Rubinstein Akademie im LKF
Klavierklasse von Alla Blatow

Lucas Dunsche Violant, Alexandra Leibova, Tu Wensi, Ba Nini, Jakob Pincus, Lu Keying, Kasper Schonewille, Kim An-Na, Yin Lu, Radoslava Stoimenova, Lev Gordin, Kazuma Rinoie

spielen


Bach, Beethoven, Chopin ,Schumann, Liszt, Tschaikowski, Skriabin, Debussy und Piazzolla

Eintritt: 7,50 €, für Mitglieder des Lew Kopelew Forums und des Vereins Freunde und Förderer der Anton Rubinstein Akademie e.V. ist der Eintritt frei. Spenden sind willkommen.


Donnerstag, 10. Dezember 2009, 19.00 Uhr

Podiumsgespräch


Die Ukraine vor den Wahlen –
wer wird Präsident(in)?


Veranstaltung in ukrainischer und deutscher Sprache mit simultaner Übersetzung von Nadja Simon und Dana Quarg

In Zusammenarbeit mit der
Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Grußwort: Dr. Volodymyr Oliinyk, Projekt-Koordinator, Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Kiew

Moderation: Prof. Dr. Gerhard Simon, Historiker, Universität Köln, Ukraine-Spezialist

Podiumsteilnehmer:

Prof. Dr. Oleksiy Haran, Politologe, wissenschaftlicher Direktor der Schule für politische Analyse der Nationalen Universität „Kiew-Mohyla Akademie“.

Alina Getmantschuk, Journalistin, Chefredakteurin des Magazins „Glavred“, der wichtigsten außenpolitischen Zeitschrift; NATO-Spezialistin.

Mykola Rjabtschuk, Schriftsteller und Publizist, Mitbegründer der Kiewer Monatszeitschrift „Krytyka“, einer der einflussreichsten politischen Kommentatoren seines Landes. In Deutschland erschien 2005 bei Suhrkamp-Verlag sein Essay: „Die reale und die imaginierte Ukraine“.

Anschließend ein kleiner Empfang

Achtung: begrenzte Zahl der Plätze! Anmeldungen an: simone.okaj-braun@freiheit.org

Eintritt frei

Kontakt

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Neumarkt 18a
50667 Köln


Tel. (0221) 2 57 67 67
Fax. (0221) 2 57 67 68
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