„Toleranz, Moral, Menschlichkeit –

die Ideale und Träume  der deutschen und russischen

Aufklärer sind keine wirklichkeitsfremden Utopien.


Sie sind Wegweiser für unsere Gegenwart und Zukunft."


Lew Kopelew





Unsere nächste Veranstaltung


Freitag, 09. Dezember 2016, 19.30 Uhr

Veranstaltung zum Internationalen Tag der Menschenrechte 2016

VHS-Saal im Rautenstrauch-Joest-Museum, Cäcilienstr. 29


Einmischung unerwünscht:

Zivilgesellschaft unter Druck

am Beispiel von Russland, Tunesien und der Türkei

Die Volkshochschule Köln und Amnesty International bereiten – mit Unterstützung des Lew Kopelew Forums und des Vereins „Voices of Jasmine“ – für den 9. Dezember 2016 eine öffentlichkeits­wirksame Veranstaltung vor. Einen Tag vor dem Internationalen Tag der Menschenrechte soll der zunehmende Druck auf die kritische Zivilgesellschaft beleuchtet werden, der sich in immer mehr Ländern beobachten lässt und den Amnesty 2017 zum Thema einer globalen Kampagne machen wird.

Seit geraumer Zeit geraten weltweit große Teile der unabhängigen und kritischen Zivilgesellschaft immer stärker unter Druck. Mit Gesetzen, bürokratischen und steuerlichen Auflagen, Hetzkampagnen in den Medien, offener Repression und geheimdienstlichen Methoden wird gegen missliebige Initiativen und Nichtregierungsorganisationen vorgegangen. Personen, die sich für Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit, freie Gewerkschaften oder Umweltschutz einsetzen, werden eingeschüchtert, bedroht, kriminalisiert und offen verfolgt, weil sie politischen und wirtschaftlichen Macht- und Gewinninteressen im Weg stehen, Machtmissbrauch aufdecken oder diskriminierende gesellschaftliche Strukturen und Rollenzuschreibungen aufbrechen wollen. Nur ein Bruchteil der Vorfälle gelangt an die Öffentlichkeit. In der Veranstaltung werden Betroffene aus verschiedenen Ländern zu Wort kommen und berichten, was diese Entwicklungen für sie und ihre Organisationen bedeuten. Was geschieht aktuell in ihrem Land? Wieviel Spielraum haben sie? Welche Einschränkungen und Repressionen erleben sie, und wie wehren sie sich dagegen? Welche Art von Unterstützung von außen kann helfen, welche kann schaden? Wir wollen auch darüber sprechen, was sich hier in Köln tun lässt, um mitzuhelfen, zivilgesellschaftliche Freiräume anderswo zu verteidigen. Wie kann bürgerschaftliches Engagement helfen? Wie kann die Politik der Stadt Köln hierfür ihre internationalen Kontakte nutzen? Schließlich: Welchen Stellenwert haben diese Fragen in den internationalen Partnerschaften, die Köln mit Städten in Ländern unterhält, in denen die kritische Zivilgesellschaft zunehmend behindert, unterdrückt oder gar offen bekämpft wird?

Internationale Gäste und präsentierte Beispiele kommen aus Tunesien, Russland und der Türkei.

Teilnehmer:

Alexei Kozlov, Irina Scherbakova, Bülent Mumay, Osman Okkan, Gerrit Wustmann, Walid Ben Nasr, Voices of Jasmine e.V., Andreas Wolter, Frieder Wolf

Moderation: Diana Hodali (Freie Journalistin und Medientrainerin, u.a. Deutsche Welle)

Eintritt frei


Ausstellung


Der antikommunistische und antisowjetische Widerstand nach dem Zweiten Weltkrieg in Osteuropa

Die zweite Besatzung

Die NKWD-Razzia von Augustów

Juli 1945


Dauer der Ausstellung: 6.12.2016 - 20.01.2017

Öffnungszeiten: di – do.: 12.00 -18.00, fr.: 12.00 – 17.00 Uhr; während der Veranstaltungen u. nach Vereinbarungen

Kooperation: Polnisches Institut Düsseldorf, IPN/ Institut für Nationales Gedenken in Białystok,
Lew Kopelew Forum


Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Mai 1945 wurden zwar auch die osteuropäischen Länder von der deutschen Besatzung befreit. Aber mit der Besetzung durch die Rote Armee begann dort die Herrschaft des kommunistischen und sowjetischen Regimes. Die neuen aufgezwungenen Regierungen wurden militärisch noch bis Anfang der 1960er Jahre (wie in Polen von der noch tätigen Heimatarme) bekämpft. Diese historische Zeit ist in Westeuropa sehr wenig bekannt.

Im Juli 1945 führten die Einheiten der Roten Armee unter Mithilfe der ihr unterstehenden kommunistischen polnischen Armee, der Funktionäre, Konfidenten und Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes eine breit angelegte militärische Aktion in den Wäldern von Augustów im Osten Polens durch, die als „Razzia von Augustów“ (poln. „Obława Augustowska”) bekannt wurde. Die sowjetischen Einheiten durchkämmten die Wälder und Dörfer und verhafteten alle, die verdächtigt wurden, Kontakte zu den polnischen antikommunistischen Partisanen gehabt zu haben. Insgesamt wurden mehrere Tausend Personen verhaftet, über sechshundert von ihnen kamen nie zurück. Es ist wahrscheinlich, dass sich die Hinrichtungs- und Bestattungsorte nahe an der Grenze, auf der weißrussischen Seite befinden. Als sicher gilt, dass ihre Ermordung von den höchsten sowjetischen politischen Behörden gebilligt wurde. Die polnische Seite versucht seit vielen Jahren ihr Schicksal zu erforschen. Die präsentierte Ausstellung „Die zweite Besatzung. Die NKWD-Razzia von Augustów. Juli 1945” des Instituts für das Nationale Gedenken (IPN) Abteilung Białystok stellt diese Bemühungen dar.


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