Aktuelle Veranstaltungen

Ausstellung


Der antikommunistische und antisowjetische Widerstand nach dem Zweiten Weltkrieg in Osteuropa

Die zweite Besatzung

Die NKWD-Razzia von Augustów

Juli 1945


Dauer der Ausstellung:

6.12.2016 - 20.01.2017

Öffnungszeiten: di – do.: 12.00 -18.00, fr.: 12.00 – 17.00 Uhr; während der Veranstaltungen u. nach Vereinbarung

Kooperation: Polnisches Institut Düsseldorf, IPN/ Institut für Nationales Gedenken in Białystok,
Lew Kopelew Forum


Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Mai 1945 wurden zwar auch die osteuropäischen Länder von der deutschen Besatzung befreit. Aber mit der Besetzung durch die Rote Armee begann dort die Herrschaft des kommunistischen und sowjetischen Regimes. Die neuen aufgezwungenen Regierungen wurden militärisch noch bis Anfang der 1960er Jahre (wie in Polen von der noch tätigen Heimatarme) bekämpft. Diese historische Zeit ist in Westeuropa sehr wenig bekannt.

Im Juli 1945 führten die Einheiten der Roten Armee unter Mithilfe der ihr unterstehenden kommunistischen polnischen Armee, der Funktionäre, Konfidenten und Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes eine breit angelegte militärische Aktion in den Wäldern von Augustów im Osten Polens durch, die als „Razzia von Augustów“ (poln. „Obława Augustowska”) bekannt wurde. Die sowjetischen Einheiten durchkämmten die Wälder und Dörfer und verhafteten alle, die verdächtigt wurden, Kontakte zu den polnischen antikommunistischen Partisanen gehabt zu haben. Insgesamt wurden mehrere Tausend Personen verhaftet, über sechshundert von ihnen kamen nie zurück. Es ist wahrscheinlich, dass sich die Hinrichtungs- und Bestattungsorte nahe an der Grenze, auf der weißrussischen Seite befinden. Als sicher gilt, dass ihre Ermordung von den höchsten sowjetischen politischen Behörden gebilligt wurde. Die polnische Seite versucht seit vielen Jahren ihr Schicksal zu erforschen. Die präsentierte Ausstellung „Die zweite Besatzung. Die NKWD-Razzia von Augustów. Juli 1945” des Instituts für das Nationale Gedenken (IPN) Abteilung Białystok stellt diese Bemühungen dar.



Freitag, 20. Januar 2017, 19.00 Uhr


Finissage und Filmvorführung


Finissage der Ausstellung


Die zweite Besatzung

Die NKWD-Razzia von Augustów

Juli 1945


und eine Filmdokumentation zum Thema


Der antikommunistische und antisowjetische Widerstand nach dem Zweiten Weltkrieg in Osteuropa

Kooperation: Polnisches Institut Düsseldorf, IPN/Institut für Nationales Gedenken, Außenstelle Białystok, Lew Kopelew Forum e.V.

Doku-Drama


Die Razzia


(Originaltitel „Obława“) und Gespräch

Polen, Juli 2015, 52 Min., OmdtU; Buch und Regie: Beata Hyży-Czołpińska Kamera: Krzysztof Więckowski

Produzent: TV Belsat für das Institut für Nationales Gedenken

Preise: Sonderpreis des Vorsitzenden des TVP (Öffentliches Polnisches Fernsehen) Juli 2015




Grand Prix des Polnischen Instituts für Nationales Gedenken 2016; Preis des Polnischen Journalistenverbandes 2016)


Das polnische Filmplakat zum Film "Razzia", polnischer Originaltitel: "Obława"


Die preisgekrönte Filmdokumentation zeigt das Drama der NKWD-Razzia von Augustów im Juli 1945 (auch bekannt als das sog. "kleine Katyn") anhand der Gespräche mit Hinterbliebenen und schildert langjährige mühsame Bemühungen, das Schicksal der 592 Vermissten aufzuklären. Verhaftet wurden mehrere tausend Frauen, Männer, Minderjährige, oft einige Mitglieder einer Familie, 592 Personen kamen nie zurück. Ihre Gräber befinden sich höchstwahrscheinlich im Grenzgebiet von Belarus.

Im Gespräch

Beata Hyży-Czołpińska, Regisseurin und
Łukasz Lubicz-Łapiński, Autor der Ausstellung „Die zweite Besatzung. Die NKWD-Razzia von Augustów. Juli 1945“, Institut für Nationales Gedenken (IPN) Białystok

Zur Ausstellung:

Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Mai 1945 wurden zwar auch die osteuropäischen Länder von der deutschen Besatzung befreit. Aber mit der Besetzung durch die Rote Armee begann dort die Herrschaft des kommunistischen und sowjetischen Regimes. Die neuen aufgezwungenen Regierungen wurden militärisch noch bis Anfang der 60er Jahre (wie in Polen von der noch tätigen Heimatarme) bekämpft. Diese historische Zeit ist in Westeuropa sehr wenig bekannt.

Im Juli 1945 führten die Einheiten der Roten Armee unter Mithilfe der ihr unterstehenden kommunistischen polnischen Armee, der Funktionäre, Konfidenten und Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes eine breit angelegte militärische Aktion in den Wäldern von Augustów im Osten Polens durch, die als „Razzia von Augustów“ (poln. „Obława Augustowska“) bekannt wurde. Die sowjetischen Einheiten durchkämmten die Wälder und Dörfer und verhafteten alle, die verdächtigt wurden, Kontakte zu den polnischen antikommunistischen Partisanen gehabt zu haben. Insgesamt wurden mehrere Tausend Personen verhaftet, über sechshundert von ihnen kamen nie zurück. Es ist wahrscheinlich, dass sich die Hinrichtungs- und Bestattungsorte nahe an der Grenze, auf der weißrussischen Seite befinden. Als sicher gilt, dass ihre Ermordung von den höchsten sowjetischen politischen Behörden gebilligt wurde. Die polnische Seite versucht seit vielen Jahren ihr Schicksal zu erforschen. Die präsentierte Ausstellung „Die zweite Besatzung. Die NKWD-Razzia von Augustów. Juli 1945“ des Instituts für das Nationale Gedenken (IPN) Abteilung Białystok stellt diese Bemühungen dar.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger


Dienstag, 24. Januar 2017, 19.00 Uhr


Vortrag und Podiumsgespräch


Präsident Trump, die Ukraine,

Putins Russland und der Atomwaffensperrvertrag


Warum die Zukunft Osteuropas weltpolitische Bedeutung hat

Dr. Andreas Umland im Gespräch mit Prof. Gerhard Simon

Die Präsidentschaft Donald Trumps könnte für die Ukraine dramatische Bedeutung haben. Die USA werden vermutlich die kommenden Monate, wenn nicht Jahre stärker mit sich selbst beschäftigt sein als zuvor. Ein politischer Rückzug der USA aus Osteuropa würde Raum für den Kreml öffnen. Ja es ist von einem geopolitischen Deal zwischen Washington und Moskau die Rede, bei dem sich die USA bereit erklären könnten, die russische Annektion der Krim und Hegemonie Moskaus im postsowjetischen Raum anzuerkennen.

Wie auch immer sich die Ereignisse entwickeln werden: Ein Aufweichen der bisherigen westlichen Position gegenüber Moskau hat nicht nur für die Ukraine und Osteuropa Folgen. Dies würde auch das weltweite Regime zur Nichtverbreitung von Nuklearwaffen weiter schwächen. 1994 wurde die territoriale Integrität der Ukraine durch das sog. Budapester Memorandum zu einem Anhang des Nichtverbreitungsvertrages. Nachdem bereits drei Garantiemächte des Atomwaffensperrabkommens (Russland, China und Frankreich) in dieser oder jener Form den Deal von 1994 verletzt haben, drohen nun auch die USA von ihren damaligen Sicherheitszusagen abzurücken. Damit wäre die Logik des Nichtverbreitungsregimes, welches die Souveränität atomwaffenfreier Staaten schützen und dadurch die Proliferation von Kernwaffen verhindern soll, nachhaltig in Frage gestellt.

Andreas Umland ist Senior Research Fellow am Institut für Euro-Atlantische Kooperation in Kiew und Herausgeber der Buchreihe „Soviet and Post-Soviet Politics and Society“ beim ibidem-Verlag Stuttgart.


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Freitag, 27. Januar 2017, 19.00 Uhr

Ausstellungseröffnung und Buchvorstellung/Buchpremiere

Deutsche Künstler im Exil 1933-1945


Edition Memoria 2016

Von den im Buch vorgestellten 71 Künstlern stammt etwa ein Drittel aus den ehemaligen deutschen Ostregionen, (also Schlesien, Ostpreußen, Mähren u.a.), ist dort aufgewachsen oder hat dort gewirkt. Zu den dank der Arbeit von Thomas B. Schumann der Vergessenheit entrissenen und auch mittlerweile bekanntesten gehören: Eugen Spiro, Julie Wolfthorn, Ludwig Meidner, Lotte Laserstein, Erich, Klossowski, Rudolf Levy, Armin Stern u.v.a.

Ausstellung von einigen Originalwerken

Thomas B. Schumann begann nach dem Germanistikstudium seine freie journalistische Tätigkeit für Zeitungen wie „Die Zeit“, „Die Weltwoche“, „NZZ“ oder „FAZ“. Vor etwa dreißig Jahren begann er dann, Bücher deutscher Exilschriftsteller in Erstausgaben, als Widmungsexemplare oder bibliophile Editionen zu sammeln und später auch neu aufzulegen. Dazu gründete er 1995 seinen eigenen Verlag Edition Memoria in Hürth bei Köln. Seither sind unter diesem Label etwa 30 Titel erschienen, die davor nicht mehr in Neuauflage gegangen waren. Zu den Autoren zählen u.a. Elisabeth Mann Borgese, Georg Kreisler oder Georg Stefan Troller, aber auch viele, deren Namen in der Nachkriegszeit in Vergessenheit geraten waren. Im Zuge seiner Recherchen wurde er auch auf Arbeiten von Exilkünstlern aufmerksam, die er seit etwa 2005 mit derselben Passion zu sammeln begann. Seine Sammlung umfasst mittlerweile mehr als 600 Werke. Ein Teil des Ertrages dieser Leidenschaft wurde im Frühjahr 2016 in der beeindruckenden Ausstellung „Verfolgt und vertrieben. Deutsche Künstler im Exil 1933–1945“ in Konstanz gezeigt. Danach brachte Schumann einen Bild- und Textband heraus, in dem etwa 160 Gemälde und Papierarbeiten von 71 Künstlern abgebildet sind. Dazu zählen u.a. Charlotte Berend-Corinth, Adolf Fleischmann, Franz Heckendorf, Lotte Laserstein, Ludwig Meidner und Julie Wolfthorn.

Neben seiner umfassenden Bibliothek, seinem Verlag und seiner Kunstsammlung baute Thomas B. Schumann in den Jahrzehnten seiner unermüdlichen Mission ein weitreichendes Netzwerk auf, das Überlebende des Holocaust, des Naziregims und des Exils, ihre Ehegatten, Nachkommen und Zeitzeugen umfasst. Er knüpfte viele enge Freundschaften und gewann so Einblick in zum Teil erschütternde Biografien. Es ist sein erklärtes Ziel, ein Exil-Museum ins Leben zu rufen. Dies soll die Erinnerung an Künstler und Schriftsteller wachhalten oder wiedererwecken, die mit der schicksalsprägenden Zäsur des Exils in den meisten Fällen nicht nur aus der Heimat, sondern auch ins Dunkel des Vergessens verbannt wurden.

Thomas B. Schumann wird diesen ebenfalls im Verlag Memoria herausgegeben Bild- und Textband präsentieren, über darin vorgestellte Künstler und Literaten (v.a. jene „mit Ostbezügen“) und seine Begegnungen mit ihnen berichten. Autoren wie die Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller, der Journalist und Autor Georg Stefan Troller, der Schauspieler Mario Adorf und der Kurator und Kunsthistoriker Olaf Peters haben – meist eigens dafür verfasste – Texte beigesteuert. Der Gestalter der Publikation, Reinhard Köster hat all diese literarischen, geschichtlichen und künstlerischen Elemente ansehnlich zwischen zwei Buchdeckel zu bannen verstand.


Dauer der Ausstellung: Fr., 27.01.2017 – Fr., 12.02.2017.

Öffnungszeiten: mo. – fr., 12.00 – 18.00 Uhr, während der Veranstaltungen und nach Vereinbarung, Tel.: 0221 2 57 67 67, info@kopelew-forum.de


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger

Kontakt

Lew Kopelew Forum
Neumarkt 18a
50667 Köln


Tel. (0221) 2 57 67 67
Fax. (0221) 2 57 67 68
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