Aktuelle Veranstaltungen

Ausstellung


25.04.2017 – 19.05.2017


Die Deutschen in St. Petersburg

Kultur, Wissenschaft und Politik im Herzen Russlands (17. bis 20. Jh.)

Eröffnung: Fritz Pleitgen

Einführung: Lilia Lawruk, Leiterin der Integrationsagentur in Mettmann beim Integration-Kulturzentrum e.V. im Kreis Mettmannin

Dauer der Ausstellung: 25.04.2017 – 19.05.2017
Öffnungszeiten: di – do.: 12.00 -18.00 Uhr, fr.: 12.00 – 17.00 Uhr sowie während der Veranstaltungen u. nach Vereinbarungen


Die Ausstellung ist eine Gemeinschaftsproduktion des Integration-Kulturzentrum (IZK) e.V. im Kreis Mettmann und des Deutsch-Russischen Begegnungszentrums an der lutherischen Petrikirche Sankt Petersburgs. Die Ausstellung ist 2011 im Auftrag des BMI entstanden. Sie besteht aus 22 Tafeln, ist zweisprachig – deutsch und russisch – und thematisch nach Bereichen geordnet, die von Medizin (Ärzte und Apotheken) über das Bildungswesen, Kirchen, Vereine, Deutsche in Verwaltung und Politik, Deutsche im Militär etc. reichen. Sie ist mit vielen Bilder, Grafiken und Karten versehen.

Die Gründung der lutherischen Gemeinde in Sankt Peterburg fällt beinahe mit der Gründung der Zarenstadt zusammen. Zar Peter II. schenkte der Gemeinde ein Grundstück auf dem heutigen Newskij Prospekt. Im Jahr 1728 begann der Bau der lutherischen Steinkirche. Die Kirche konnte nach nur zweijähriger Bauzeit am 14./25. Juni eingeweiht, der Innenausbau nach 8 Jahren fertiggestellt werden.

1833 wurde das alte Kirchengebäude abgerissen und innerhalb von nur fünf Jahren die neue St. Petrikirche errichtet. Die unmittelbare Bauleitung übernahm der deutsche Architekt Georg Zollikofer. Nach der Einweihung am Reformationstag 1838 fanden 3000 Menschen in der Kirche Platz.

Unter der Regierung der Sowjetmacht wurde die Kirche 1938 geschlossen. Im Jahr 1955 wurde im Stadtrat entschieden, dass die Kirche in ein Schwimmbad umgebaut werden soll, welches 1963 eröffnet wurde.

Nach dem Ende der Sowjetunion wurde das Gebäude wieder an die lutherische Kirche zurückgegeben. Das renovierte Gotteshaus steht seinen Gläubigen nun offen. Das Becken des Schwimmbades kann man sich auch heute noch ansehen. Unter dem Platz, wo ehemals der Sprungturm stand, befindet sich der Chorraum mit einem kleinen Andachtsraum.

Heute ist die 350 Mitglieder umfassende Petrigemeinde wieder lebendig und aktiv. Viele der Gemeindemitglieder sind Deutsche aus anderen Teilen der ehemaligen Sowjetunion: Russlanddeutsche, die nach 1990 vor allem aus Kasachstan und Sibirien nach Sankt Petersburg kamen.

Der Kellerraum der Schwimmbadkirche, zur gleichen Zeit auch der Kathedrale der evangelisch-lutherischen Kirche Russlands (ELK) als Zeuge und Symbol der Enteignung des Gebetshauses, ist ein deutliches Zeichen der Unterdrückung und des Glaubensschicksals in der atheistischen Sowjetzeit im Russland des 20. Jahrhunderts geworden und dient als Gedenkstätte an Opfer der Vertreibung, Repressionen und Kriege.

Eintritt frei



Donnerstag, 04. Mai 2017, 19:00 Uhr


Vortrag und Diskussion


Vortrag von und Diskussion mit


Prof. Dr. Carl Bethke

Migrationen und Zwangsmigrationen aus und in Ost- und Südosteuropa
von den Balkankriegen bis zur Gegenwart

Moderation: Tobias Flessenkämper, Geschäftsführer der Südosteuropagesellschaft, Zweigstelle Köln




Eine Veranstaltung der Südosteuropa-Gesellschaft e.V. Zweigstelle Köln und des Lew Kopelew Forums e.V.

Politische Umwälzungen und Herrschaftswechsel haben im 20. Jahrhundert auch und gerade in Südosteuropa Millionen Menschen zu Flüchtlingen und Vertriebenen gemacht. Durch staatlich geplante „Aus- und Umsiedlungen“, bzw. Ausweisungen und Deportationen, erhielten Städte und ganze Landschaften, wie etwa im Norden Griechenlands, im Osten Bosniens, oder in der Vojvodina ein neues Gesicht. Obwohl die meisten dieser Ereignisse und Prozesse mit erheblicher oder außerordentlicher Gewaltanwendung (auch „von unten“) verbunden waren, erblickte man in der „Entmischung“ gleichwohl ein Mittel zur Entschärfung künftiger ethnischer Konflikte, und suchte diese gar zur sozialen Steuerung und Umverteilung zu nutzen. Erst der Dayton-Vertrag von 1995 setzte sich demgegenüber erstmals das Ziel, eine Rückkehrmöglichkeit für alle Flüchtlinge durchzusetzen.

Der Vortrag bietet einen Überblick über diese Ereignisse und Entwicklungen, einschließlich eines Ausblicks auf Südosteuropa als Flucht-Route ("Balkan-Route").

Carl Bethke ist Junior-Professor für Südosteuropäische Geschichte an der Eberhard-Karls Universität Tübingen. Der Lehrstuhl wird gefördert von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM).

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger


Donnerstag, 11. Mai 2017, 19:00 Uhr


Buchvorstellung und Gespräch mit dem Autor

Reinhold Vetter

Nationalismus im Osten Europas

Was Kaczynski und Orbán mit Le Pen und Wilders verbindet

Was steckt hinter dem neuen Populismus im Osten Europas?

Erschienen: März 2017, Ch. Links Verlag Berlin

Moderation: Dr. Elisabeth Weber, LKF-Beirat, und Robert Baag Osteuropa-Historiker, Journalist

Die Krise der Europäischen Union wird auch mit dem Erstarken nationalistischer Bewegungen im Osten Europas in Zusammenhang gebracht. Die Verbindungen zu rechtspopulistischen und rechtsextremen Parteien in Frankreich, den Niederlanden oder Deutschland lassen eine „Internationale der Autoritären“ befürchten. Welche Ursachen sind für diese Entwicklungen auszumachen? Welche Rolle sollte dabei die EU spielen?


Reinhold Vetter analysiert die Nationalismen in Polen, Ungarn, der Tschechischen Republik und der Slowakei und wirft einen Blick auf ähnliche Phänomene in Kroatien, Slowenien oder den baltischen Staaten. Er zeigt die Gemeinsamkeiten und Unterschiede auf und diskutiert die Perspektiven und Optionen eines bedrängten Europas.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger


Donnerstag, 18. Mai 2017, 19:00 Uhr


Buchvorstellung


Gudrun und Karl Wolff


Die Reise ins Morgen-Land

Tatarstan zwischen Moskau und Singapur
Essays, Reportagen und Geschichte (n)


Pop Verlag, Oktober 2016

Gudrun und Karl Wolffs neues Russland-Tatarstan-Reisebuch ist vor der Frankfurter Buchmesse 2016 im Pop-Verlag Ludwigsburg erschienen. Es ist das erste in deutscher Sprache über die hierzulande unbekannte Republik Tatarstan an der mittleren Wolga. In 47 Kapiteln legen sie einen in seiner Vielfalt faszinierenden kaleidoskopartigen Reisebericht in Essays, Reportagen und Geschichte (n) vor. Ihre Reise nach Tatarstan ist eine Reise an den Ursprung der tatarischen Nation und an den Ausgangspunkt der geschichtlichen Entwicklung, durch die aus dem Moskauer Fürstentum Russland wurde und daraus das Russische Imperium. Anders als die apologetischen und polemischen Russlandbücher, die seit der Annexion der Krim erschienen sind, setzt „Die Reise ins Morgen-Land“ bei der Analyse und Beschreibung des heutigen politischen und gesellschaftlichen Lebens nicht bei der Figur des Präsidenten, des Kremls oder de Hauptstadt an, sondern verbindet beeindruckende Lebensgeschichten und Persönlichkeiten mit einer faszinierenden Fülle von Themen, Perspektiven und Orten. Prüfend, kritisch, offen, die Dinge beim Namen nennend, mit einem fragenden Blick in die Zukunft. Jenseits der orientalischen Stereotypen vom „Tatarenjoch“ und den „Enkeln Dschingis Khans, aber mit dem Wissen um die schmerzlichen Folgen der Geschichte und repressiver Politik entsteht das facettenreiche Porträt der nationalen Widergeburt der zweitgrößten Ethnie in Russland in einer multinationalen Republik, die im Geist der Toleranz, der Bildung, des Fortschritts an der Nahtstelle zwischen Europa und Asien ihren transnationalen Erfolgskurs in der globalisierten Welt beschritten hat.


Die Autoren, Slawisten, Osteuropahistoriker und Mitbegründer der deutsch-russischen Gesellschaft Münster, praktizieren seit mehr als fünfundvierzig Jahren den interkulturellen Dialog zwischen Russland und Deutschland in vielfältigen Projekten. Karl Wolffs Gedichtband „ex oriente luxus. Infinitives aus Russland“ (Edition Thaleia) gilt laut Moskauer Akademie der Wissenschaften als das „einzige poetische Russlandbild in der deutschen Literatur“, dem „exemplarischer Charakter“ bescheinigt wird. Ihr erstes gemeinsames Russlandbuch „Der Zeit voraus. Grenzgänge im Ural“ wurde als „eines der besten Bücher über Russland in deutscher Sprache“ (M. Tscheboteva, Jekaterinburg) gelobt.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger

Kontakt

Lew Kopelew Forum
Neumarkt 18a
50667 Köln


Tel. (0221) 2 57 67 67
Fax. (0221) 2 57 67 68
info@388b7d674a95472fad9ea239a48e0c9dkopelew-forum.de  

Mitglied werden

Werden Sie Mitglied

im Lew Kopelew Forum.

Gefördert durch 

Gefördert durch