Aktuelle Veranstaltungen

Dienstag, 27. Juni 2017, 19.00 Uhr

Präsentation


Oberschlesien prosaisch

Präsentation des „Literarischen Reiseführers“ und des Reportageromans


Małgorzata Szejnert

Der schwarze Garten

Mitveranstalter: Deutsches Kulturforum östliches Europa, Potsdam

Ein Gespräch mit Benjamin Voelkel und Marcin Wiatr

Małgorzata Szejnert, Der schwarze Garten. Verlag Deutsches Kulturforum östliches Europa 2015. Aus dem Polnischen von Benjamin Voelkel.





Małgorzata Szejnert schildert in ihrem Buch „Czarny ogród“, das Benjamin Voelkel kongenial ins Deutsche übertrug, die Geschichte der oberschlesischen Bergarbeitersiedlungen Gieschewald/Giszowiec und Nickischschacht/Nikiszowiec, ab 1907 nach den Plänen der Architekten Georg und Emil Zillmann aus Berlin errichtet. Von den Konflikten zwischen Deutschen und Polen, die sich in Oberschlesien so radikal zuspitzten wie kaum anderswo, blieben sie nicht verschont. Der Autorin gelingt es, große Zusammenhänge anhand zahlreicher Details und Anekdoten anschaulich und begreifbar zu machen. Dafür durchforstete sie historische Arbeiten, Archive, Zeitungen, Briefe, Erinnerungen und private Fotoalben, sie sprach mit Nachkommen der ersten Bewohner, die oft noch in den Siedlungen leben. So entstand ein eindrucksvolles, vielschichtiges Bild der Zeit von 1907 bis heute.

Marcin Wiatr


Literarischer Reiseführer Oberschlesien


Fünf Touren durch das barocke, (post)industrielle, grüne, mystische Grenzland. Verlag Deutsches Kulturforum östliches Europa 18. März 2016

Marcin Wiatr zeigt eindrucksvoll in seinem Literarischen Reiseführer Oberschlesien, dass in Oberschlesien die Impulse für eine regionale Identität bis heute aus der mehrsprachigen Literatur kommen. Hier wurden Joseph von Eichendorff, Max Herrmann-Neiße oder Horst Bienek geboren. Auch Janosch hat seiner Heimat ein belletristisches Denkmal gesetzt, Tadeusz Różewicz lebte und schrieb hier, Jaromír Nohavica besang die Region und der Regisseur Kazimierz Kutz hielt sie in einer Filmtrilogie fest. Das Buch richtet den Blick auf Orte wie Nysa/Neiße, Gliwice/Gleiwitz, Mysłowice/ Myslowitz, Łubowic/Lubowitz und St. Annaberg/Góra Świętej Anny und widmet sich an ausgewählten Beispielen der Architektur, Wirtschaft, Industrie, Landschaft und Mystik dieser außergewöhnlich facettenreichen Region.

Marcin Wiatr stammt aus Gleiwitz/Gliwice, studierte Germanistik und Geschichte und arbeitet am Georg-Eckert-Institut für Schulbuchforschung am Projekt „Oberschlesien und sein kulturelles Erbe“. 2016 hat er über den oberschlesischen Politiker Wojciech Korfanty in literarischen und erinnerungspolitischen Diskursen der zwischen- und Nachkriegszeit promoviert.

Benjamin Voelkel studierte in Berlin und Moskau Polonistik, Russistik sowie Ost- und Südosteuropäische Geschichte. Magisterarbeit über Poetik und Strategie der Übersetzung von Bruno Schulz‘ „Die Zimtläden“, arbeitet als freiberuflicher Lektor und Übersetzer, u.a. lange Zeit für den Suhrkamp Verlag.


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Donnerstag, 29. Juni 2017, 19:00 Uhr


Der Tag, als der Krieg begann


Der 22. Juni 1941 und der deutsche Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion

in heutigen Erinnerungen

Podiumsgespräch

Der Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 besitzt in der deutschen Erinnerungskultur nicht den Stellenwert anderer Jahrestage im deutschen Gedenkkalender. In der Podiumsdiskussion werden aktuelle Erinnerungen an den deutschen Überfall auf die Sowjetunion in Deutschland, Belarus, der Ukraine und Russland dargestellt und diskutiert.

Auf dem Podium:

Christoph Meißner, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutsch-russischen Museum Berlin Karlshorst

Dr. Jürgen Zarusky - Institut für Zeitgeschichte München

Moderation:

Dr. Ekaterina Makhotina, Abteilung Osteuropäische Geschichte, Institut für Geschichtswissenschaft, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Samstag, 01. Juli 2017, 17.00 Uhr


Filmvorführung


Filmvorführung mit der Regisseurin

Anna Hoffmann

Pokà heißt Tschüss auf Russisch

Regie: Anna Hoffmann; Deutschland, Kasachstan 2014 | DCP | Farbe | 94 Min. | dt., russ. mit UT |

Buch: Anna Hoffmann, Oliver Haller; Kamera: Andreas Höfer; Darsteller: Pavlo Pasha Antonov, Thomas Papst, Natalia Belitski, Regina Kletinitch u. a.; Produzenten: Stephan Grobe, Oliver Haller

Moderation: Felix Riefer, Politologe, LKF-Beirat

Endlich erhält der Russlanddeutsche Alexander (Jurij Rosstalnyj) für sich und seine Familie den langersehnten Aufnahmebescheid aus Deutschland. Die Erwartungen an die neue Heimat sind hoch, doch können sie erfüllt werden? Die Tragikomödie „POKA heißt Tschüss auf Russisch“ erzählt von einer Reise ins Ungewisse, großen Hoffnungen und einer romantischen Liebesgeschichte.

Regisseurin Anna Hoffmann stammt selbst aus Kasachstan und lebt seit 1990 in Deutschland.

Das ZDF zeigte den Film am 29. August 2016 anlässlich des „Tages der Russlanddeutschen“, der seit 1982 im Gedenken an den 28. August 1941 begangen wird, an dem der Oberste Sowjet per Dekret mit der Zwangsdeportation von Hunderttausenden Russlanddeutschen begann.


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger


Mittwoch, 05. Juli 2017, 19.00 Uhr

Buchpremiere – Buchvorstellung mit der Autorin


Gusel Jachina


Suleika öffnet die Augen

Roman, Aufbau Verlag, März 2017

Aus dem Russischen von Helmut Ettinger

Lesung und Moderation:

Katharina Heinrich, Journalistin, Osteuropa-Historikerin, LKF-Beirat

Der überragende Bucherfolg aus Russland!
„Dieser Roman trifft mitten ins Herz.“ Ljudmila Ulitzkaja

Veranstaltung in deutscher Sprache



Eigentlich wollte Gusel Jachina einen Roman schreiben, der von der Geschichte ihrer tatarischen Familie inspiriert war. Bald aber merkte sie, dass sie dafür viel zu viel Stoff hatte. Also besuchte sie die Filmhochschule. Um die Geschichte in Bildern erzählen zu können, verfasste sie auch ein Drehbuch - und landete am Ende doch wieder bei der literarischen Form. In Russland wurde „Suleika öffnet die Augen“ Ende 2015 mit dem Nationalpreis ausgezeichnet, dem mit umgerechnet knapp 43.000 Euro dotierten Bolschaja-Kniga-Preis.

„Suleika öffnet die Augen“ kommt in 16 Übersetzungen in 24 Ländern auf den Markt. In Russland ist außerdem gerade eine achtteilige Fernsehserie in Vorbereitung; das Drehbuch dafür stammt von Gusel Jachina.

„Der Roman besitzt die wichtigste Eigenschaft echter Literatur: Er trifft mitten ins Herz“, schreibt die russische Schriftstellerin Ljudmila Ulitzkaja im Vorwort zum Debüt ihrer Kollegin Gusel Jachina. Und weiter: „Für mich bleibt es ein Rätsel, wie es einer so jungen Autorin gelungen ist, ein so eindringliches Werk zu schaffen, das Liebe und Zärtlichkeit in der Hölle besingt.“


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger


Mittwoch, 12. Juli 2017, 19.00 Uhr


Buchvorstellung mit dem Autor


Michail Schischkin


Die Eroberung von Ismail

Roman, DVA Mai 2017

Aus dem Russischen von Andreas Tretner
Buchvorstellung mit dem Autor


Moderation: Fritz Pleitgen, Ehrenvorsitzender des LKF

Lesung: Bernt Hahn


Eines der bedeutendsten Werke der russischen Gegenwartsliteratur, vielfach ausgezeichnet

Veranstaltung in deutscher Sprache




Es beginnt mit der Erschaffung der Welt – in einem Abteil der Belebeier Schmalspurbahn, tief in der russischen Provinz. Und damit, dass Alexander Wassiljewitsch, gestandener Provinzadvokat und Anwalt der Erniedrigten und Beleidigten, seinen Lebenslauf fürs Kompendium der Gerichtsrede zu schreiben hat. Daraus erwächst eine große Abrechnung, etwas wie Russlands Jüngster Tag. Im Zeugenstand die hohe Literatur: von Tolstois „Auferstehung“, dem berühmtesten aller russischen Gerichtsromane, über Dostojewskis „Verbrechen und Strafe“ bis hin zu Olga, Katja, Mascha, Larissa, all den tapfer beharrenden und tragisch vergehenden Frauen im Roman wie im Leben. Und immer wieder schieben sich die Erlebnisse eines jungen Mannes dazwischen, der Michail Schischkin heißt und vom chaotischen Moskau der 1990er Jahre einen langen Abschied nimmt.

Ein Roman, der sich aufschwingt durch Zeiten und Räume und die russische Geschichte von ihren wüsten Anfängen bis ins betrübliche Heute erfasst. Ein monumentales Werk von einem „mächtig ausgreifenden Erzähler und Wortgläubigen mit Klassikerpotenz, wie man ihn schon lange nicht mehr sah in der russischen Weltliteratur“ (NZZ am Sonntag).

„Michail Schischkin ist ein Sprachvirtuose.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger


Montag, 17. Juli 2017, 19.00 Uhr


In Polen so viel Neues!
Umbrüche in Polen und ihre Konsequenzen für Europa


Der Autor des Buches

Der Bruch

Ursachen und Konsequenzen des Umsturzes der Verfassungsordnung Polens 2015–2016


Edition Peter Lang 2016; Reihe: Studies in Political Transition

Prof. Klaus Bachmann

erzählt und diskutiert.

Moderation: Johanna Herzing, Journalistin, Deutschlandfunk: Redaktion Hintergrund



Aus dem Buch: Im Frühling 2015 sah es so aus, als stünde Polens Dritte Republik vor dem langweiligsten Wahljahr ihrer kurzen, 25jährigen Geschichte. Für den Herbst standen Präsidentschaftswahlen an, doch in den Umfragen lag der Amtsinhaber, Bronisław Komorowski, der vor seinem Amtsantritt der Bürgerplattform angehört hatte, so weit vorne, dass Kommentatoren spekulierten, er könne sogar schon in der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen das Rennen für sich entscheiden. Da es aussichtslos erschien ihn herauszufordern, entschied sich die Führung der größten Oppositionspartei „Recht und Gerechtigkeit“, den bis dahin fast unbekannten Andrzej Duda, einen relativ jungen Abgeordneten aus dem Europäischen Parlament, ins Rennen zu schicken… Dudas Kandidatur schien der beste Beweis zu sein, dass auch PiS überzeugt war, Komorowski würde gewinnen. Zu seinem Unglück schien auch Komorowski davon überzeugt zu sein...

Das Buch beschäftigt sich ausführlich mit den Ursachen und gesellschaftlichen Hintergründen für die Wahlsiege der national-konservativen Partei „Recht und Gerechtigkeit“ in 2015 und ihren Folgen für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und innenpolitische Stabilität in Polen. Es diskutiert die Konsequenzen für die internationale Position Polens in der EU und der NATO. Der Autor hält fest, dass die Entwicklung nicht nur einen Bruch mit der Verfassungsordnung, sondern auch mit den Traditionen und politischen Werten der polnischen Rechten und der außenpolitischen Grundlinie der Dritten Polnischen Republik darstellt.

Klaus Bachmann (* 1963 in Bruchsal) ist Journalist, Historiker und Politikwissenschaftler. Er ist Verfasser vieler Werke über deutsch-polnische und ukrainisch-polnische Beziehungen und Transitional Justice und Professor für politische Wissenschaften an der Uniwersytet SWPS (University of Social Sciences and Humanities) in Warschau.

Klaus Bachmann studierte osteuropäische Geschichte und slawische Sprachen an den Universitäten Heidelberg, Wien und Krakau. Von 1988 an lieferte er Korrespondenzen für deutsche und österreichische Zeitungen, 1989 erhielt er den Status eines Auslandskorrespondenten in Polen, später ebenfalls in Kiew, Minsk und Wilna. Mitte der 1990er Jahre wurde er Mitarbeiter von den deutschen Tageszeitungen Der Tagesspiegel, Stuttgarter Zeitung, Hannoversche Allgemeine Zeitung sowie von den polnischen Medien Rzeczpospolita, Polityka, Tygodnik Powszechny. Im Jahr 2000 promovierte er an der Universität Warschau über den polnisch-ukrainischen Konflikt in Galizien 1907–1914.

2004 habilitierte er an der Universität Breslau und wurde zum Leiter des Lehrstuhls für Politologie im Willy-Brandt-Zentrum der Deutschland- und Europastudien an der Universität Breslau ernannt. Er war visiting professor in Wien und Bordeaux und besuchte die People's University of China (Renmin) in Bejing sowie das American Institute for Contemporary German Studies an der Johns Hopkins University in Baltimore.

Er wurde 2006 zum außerordentlichen Professor an der Hochschule für Sozialpsychologie in Warschau berufen und 2013 zum ordentlichen Professor für Sozialwissenschaften ernannt.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger

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