Aufzeichnung der Online-Diskussion „Belarus -

Die größte Freiheitsbewegung in Europa?“


Mittwoch, 04. November 2020


Belarus
Die größte Freiheitsbewegung in Europa?

Vortrag und Gespräch mit

Prof. Dr. Katja Artsiomenka und

Dr. Diana Siebert

in Zusammenarbeit mit dem Freiheitskämpfer e.V.

Moderation: Lars Clarenbach

„Хавайся ў бульбу“ /„Versteck dich in den Kartoffel-Pflanzen“ – ist in Belarus nicht nur eine Redensart, sondern auch eine geschichtlich erprobte Methode gegen jegliche Willkür. Bewährt, jedoch nicht mehr aktuell. Seit Wochen protestieren die Belarusen und Belarusinnen gegen Gewalt und Repressionen und fordern Neuwahlen, Rücktritt von Lukaschenko sowie Freilassung aller politischen Gefangengen. Frauen, Rentner, Studierende, Ärzte, Arbeiter, Kulturschaffende, Sportler, Wissenschaftler, Hochschullehrer, ITler und „Cyberpartisanen“ - die erstarkte belarusische Zivilgesellschaft hat viele Gesichter und Protestformen. Diese Zivilgesellschaft demonstriert nicht, sie geht spazieren. Wird ihr die weiß-rot-weiße Fahne beschlagnahmt, nimmt sie einen weißen Pappdeckel in der Hand, auf dem draufsteht „das ist keine Fahne“. In Rot.

Dezentralisiert, gut vernetzt und sich einig? Was nun? Was tun? Wie lange noch? Um welchen Preis? Darüber diskutieren deutsch-belarussische Journalistin und Journalismusforscherin Prof. Dr. Katja Artsiomenka und Belarus-Historikerin
Dr. Diana Siebert.


Aufzeichnung der Buchvorstellung „Kronos‘ Kinder“ mit dem Autor Sergej Lebedew

Mittwoch, 28. Oktober 2020


Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats für Russlanddeutsche am Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte
Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

Moderation: Katharina Heinrich, Journalistin, LKF-Beirat

Konsekutives Dolmetschen ins Deutsche von Nika Mossesian


Foto aus dem Privatarchiv, Grafik Andreas Korn

14. Oktober 2020


In memoriam Karl-Heinz Korn


Liebe Freunde und Freundinnen des Lew Kopelew Forums,

gerne möchten wir Sie hiermit auf eine Webseite aufmerksam machen, die zum Gedenken an unser früh verstorbenes Vorstandsmitglied Karl-Heinz Korn (1953-2019) entstanden ist:



https://karlheinzkorn.wordpress.com/





Die Webseite wurde vor wenigen Tagen von Andreas Korn, dem Bruder von Karl-Heinz Korn, erstellt. Viele von Ihnen kannten Karl-Heinz Korn persönlich und schätzten ihn sehr. Wir laden Sie nun herzlich dazu ein, die Webseite zu besuchen, gemeinsam mit uns seiner zu gedenken und die Webseite durch bei Ihnen eventuell vorhandene Bilder und Geschichten, die Sie mit Karl-Heinz erlebt haben, zu ergänzen.


Aufzeichnung der Online-Diskussion


Georgien einen Monat vor den Parlamentswahlen
Wie steht es um die politische Kultur?

Donnerstag, 24. September 2020

mit Dr. Lasha Bakradze (Direktor des Giorgi-Leonidze Literaturmuseums in Tbilisi, Georgien)

Moderation: Walter Kaufmann (Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin)

Aufzeichnung der Online-Diskussion


Belarus 18 Tage nach der Pseudowahl:
Ein Land auf dem Weg zur Demokratie?


Donnerstag, 27. August 2020


mit Dr. Aliaksandr Dalhoŭski (Geschichtswerkstatt „Leonid Lewin“, Minsk) und
Dr. Felix Ackermann (Deutsches Historisches Institut, Warschau)

Moderation: Dr. Diana Siebert, (Belarus-Historikerin und LKF-Beirat, Köln

http://d.diana-siebert.de/osteuropa/)




Erklärung des Lew Kopelew Forums bezüglich der jüngsten Ereignisse in Belarus

und rund um die Vergiftung von Alexei Nawalny


15. September 2020



FREIHEIT UND SELBSTBESTIMMUNG FÜR BELARUS


Lew Kopelew Forum

Thomas Roth, Vorsitzender


Mit Bestürzung sehen wir seit Wochen, wie in Belarus von seinem autoritären Herrscher Aleksander Lukaschenkodas Recht auf freie, faire und nicht manipulierte Wahlen und das Recht auf freie Meinungsäußerung und Demonstrationsfreiheit mit brutaler Gewalt unterdrückt wird. Bei einem Treffen unlängst im russischen Sotschi erfuhr Lukaschenko mit diesem politischen Kurs vom russischen Präsidenten Putin dabei ausdrücklich Unterstützung.


Mit Respekt und Bewunderung sehen wir aber auch seit Wochen, wie sich in Belarus tausende Menschen, unter ihnen besonders viele Frauen, mutig der Brutalität der sogenannten Sicherheitskräfte entgegenstellen und dabei körperliche Unversehrtheit, Verhaftung und Gefängnis riskieren. „Die drei mutigen Frauen in Belarus, die gewaltfrei zusammen mit vielen anderen Menschen in den Straßen von Minsk und anderen belorussischen Städten die Proteste begonnen haben, sind ganz im Sinne vonLew Kopelew Vorbilder für uns alle,“ so Fritz Pleitgen, der Ehrenvorsitzende und Mitbegründer des Kölner Lew Kopelew Forums. Der russische Intellektuelle und Schriftsteller Lew Kopelew wurde nach Jahren der Haft im GuLag aus der damaligen Sowjetunion zwangsausgebürgert und verstarb 1997 nach 16 Jahren im Kölner Exil. Er kämpfte bis zum Schluss unermüdlich für Demokratie und Menschenrechte, wie er das heuteauch bezogen auf Belarus und Russland tun würde.


Vor 30 Jahren wurde die berühmte und bis heute gültige „Charta von Paris“ am 21. November 1990 in der französischen Hauptstadt verabschiedet. Darin bekannten sich die 34 Signatarstaaten aus Ost und West zu einer auf Menschenrechten und Grundfreiheiten beruhenden Demokratie. Außerdem zu Wohlstand auf der Grundlagevon wirtschaftlicher Freiheit und sozialer Gerechtigkeit. Davon sind Russland und Belarus heute sehr weit entfernt. Ihre Präsidenten regieren immer autoritärer. Einen Platz in einem gemeinsamen Europa kann aber nur beanspruchenund einnehmen, wer die Werte der (auch von Moskau unterzeichneten) „Charta von Paris“ achtet und ihnen praktisch folgt.


Wir appellieren deshalb an die europäische politische Öffentlichkeit, die Unterdrückung der Rechte auf freie Wahlen, Meinungs- und Demonstrationsfreiheit in Belarus nicht hinzunehmen. Wir rufen die Europäische Union, das europäische Parlament und die deutsche Bundesregierung dazu auf, resolut und mit konkretenMaßnahmen für die Opposition in Belarus einzutreten. Und wir fordern, die derzeit in Belarus in Haft sitzende Oppositionelle Maria Kolesnikowa und andere dort aus politischen Gründen Gefangene sofort in die Freiheit zu entlassen.


In Berlin wird derzeit der in Sibirien mit einem chemischen Kampfstoff vergiftete russische Oppositionelle Alexej Nawalny im Krankenhaus Charité ärztlich behandelt. Es
ist offensichtlich, dass Nawalny als kritische und aufklärende Stimme zum Schweigen gebracht werden sollte. Das darf im heutigen Europa nicht hingenommen werden, denn wir leben nicht mehr im frühen, noch von Stalin geprägten 20. Jahrhundert.


Dieses Verbrechen muß deshalb insbesondere von der russischen Regierung und Präsident Putin aufgeklärt und vor Gericht gebracht werden. Nur konsequente Aufklärung kann den Verdacht der Komplizenschaft an diesem Mordanschlag beseitigen. „Europa befreit sich vom Erbe der Vergangenheit“ heisst es in der Präambel der „Charta von Paris“. Darum müssen wir, soviel sehen wir heute, in Europa auch im Sinne Lew Kopelews nach wie vor ringen.

Kontakt

Lew Kopelew Forum
Neumarkt 18
50667 Köln


Tel. (0221) 2 57 67 67
Fax. (0221) 2 57 67 68
info@8915543472e2489a890a71923c30fc60kopelew-forum.de  



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