Aktuelle Veranstaltungen

Donnerstag, 01. Oktober 2020, 19.00 Uhr

Buchvorstellung und Lesung mit den Herausgebern

Veranstaltungsort:
NS-Dokumentationszentrum (EL-DE-Haus)
Appellhofplatz 23-25, 50667 Köln

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Leben und Tod in der Epoche des Holocaust in der Ukraine


Zeugnisse von Überlebenden


Metropol-Verlag, Berlin 2019

Buchvorstellung und Lesung mit den Herausgebern
Margret Müller und Werner Müller

in Zusammenarbeit mit dem NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln und mit dem Bundesverband Information und Beratung für NS-Verfolgte e.V.





Bis in die 1990er Jahre kam dem Holocaust in der Ukraine in öffentlichen Debatten, aber auch in der Forschung wenig Beachtung zu. Erst allmählich gerieten die deutschen Verbrechen in der Ukraine in den Blick. Wesentlich dazu beigetragen hat der ukrainische Historiker Boris Zabarko, der – 1935 geboren – als Kind den Holocaust im Ghetto Schargorod überlebte. Seit Mitte der 1990er Jahre veröffentlicht er auf Russisch Zeugnisse von Überlebenden. Ein erster Band erschien 1999 in Kiew, den Margret und Werner Müller auf Deutsch herausgaben.

Auf Boris Zabarkos Bitte hin haben sie auch die Herausgabe der folgenden drei Bände auf Deutsch besorgt. Um ein Gesamtbild vom Holocaust in der Ukraine zu vermitteln, wurden in der deutschen Ausgabe die 215 Berichte nicht alphabetisch aufgeführt, sondern den jeweiligen Tatorten zugeordnet. Die Orte folgen der Chronologie der Besetzung durch die Wehrmacht. Entstanden ist eine „Geografie des Holocaust“ in der Ukraine. In der Veranstaltung im NS-Dokumentationszentrum stellen Margret und Werner Müller nun das im letzten Jahr erschienene Buch vor.

Begrüßung: Tatiana Dettmer (Geschäftsführerin des Lew Kopelew Forum e.V.)

Aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens finden alle Veranstaltungen mit einer stark reduzierten Teilnehmerzahl statt. Für die Teilnahme an den Veranstaltungen im EL-DE-Haus ist eine verbindliche Anmeldung per E-Mail unter nsdok@stadt-koeln.de sowie eine Bestätigung durch das NS-DOK erforderlich. Für den Fall, dass Ihre Anmeldung aufgrund der beschränkten Teilnehmerzahl nicht berücksichtigt werden kann, bitten wir um Ihr Verständnis.

Sie können zudem kurz vor der Veranstaltung an der Kasse nach freien Plätzen fragen.

Treffpunkt: EL-DE-Haus | Preis: € 4,50 | ermäßigt: € 2,00



Samstag, 10. Oktober 2020, 17.00 Uhr

Buchvorstellung mit dem Autor


Solidarität mit Schwierigkeiten


Das Bremer Koordinationsbüro der polnischen Gewerkschaft Solidarność und das Engagement Bremens für Polen in den 1980er Jahren


Edition Falkenberg, Rothenburg a.d. Wümme 2020


Buchvorstellung mit dem Autor

Dr. Rüdiger Ritter

und mit dem Zeitzeugen

Prof. Dr. em. Hans Henning Hahn

Moderation: Dr. Ingo Eser, Osteuropahistoriker mit Polen-Schwerpunkt


13. Dezember 1981. Eine Delegation der polnischen Gewerkschaft Solidarność aus Danzig trifft in Bremen zu einem Arbeitsbesuch ein. Dort erfahren sie, dass wenige Stunden nach ihrer Ausreise aus Polen dort das Kriegsrecht verhängt und die Solidarność zerschlagen wurde. Sie beschließen daraufhin, in Bremen zu bleiben, und gründen ein „Informations- und Koordinationsbüro“ für die Hilfe für Solidarność, das jedoch nur kaum zwei Jahre besteht. Den Mitgliedern wurde von deutscher wie von polnischer Seite Unfähigkeit vorgeworfen, es kamen sogar Gerüchte auf, bei ihnen handele es sich um raffiniert getarnte Agenten des polnischen Geheimdiensts – freilich ohne dass jemand dafür Beweise vorlegen konnte.

Rüdiger Ritter zeichnet in diesem Buch erstmals das Wirken des Bremer Büros detailliert nach. Mit der Unterstützung des Bremer Senats und der Bremischen Bürgerschaft, aber auch vieler Organisationen und Privatpersonen entfalteten die Büromitglieder anfangs beträchtliche Aktivität, bis sie in die Mühlen der deutsch-polnischen Missverständnisse gerieten: Gläubige katholische Freiheitskämpfer einerseits und gestandene deutsche Partei- und Gewerkschaftsfunktionäre andererseits – auch wenn sie in Bremen nicht zueinander fanden, so stand das Bremer Büro doch am Beginn eines neuen deutsch-polnischen Annäherungsprozesses, der sich an diesem Beispiel wie unter einer Lupe betrachten lässt. Das Wirken des Büros ist daher sowohl ein zu Unrecht vernachlässigter Teil der Geschichte Bremens als auch der deutsch-polnischen Beziehungen.

Dr. Rüdiger Ritter (*1966) Osteuropahistoriker, Musikwissenschaftler, Ausstellungskurator. Langjähriger Lehrbeauftragter an der Universität Bremen, außerdem an der FU Berlin und aktuell an der Jacobs University Bremen. Gastdozenturen in Tschechien, Polen und Frankreich. Forschung u. a. in den Projekten „Das Deutschlandbild der Russen und das Russlandbild der Deutschen“ (Universität Wuppertal), „Kollektive Identitäten und Geschichte in postsozialistischen Diskursen: Belarus, Litauen, Polen, Ukraine“ (Universität Bremen), „Widerständigkeit durch Kulturtransfer – Jazz im Ostblock“ (FU Berlin), „Amerikaner in Bremerhaven“ (Museum der 50er Jahre Bremerhaven) „Europadiskurse im polnischen Zweiten Umlauf“ (FSO Bremen), „Solidarität mit Hindernissen. Die schwierige Verständigung von Solidarność-Mitgliedern in Westdeutschland zu Beginn der 1980er Jahre“ (TU Chemnitz). Zahlreiche Publikationen zur politischen und Kulturgeschichte des östlichen Mitteleuropa im 19. und 20. Jahrhundert.

Prof. Dr. em. Hans Henning Hahn (*1947) hat 1976 in Köln bei Theodor Schieder promoviert und 1986 in Köln habilitiert. Bis zu seiner Emeritierung war er Professor für Moderne Osteuropäische Geschichte an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Im Mittelpunkt seiner Forschungsarbeit lagen die polnische Geschichte sowie Fragen der Gedächtniskultur und der Historischen Stereotypenforschung. 2010 erhielt er die Dankesmedaille des Europäischen Zentrums der Solidarnosc, die ihm vom polnischen Staatspräsidenten Bronislaw Komorowski überreicht wurde. Im Jahre 2011 wurde ihm das Großkreuz des Verdienstordens der Republik Polen verliehen.


Dr. Ingo Eser (*1969) ist Osteuropahistoriker mit Schwerpunkt Polen und Tschechien. Sein besonderes Interesse gilt den Themen Minderheiten, Nationalismus, Zwangsmigrationen und der Konstruktion von Ethnizität. Während des Studiums und im Rahmen verschiedener Forschungsprojekte verbrachte er längere Zeit u. a. in Warschau und Breslau. Bis 2019 Wissenschaftlicher Mitarbeiter bzw. Lecturer an der Universität zu Köln, ist Ingo Eser heute freiberuflich tätig und lebt bei Heidelberg.

CORONA-HINWEIS: Aufgrund der aktuellen Lage ist die Zahl der Teilnehmer bei unseren Veranstaltungen begrenzt. Wir bitten um eine verbindliche Anmeldung bis zum 08.10.2020 telefonisch unter 0221 257 67 67 oder per Email unterinfo@kopelew-forum.de. Bitte bringen Sie Ihre Mund-Nase-Bedeckung zur Veranstaltung mit und beachten Sie die Maskenpflicht in der gesamten Neumarkt-Passage. Vielen Dank für Ihr Verständnis!

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger


Mittwoch, 28. Oktober 2020, 19.00 Uhr

Buchvorstellung mit dem Autor


Kronos‘ Kinder


Aus dem Russischen von

Franziska Zwerg, S.Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2018

Buchvorstellung mit dem Autor

Sergej Lebedew

Moderation: Katharina Heinrich, Journalistin, LKF-Beirat

Konsekutives Dolmetschen ins Deutsche von Nika Mossesian

In seinem neuen Roman entdeckt Sergej Lebedew seine deutschen Wurzeln.

Als der betrunkene Nachbar in den Gänsen die Deutschen zu erkennen glaubt und sie wildwütig abmurkst, ahnt der kleine Kirill, dass das Verhältnis von Russen und Deutschen ein besonderes sein muss. Seine Großmutter Karolina kann so manche Geschichte erzählen, sie ist die letzte Überlebende aus dem deutschen Zweig der Familie. Mit Karolinas Erinnerungen im Gepäck zieht der inzwischen erwachsene Kirill los und sucht in Leipzig, Halle und Münster nach seinen deutschen Ursprüngen. Auf der Suche nach seinen Ahnen findet Kirill quer durch zwei Jahrhunderte deutsch-russische Geschichte. Nicht unmöglich, dass sich in der Schlacht von Stalingrad zwei Verwandte als Feinde gegenüberstanden. Spannend zeigt Sergej Lebedew in seinem sehr persönlichen Roman, wie eng und wie tragisch die deutsche mit der russischen Geschichte verknüpft ist.

Sergej Lebedew (geb. 1981) arbeitete nach dem Studium der Geologie als Journalist. Seit dem Ukrainekonflikt ist ihm in Russland die journalistische Tätigkeit untersagt, daher veröffentlicht er in deutschen Medien. Gegenstand seiner Romane sind für den 1981 Geborenen die russische Vergangenheit, insbesondere die Stalin-Zeit mit ihren Folgen für das moderne Russland. Lebedew lebt zurzeit in Berlin.


Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats für Russlanddeutsche
am Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte


Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

CORONA-HINWEIS: Aufgrund der aktuellen Lage ist die Zahl der Teilnehmer bei unseren Veranstaltungen begrenzt. Wir bitten um eine verbindliche Anmeldung bis zum 26.10.2020 telefonisch unter 0221 257 67 67 oder per Email unter info@kopelew-forum.de. Bitte bringen Sie Ihre Mund-Nase-Bedeckung zur Veranstaltung mit und beachten Sie die Maskenpflicht in der gesamten Neumarkt-Passage. Vielen Dank für Ihr Verständnis!

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger

Kontakt

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