Aktuelle Veranstaltungen

Ausstellung


Mein Name ist Eugen

Gespräche über das Aufwachsen in zwei Kulturen

von Eugen Litwinow

Dreizehn junge Erwachsene sind als EVGENIJ in der Sowjetunion und deren Nachfolgestaaten geboren und als EUGEN bereits in Deutschland großgeworden. Im Spannungsverhältnis zwischen hier und dort reflektieren junge Russlanddeutsche über Identität, Entheimatung und Beheimatung.


2013 porträtierte der Künstler Eugen Litwinow seine Namensvettern in Nordrhein-Westfalen, führte Interviews und publizierte das Buch MEIN NAME IST EUGEN mit Unterstützung des Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen.

Als interdisziplinäres Projekt aus Interviews, Fotografie und Grafik, aber auch mit Exkursen in Soziologie und Zeitgeschichte, behandelt es das Thema der Integration von russlanddeutschen Spätaussiedlern facettenreich. Die Präsentation bietet Anlass, über aktuelle Fragen der Identitätsfindung, Migration und Integration zu sprechen.

In der Ausstellung werden Fotografien und Grafiken des Buches präsentiert.

Die Ausstellung ist ein Projekt des Kulturreferats für Russlanddeutsche in Kooperation mit dem Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte Detmold.

In Zusammenarbeit mit

Mit freundlicher Unterstützung durch

Dauer der Ausstellung: 5.12.2018 – 15.02.2019; Öffnungszeiten: mo-do 12.00 – 18.00, fr 12.00 – 17.00 u. während der Veranstaltungen


Eintritt frei



Donnerstag, 07. Februar 2019, 19.00 Uhr


Szenische Lesung


Lew Tolstoj und Sofia Tolstaja


Eine Ehe in Briefen

Die Schauspieler

Christiane Lemm und Bernt Hahn

stellen unter dem Titel „Eine Ehe in Briefen“ den Briefwechsel von Lew Tolstoj und Sofia Tolstaja
in einer szenischen Lesung vor.

Lew Tolstoj schrieb Romane, die an Umfang und Tiefe ihresgleichen suchen. In dem Bedürfnis nach einem sinnerfüllten Leben wurde er politisch aktiv und zum erbitterten Gegner von Kirche und Staat.


Sofia Tolstaja durchlebte sechzehn Schwangerschaften, zog von dreizehn lebend Geborenen acht Kinder auf und führte den großen Haushalt. Quasi als Agentin ihres Mannes schrieb sie dessen Romane teilweise mehrfach ab und redigierte sie. Erbittert verteidigte sie das Werk Tolstojs und auch die Familie gegen die Zumutungen der Anhängerschaft ihres Mannes. Ihr gemeinsamer Weg blieb bis zum Ende - dem tödlichen Zweikampf zweier starker Menschen - immer eine außergewöhnlich intensive Liebesgeschichte.

Dokumentiert wird das in ihrem ausgedehnten Briefwechsel, der die gesamte Dauer der über fünfzig Liebes- und Ehejahre umfasst. Die Tolstojs fügten einander grausame seelische Verwundungen zu, offenbarten ihr Innerstes, und beschworen einander immer wieder ihre Liebe.

Christiane Lemm und Bernt Hahn waren beide früher Mitglieder in den Ensembles des Schauspiel Köln und des Düsseldorfer Schauspielhauses, bis heute sind sie auch im

In– und Ausland gefragte Leser literarischer Texte.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger

Eine Anmeldung ist erwünscht aber nicht erforderlich.


Dienstag, 12. Februar 2019, 19.00 Uhr


Vortrag


Säkularität als Herausforderung
Der bosnische Islam von 1878

bis zur Gegenwart

Vortrag von Prof. Wolfgang Höpken, Universität Leipzig

Gemeinsame Veranstaltung der Südosteuropagesellschaft, Zweigstelle Köln, und dem Lew Kopelew Forum

Moderation: Dr. Jutta Lauth Bacas, Leiterin der Zweigstelle Köln der SüOEG

Besonderen Akzent wird Prof. Höpken auf die langen Linien in der diskursiven Auseinandersetzung mit Säkularität in Bosnien und Herzegowina legen und deutlich machen, welch vielschichtiges Bild sich im Verhältnis zum Islam im heutigen Bosnien und Herzegowina ergibt.

In der anschließenden Diskussion kann vertiefend auf die aktuelle Lage eingegangen werden, etwa auf das Konzept eines „europäischen“ Islams bosnischen Typs, wie es heute in der Öffentlichkeit diskutiert wird.

Prof. Wolfgang Höpken ist Professor für Ost- und Südosteuropäische Geschichte der Universität Leipzig. Er übte die Lehrtätigkeit an den Universitäten Hamburg, Oldenburg, Basel, und Braunschweig aus. Gastaufenthalte und Gastprofessuren in den USA (Woodrow-Wilson-Center for International Scholars, Washington, D.C.; Ohio-University). 2000-2005 war er Direktor des Georg-Eckert-Instituts für Internationale Schulbuchforschung Braunschweig. Wolfgang Höpken ist u.a. Vizepräsident der Südosteuropa-Gesellschaft und Vorsitzender der Südosteuropa-Kommission der Göttinger Akademie der Wissenschaften. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören: Sozial- und Kulturgeschichte Südosteuropas, in jüngerer Zeit insbesondere Geschichte der Erinnerungskulturen, Geschichte der Gewalt.

Dr. Jutta Lauth Bacas ist Sozialanthropologin mit dem Schwerpunkt Migration in Deutschland und Griechenland.

Ihre Forschungsthemen sind Arbeitsmigration, transnationale Migration, Flucht und Asyl unter besonderer Berücksichtigung der Bootsmigration auf die Insel Lesbos. Nach der Promotion in Zürich war sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an den Universitäten Zürich, Bern und Fribourg/Schweiz sowie an der Wissenschaftsakademie in Athen tätig. Sie ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Südosteuropa Gesellschaft (SOG) und des Netzwerks Migration in Europa.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger


Freitag, 22. Februar 2019, 19.00 Uhr


Gespräch


Foto:Andrej Natozinskij


Maria Stepanova,


russische Dichterin, Essayistin

im Gespräch mit

Maria Birger, Historikerin, LKF-Beirat

Veranstaltung in deutscher und russischer Sprache. Übersetzung: tbc

Maria Stepanova, geboren 1972 in Moskau, ist Lyrikerin, Essayistin und Journalistin und eine der markantesten Gestalten des gegenwärtigen literarischen Lebens in Russland. Das Portal colta.ru, dem Maria Stepanova als Chefredakteurin vorsteht, ist einer der zentralen Referenzpunkte für aktuelle Diskussionen in Russland, auf die sie in ihrem Vortrag auch eingehen wird.

Ihr neustes Buch: „Nach dem Gedächtnis“, ersch. bei Suhrkamp m 12.11.2018, nimmt den Leser mit auf eine Reise in die Vergangenheit ihrer Familie und taucht zugleich ein in die Geschichte Russlands im 20. Jahrhundert. Im Dezember 2018 ist „Nach dem Gedächtnis“ mit dem wichtigsten russischen Buchpreis, dem Bolschaja-Kniga-Preis (Das große Buch) ausgezeichnet worden.






Aus dem Feature von Sabine Adler, Deutschlandfunk, 21.10.2018:

Maria Stepanova: «Russland leidet nicht an dem einen Trauma wie Deutschland, sondern in Russland geht ein Trauma in ein anderes über. Das ist, als würde man aus einem Zimmer, in dem die Decke eingestürzt ist, die Trümmer wegräumen, sich in das nächste Zimmer flüchten und auch dort kommt die Decke runter. Und das geschieht immerzu. Irgendwann versteht man, dass diese Ausnahme keine Ausnahme ist, sondern die Regel. In Russland hat man sich nie mit diesen Traumata auseinandergesetzt und nie auch nur begriffen, dass es sich um Traumata handelt.»

„Anfang der 1990er Jahre nutzten ihre jüdischen Eltern die Möglichkeit, Moskau für immer zu verlassen. Für Maria Stepanova kam aber ein Leben außerhalb ihres Sprachraums nicht in Betracht. /…/ Sie wollte mitgestalten, nicht davonlaufen. Sie schrieb und schreibt wie besessen, veröffentlichte bislang zehn Gedicht- und zwei Essaybände und hofft, dass sie die letzte in ihrer Familie ist, die die permanente Wachsamkeit der russischen Obrigkeit gegenüber verinnerlichen musste.“

«Man darf nicht versuchen, sich vorauseilend richtig zu benehmen, also Regeln einzuhalten, wenn es wie bei uns gar keine gibt. Solch ein Versuch wird dich von innen heraus töten, deine Persönlichkeit verbiegen, sodass von dir nichts mehr übrigbleibt.» Das möchte sie weder für sich als Schriftstellerin riskieren und auch für das von ihr mitgegründete und geleitete Kulturportal colta.ru wäre es ein Bärendienst.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger

Kontakt

Lew Kopelew Forum
Neumarkt 18a
50667 Köln


Tel. (0221) 2 57 67 67
Fax. (0221) 2 57 67 68
info@2672faef4e314f50b1984d329d335e55kopelew-forum.de  

Mitglied werden

Werden Sie Mitglied

im Lew Kopelew Forum.

Gefördert durch 

Gefördert durch