Aktuelle Veranstaltungen

Dienstag, 24. September 2019, 19.00 Uhr

Buchvorstellung und Gespräch mit der Autori


Golineh Atai


Die Wahrheit ist der Feind

Warum Russland so anders ist

Rowohlt, Berlin 2019

Buchvorstellung und Gespräch mit der Autorin


Golineh Atai, langjährige ARD-Korrespondentin in Moskau, vielfach ausgezeichnet, u.a. als „Journalistin des Jahres 2014“

Moderation:


Thomas Roth, Vorsitzender des

Lew Kopelew Forums e.V., ehemaliger Tagesthemen-Moderator


Seit dem „Anschluss“ der Krim erfindet sich Russland neu: als eine Großmacht, die national-imperialistisch spricht und aggressiv handelt. Das sagt Golineh Atai, die für ihre Berichterstattung aus Moskau vielfach ausgezeichnet worden ist. Sie zeigt die tieferen Gründe für eine Politik, die im Westen kaum wahrgenommen, in falsche Vergleiche heruntergebrochen oder einfach verdrängt wird.


„Wer die neue russische Politik verstehen will, muss verstehen, was die Russen über sich selbst und die Welt erzählen“, so Atai. Der „Große Vaterländische Krieg“, Josef Stalin und rechte Denker sind die Referenzgrößen, an denen Russland sich misst. Die „belagerte Festung Russland“, die „faschistische Nato“ oder die „kleinrussische Ukraine“ folgen daraus als Selbst- und Fremdbilder. Diese bewusst geschaffenen Erzählungen werden von Teilen der Öffentlichkeit einfach übernommen.


Die Wahrheit ist: Russland sieht sich im Krieg. Und Russlands Aggression existiert längst auch dort, wo es keine eindeutigen Grenzen mehr gibt: in alten und neuen globalen Medien, im Cyberspace, im Wirtschaftsraum. Golineh Atai erklärt, warum Russland die Weltordnung offen herausfordert – in einer Zeit, in der die freie Welt an der Fortdauer ebendieser Ordnung zweifelt.


Golineh Atai wurde 1974 in Teheran geboren und kam mit ihren Eltern im Alter von fünf Jahren nach Deutschland. Von 2006 bis 2008 war sie für die ARD als Korrespondentin in Kairo, danach folgten verschiedene Stationen als Redakteurin und Reporterin für „Tagesschau“ und „Morgenmagazin“. Von 2013 bis 2018 war sie ARD-Korrespondentin in Moskau, derzeit arbeitet sie wieder von Köln aus für den WDR. Für ihre Arbeit wurde sie vielfach ausgezeichnet, u.a. als „Journalistin des Jahres 2014“, mit dem Peter-Scholl- Latour-Preis sowie dem Hanns-Joachim Friedrichs-Preis.


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Freitag, 27. September 2019, 19:00 Uhr

Filmstudio „Lendoc“, Nab. Kanala Krjukova 12, St. Petersburg

30 Jahre ohne Mauer

Ein deutsch-russisches Journalistengespräch



Dienstag, 08. Oktober 2019, 19.00 Uhr


Buchpremiere

Ort der Veranstaltung: Fritz Thyssen Stiftung, Apostelnkloster 13-15, 50672 Köln


Udo Lielischkies


Im Schatten des Kreml

Unterwegs in Putins Russland


Sachbuch, Droemer Verlag, erscheint: Oktober 2019

Gespräch mit dem Autor und

Rüdiger von Fritsch, Botschafter Deutschlands in Russland in den Jahren 2014-2019

Moderation: Thomas Roth, Vorsitzender des Lew Kopelew Forum, eh. Tagesthemen-Moderator



Udo Lielischkies kennt Russland wie nur wenige ‒ seit Wladimir Putin 1999 an die Macht kam, berichtete er für die ARD aus dem riesigen Land. In seinem Buch schreibt er über die Politik des Kreml, das Leben in der atemlosen Metropole Moskau, vor allem aber ‒ mit viel Empathie ‒ über beeindruckende Menschen in den Weiten der russischen Provinz: Den kämpferischen Landarzt im Ural, den todesmutigen Reporter in Togliatti, die Bauern im südlichen Krasnodar, denen Agrarkonzerne die Ernte stehlen, den gefangenen Soldaten im Tschetschenienkrieg u.v.a. „Im Schatten des Kreml“ ist ein bestechender, authentischer Blick auf das heutige Russland.

Viktor Jerofejew (bedeutender russischer Schriftsteller): „In diesem Buch wird die ganze Wahrheit des heutigen Russlands lebendig. Aus vielen kleinen Details und ihren Zusammenhängen entsteht ein authentisches Bild des Landes. Udo Lielischkies verbindet aufrechte Zuneigung den russischen Menschen und ihrer Kultur gegenüber mit Kritik am autoritären Regime - und beides begründet er glaubhaft.“

Udo Lielischkies, geb. 1953 in Köln, war seit 1980 für den WDR tätig. 1994 wurde er Korrespondent im ARD-Studio Brüssel, wechselte 1999 nach Moskau und 2006 nach Washington. 2012 kehrte er nach Moskau zurück und war dort von 2014 bis 2018

ARD-Studioleiter. Lielischkies ist für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet worden, u.a. 2004 mit dem Deutschen Fernsehpreis: Beste Reportage für „Kreml, Knast und Korruption“ (WDR/ARD), seine Filme wurden bei den Festivals in New York, Moskau und Monte Carlo gezeigt.

Rüdiger von Fritsch, Rüdiger Freiherr von Fritsch, geb. 1953, ist ein deutscher Diplomat, von März 2014 bis Juni 2019 war er Botschafter Deutschlands in Russland. 1974 haben er und sein Bruder einem Vetter und dessen Freunden zur Flucht aus der DDR verholfen. Er beschreibt das Unternehmen ausführlich von den ersten Gedanken, über die Vorbereitungen, bis hin zur im 2. Versuch gelungenen Aktion in seinem bekannt gewordenen Buch „Die Sache mit Tom“, Wjs-Verlag, Berlin 2009.

Um Anmeldung wird gebeten unter: 0221 257 67 67 oder info@kopelew-Forum.de

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger


Donnerstag, 24. Oktober 2019, 19.00 Uhr


Vorstellung des „Jahrbuch Polen 2019“


Foto: Adam Burakowski/Goethe Institut, Warschau

Jahrbuch Polen 2019


Band Nr. 30

Nachbarn


Harrassowitz Verlag Wiesbaden 2019

mit Dr. Andrzej Kaluza

(Deutsches Polen-Institut, Darmstadt)

In Zusammenarbeit mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft (DPG) Köln Bonn

Auf rund 210 Seiten nehmen sich Jahrbuchautorinnen und -autoren des Jahrbuchs des Themas „Nachbarn“ an. Dabei geht es um die Vielfalt von „Nachbarschaftsbeziehungen“ nach - innenpolitisch, gesellschaftlich, kulturell, demografisch, genderbezogen usw.

Die Autorinnen und Autoren des aktuellen Jahrbuchs diskutieren in ihren Beiträgen, welche Vorstellungen es in Polen über das Eigene und das Andere gibt, welche Abgrenzungen und Überschneidungen. Wie nehmen sich die Menschen aus verschiedenen Regionen Polens oder Milieus gegenseitig wahr? Aus welchen Quellen speisen sich Vorstellungen über Wege zu und Visionen von einem gelungenen Miteinander? War früher alles anders, gar besser, und an welche Traditionen wird heute angeknüpft? Wie werden sich nachbarschaftliche Beziehungen in der Zukunft gestalten? Wie wird mit Ängsten vor unerwünschten neuen Nachbarn umgegangen? All diese Fragen können ebenso nach außen gewendet werden, auf das Verhältnis der Polen zu ihren äußeren Nachbarn, den tatsächlichen und den als solche wahrgenommenen in Nah und Fern. Oft unterscheiden sich die Blicke nach innen und nach außen voneinander in einer Weise, die sich ganz anders als erwartet entfaltet.


„Gute Nachbarschaft fällt den Polen schwer“, konstatiert der Soziologe Maciej Gdula und behauptet, dass viele Polen Probleme damit haben, „Unterschiede innerhalb der Gesellschaft zu akzeptieren bzw. auszuhalten“. Der gegenwärtige Rückzug vieler Polen in die nationalstaatliche „Heimstatt“, die eigene Kultur und Historie, kann als ein Bangen vor kultureller, gesellschaftlicher, sittlicher wie religiöser Andersartigkeit gedeutet werden, der sich die Polen in Zeiten der Globalisierung, Konkurrenz und Migration ausgesetzt fühlen. Gdula zeigt, dass Polen in der Vergangenheit ethnische wie konfessionelle Nachbarschaft stärker erlebt haben und erörtert die heutige Zurückhaltung an den Beispielen der religiösen Toleranz, der polnisch-jüdischen Beziehungen und der verschleierten („mythologisierten“) Klassenverhältnisse. Zu den weiteren Autoren des Jahrbuchs gehören u.a. Marek A. Cichocki, Piotr Ibrahim Kalwas, Dorota Masłowska, Mikołaj Grynberg, Ewa Wanat, Jan Opielka, Katarzyna Kajdanek und Felix Ackermann.

Dr. Andrzej Kaluza ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Deutschen Polen Instituts Darmstadt und Herausgeber des Jahrbuchs Polen sowie des über die Bundeszentrale für politische Bildung zu beziehenden Lesebuchlexikons „Polnische Spuren in Deutschland“. Andrzej Kaluza studierte Germanistik und Niederlandistik an der Universität Breslau und promovierte in Politikwissenschaft an der Universität Frankfurt am Main.

Das Buch erschien im Harrassowitz Verlag Wiesbaden 2019.

Bestellung: verlag@harrassowitz.de.

Eintritt frei

Kontakt

Lew Kopelew Forum
Neumarkt 18a
50667 Köln


Tel. (0221) 2 57 67 67
Fax. (0221) 2 57 67 68
info@ab4be1d3b415438c98f8b4e3630c252fkopelew-forum.de  

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