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Sonntag, 25. April 2021, 17.30 Uhr

Online-Veranstaltung
in Zusammenarbeit mit Goethe Institut St. Petersburg


ANDREJ SACHAROW UND DIE MENSCHENRECHTE
MARIA BIRGER UND SERGEJ LUKASCHEVSKIJ IM GESPRÄCH MIT GERMAN MOYZHES

Online-Veranstaltung

In diesem Jahr wäre er 100 Jahre alt geworden – ANDREJ SACHAROW (1921-1989), Physiker, Dissident und Friedensnobelpreisträger. Er war maßgeblich an der Entwicklung der sowjetischen Wasserstoffbombe beteiligt, machte aber später eindringlich auf die Gefahren des atomaren Wettrüstens aufmerksam. Seit den 1960er Jahren engagierte er sich in der Menschenrechtsbewegung in der Sowjetunion und trat u. a. 1968 mit seinem berühmten Memorandum „Gedanken über Fortschritt, friedliche Koexistenz und geistige Freiheit“ in Erscheinung. 1970 gründete er in Moskau gemeinsam mit Andrej Twerdochlebow und Walerij Tschalidse das Komitee für Menschenrechte und setzte sich unermüdlich für die Freilassung politisch Verfolgter ein. 1975 wurde ihm der Friedensnobelpreis verliehen. 1980 wurde er nach seinem Protest gegen den sowjetischen Einmarsch in Afghanistan nach Gorkij verbannt, bis ihn 1986 Gorbatschow nach Moskau zurückrief. 1988 wurde er in das Leitungsgremium der Akademie der Wissenschaften berufen, 1989 wurde er als Parteiloser in den Volksdeputiertenkongress gewählt, im selben Jahr wurde er Gründungsvorsitzender der Gesellschaft „Memorial“. Sacharow war unter anderem mit dem Germanisten Lew Kopelew (1912-1997) befreundet und war im Kontakt mit Heinrich Böll (1917-1985). Seit 1988 verleiht das Europäische Parlament einen „Sacharow-Preis für geistige Freiheit“.

HEINRICH BÖLL SCHRIEB ÜBER SACHAROW (1981): Es wird zu leicht vergessen, dass Sacharow seiner Ausbildung und Bildung nach von einer der Wissenschaften bestimmt ist, die man zu den exakten zählt, von der Physik, die man wohl als einen Zwilling jener anderen, ebenfalls exakten Wissenschaft bezeichnen kann, die man Mathematik nennt. Es ist diese Exaktheit, die ihn veranlasst hat, als einer der ersten ein Manifest über die Konzeption einer Welt-Ökologie zu verfassen. Und es ist ebenfalls diese Exaktheit, die ihn zum Verfechter der Menschenrechte gemacht hat. Er wirkt verträumt, gelegentlich fast abwesend – und doch ist er wach, ständig anwesend, liebenswürdig und – das ist nur scheinbar ein Paradox – ein sanftmütiger Kämpfer, dessen Härte die Unerbittlichkeit ist.

Sergej Lukaschevskij – Historiker, seit 2009 Geschäftsführer des Sacharow-Zentrums. Mitglied der Moskauer Helsinki-Gruppe. Er arbeitete im Programm „Geschichte der Dissidentenbewegung“ am Nationalen Forschungs- und Entwicklungszentrum „Memorial“ (1992-1998). Ferner leitete er die Programme für Menschenrechtsüberwachung der Moskauer Helsinki-Gruppe (1999-2004) und betreute das Demos-Zentrum für Menschenrechtsforschung (2004-2008). Lukaschevskij ist Autor von Artikeln über die Geschichte der Dissidentenbewegung, die Situation mit den Menschenrechten und der Zivilgesellschaft in Russland.

Maria Birger – Historikerin und Beiratsmitglied des Lew Kopelew Forums. Geboren in Moskau, aufgewachsen am Rhein. Birger studierte Geschichte und Slawistik an der Universität zu Köln. Zurzeit promoviert sie an der Humboldt-Universität am Lehrstuhl für osteuropäische Geschichte zum Thema „West-Östliche Erfolgsgeschichten? Vernetzung und öffentliche Inszenierung von westlichen Journalisten, Intellektuellen, Politikern und sowjetischen Dissidenten (1960-1980). Maria Birger engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich im kulturpolitischen Bereich in Russland und in Deutschland.

German Moyzhes – Jurist und Unternehmer, geboren in Leningrad. Kindheit und Abitur in Frechen, Studium in Köln, St. Petersburg und Moskau. Seit Jahren ehrenamtlich aktiv in Deutschland und Russland, lebt er zurzeit in Russland und ist Beiratsmitglied im LKF.

Die Veranstaltung wird live aus St. Petersburg übertragen, die Übertragung erfolgt auf Deutsch und Russisch (nach Ihrer Wahl).

Die Übertragung läuft unter dem folgenden Link:

www.youtube.com/user/goethepetersburg


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