Aktuelle Veranstaltungen

Dienstag, 28. Januar 2020, 18.00 Uhr

Filmvorführung und Gespräch mit dem Regisseur

Nicolas Miletitch



Auf den Erfolg unserer hoffnungslosen Sache!

Doku, Frankreich; 81‘; 2018; Sprache: russisch mit englischen Untertiteln;

Regie: Nicolas Miletitch u. Jewgenij Golinkin; Buch: Nicolas Miletitch; Kamera: Naira Dawlaschjan, Andrej Borodulin u.a.; Produzent: Nicolas Miletitch

Moderation: Maria Birger, Historikerin, Doktorandin an der Humboldt Universität zu Berlin, LKF-Beirat

Dies ist ein Film über sowjetische Dissidenten - eine nicht allzu große Gruppe von Menschen, die den Mut und die Kraft hatten, in den 1960er bis 1980er Jahren für Freiheit und Menschenrechte in der Sowjetunion zu kämpfen, als der KGB allmächtig war und die Proteste einzelner Aktivisten hoffnungslos schienen. Einige von ihnen sind auf der ganzen Welt bekannt: der Atomphysiker Andrej Sacharow oder der Schriftsteller Alexander Solschenizyn. Aber hinter ihnen standen Hunderte von anderen, die ihre Freiheit riskierten, Jahre in Arbeitslagern und psychiatrischen Anstalten einsaßen und ihren Glauben und ihre Ideale verteidigten. Russen, Ukrainer, Juden, Orthodoxe, Adventisten ... Sie gaben Untergrundzeitschriften heraus, waren Mitglieder verbotener religiöser Organisationen, kämpften für ihr Recht, ihre Ansichten offen zu äußern, und ihre Sprache und Kultur zu bewahren. Die Geschichten dieser Menschen bilden die Geschichte der Widerstandsbewegung, die Geschichte des Kampfes für die Freiheit in einem nicht freien Land.

„Im Grunde war unsere Welt sehr einfach konstruiert. Es gab Leute, die bereit waren, mit einer Gefängnisstrafe für eine solch flüchtige Sache wie das Selbstwertgefühl zu bezahlen. Und es gab diejenigen, die dazu nicht bereit waren. Das ist alles. Ich mache den Letzteren keine Vorwürfe. Der Mensch ist von Natur aus schwach “, sagt Dissident Sergei Kowaljow.

Heute sind sie und ihr Lieblingstoast "Auf den Erfolg unserer hoffnungslosen Sache!" größtenteils vergessen. Aber ohne sie hätte es vielleicht in den 1980er Jahren in der UdSSR keine historischen Veränderungen gegeben.

Im Film sind zu sehen: Alexander Lawut, Ljudmila Alexejewa, Sergei Kowaljow, Natalia Gorbanewskaja, Joseph Begun, Vater Gleb Jakunin, Juri Orlow, Rostislav Galetsky, Vera Laschkowa, Alexander Ogorodnikow, Arina Ginzburg, Alexander Podrabinek, Wassil Owsienko, Semion Gluzman und Nikolas Miletitch.



Nicolas Miletitch wurde 1953 in Paris geboren. Seit 1977 arbeitet er bei der Nachrichtenagentur Agence France Presse. 1978-1981 war er Korrespondent von France Presse in Moskau, von wo aus er aufgrund seiner Verbindungen zu Dissidenten ausgewiesen wurde. Später leitete er das Büro der Agentur in Belgrad (1988-1994) und berichtete über den Fall des kommunistischen Regimes in Albanien und über die jugoslawischen Kriege. Aus Belgrad wurde Miletitch von Slobodan Milosevic ausgewiesen und ging nach Moskau, wo er das Büro der Agence France Presse leitete (1994-2001). Von 2006 bis Juni 2009 war er Chefredakteur der AFP. Von 2010 bis 2018 leitete er wieder das Büro der Agentur in Moskau.

Filmographie

2018 - Auf den Erfolg unserer hoffnungslosen Sache (zusammen mit Jewgenij Golynkin)
2008 - Die geheime Geschichte des Archipels Gulag (zusammen mit Jean Crépu)

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger


Donnerstag, 30. Januar 2020, 19.00 Uhr

Kammerkonzert


Ievgeniia Iermachkova

Bild: Maryna Chorna

Kammerkonzert


zwischen Krieg und Frieden


Bohdan Shalyha
Violine


Ievgeniia Iermachkova
Klavier


Programm:


Francis Poulenc
Sonate für Violine und Klavier (1943)  Allegro con fuoco - Intermezzo - Presto tragic

Sergey Prokofjew
Sonate für Violine und Klavier Nr.2 op.94a

Moderato - Scherzo. Presto
Andante - Allegro con brio


Lera Auerbach
Sonate für Violine und Klavier Nr.2 ‚den 11.September ’


UKB: 7,50 € / 5,00 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten, Rentner und ALG-II-Empfänger
Mitglieder der Anton Rubinstein Akademie Frei



Montag, 03. Februar 2020, 19:00 Uhr

Buchvorstellung und Gespräch mit dem Autor


Foto: Mike Wolff

Die Moskauer

Wie das Stalintrauma die DDR prägte

S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2019

Buchvorstellung und Gespräch mit dem Autor

Dr. Andreas Petersen


Gescheitert ist die DDR auch am stalinistischen Trauma. Der Historiker und Publizist Andreas Petersen erzählt, wie es dazu kam, und erkundet das Trauma der DDR-Gründergeneration um Pieck und Ulbricht.

Sie hatten in Moskau und der Sowjetunion die Jahre des Terrors erlebt, in denen Stalin mehr absolute Spitzenkader der KPD ermorden ließ als Hitler. Angst und Verrat wurden für die Exilanten aus Deutschland zum Schreckensalltag.

Ab 1945 übernahmen die zurückgekehrten „Moskauer“ die Führung in der sowjetisch besetzten Zone. Sie setzen sich durch gegen die KZ-Überlebenden und Westemigranten in der Partei. Die ersten Jahre waren Stalin-Jahre, Zweifel und Fragen waren in der neu gegründeten SED nicht erwünscht. Die „Moskauer“verheimlichten die sowjetische Realität, die Denunziationen, auch die eigenen, und wussten doch von ihren unschuldigen Mitgenossen in den Lagern, Gefängnissen und Erschießungskellern. Ein Mantel des Schweigens legte sich über den neuen Staat.

Fesselnd schildert Andreas Petersen dieses Gründungstrauma und seine Folgen – ein lebendiges Psychogramm der führenden SED-Funktionäre, das seine Auswirkungen auf die frühe DDR hatte. Darüber ist bis heute wenig bekannt. Ein aufrüttelndes Buch, das dazu beitragen kann, die Geschichte des zweiten deutschen Staates besser zu verstehen.

Pressestimmen:

„Das Buch von Andreas Petersen [...] sollte Pflichtlektüre in den Schulen und für DDR-Nostalgiker werden.“

Werner Schulz, Die Welt – Literarische Welt, 09.11.2019

„Andreas Petersen hat ein wichtiges, notwendiges Buch geschrieben. [...] Über die DDR und ihre Gründungsväter wird man nach der Lektüre dieses klugen Buches anders sprechen müssen.“

Jörg Baberowski, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.06.2019

„Das Ergebnis des Großen Terrors, das beleuchtet Petersen in dem akribisch recherchierten Buch [...], war eine von Stalin atomisierte, total ergebene und widerspruchslose Funktionärskaste.“

Gerd Nowakowski, Der Tagesspiegel, 27.03.2019

Dr. Andreas Petersen (* 1961 in Köln) ist ein deutscher Historiker, Buchautor und Leiter der Geschichtsagentur zeit&zeugen. Er studierte Allgemeine und Osteuropäische Geschichte an der Universität Zürich. Er war Mitarbeiter an der Freien Universität Berlin, Gründungspräsident des Forums für Zeitzeugen in Aarau und ist heute Dozent für Zeitgeschichte an der Fachhochschule Nordwestschweiz. Er publizierte u. a. im Tagesspiegel, dem Tagesanzeiger und der Neuen Zürcher Zeitung.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger


Donnerstag, 27. Februar 2020, 19:00 Uhr

Filmvorführung

Ort: Filmforum, Museum Ludwig, Bischofsgartenstraße 1, 50667 Köln


Russlands Millenniumskinder

Ein Dokumentarfilm von Irene Langemann
Deutschland 2019, 90 Minuten

Filmvorführung und Diskussion

Eine WDR-Veranstaltung in Kooperation mit dem Lew Kopelew Forum e.V.,
der Filmsociety des Kunstsalon e.V. und Lichtfilm.

Russische Jugendliche, die an dem Tag und in der Zeit um die Jahrtausendwende geboren wurden, kennen nur den Ex-KGB Mann Wladimir Putin an den Schalthebeln der Macht. Doch ähnlich wie Gleichaltrige im Westen gehören sie zur Internetgeneration, haben Zugang zu Informationen, die in den staatlich gelenkten Medien Russlands keinen Platz haben.

Wie denkt und fühlt die Generation Putin? Wie möchte sie in dem scheinbar erstarkten, aber dennoch nicht stabilen Land leben? Von St. Petersburg bis Ostsibirien portraitiert der Film unterschiedliche Vertreter dieser Generation: Da ist der glühende Verehrer Putins, der es für richtig hält, dass die staatlich gesteuerte Propaganda einen Mythos um den ewigen Herrscher erschaffen hat. Die leidenschaftliche Aktivistin der Opposition hingegen hält Putin und seine Unterstützer für eine ‚kriminelle Bande‘, die mit verbrecherischen Methoden Reichtum angehäuft hat und das Volk verarmen lässt.

Thomas Roth, der Vorstandsvorsitzende des Lew Kopelew Forums und ehemaliger Leiter des Studios der ARD in Moskau schreibt über den Film:

Milleniumskinder - Ein Blick auf Russlands Zukunft

Ich erinnere mich noch gut an die „Milleniumsnacht“. Als Moskaukorrespondent auf Weihnachtsurlaub in Köln stand ich plötzlich im WDR Studio, da der russische Präsident Boris Jelzin im russischen Fernsehen überraschend seinen Rücktritt verkündete und einem gewissen Wladimir Wladimirowitsch Putin das Land übergab. Mit welchem Ergebnis wissen wir heute, 20 Jahre später, zumindest sehr viel besser als damals. Der spannende Film von Irene Langemann versammelt russische Jugendliche, die nur Wladimir Putin an der Macht erlebt haben. Es ist ihre Lebenszeit. Die Autorin und Regisseurin macht das, was alle guten Russlandfilme auszeichnet. Sie reist kreuz und quer durch dieses riesige Land und zeichnet einfühlsame Portraits dieser sehr unterschiedlichen Jugendlichen, durch die man enorm viel über dieses Russland lernt. Und vielleicht sogar ein Stück seiner Zukunft erahnt. Ein überaus sehenswerter Film.

„Russlands Millenniumskinder“ ist eine Produktion von Lichtfilm, in Co-Produktion mit WDR, gefördert von der Film- und Medienstiftung NRW.

Im Anschluss an die Filmvorführung gibt es ein Gespräch mit dem Filmteam (Moderation: Birgit Virnich) und einen kleinen Umtrunk.

Bitte melden Sie sich an unter der E-Mail-Adresse WDR.DOK@WDR.DE

Ausstrahlung WDR Fernsehen: „Russlands Milleniumskinder“, 11.03.2020 um 23:25 Uhr

Eintritt frei

Kontakt

Lew Kopelew Forum
Neumarkt 18
50667 Köln


Tel. (0221) 2 57 67 67
Fax. (0221) 2 57 67 68
info@f7a67d957aa54f6abcacb8bdb6beba8ckopelew-forum.de  



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