Aktuelle Veranstaltungen

Di., 6.12.22, 19.00 Uhr

Aktuelles aus Belarus und Moldova

Nur Online


Tag für Tag erschüttern uns Nachrichten aus dem „postsowjetischen Raum“ und dabei ist bereits dieser Sammelbegriff problematisch. Was aber wissen wir über das kulturelle und politische Leben unsere nahen und fernen Nachbarn und was wissen sie übereinander?
Von diesen Fragen inspiriert, hat sich das Lew Kopelew Forum auf neues Terrain vorgewagt: Wir haben das Projekt OSTWEST MONITORING (OWM) ins Leben gerufen.
Es ist ein besonderes Projekt, auf dem Redakteure aus Armenien, Belarus, Georgien und Moldova über die aktuellen kulturellen und politischen Entwicklungen in den jeweiligen Ländern berichten.


Das Online-Angebot ist eine Expertenplattform, die in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt, der Civil Society Cooperation und dem Team der unabhängigen russischen Kulturportals COLTA entwickelt wurde.
Auf der Projektseite können Sie sich mit OWM und den bereits publizierten Beiträgen vertraut machen.


https://ostwest.space/


Mit dieser Online-Veranstaltung wollen wir das OWM vorstellen:
Über Politik, Kultur und vieles mehr in Belarus und Moldova diskutieren die Redakteurin von OWM Sabina Brilo (Belarus) und der für Moldova zuständige Redakteur Vladimir Soloviov.


Das Gespräch moderiert die Journalistin Gemma Pörzgen.
Sabina Brilo ist Journalistin, Redakteurin und Dichterin. Sie ist Autorin von „In der Zone des Risikos. Ein Handbuch für Belorussische Journalisten (St. Petersburg 2012) sowie von drei Gedichtsammlungen „Das sind Buchstaben“ (Minsk 2016), „Ich und andere Menschen“ (Minsk 2019) und „Tiras Biblio“ (Vilnius 2019).
Sabina Brilo ist Mitglied des Belorussischen Schriftstellerverbandes und der Belorussischen Assoziation der Journalisten. Beide Organisationen sind inzwischen in Belarus verboten. Sie lebt und arbeitet im Exil in der litauischen Hauptstadt Vilnius.
Vladimir Soloviev ist als Journalist in der moldavischen Hauptstadt Chișinău tätig.
Zu seinen Stationen zählte die Moldovische Presseagentur „Moldpress“, die internationale Abteilung des „Kommersant“ und der Kanal TV Doschd,. Zwischen 2012-2014 war er Chefredakteur des "Kommersant" Moldova. 2014 gründete er das Online-Portal "NewsMaker.md".


Gemma Pörzgen arbeitet seit 2006 als freie Journalistin in Berlin mit den Schwerpunkten Osteuropa und Außenpolitik. Sie ist Chefredakteurin der Zeitschrift „Ost-West- Europäische Perspektiven“, Online-Redakteurin bei Deutschlandfunk Kultur und Veranstaltungsmoderatorin.


Sie ist Mitgründerin und Vorstandsmitglied von Reporter ohne Grenzen.
Die Veranstaltung wird konsekutiv übersetzt und findet auf Deutsch und auf Russisch statt.


Um an der Veranstaltung teilzunehmen, melden Sie sich bitte unter dem folgenden Link an:
https://us06web.zoom.us/webinar/register/WN_2XoPLcCSSD-pV1X9XgnVUg

Nach der Registrierung erhalten Sie eine Bestätigungs-E-Mail mit Informationen über die Teilnahme.


Die Veranstaltung wird live auf unserem YouTube-Kanal übertragen



8.12 um 19.00 Uhr

Bernt Hahn liest „Die Dämonen“
von Fjodor Dostojewskij

Der Krieg in der Ukraine traf die ukrainischen Kulturschaffenden besonders schwer. Theater, Museen und Bibliotheken wurden in Luftschutzbunker umfunktioniert. Tausende ukrainischen Schriftsteller, Musiker, Regisseure und Schauspieler haben ihre Einkommensquellen verloren und machen sich Gedanken, wie sie ihre Familien nun durchbringen. Sie sind auf fremde Hilfe angewiesen.

Ab sofort bieten wir unsere Dostojewski-Lesungen kostenfrei an. Statt Eintrittsgelder bitten wir Sie um eine Spende zugunsten ukrainischer Künstler. Die Spenden werden privat gesammelt und direkt an die ukrainischen Künstler in Not überwiesen. Bitte sprechen Sie unsere Geschäftsführerin Tatiana Dettmer an der Abendkasse für weitere Details an.

Wir bedanken uns ganz herzlich beim Bernt Hahn, der sein Honorar für Dostojewski-Lesungen ebenfalls den ukrainischen Künstlern in Not spendet.


In Zusammenarbeit mit M. Lengfeld‘sche Buchhandlung, Köln

Beschrieben wird eine Generation, die auf der Schwelle zu Industrialisierung und Moderne ihre Wertebindung verloren hat und entwurzelt nach neuen Orientierungen sucht. Religion, hergebrachte Sitten und Moral bieten keine stabilen Antworten. Taumelnd und in teils hektischer Aggressivität suchen die Protagonisten Halt bei fragwürdigen Konzepten und Ideologien, deren Einfluss bis in unsere Tage reicht. Der Roman ist als Warnung unter dem Eindruck mörderischer Umtriebe anarchistischer Zirkel geschrieben, aus deren Dunstkreis der berüchtigte „Katechismus des Revolutionärs“ stammt, der seinerseits Inspiration für die Aktivitäten der RAF gewesen ist. Nicht zuletzt wird dieser Tage in den Vereinigten Staaten von Amerika im Hinblick auf die Vorkommnisse um den vergangenen Präsidentschaftswahlkampf und die Besetzung des Kapitols explizit auf Dostojewskijs „Die Dämonen“ Bezug genommen.

Zu den grenzenlosen Bewunderern Dostojewskijs gehören u.a. Friedrich Nietzsche, für den er der „tiefste Psychologe der Weltliteratur“ ist, Thomas Mann, der dem Buch unerhörte Neuheit und Kühnheit attestiert, und Albert Camus, der die „Dämonen“ zu einem prophetischen Text erklärt, er gehöre zu den vier oder fünf Werken, die er über alles stelle. Camus hat den Roman 1959, in Reaktion auf stalinistisch orientierte Strömungen der Linken in Frankreich, unter dem Titel „Die Besessenen“ für die Bühne adaptiert.

Fjodor Michajlowitch Dostojewskij wird am 11. November 1821 als Sohn eines Arztes in Moskau geboren. 1837 geht er nach St. Petersburg und absolviert eine Ingenieurschule. Nach ersten Veröffentlichungen wird er 1849 wegen Verlesung eines angeblich staatsfeindlichen Briefes zum Tode verurteilt. Die darauf erfolgte Scheinhinrichtung wird zur lebensbestimmenden Erschütterung. Zu vier Jahren Zwangsarbeit und vier Jahren Militärdienst in Sibirien “begnadigt“, darf er 1859 nach St. Petersburg zurückkehren. 1873 entstehen „Die Dämonen“. Darauf folgen u.A. Der Jüngling (1875) und Die Brüder Karamazov (1881), ein Riesenwerk, geschaffen nicht nur „unter der Geißel“ seiner Krankheit (Epilepsie) sondern auch unter den Stockschlägen von erniedrigenden Finanznöten, die ihn zwangen, mit unnatürlicher Schnelligkeit zu arbeiten“ (Thomas Mann). Fjodor Dostojewskij stirbt am 09. Februar 1881 und wird drei Tage später unter der Anteilnahme von mehreren zehntausend Menschen auf dem Tichwiner Friedhof des Alexander-Newski-Klosters in St. Petersburg beigesetzt.

Bernt Hahn ist freiberuflicher Schauspieler und Sprecher. Neben seinen zahlreichen Hörbüchern mit Texten von u.a. Alexander Puschkin, Joseph Roth, M. Gandhi und Bruno Schulz hat er „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ von Marcel Proust und „Jahrestage“ von Uwe Johnson in öffentlichen Lesungen vollständig vorgetragen.

Das Buch © Fjodor M. Dostojewskij "Böse Geister " (Übersetzung: Swetlana Geier).

Leserechte mit freundlicher Genehmigung der S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main.

Eintritt frei. Um eine Spende zugunsten Kulturschaffenden in der Ukraine wird gebeten.

Um an der Veranstaltung online teilzunehmen, melden Sie sich bitte unter dem folgenden Link an (einmalige Anmeldung für alle Lesungen):
https://us06web.zoom.us/meeting/register/tZItf-qvqjkjGdZNh_QZUVq3X3ENjkijKRXW

Nach der Registrierung erhalten Sie eine Bestätigungs-E-Mail mit Informationen über die Teilnahme am Meeting.

Die Veranstaltung wird live auf unserem YouTube-Kanal übertragen


WEITERE TERMINE:
19.01, 9.02, 2.03, 23.03 und 13.04 jeweils um 19.00 Uhr

Kontakt

Lew Kopelew Forum
Neumarkt 18
50667 Köln


Tel. (0221) 2 57 67 67
Fax. (0221) 2 57 67 68
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