„Toleranz, Moral, Menschlichkeit –

die Ideale und Träume  der deutschen und russischen

Aufklärer sind keine wirklichkeitsfremden Utopien.


Sie sind Wegweiser für unsere Gegenwart und Zukunft."


Lew Kopelew



Präsenz und Online

Mi., 18.05.22, 19.00 Uhr

„Revolutionär und Staatsgründer.
Józef Piłsudski – Eine Biografie“

Buchvorstellung und Gespräch
mit dem Autor Wolfgang Templin

Moderation: Dr. Diana Siebert, Historikerin und LKF-Beirat

Wolfgang Templin, Revolutionär und Staatsgründer. Józef Piłsudski. Eine Biografie, Ch. Links Verlag, Berlin 2022

Es war ein sozialistischer Berufsrevolutionär, der Polen 1918 nach mehr als 120 Jahren der Teilung zu einem eigenen Staat führte: Józef Piłsudski (1867-1935). Unter dem Zaren zeitweise nach Sibirien verbannt, kämpfte er im Ersten Weltkrieg mit eigenen Truppen für Polens Unabhängigkeit. In der neu gegründeten Republik herrschte er ab 1926 autokratisch. Heute gilt Piłsudski als einer der bedeutendsten europäischen Staatsmänner seiner Zeit. Doch insbesondere für Polens Nationalkatholiken bleibt er ein sperriger Held: der Religion gegenüber zu gleichgültig, zu sehr der Aufklärung verbunden, zu kosmopolitisch. Wolfgang Templin lässt Piłsudskis abenteuerliche Biografie lebendig werden. Zugleich erzählt er die tragische Geschichte eines Landes zwischen den Großmächten.

Wolfgang Templin (*1948) arbeitet als Publizist und in der politischen Erwachsenenbildung. In der DDR rief er mit anderen die Initiative Frieden und Menschenrechte ins Leben, für die er 1989 am Zentralen Runden Tisch saß. Später gehörte er zu den Mitbegründern von Bündnis 90. Von 2010 bis 2014 leitete er das Warschauer Auslandsbüro der Heinrich-Böll-Stiftung. Für seine Verdienste um die deutsch-polnische Verständigung wurde er in beiden Staaten mehrfach ausgezeichnet. Er veröffentlichte Bücher über die Geschichte und politische Entwicklungen in der Ukraine und Polen.

UKB Präsenzveranstaltung: 5,00 €; LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger 2,50 €

Um an der Veranstaltung online teilzunehmen, melden Sie sich bitte unter dem folgenden Link an:
https://us06web.zoom.us/meeting/register/tZwpf-2sqTgiEtSexSreHdTr_ve4ddv4UJjW
Nach der Registrierung erhalten Sie eine Bestätigungs-E-Mail mit Informationen über die Teilnahme am Meeting.

Die Veranstaltung wird live auf unserem YouTube-Kanal übertragen


Di., 24.05.22, 19.00 Uhr

„Der Heilige Doktor aus Münstereifel"

Benefizveranstaltung zur Unterstützung
des Janusz Korczak Rehabilitations-Instituts in Odessa, Ukraine

In Zusammenarbeit mit der Friedrich Joseph Haas Gesellschaft

Szenische Lesung und Gespräch mit dem Vorsitzenden der Haass-Gesellschaft Wilhelm Stein,und dem Autor Mark Zak

Es lesen Laurenz Leky, René Michaelsen und Katharina Quast.

Der in Münstereifel geborene und in Köln ausgebildete Arzt Friedrich Josef Haass (1780-1853) spielte im Leben Lew Kopelews eine besondere Rolle. Der deutsche Mediziner machte im zaristischen Russland eine glänzende Karriere und versorgte dort unentgeltlich über 25 Jahre lang Strafgefangene mit medizinischer und seelsorgerischer Hilfe, was ihm den Beinamen „der heilige Doktor“ einbrachte.

Lew Kopelew sah in Friedrich Josef Haass einen großen deutsch-russischen Humanisten. Er veröffentlichte 1984 seine Biographie unter dem Titel: Der heilige Doktor Fjodor Petrowitsch, Die Geschichte des Friedrich Joseph Haass, Bad Münstereifel 1780 – Moskau 1853.

Mark Zak hat über Friedrich Haass ein Theaterstück geschrieben (im Jussenhoven & Fischer Verlag erschienen). Das Stück setzt sich nicht nur mit dem Leben des "heiligen Doktors" auseinander, sondern zieht auch Parallelen zu Imperialismus und Diktatur im heutigen Russland."

Alle Erträge von dem Abend kommen der Janusz Korczak Rehabilitations-Institut für geistig oder mehrfach behinderte Kinder in Odessa zugute – einem der zahlreichen karitativen Projekte in Osteuropa, das die Friedrich Josef Haass Gesellschaft aus Bad Münstereifel im Sinne seines Namensgebers unterstützt.

Laurenz Leky studierte Schauspiel in Salzburg und Conflict Resolution in Bradford, GB, und arbeitete u.a. am Theater Osnabrück und dem Schauspiel Frankfurt. Seit 2016 leitet er das Theater im Bauturm, Köln.

René Michaelsen studierte Musikwissenschaft, Germanistik und Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft und promovierte 2011 in Köln. Seit August 2016 ist er als Dramaturg am Theater im Bauturm beschäftigt.

Katharina Quast studierte Schauspiel in Frankfurt/Main. Nach Stationen an den Stadttheatern von Augsburg und Osnabrück ist sie seit 2011 Ensemblemitglied am Theater Heidelberg.

Wilhelm Stein ist Diplom Volkswirt und war als Geschäftsführer im Bereich der beruflichen Rehabilitation von Menschen mit Behinderung tätig. In dieser Funktion hat er karitative Projekte der Friedrich Joseph Haass Gesellschaft unterstützt. Seit Anfang 2020 ist er deren Vorsitzender.

Mark Zak ist Schauspieler und Autor. Er wurde in der heutigen Ukraine geboren und lebt seit 1974 in Köln.



Eintritt FREI. Um eine Spende zugunsten des Janusz Korczak Rehabilitations-Institut in Odessa wird gebeten

Gerne können Sie die Veranstaltung live online verfolgen.
Registrieren Sie sich bitte unter dem folgenden Link:
https://us06web.zoom.us/meeting/register/tZMvdOyvqjgoGtXxrCElgxwrN-DdZIScxmHX
Nach der Registrierung erhalten Sie eine Bestätigungs-Mail mit Informationen über die Teilnahme.

Die Veranstaltung wird außerdem live auf unserem YouTube Kanal übertragen

Präsenz und Online.
2.06 um 19.00 Uhr

Bernt Hahn liest „Die Dämonen“
von Fjodor Dostojewskij

Der Krieg in der Ukraine traf die ukrainischen Kulturschaffenden besonders schwer. Theater, Museen und Bibliotheken wurden in Luftschutzbunker umfunktioniert. Tausende ukrainischen Schriftsteller, Musiker, Regisseure und Schauspieler haben ihre Einkommensquellen verloren und machen sich Gedanken, wie sie ihre Familien nun durchbringen. Sie sind auf fremde Hilfe angewiesen.

Ab sofort bieten wir unsere Dostojewski-Lesungen kostenfrei an. Statt Eintrittsgelder bitten wir Sie um eine Spende zugunsten ukrainischer Künstler. Die Spenden werden privat gesammelt und direkt an die ukrainischen Künstler in Not überwiesen. Bitte sprechen Sie unsere Geschäftsführerin Tatiana Dettmer an der Abendkasse für weitere Details an.

Wir bedanken uns ganz herzlich beim Bernt Hahn, der sein Honorar für Dostojewski-Lesungen ebenfalls den ukrainischen Künstlern in Not spendet.


Präsenz und Online:
23.06, 14.07, 25.08, 15.09, 6.10, 27.10, 17.11 und 8.12

jeweils um 19.00 Uhr

In Zusammenarbeit mit M. Lengfeld‘sche Buchhandlung, Köln

Beschrieben wird eine Generation, die auf der Schwelle zu Industrialisierung und Moderne ihre Wertebindung verloren hat und entwurzelt nach neuen Orientierungen sucht. Religion, hergebrachte Sitten und Moral bieten keine stabilen Antworten. Taumelnd und in teils hektischer Aggressivität suchen die Protagonisten Halt bei fragwürdigen Konzepten und Ideologien, deren Einfluss bis in unsere Tage reicht. Der Roman ist als Warnung unter dem Eindruck mörderischer Umtriebe anarchistischer Zirkel geschrieben, aus deren Dunstkreis der berüchtigte „Katechismus des Revolutionärs“ stammt, der seinerseits Inspiration für die Aktivitäten der RAF gewesen ist. Nicht zuletzt wird dieser Tage in den Vereinigten Staaten von Amerika im Hinblick auf die Vorkommnisse um den vergangenen Präsidentschaftswahlkampf und die Besetzung des Kapitols explizit auf Dostojewskijs „Die Dämonen“ Bezug genommen.

Zu den grenzenlosen Bewunderern Dostojewskijs gehören u.a. Friedrich Nietzsche, für den er der „tiefste Psychologe der Weltliteratur“ ist, Thomas Mann, der dem Buch unerhörte Neuheit und Kühnheit attestiert, und Albert Camus, der die „Dämonen“ zu einem prophetischen Text erklärt, er gehöre zu den vier oder fünf Werken, die er über alles stelle. Camus hat den Roman 1959, in Reaktion auf stalinistisch orientierte Strömungen der Linken in Frankreich, unter dem Titel „Die Besessenen“ für die Bühne adaptiert.

Fjodor Michajlowitch Dostojewskij wird am 11. November 1821 als Sohn eines Arztes in Moskau geboren. 1837 geht er nach St. Petersburg und absolviert eine Ingenieurschule. Nach ersten Veröffentlichungen wird er 1849 wegen Verlesung eines angeblich staatsfeindlichen Briefes zum Tode verurteilt. Die darauf erfolgte Scheinhinrichtung wird zur lebensbestimmenden Erschütterung. Zu vier Jahren Zwangsarbeit und vier Jahren Militärdienst in Sibirien “begnadigt“, darf er 1859 nach St. Petersburg zurückkehren. 1873 entstehen „Die Dämonen“. Darauf folgen u.A. Der Jüngling (1875) und Die Brüder Karamazov (1881), ein Riesenwerk, geschaffen nicht nur „unter der Geißel“ seiner Krankheit (Epilepsie) sondern auch unter den Stockschlägen von erniedrigenden Finanznöten, die ihn zwangen, mit unnatürlicher Schnelligkeit zu arbeiten“ (Thomas Mann). Fjodor Dostojewskij stirbt am 09. Februar 1881 und wird drei Tage später unter der Anteilnahme von mehreren zehntausend Menschen auf dem Tichwiner Friedhof des Alexander-Newski-Klosters in St. Petersburg beigesetzt.

Bernt Hahn ist freiberuflicher Schauspieler und Sprecher. Neben seinen zahlreichen Hörbüchern mit Texten von u.a. Alexander Puschkin, Joseph Roth, M. Gandhi und Bruno Schulz hat er „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ von Marcel Proust und „Jahrestage“ von Uwe Johnson in öffentlichen Lesungen vollständig vorgetragen.

Das Buch © Fjodor M. Dostojewskij "Böse Geister " (Übersetzung: Swetlana Geier).

Leserechte mit freundlicher Genehmigung der S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main.

Eintritt frei. Um eine Spende zugunsten Kulturschaffenden in der Ukraine wird gebeten.

Um an der Veranstaltung online teilzunehmen, melden Sie sich bitte unter dem folgenden Link an (einmalige Anmeldung für alle Lesungen):
https://us06web.zoom.us/meeting/register/tZItf-qvqjkjGdZNh_QZUVq3X3ENjkijKRXW

Nach der Registrierung erhalten Sie eine Bestätigungs-E-Mail mit Informationen über die Teilnahme am Meeting.

Die Veranstaltung wird live auf unserem YouTube-Kanal übertragen


Kontakt

Lew Kopelew Forum
Neumarkt 18
50667 Köln


Tel. (0221) 2 57 67 67
Fax. (0221) 2 57 67 68
info@8631ac1f1a754e8dbc6e526cc312cc5akopelew-forum.de  


Unsere Öffnungszeiten:
Di. 12.00 – 17.00
Do. 10.00 – 15.00
Fr. 10.00 – 15.00

und während der Veranstaltungen

Bitte melden Sie eventuell notwendige Besuche im Büro telefonisch an und bringen Sie Ihren eigenen Mund-Nasen-Schutz mit.


Mitglied werden

Werden Sie Mitglied

im Lew Kopelew Forum.

Mit finanzieller Unterstützung

der Stadt Köln

Gefördert durch das Land NRW

Der Ministerpräsident des Landes

Nordrhein-Westfalen


Gefördert durch

Gefördert durch