„Toleranz, Moral, Menschlichkeit –
die Ideale und Träume der deutschen und russischen
Aufklärer sind keine wirklichkeitsfremden Utopien.
Sie sind Wegweiser für unsere Gegenwart und Zukunft."
Lew Kopelew
NUR ONLINE: Die internationale Schreibfamilie
Die deutsche Literatur mit multikulturellen Wurzeln
Olga Grjasnowa, Bild (c) Joachim Gern, und Wladimir Kaminer, Bild (c) Zinte
In Zusammenarbeit mit dem Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller NRW
Lesung und Gespräch mit Olga Grjasnowa und Wladimir Kaminer
Moderation: Katharina Heinrich, Osteuropahistorikerin und LKF-Beirat
Der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller NRW veranstaltet mit Unterstützung des Deutschen Literaturfonds im Rahmen des Programms „Neustart Kultur“ eine neue Reihe in Köln mit Autor*innen und Moderator*innen wohnhaft in mehreren Bundesländern, die zwei- oder sogar mehrsprachig sind und sich mit zwei Ländern besonders verbunden fühlen – Deutschland und einer weiteren Heimat.
Im Laufe des Abends werden Olga Grjasnowa und Wladimir Kaminer aus ihren Werken lesen und mit der Moderatorin und dem Publikum über naheliegende Themen diskutieren wie folgende: Wie ist ihre Beziehung zu Deutschland als ihre zweite Heimat? Haben sie mögliche Affinitäten mit der Literatur Russlands? Worin unterscheidet sich eine multikulturelle Literatur von einer monokulturellen und nur in einer Heimat eingewurzelten? Warum wurde die sogenannte Migrantenliteratur in den Anfängen in Deutschland für minderwertig und literarisch von niedriger Qualität gehalten?
Olga Grjasnowa, geboren 1984 in Baku, Aserbaidschan, hat bislang vier Romane veröffentlicht. Für ihr viel beachtetes Debüt "Der Russe ist einer, der Birken liebt" (2012) wurde sie mit dem Klaus-Michael Kühne-Preis und dem Anna Seghers-Preis ausgezeichnet. Zuletzt erschien von ihr der Roman "Der verlorene Sohn" (2020) sowie das Sachbuch „Die Macht der Mehrsprachigkeit. Über Herkunft und Vielfalt“ (2021). Olga Grjasnowa lebt mit ihrer Familie in Berlin.
Wladimir Kaminer wurde 1967 in Moskau geboren, wo er eine Ausbildung zum Toningenieur für Theater und Rundfunk absolvierte. Seit 1990 lebt er in Berlin. Mit seiner Erzählsammlung »Russendisko« sowie zahlreichen weiteren Bestsellern avancierte er zu einem der beliebtesten und gefragtesten Autoren Deutschlands.
EINTRITT FREI
Aufgrund der aktuellen epidemischen Lage findet die Lesung NUR ONLINE statt. Auf eine Präsenz-Veranstaltung mit Publikum in unseren Räumlichkeiten müssen wir mit Blick auf steigende Infektionszahlen leider verzichten. Wir bedauern diese Entwicklung sehr und hoffen auf Ihr Verständnis.
Registrieren Sie sich bitte unter dem folgenden Link:
https://us06web.zoom.us/meeting/register/tZMud-qtpz4qGNx0geKdH8cRwH0pXQXEp6z_
Nach der Registrierung erhalten Sie eine Bestätigungs-Mail mit Informationen über die Teilnahme.
Die Veranstaltung wird außerdem live auf unserem YouTube Kanal übertragen
Heller Weg:
Geschichte eines Konzentrationslagers im Donbass 2017-2019
Heller Weg,
aus dem Russischen von Martina Steis und Charis Haska,
Ibidem Verlag, 2021
Ein genauer Termin wird noch bekannt gegeben.
Buchvorstellung und Gespräch mit dem Autor, einem ehem. Häftling des Foltergefängnisses „Izolazia“
Stanislav Aseyev
Moderation: Dr. Vera Ammer, LKF-Beirat und Mitglied des Vorstands
von „Memorial International“
Konsekutives Dolmetschen ins Deutsche von Nadja Simon
In Zusammenarbeit mit der Botschaft der Ukraine in Deutschland und dem Generalkonsulat der Ukraine in Düsseldorf
2017 wird der ukrainische Journalist Stanislav Aseyev im okkupierten Donezk verhaftet und wegen "Extremismus" sowie "Spionage" zu 15 Jahren Haft verurteilt – unter anderem, weil er in seinen Reportagen aus dem Kriegsgebiet das Wort "Donezker Volksrepublik" in Anführungszeichen gesetzt hatte. Zweieinhalb Jahre verbringt er in Haft, den Großteil in der so genannten "Isolation", einem Donezker Foltergefängnis mit der Adresse Heller Weg 3. Die dortige ehemalige Fabrik wurde 2014 in ein Konzentrationslager verwandelt und steht seither unter Moskauer Kontrolle. Hinter dem Gefängniszaun gelten keine Gesetze, das Leben ist bestimmt von Demütigung, Angst und Folter. Um in der Hölle des Lagers überleben zu können, schreibt Aseyev, wann immer er kann: auf Pappfetzen und Papierresten. Er lernt Textfragmente auswendig und sagt sie vor sich her. So kann er sie bewahren, obwohl ihm seine Aufzeichnungen später abgenommen werden. Offen, tiefgründig und emotional berichtet der Journalist von Leid, das im heutigen Europa unvorstellbar scheint. Seine Mission ist es zu überleben, um berichten zu können.
Ende 2019 kommt Aseyev durch einen Gefangenenaustausch zwischen Russland und der Ukraine frei. Das Buch legt Zeugnis ab über ein heutiges Konzentrationslager, von dem nur wenige wissen, obwohl das UNO-Hochkommissariat für Menschenrechte dortige Folterungen dokumentiert hat. Diese Erzählung handelt davon, wie es gelingen kann, menschlich zu bleiben unter unmenschlichen Bedingungen; von Glauben, Vergebung, Hass – und dem Leben danach. Stanislav Aseyev arbeitet seit 2020 als Experte für die besetzten Gebiete des Donbass beim Ukrainischen Institut für die Zukunft (UIF) Kyjiw.
Stanislav Aseyev, geboren 1989 in Donezk, Schriftsteller und Journalist. Von 2015 bis 2017 schrieb er unter Pseudonym für verschiedene ukrainische Medien aus dem besetzten Osten der Ukraine. Im Juni 2017 verschwand er spurlos. Später wurde offiziell bestätigt, dass er von Kämpfern der sogenannten Volksrepublik Donezk verschleppt worden war. Erst nach zahlreichen internationalen Protesten kam Aseyev im Dezember 2019 im Zuge eines Gefangenenaustausches frei. Er hatte 962 Tage in Isolation verbracht. Der Autor lebt jetzt in Kyjiw.
Menschenrechte in Russland und Belarus
Do., 16.12.21, 19.00 Uhr
Online-Vortrag und Gespräch mit jungen Experten und Menschenrechtlern aus Russland und Belarus
ACHTUNG!
Unsere Veranstaltungen finden unter Beachtung der Risikovorsorge im Zusammenhang mit der Covid-Pandemie statt. Es gelten die Landesverordnung NRW und Verordnungen der Stadt Köln zum Umgang mit SARS Cov-2. Teilnehmen dürfen zum jetzigen Stand Personen, die vollständig GEIMPFT (länger als 14 Tage), GETESTET (nicht älter als 48 Stunden) oder GENESEN (nicht älter als 6 Monate) sind. Bitte bringen Sie einen entsprechenden Nachweis zur jeweiligen Veranstaltung mit. Vielen Dank für Ihr Verständnis!
Wir bitten um eine verbindliche Anmeldung für unsere Präsenz-Veranstaltungen unter 0221 257 67 67 oder per Email unter info@kopelew-forum.de
Alle Veranstaltungen werden live über Zoom und auf unserem YouTube-Kanal übertragen. Weitere Details finden Sie unter jeweiliger Veranstaltung.
Ausstellung „Andrei Sacharow – vom Bombenbauer zum Bürgerrechtler“
Andrei Sakharov 1989
Bild: Auteursrechthebbende Nationaal Archief
Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Sacharow Zentrum Moskau und den Studierenden der Geschichtswissenschaft an der Universität zu Bremen unter der Leitung von Prof. Dr. Susanne Schattenberg und kann bereits jetzt unter dem unten stehenden Link virtuell „besichtigt“ werden.
Zur virtuellen Ausstellung
#civilsocietycooperation