Veranstaltungen 2015

Mittwoch, 07. Januar 2015, 19.00 Uhr


Buchvorstellung


Valerij Zolotarewskij

Золотые россыпи Кёльна
(Übersehene Kostbarkeiten von Köln - Kölner Denkmäler und Plastiken)


Einführung: Diana Siebert
Geschäftsführerin der Grünen Köln, eh. Geschäftsführerin des Lew Kopelew Forums

Veranstaltung in russischer Sprache mit deutscher Übersetzung


Übersetzung: Felix Riefer, LKF-Beirat

Valerij Zolotarewskij lebt seit 1994 in Köln. Er ist Autor von vier Büchern. Sein letztes, „Übersehene Kostbarkeiten von Köln“, ist ein Fotoband mit kurzen historisch-anekdotischen Essays über Denkmäler und Plastiken im öffentlichen Raum, die von Kölner Bildhauern und Architekten erschaffen wurden. Fast alle Fotos stammen vom Autor selbst.
Valerij Zolotarewskij  wurde 1939 in Nowotscherkassk, UdSSR, geboren, von wo die Familie bald nach Kiew umgezogen war. Während des 2. Weltkrieges ist sie nach Mittelasien evakuiert worden und kam 1943 in das gerade befreite Kiew zurück. Dort hat Valerij Zolotarewskij sein Ingenieur-Diplom an  der Technischen Universität erworben und eine 40jährige berufliche Tätigkeit vom Schlosser bis zum Direktor eines produktionswissenschaftlichen Betriebs absolviert.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Mittwoch, 14. Januar 2015, 19.00 Uhr


Buchvorstellung und Lesung


Autorin Tatjana Kuschtewskaja


erzählt und stellt ihre zwei neuesten Bücher vor:

Der Jenissei – ein sibirischer Strom

Geschichte und Geschichten
von seinen Quellflüssen bis zum Polarmeer

Wostok-Verlag 2014

Der Jenissei ist der große, mächtige Strom im Herzen Sibiriens und Lebensader fur die an seinen Ufern lebenden Menschen. Die Reise auf dem Jenissei führt durch beinahe alle Klimazonen Russlands. In der Republik Tuwa kann man Kamelen begegnen, in Dikson, am Mündungsdelta des Flusses, auf Eisbären treffen.


Tatjana Kuschtewskaja fährt mit ihren Lesern den Jenissei von seinen Quellfüssen bis zu seiner Mündung in die Karasee hinunter, besingt die herrliche Landschaft, führt ein in die Geschichte der Städte und Ansiedlungen, macht bekannt mit den kleinen Völkern und Völkerschaften, die seit Jahrhunderten an seinen Ufern leben, wie auch mit denen, die im Zuge der Erschließung Sibiriens hierher kamen. Sie erzählt von kleinen Geschichten und von großer Geschichte.

Zu Tisch bei Genies

Neue kulinarische Streifzüge durch die russische Literatur

Grupello 2014


Nach ihrem Bestseller „Die Poesie der russischen Küche“ (2003) begibt sich Tatjana Kuschtewskaja erneut auf kulinarische Streifzüge durch die russische Literatur. Sie steht bei Alexander Puschkin am Herd, schaut in die Töpfe von Maxim Gorkij, nimmt Platz am Tisch von Vladimir Nabokov. Denn die russischen Schriftsteller sind große Meister im „Anrichten“ von Speisen. Wie und was sie ihre Helden essen lassen, gibt stets auch Aufschluss über ihr Wesen, Gemütslage oder Lebenseinstellung.


Tatjana Kuschtewskaja präsentiert Speisen, an denen die russischen Genies Gefallen fanden und deren Rezepte sie in alten Kochbüchern aufspürte: Von Suppen und Vorspeisen über Fleisch- und Fischgerichte bis zu Süßspeisen und Getränken. Gewürzt wird das Ganze mit Episoden aus dem Leben ihrer Helden und literarisch-kulinarischen Zitaten.

Kulinarische Umrahmung: Lieblingssüßigkeiten von Fjodor Dostojewski


Musikalische Umrahmung: Marina Kalmykova singt eigene Kompositionen zur Gitarre

Tatjana Kuschtewskaja, geboren 1947 in der Turkmenischen SSR in der Wüstenoase Dargan-Ata, verbrachte ihre Kindheit in der Ukraine; Studium der Musikpädagogik an der Musikhochschule von Artjomowsk (Diplom); sie arbeitete acht Jahre lang als Musikpädagogin in Jakutien; 1976-1981 Studium an der Fakultät für Drehbuchautoren der Filmhochschule Moskau (Diplom), wo sie 1983-1991 einen Meisterkurs für Drehbuchautoren leitete und als freie Journalistin tätig war; sie verfasste zahlreiche Drehbücher und Reportagen und unternahm Reisen durch alle Regionen der ehemaligen UdSSR. Seit 1991 lebt sie in Deutschland.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Dienstag, 20. Januar 2015, 19.00 Uhr


Vortrag


Der russische Rechtsextremismus,

das Putin-Regime und die so genannte Ukraine Krise


Dr. Andreas Umland


im Gespräch mit


Felix Riefer


Felix Riefer, Masterstudent der Politikwissenschaften an der Universität zu Köln und Sciences Po/ Paris School of International Affairs; Mitglied im LKF-Beirat und CCCEE (Cologne Centre for Central and Eastern Europe) der Uni Köln.


Dr. Andreas Umland, Ph.D., ist einer der profiliertesten Kenner Russlands und der Ukraine; er ist Habilitand am Lehrstuhl für Mittel- und Osteuropäische Geschichte an der Katholischen Universität Eichstädt-Ingolstadt und Mitherausgeber des „Forum für osteuropäische Ideen- und Zeitgeschichte“. Seit September 2010 lehrt er am Institut für Politikwissenschaft für Deutschland- und Europastudien der renommierten Nationalen Universität Kiew-Mohyla-Akademie und ist darüber hinaus auch Senior Research Fellow am Institute for Euro-Atlantic Cooperation, Kyiv.


Andreas Umland studierte russische Sprache und Geschichte sowie Politikwissenschaft in Leipzig,  Oxford und Stanford, promovierte in Geschichte an der FU Berlin und erwarb 2007 den Ph. D. in Politics der University of Cambridge (Trinity College) mit einer Arbeit zur „postsowjetischen russischen unzivilen Gesellschaft“.


Er war NATO-Fellow an der Hoover Institution on War, Revolution and Peace, Palo Alto, Kalifornien, Fachlektor an der Uraler Staatlichen Universität Jekaterinburg, Fellow am Davis Center for Russian Studies der Harvard University, Vertretungsdozent für russische und Osteuropastudien an der University of Oxford und DAAD-Lektor am Institut für Internationale Beziehungen der Nationalen Taras-Schewtschenko-Universität Kiew.


Russische Rechtsradikale demonstrieren in Moskau. Bild: Archiv/epa/dpa


In Kooperation mit dem Cologne Centre for Central and Eastern Europe

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Donnerstag, 29. Januar 2015, 19.00 Uhr


Vortrag


Der Holocaust in Osteuropa

aus der Sicht der Nachbarn

Zehn Jahre Forschungsarbeit von

Yahad - In Unum


Vortrag von Andrej Umansky, Mitglied im Vorstand vom Yahad - In Unum


Die internationale Organisation

Yahad - In Unum wurde 2004 von Pater Patrick Desbois gegründet und widmet sich der systematischen Ermittlung  und Dokumentation der Stätten von Massenexekutionen an Juden und Roma  während des Zweiten Weltkriegs in Osteuropa, in mittlerweile sieben Ländern: Ukraine, Weißrussland, Russland, Polen, Rumänien, Moldawien und Litauen. Dabei werden Augenzeugen der während des Zweiten Weltkriegs begangenen Massenerschießungen von Juden und Roma interviewt. Yahad - In Unum dokumentiert auch Erschießungsorte, die sich auf dem Territorium dieser Länder befinden.


Bis heute wurden mehr als 3.450 Augenzeugen befragt und über 1.400 Erschießungsorte von Juden und Roma ausfindig gemacht. Diese Forschungsergebnisse können in dem 2010 eingeweihten Forschungszentrum in Paris eingesehen werden.


Wladimir zeigt den Erschießungsort der Juden von Novopodilske in der Oblast Dnipropetrowsk, Ukraine.Foto: Archiv Yahad - in Unum

Seit mehreren Jahren veranstaltet Yahad-ln Unum Fortbildungsseminare, bei denen es darum geht, Erkenntnisse über den Völkermord weiterzugeben und die neuen Generationen dazu aufzufordern, sich für die Bekämpfung der Massengewalt gegen Zivilisten zu engagieren. Ferner wurden in Zusammenarbeiten mit verschiedenen Partnern drei große wissenschaftliche Konferenzen und zahlreiche Workshops veranstaltet.


Andrej Umansky ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Strafrecht und Strafprozessrecht der Universität zu Köln. 


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Donnerstag, 29.01.2015, 19.00 Uhr


Eröffnung der Fotoausstellung


Das KZ Auschwitz-Birkenau und die Stadt Oświęcim im Blick


Fotos von Eric Mayen Junior (Kind) & Senior


Ausstellung zum 70. Jahrestag der Befreiung des KZ und der Stadt



Eric Mayen Jr. ist am 02.01.2007 in Köln geboren. Seine Eltern sind: Bildhauerin Agata Agatowska und Kunstmaler Eric Mayen Sr. Momentan besucht er die zweite Klasse der Bilingo Grundschule in Köln mit freundlicher Unterstützung von Hedwig Neven DuMont.



Die Stadt Oświęcim kennt Eric von jährlichen sommerlichen Besuchen bei seinen Großeltern. Ausstellungen und Preise:

- 2008, Kinder malen Osterhasen, award, Art Service, Köln

- 2009, Schmetterlinge, Kindergarten/nursery, group exhibition, Oswiecim, Poland

- 2010, Peppa Pig Contest, award, 1st Price Winner, Warsaw, Poland

- 2011, Eure schönsten Fotos, Kinderseite, Magazin, Kölner Stadtanzeiger

- 2012, Meine Osterferien , contest for children, award, RWE Köln

- 2014, Photoglobus, Photokina Köln


Workshops:

2014 photokina: Köln fotografiert, Zoosafari

2014 Hans Arp, MAKK Köln

2014 Andy Warhol, Museum Ludwig, Köln

2014 Ludwig goes Pop, Museum Ludwig, Köln


Eric Mayen Sr., geb. am 18 Nov. 1953 in Grünberg/Zielona Góra, Schlesien, Polen 1978 politischer Flüchtling aus Polen. 1983-1988  Studium der Malerei und Grafik an der Akademie der Bildenden Künste München, Diplom bei Daniel Spoerri. Seit 2010 Dozent für Panoramafotografie an der Universität Bonn. Lebt und arbeitet in Köln.


Zahlreiche Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In-und Ausland.   Werke in öffentlichen Sammlungen u.a.; National Collection of England – Imperial War Museum London, Marienkirche in Gdansk/Danzig, Erzdiözese Köln und in privaten Sammlungen, u.a. Hedwig Neven DuMont, Köln


Eintritt frei

Dauer der Ausstellung: 28.01. – 20.02.2015, Öffnungszeiten: mo. – do., 12.00 – 18.00; fr.: 12.00 – 17.00, außerdem: nach Vereinbarung und während der Veranstaltungen



Donnerstag, 26. Februar 2015, 19.00 Uhr


Buchvorstellung


Christa Wolf


Wer wir sind und wer wir waren – Moskauer Tagebücher 1957-1989

Suhrkamp Verlag, Oktober 2014


Mit

Gerhard Wolf

Marietta Bürger, Schauspielerin, Köln

Tanja Walenski, Mitarbeiterin des Bandes


Moderation:


Fritz Pleitgen, Vorsitzender des LKF


Christa Wolf, geboren 1929 in Landsberg/Warthe (Gorzów Wielkopolski), lebte in Berlin und Woser, in Mecklenburg-Vorpommern. Ihr Werk wurde mit zahlreichen Preisen, darunter dem Georg-Büchner-Preis, dem Thomas Mann Preis und dem Uwe-Johnson-Preis, ausgezeichnet. Sie verstarb 2011 in Berlin.


„Moskau! Ich hatte mich vorher gefragt, was wohl in Moskau mich als erstes beeindrucken würde.“ So beginnen Christa Wolfs Aufzeichnungen über eine Stadt, die sie 1957 zum ersten Mal besucht. Im Oktober 1989, mitten in den Wochen des Umbruchs, tritt sie ihre letzte Reise in die Sowjetunion an. Insgesamt zehnmal ist sie dort, von den Sicherheitsdiensten der UdSSR wie der DDR beobachtet.


Sie folgt als Touristin zusammen mit Dostojewskis Enkel den Spuren des großen Russen in Sankt Petersburg. Fährt mit Max Frisch auf der Wolga nach Gorki. Trifft in Gagra am Schwarzen Meer eine schlagfertige Moskauer Rechtsanwältin. Besucht Vilnius und Riga und steht in Komarowo am Grab Anna Achmatowas. Vor allem aber ist sie eine scharfe Beobachterin der sozialen und politischen Verhältnisse, die die Freundschaft verfolgter Dissidenten wie Lew Kopelew und Efim Etkind gewinnt.


In den Tagebuchnotizen entsteht ein facettenreiches Bild des Riesenreichs im Wandel, bis hin zu den Tagen des dramatischen Endes, und gleichzeitig erleben wir Christa Wolf im persönlichen Dialog mit sich selbst und den russischen Freunden. Ergänzt werden ihre Aufzeichnungen durch Begleittexte ihres Mannes Gerhard Wolf sowie durch Briefe, u.a. an Kopelew und Etkind, zeitgenössische Fotos und Dokumente. 


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger 



Montag, 09. März 2015, 19.00 Uhr


Vortrag mit Gespräch


© Ingo Wagner / dpa

Instrumentalisierung des Gedenkens


Vergessen, Mythos, Propaganda und deren Einwirkung auf das Bewusstsein der russischen Gesellschaft 


Vortrag und Diskussion mit


Dr. Irina Scherbakowa


 Im heutigen Russland ist die Berufung auf die Geschichte und Vergangenheit zum wichtigsten Teil der staatlichen Propaganda geworden. Die Mythologisierung der historischen Ereignisse, vor allem des 2. Weltkriegs, ist der wichtigste Pfeiler in der Konstruktion der Ideologie des neuen „Patriotismus“, der Fremdenbilder und der Isolation vom Westen. Welche Prozesse und Phänomene, die mit dem historischen Gedenken und mit der Geschichtspolitik zusammenhängen, haben im Laufe der letzten zwanzig Jahre zu dieser Entwicklung geführt?


Irina Scherbakowa ist eine russische Germanistin, Kulturwissenschaftlerin, Historikerin und Publizistin. Sie koordiniert den russischen Geschichtswettbewerb für Jugendliche, den die Gesellschaft MEMORIAL in Moskau seit 1999 ausrichtet.


Ihre Forschungsgebiete umfassen Oral History,  Totalitarismus, Stalinismus, Gulag und sowjetische Speziallager auf deutschem Boden nach 1945, Fragen des kulturellen Gedächtnisses in Russland und der Erinnerungspolitik. Ende der 1970er Jahre begann sie eine Sammlung von Tonbandinterviews mit Opfern des Stalinismus, seit 1991 forschte sie in den Archiven des KGB.


Seit 1999 gehört Irina Scherbakowa dem Kuratorium der Gedenkstätte Buchenwald in Weimar an. Sie ist Mitglied des internationalen Beirats der Stiftung Topographie des Terrors in Berlin, der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste und Vorstandsmitglied der Marion-Dönhoff-Stiftung. 2005 nahm sie den Bundesverdienstkreuz am Bande an. Sie war auch Fellow am Institut für Wissenschaften von Menschen in Wien sowie Gastprofessorin an der Universität Salzburg. Seit 2010 ist Irina Scherbakowa Ehrenmitglied des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung Berlin (ZfL), seit 2012 im Internationalen Wissenschaftlichen Beirat des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien (VWI) vertreten. In einem Interview im Juni 2013 erzählt sie von ihren Großeltern und was ihre Mutter in ihrer Kindheit erlebt hat. Über sich sagt sie, sie sei aufgewachsen mit der Frage ihrer Großmutter: Was hat uns verschont? 


Moderation: Elisabeth Weber, LKF-Beirat, und Robert Baag,

Redakteur/ Deutschlandfunk 


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Donnerstag, 12. März 2015, 19.00 Uhr


Journalistenrunde


                                                                                                                   © WDR / Bernd Obermann

Der Krieg und die Journalisten 


Golineh Atai (ARD-Korrespondentin in Moskau, 2014 berichtete sie live aus dem Kiewer Majdan) und
Thomas Roth (Moderator der Tagesthemen)


über den Krieg in der Ukraine


Ein Gespräch mit Fritz Pleitgen 

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Dienstag, 24. März 2015, 19.00 Uhr


Vortrag mit Gespräch


Andrejs Urdze 


Die baltischen Staaten im Spannungsfeld zwischen europäischen Integrationsbemühungen und russischen Großmachtbestrebungen 


Vor 25 Jahren haben die drei baltischen Staaten Ihre Unabhängigkeit wieder erlangt. In diesen Jahren hat sich ein gewaltiger Wandel vollzogen, vieles ist erreicht worden. Alle drei Staaten sind Mitglied der EU, der Nato und seit dem 1.1.2015 sind sie auch in der Eurozone. Im ersten Halbjahr 2015 hat Lettland die Ratspräsidentschaft der EU inne.


Eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte und doch gibt es sowohl im Inneren als auch nach außen wirtschaftliche, soziale ethnische, nationale Spannungen, Unsicherheiten und Ängste.


Andrejs Urdze, der ehemalige bevollmächtigte Vertreter Lettlands in Deutschland und jetzige Generalsekretär des Baltischen Christlichen Bundes, gibt einen Einblick in diese Entwicklung und betrachtet insbesondere das Spannungsverhältnis zwischen den Balten und Russen im Innern sowie nach außen: zwischen den Baltischen Staaten und Russland


Moderation: Elisabeth Weber und Prof. Gerhard Simon, Osteuropa-Historiker 


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Donnerstag, 09. April 2015, 19.00 Uhr


Vortrag und Diskussion aus Anlass des 103. Geburtstags von Lew Kopelew


Dr. Nikolay Mitrokhin


Zur Vorgeschichte und zu den Voraussetzungen des Krieges im Osten der Ukraine


Der Donbas und die Ideologie des russischen Nationalismus 


Zu den wichtigsten Voraussetzungen und Quellen des gegenwärtigen Konflikts im Osten der Ukraine gehört die Tatsache, dass hier seit langem ein guter Nährboden für die verschiedensten kleinen prorussischen Organisationen existiert hat. Eine besondere Rolle spielten dabei viele Geistliche und Bischöfe der Russischen Orthodoxen Kirche. Sie praktizierten und predigten die Ideologie des russischen Nationalismus. Sie sprachen und sprechen dem ukrainischen Staat jede eigenständige Legitimität ab, und einige verfechten die Idee der „Besonderheit“ des Donbas. Alle diese Organisationen waren fest mit den entsprechenden russländischen NGOs verbunden, die sich zur Ideologie des russischen Nationalismus bekennen. Diese Organisationen haben offen und effizient über mehr als 20 Jahre den Boden für die russische Invasion im Osten der Ukraine vorbereitet. Ihre Wirksamkeit ist generell unterschätzt worden.


Dr. Nikolay Mitrokhin ist insbesondere durch einen richtungsweisenden Beitrag zu Herkunft und Zusammensetzung der Kämpfer im Donbas (Osteuropa Heft 8, 2014) hervorgetreten. Er hat außerdem zahlreiche Arbeiten zum russischen Nationalismus vorgelegt.


Dr. Mitrokhin wird gedolmetscht von Nadja Simon

Korreferent: Prof. Dr. Gerhard Simon

Moderation: Felix Riefer, LKF-Beirat


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Samstag, 18. April 2015, 18.00 Uhr


Podiumsgespräch mit den Preisträgern des


Lew Kopelew Preises für Frieden und Menschenrechte 2015,


den Vertretern der ukrainischen und der russischen Zivilgesellschaft


Ruslana Lyschytschko, bekannt als Ruslana, Sängerin, Siegerin im Eurovision Song-Contest 2004, Lemberg-Kiev, Ukraine


Jewgenij Sacharow, Aktivist, Publizist, Menschenrechtler aus Charkiw, Ukraine


Andrej Makarewitsch, Sänger, Bandleader der legendären Kultband „Maschina vremeni“/Zeitmaschine, Moskau


Eduard Uspenskij, Kinderbauchautor, schuf die berühmten Puppen-Figuren Tscheburaschka und Krokodil Gena, Moskau


Heute erreichte uns die Nachricht, dass Andrej Makarewitsch aufgrund einer anderen dringenden Verpflichtung bei der Preisverleihung und beim Vorgespräch nicht anwesend sein kann. Eduard Uspenskij, ebenfalls Preisträger, wird für ihn die Auszeichnung entgegen nehmen.

Veranstaltung in ukrainischer, russischer und deutscher Sprache.


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Eröffnung der Foto-Ausstellung


Ukraine

Erinnerte Gegenwart


von Oksana Kyzymchuk-Guizot


Fischverkäufer Valentin, Cherniwzi / Czernowitz 2011

Prof. Dr. h.c. Hansjürgen-Doss, Honorarkonsul der Ukraine:


„Die begnadete Fotografin lässt uns durch ihre Ausstellung an ihren kunstvollen, mit visualisierter Poesie gestalteten Werken teilhaben. Wir sehen durch die anspruchsvollen Fotografien vom Schicksal gezeichnete Gesichter, Leben auf dem Land, neugierige Kinder, Stillleben  - realistisch und voller Liebe zu ihrer ukrainischen Heimat. Oksana Guizot hat, wie sie sagt, die «Vergangenheit in die Gegenwart» geholt und damit Teile der Wurzeln dieses großen vielfältigen Landes für uns nachvollziehbar gemacht.“


Dauer der Ausstellung: 17.04.2015 – 15.05.2015


Wegen der regen Nachfrage verlängert bis zum 22.05.2015


Öffnungszeiten montags – donnerstags 12.00 Uhr –18.00 Uhr; freitags 12.00 Uhr – 17.00 Uhr sowie nach Vereinbarung und während der Veranstaltungen. 


Eintritt frei



Sonntag, 19. April 2015, 11.00 Uhr


Verleihung des Lew-Kopelew-Preises für Frieden und Menschenrechte 2015


an Vertreter der ukrainischen und der russischen Zivilgesellschaft

in der Kassenhalle der Kreissparkasse Köln, Neumarkt 18


Begrüßung: Alexander Wüerst, Vorsitzender des Vorstandes der Kreissparkasse Köln


Preisbegründung: Fritz Pleitgen, Vorsitzender des Lew Kopelews Forums


Laudatio: Martin Schulz, Präsident des Europaparlaments


Musikalische Umrahmung: Die Band East Affair


Dass Russen und Ukrainer Krieg gegeneinander führen, hätte Lew Kopelew das Herz zerrissen. Er wurde in Kiew geboren. Ein Russe jüdischer Herkunft, so hat er sich selbst beschrieben. Die Ukraine mit ihrer eigenen Kultur achtete er hoch.


Seit dem Mittelalter sei das Land durch Eroberer in Stücke gerissen worden: durch russische Zaren, polnische Könige, österreichische Kaiser, türkische Sultane und tatarische Khane. Geeint geblieben sei das Volk durch die Sprache, die Literatur, die Poesie. Die Annexion der Krim und die militärische Intervention in der Ostukraine wären von Lew Kopelew auf das Schärfste verurteilt worden. Gleichzeitig hätte er Russen und Ukrainer eindringlich gemahnt, sich nicht zu Feinden machen zu lassen.


Am 19. April werden Ruslana Lyschytschko, Andrej Makarewitsch, Eduard Uspenskij und Jewgenij Zacharow mit dem Lew Kopelew Preis ausgezeichnet. Sie werden geehrt, weil sie sich für die Wahrung der Menschenrechte und den Respekt vor anderen Kulturen einsetzen.


Die ukrainische Sängerin Ruslana Lyschytschko (Mutter Russin, Vater Ukrainer) gewann 2004 den Eurovision Song Contest. Auf dem Maidan bekämpfte sie das korrupte Janukowitsch-Regime. Legendär ihr Aufruf: „Schießt nicht auf Eure eigenen Leute“.


Der russische Sänger Andrej Makarewitsch genoss in seinem Land Kultstatus, bis er Moskau Einmischung im Ukraine-Konflikt vorwarf. Seitdem wird er in den Medien als Verräter bezeichnet. Trotzdem lässt er sich von seiner Sympathie für die Ukraine nicht abbringen.


Ebensowenig sein Landsmann Eduard Uspenskij, der Kinderbuchautor, mit dessen Puppenfiguren ganze Generationen sowohl in Russland als auch in der Ukraine großgeworden sind.


Jewgenij Zacharow, Ukrainer russischer Herkunft, ist Mitgründer des Büros der Menschenrechtsorganisation „Memorial“ in Charkiw. Unverzagt kämpft er gegen Korruption und für Rechtstaatlichkeit.


Wie Lew Kopelew treten alle drei Preisträger für das tolerante Zusammenleben aller Nationalitäten ein – in der Ukraine wie in Europa.


Geschlossene Veranstaltung mit gesonderter Einladung



Veranstaltungshinweis


goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films


Free Spirits – die 15. Ausgabe des goEast – Festival des mittel- und
osteuropäischen Films steht ganz im Zeichen der Freigeister des
europäischen Kinos. Vom 22. bis 28. April 2015 präsentiert goEast wieder die mittel- und osteuropäische Vielfalt des Kinos.


Lesen Sie hier das Informationsblatt des Festivals.


Hier finden sie Informationen über Russische Filme im goEast Programm 2015



Mittwoch, 29. April 2015, 19.00 Uhr


Literaturabend


Barbara Lehmann


Eine Liebe in Zeiten des Krieges


Verlag Langen Müller, 2015


Moderation: Katharina Heinrich, Osteuropa-Historikerin, Journalistin, LKF-Beirätin


In Zusammenarbeit mit:

ad publicum Buch und Kultur PR

Die Veranstaltung wird aus Mitteln des Förderprogramms Grenzgänger der Robert Bosch Stiftung unterstützt 


Die Journalistin Doro und der tschetschenische Freiheitskämpfer Aslan lernen sich am Flughafen kennen. Sie geben einander Halt und sind doch weit entfernt von einer glücklichen Beziehung. Während Doro mit ihrer eigenen Vergangenheit kämpft, verliert sich Aslan immer fanatischer im Kampf um seine Heimat. Doch als er in Gefangenheit gerät, beschließt Doro, alles zu tun, um den Mann, den sie liebt, zu befreien. Barbara Lehmann entwirft mit „Eine Liebe in Zeiten des Krieges“ eine leidenschaftliche Liebesgeschichte vor politischem Hintergrund.


Barbara Lehmann lebt in Berlin und schreibt als freie Autorin Features und Reportagen für Die Zeit sowie für verschiedene Rundfunkstationen. Zudem ist sie Dramaturgin, Projektmanagerin und Moderatorin. Aus dem Russischen übersetzte sie Stücke von Tschechow bis Sorokin sowie Prosa des russischen Skandalautors Eduard Limonow. Dank eines Grenzgänger-Stipendiums der Robert Bosch Stiftung reiste sie im Jahr 2007 nach Tschetschenien.


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Veranstaltungshinweis


Am ersten Mai-Wochenende findet im „Haus Annaberg“ in Bonn eine vom Baltischen Christlichen Bund organisierte Tagung statt zum Thema 25 Jahre Unabhängigkeit der Baltischen Staaten, bei dem u.a. die Botschafter, bzw Gesandten der drei Baltischen Staaten über die Entwicklung in Ihren Ländern berichten und über die Bedrohungslage angesichts der Ereignisse in der Ukraine diskutieren werden.


Anschließend Konzert „Baltocoro


Gäste, auch zu einzelnen Programmpunkten, sind herzlich willkommen.


Freitag, den 1. Mai


15.00            Einführung in das Thema: 25 Jahre Unabhängigkeit der Baltischen Staaten 15.30            Andrejs Urdze: Der Kampf um die Unabhängigkeit der Baltischen Staaten 17.00            Paulis Kļaviņš: Volksvertreter - Diener oder Herren?

                     Erinnerungen an die  parlamentarische Arbeit in der Saeima 1995 – 2004   20.00            Gruppendiskussion: Eigene positive wie auch negative Erfahrungen im

                     Baltikum

21.30            Filmvorführung: „Der baltischeWeg“ und Juris Podnieks „Der Freiheit

                     gesungen“  


Samstag, den 2. Mai 


10.00           Dr. Sigita Urdze: Die Entwicklung der Verfassungen der Baltischen Staaten

                    in den letzten 25 Jahren – eine Spiegelbild politischer Entwicklungen

11.00           Ramunas Misiulis, Gesandter Litauens: 25 Jahre Unabhängigkeit Litauens:

                    Erfahrungen und Zukunftsvisionen

12.00           Carl Eric Laantee Reintamm, Gesandter Estlands:

                    25 Jahre Unabhängigkeit Estlands – eine Erfolgsgeschichte  

13.00            Mittagessen  

14.30            Dr. Elita Kuzma, Botschafterin Lettlands:

                     25 Jahre – Von der Singenden Revolution bis zur Verantwortung für die

                     Europäische Tagesordnung.

16.00            Ilmārs Lejiņš: Europa 2104/2015 - Schlachtfeld eines Hybridkrieges 17.30            Podiumsdiskussion mit den Vertretern der drei baltischen Staaten:                      Ein ukrainisches Szenario im Baltikum – Albtraum oder mögliche Realität ? 18.30            Abendessen  

20.00            Konzert des baltischen Chores „Baltocoro

21.30            Baltischer Abend am Feuer  


Sonntag, den 3. Mai


10.00            Gottesdienst

11.00            Albert Caspari:

                     Die Deutschen und ihr „Baltikum“ - kulturelle Bausteine einer Annäherung.  12.00            Abschließende gemeinsame Diskussion: Rückblick und Ausblick 13.00            Mittagessen


Anmeldungen bis zum 15. April an: Andrejs Urdze, Annaberger Str. 400, 53175 Bonn, Tel.: 0228-316244, info@annaberg.de Teilnehmerbeitrag für die gesamte Tagung 80 Euro, für einzelne Tage mit Übernachtung und Verpflegung 40,00, Tagesgäste ohne Verpflegung kostenlos



Veranstaltungshinweis


Dienstag, 12.05.2015, 18.00 Uhr


Vortrag


Ort: Zentrum Groß St. Martin, An Groß St. Martin 9-11, 50667 Köln (Altstadt)


Ina Ruck, langjährige Russland-Korrespondentin der ARD und Grimme-Preisträgerin 2015, wird  über die Situation in Tschetschenien berichten.  Der Vortrag mit Möglichkeit zum Austausch findet ab 18 Uhr im Zentrum Groß St. Martin, An Groß St. Martin 10, 50667 Köln (Altstadt) statt.  Die Veranstaltung wird im Rahmen der Informationsreihe „Engagiert für Flüchtlinge in Köln“ in Kooperation mit dem Caritasverband und dem Katholikenausschuss angeboten und richtet sich an Ehrenamtliche der Flüchtlingsarbeit sowie alle Interessierten. Die Teilnahme ist kostenlos.


Engagiert für Flüchtlinge in Köln: Informationen und Unterstützung für Ehrenamtliche || Information über Herkunftsländer: Teil 3 Tschetschenien


Wir freuen uns: An vielen Orten und bei diversen Trägern engagieren sich Kölnerinnen und Kölner für Flüchtlinge in unserer Stadt. Hierbei werden sie mit vielfältigen Anliegen und Herausforderungen, manchmal auch existentiellen Nöten und  Bedürfnissen von Flüchtlingen konfrontiert. Zudem sind sprachliche und kulturelle Hürden zu meistern. Da kann es hilfreich sein, mehr zu wissen!
Die neue Fortbildungsreihe in Trägerschaft von Caritas, Katholischem Bildungswerk und Katholikenausschuss möchte zum aktuellen Thema mit konkreten Informationen und Tipps im Umgang mit Flüchtlingen weiterhelfen. Dabei geht es z.B. um die Situation in Herkunftsländern: Ortskundige Referenten informieren zu Fluchtursachen und Hintergründen in  bestimmten Ländern. Andere Veranstaltungen greifen rechtliche Fragen auf, z.B. zum Asylverfahren oder zu Lebensunterhalt und Arbeitsgenehmigung. Weitere erläutern die gesundheitliche, schulische, wohnungsmäßige Versorgung von Flüchtlingen in Köln oder geben Hinweise zu Sprachvermittlung und interkulturellen Aspekten. Gern geben wir zudem Raum für einen Erfahrungsaustausch.
Eingeladen sind alle, die bereits ehrenamtlich engagiert sind oder einen Einsatz  für die Zukunft planen. Die Informationsabende finden jeweils von 18.00 – 19.30 Uhr im Zentrum Groß St. Martin in der Kölner Altstadt statt. Die Teilnahme ist kostenlos,  um eine Anmeldung wird gebeten (b.langemann@bildungswerk-koeln.de).
 
Informationen: Andrea Lauer, Katholisches Bildungswerk Köln, 0221-925847-65, alauer@bildungswerk-koeln.de


Informationsblatt



Mittwoch, 03. Juni 2015, 19.00 Uhr


Buchvorstellung und Gespräch


Thomas Urban

Katyn 1940

Geschichte eines Verbrechens


Verlag C.H.Beck

Erschienen: 10.03.2015


Katyn - der Name ist zur Chiffre für eines der abscheulichsten Verbrechen des 20. Jahrhunderts geworden. Mehr als 20 000 polnische Offiziere, Beamte und Intellektuelle wurden im April 1940 von der sowjetischen Geheimpolizei NKWD mit Genickschüssen, etwa 250 bis 300 pro Nacht, erschossen. Erst fünfzig Jahre später räumte der Kreml unter der Präsidentschaft von Boris Jelzin die Täterschaft ein.


Thomas Urban schildert die Ereignisse und bringt Licht in das Dickicht aus Lügen, Fälschungen und Terror, das die Morde bis heute umgibt. Im Frühjahr 2015 jähren sich die Massenmorde im Wald von Katyn zum 75. Mal. Stalin bezichtigte beharrlich die Deutschen dieser Verbrechen. Die Nationalsozialisten wiederum sahen in den Morden eine einmalige Gelegenheit, die Alliierten zu entzweien. Während die Angehörigen der Opfer verzweifelt nach ihren Männern, Vätern, Söhnen suchten, lieferten sich die beiden Terrorregime eine Propagandaschlacht, die an Zynismus kaum zu überbieten ist.


Thomas Urban studierte Romanistik, Slawistik und osteuropäische Geschichte in Köln, Kiew und Moskau. Er war eine Zeitlang Mitarbeiter von Lew Kopelew. Seit 1988 ist er Journalist bei der Süddeutschen Zeitung, von 1988 bis 2012 war er Korrespondent in Osteuropa, erst in Warschau, dann in Moskau und Kiew, danach wieder Warschau, seit 2012 berichtet er aus Madrid. 


Moderation: Elisabeth Weber, LKF-Beirat, und Robert Baag, Redakteur/ Deutschlandfunk


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Montag, 08. Juni 2015, 19.00 Uhr


Korrespondenten vor Ort erzählen…


Gestern Jugoslawien, heute Ukraine  Was ist gleich, was ist anders? 


Gespräch mit

Frank Hofmann, Deutsche Welle, Leiter Büro Kiew


Moderation: Tobias Flessenkemper, Südosteuropa-Gesellschaft, Leiter Zweigstelle Köln


Im März 2014 brach in Europa wieder ein Krieg aus. 15 Jahre nach dem Ende der Kriege im ehemaligen Jugoslawien beschäftigt und besorgt uns ein neuer europäischer Konflikt. Die Situation im Osten der Ukraine erinnert in einigem an die Ereignisse der 1990er Jahre.


Was sind die Parallelen und Unterschiede zwischen dem ehemaligen Jugoslawien und der Ukraine heute? Wie hat sich die Berichterstattung über Krieg und Frieden in Europa entwickelt? Welche Rolle spielt das Internet und soziale Medien? Was sind die Herausforderungen bei der Vermittlung der politischen Entwicklungen in unserer Nachbarschaft?


Frank Hofmann baut seit November 2014 das Büro der Deutschen Welle in Kiew auf, aus dem DW TV auf Deutsch und Englisch sowie Ukrainisch und Russisch für Fernsehen und Online produziert. Von 2006 bis 2011 war er für die Deutsche Welle als Europakorrespondent in Brüssel und berichtete über die EU, Nato und die UN-Gerichte in Den Haag; anschließend betreute er bis 2014 drei Jahre lang als Reisekorrespondent die DW-Berichterstattung aus den Ländern Ostmittel- und Südosteuropas. Anfang der 1990er hat er als freier Journalist für den ARD-Hörfunk und verschiedene deutsche Tageszeitungen aus Kroatien und Bosnien und Herzegowina über den Krieg im früheren Jugoslawien berichtet.


Frank Hofmann (43) hat Geschichte und internationale Politik in Berlin und Paris studiert.


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF- und DGSO-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger  



Donnerstag, 11. Juni 2015, 19.00 Uhr


„Kiewer Gespräche“


ORT: Hörsaal II im Hauptgebäude der Universität zu Köln, Albertus-Magnus-Platz


Neue Geopolitik statt Kalter Krieg? Die Ukraine, Russland und der Westen


Veranstalter: Europäischer Austausch GmbH, Lew Kopelew Forum, CCCEE | Cologne Centre for Central and Eastern Europe; Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde

Mit freundlicher Unterstützung vom Auswärtigen Amt


Die militärischen Auseinandersetzungen im Osten der Ukraine haben klare Formen eines Kriegs angenommen. Seit der Annexion der Krim sind immer mehr russische Truppen und Kämpfer illegal in die Ukraine eingedrungen mit dem Ziel das Land zu destabilisieren. Auch schwere Waffen und Munition wurden in großen Mengen über die russisch-ukrainische Grenze geschleust. Tausende von Menschen kamen seit Beginn der Kämpfe ums Leben. Und auch nach den Friedensverhandlungen in Minsk wurde das Feuer nicht komplett eingestellt. Welche Ziele verfolgt Putin mit seiner Kriegspolitik in der Ukraine? Geht es dabei um den Einfluss im Land oder ein Kräftemessen auf geopolitischer Ebene? War die Reaktion der EU auf die kriegerische Auseinandersetzung in der Ukraine angemessen? Welche Rolle wird in dem Ukraine-Konflikt den USA zugemessen? Was steht hinter den Vorwürfen, die Amerikaner stünden hinter den Unruhen im Land? Hängt das aggressive Vorgehen Putins mit der Angst einer NATO-Erweiterung erklärt zusammen?


Seit mehr als zehn Jahren finden in Kiew und Berlin die deutsch-ukrainischen Konferenzen der Kiewer Gespräche zu aktuellen politischen und zivilgesellschaftlichen Themen statt. Dank einer Förderung des Auswärtigen Amts ist es jetzt möglich geworden, die Arbeit der „Kiewer Gespräche auch auf die deutschen und ukrainischen Regionen auszuweiten. Ziel der Regionalisierung ist es, zivilgesellschaftliche Initiativen vor Ort zu unterstützen und zum Aufbau von Netzwerken und einem intensiveren Austausch zwischen VertreternInnen von Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft beizutragen. Die Veranstaltung in Köln gehört zu der ersten großen regionalen Veranstaltung der Kiewer Gespräche in Deutschland.

Begrüßung: Lidiya Hutnyk, Projektkoordinatorin der „Kiewer Gespräche“, Europäischer Austausch, Berlin

Fritz Pleitgen, Journalist, eh. ARD- und WDR-Intendant und eh. Präsident der EuropäischenRundfunkunion EBU, Vorsitzender des Lew Kopelew Forums 

Keynote: Prof. Gerhard Simon, Historiker, Politologe, ehemaliger Leitender Wissenschaftlicher Direktor im Bundesinstitut für internationale und ostwissenschaftliche Studien in Köln (BIOst)


Diskussion:

Tatiana Parkhalina, stellv. Direktorin für Wissenschaft am INION RAN, Leiterin des Zentrums für wissenschaftliche Forschung und Informationen von globalen und regionalen Problemen, Leiterin des Zentrums für Europäische Sicherheitspolitik, Präsidentin der Vereinigung für Euro-Atlantische Zusammenarbeit, Moskau  

Dr. Volodymyr Gorbatsch, Politologe, Experte für Innen- und Außenpolitik der Ukraine, Institut für Euro-Atlantische Zusammenarbeit, Kiew 

Maryna Rakhlei, Programmkoordinatorin, Expertin für Osteuropa, The German Marshall Fund of The United States, Berlin

Martin Malek, Politikwissenschaftler, Institut für Friedenssicherung und Konfliktmanagement, Landesverteidigungsakademie Wien


Moderation: Fritz Pleitgen


Veranstaltungskonzept


Veranstaltung in deutscher, ukrainischer und russischer Sprache mit simultaner Verdolmetschung von Nadja Simon und Jurij Durkot


Um eine Anmeldung wird bis zum 5. Juni 2015 unter hutnyk@european-exchange.org gebeten.


Eintritt frei



Freitag, 19. Juni 2015, 19.00 Uhr


Vortrag, Podiumsdiskussion und Ausstellung anlässlich


des 100. Jahrestages des Genozides an den Armeniern


In Zusammenarbeit mit der Deutsch-Armenischen Gesellschaft


Der Völkermord an den Armeniern geschah während des Ersten Weltkrieges unter Verantwortung der jungtürkischen, von der Partei Komitee für Einheit und Fortschritt gebildeten Regierung des Osmanischen Reichs. Einem der ersten systematischen Völkermorde des 20. Jahrhunderts fielen bei Massakern und Todesmärschen, die im Wesentlichen in den Jahren 1915 und 1916 stattfanden, je nach Schätzung zwischen 300.000 und mehr als 1,5 Millionen Menschen zum Opfer. Die Ereignisse, die von den Armeniern selbst mit dem Begriff Aghet – „Katastrophe“ – bezeichnet werden, sind durch umfangreiches dokumentarisches Material aus den unterschiedlichsten Quellen belegt.


Die Veranstaltung wird mit einer Einführung in die DAG-Ausstellung


1915-2015

Armenische Architektur und Genozid


durch Giogio Bavaj, DAG, eingeleitet.


An der anschließenden Podiumsdiskussion zu


Zivilgesellschaft und Staat

Die Debatte um den Völkermord an den Armeniern in der Türkei und in Deutschland


nehmen Berivan Aymaz, Bündnis 90 / Die Grünen, Mitglied des Rates der Stadt Köln, Bernd Petelkau, CDU-Fraktionsvorsitzender im Rat der Stadt Köln, Erdal Şahin und

RA Ilias Uyar teil. Moderator ist Dr. Raffi Kantian, DAG.


Alfrant Bedrosian, der mit Giorgio Bavaj die Ausstellung konzipiert hat, bietet im Anschluss einen Rundgang für Interessierte an. 


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger


Fotos der Veranstaltung


© Giorgio Bavaj

v.r.n.l.: Bernd Petelkau, Berivan Aymaz, Rafi Kantian, Erdal Şahin, RA Ilias Uyar



Dienstag, 23. Juni 2015, 19.00 Uhr

Buchvorstellung und Gespräch

György Dalos

Geschichte der Russlanddeutschen

Von Katharina der Großen bis zur Gegenwart

Verlag CH. Beck 2014


György Dalos verfolgt in seinem neuesten Werk die Schicksalswege einer deutschen Minderheit in Russland. Dorthin waren seit der Mitte des 18. Jahrhunderts viele Deutsche mit ihren Familien aufgebrochen, die in ihrer Heimat keine Zukunft für sich sahen.


Katharina II. hatte sie durch wirtschaftliche Anreize und mancherlei Vergünstigungen in das Russische Reich gelockt, in dem Bestreben, auf diese Weise die enormen Weiten und Ressourcen ihres Landes zu erschließen. So veranlasste sie die Gründung deutscher Kolonien insbesondere in den Gegenden an der Unteren Wolga. Laut einer Volkszählung lebten 1897 bereits rund 1,7 Millionen Deutsche im Russischen Reich, beinahe 20 Jahre lang existierte sogar eine „Autonome Sozialistische Sowjetrepublik der Wolgadeutschen“. In seiner meisterhaften Darstellung erzählt György Dalos die Geschichte der Russlanddeutschen vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Einen Schwerpunkt legt er darauf, wie sie den Ersten Weltkrieg, die Oktoberrevolution, die Stalinistische Diktatur und im Anschluss daran Kollektivierung, Deportationen und Zwangsarbeit erlebten, ehe allmählich ihre  Rehabilitierung einsetzte und schließlich die Perestroika für nicht wenige wieder die Möglichkeit zur Rückkehr nach Deutschland schuf.


György Dalos, geb. 1943 in Budapest, ist freier Autor und Historiker. 1995 wurde er mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet. 2010 erhielt er den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung.


Moderation: Elisabeth Weber, LKF-Beirat; Felix Riefer, Politologe, Journalist, LKF-Beirat 


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger


Sommerpause im Lew Kopelew Forum


Die Sommerpause im Lew Kopelew Forum wird vom 1. Juli bis zum 3. August 2015 dauern.


Der Vorstand, der Beirat und die Geschäftsführerin wünschen Ihnen eine erholsame und vor allem sonnige Sommerzeit!


Wir freuen uns darauf, Sie nach der Sommerpause wieder bei uns begrüßen zu können.



Freitag, 11. September 2015, 19.00 Uhr


Osteuropa-Archiv in Bremen



Archivierte Vergangenheit holt Gegenwart ein


Über Zeitzeugnisse der Bürgerrechtsbewegung in der ehemaligen Sowjetunion

Powerpoint-Präsentation von


Maria Klassen
Archivarin der Forschungsstelle


Moderation: Dr. Diana Siebert, Osteuropahistorikerin

Die Forschungsstelle Osteuropa (FSO) ist als An-Institut eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung an der Universität Bremen. Sie wird gemeinsam von der Kultusministerkonferenz und dem Land Bremen finanziert. Im Jahre 1982 mitten im Kalten Krieg gegründet, versteht sich die FSO heute als ein Ort, an dem der Ostblock und seine Gesellschaften mit ihrer spezifischen Kultur aufgearbeitet sowie die Transformation und gegenwärtige Entwicklung der Nachfolgestaaten analysiert werden. Seine Archivbestände gehören zu den einmaligen weltweit.


Maria Klassen war von 1988-1997 Archivarin von Lew Kopelew, 1995-2003  Forschungsprojekt-Mitarbeiterin bei dem von Lew Kopelew geleiteten Projekt:

West-östliche Spiegelungen: Historisch-kulturelle Beziehungen zwischen Deutschland und Russland im Laufe der Jahrhunderte.


Seit Oktober 2012 ist sie als Archivarin an der Forschungsstelle Osteuropa Bremen tätig. Das FSO-Archiv beherbergt u.a. Nachlässe von Lew Kopelew und Raissa Orlowa, Wladimir Maximow, Jurij Trifonow, Georgij Wladimow, Boris Birger und vielen Dissidenten sowie Künstlern-Nonkonformisten.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger


Donnerstag, 17. September 2015, 19.00 Uhr


Buchvorstellung und Gespräch


Ukraine

Land im Aufbruch


Eineinhalb Jahre nach dem erfolgreichen Euromajdan, der versprach, die Ukraine auf geradem Weg nach Westen zu führen, stehen wir heute vor einer ambivalenten Zwischenbilanz. Zwar ist der Aufbruch nach Westen gelungen, aber der von Russland inszenierte Krieg im Donbas lässt das Land nicht zur Ruhe kommen. Die inneren Reformen gehen nur schleppend voran, Ungeduld und Enttäuschung nehmen zu. Hat die EU eine realistische und konsistente Ukrainepolitik? Wurde wieder einmal die Chance des richtigen Augenblicks verpasst?




Im Mittelpunkt der Diskussion zur aktuellen Situation steht eine Buchpräsentation


Ute Schaeffer


Ukraine

Reportagen aus einem Land im Aufbruch


Wagenbach-Verlag, 2015


Das Buch ist ein genauer und über 15 Jahre entstandener Blick auf die die ukrainische Gesellschaft. In deutschen Medien wird nach wie vor zu wenig über das Land selbst berichtet. Die Ukraine ist (immer noch) Projektionsfläche, „unbeschriebenes Blatt“ für die breite deutsche Öffentlichkeit. Die politische Debatte um die politische Zukunft der Ukraine in und mit Europa wird den Russlandbeziehungen untergeordnet.


Konkrete Momentaufnahmen und Reportagen aus Städten und Dörfern der Ukraine stehen neben langfristigen Überlegungen zu den Ost-West Beziehungen und zur Einschätzung der Zukunft des Landes.


Um die Frage zu beantworten, was die Menschen in der Ukraine denken, sagen und fühlen, hat Ute Schaeffer eine Fülle an Material gesammelt. Sie zieht quer durch das zersplitterte Land mit seinen ganz unterschiedlichen Regionen. Die Autorin zeigt Wege, wie die Ideen des Maidan trotz eines Dickichts an Korruption und Vetternwirtschaft umgesetzt werden können, damit dieses europäische Land – nur wenige Flugstunden von Deutschland entfernt – nicht zerfällt und im Chaos versinkt. Sie macht ebenso deutlich, dass (entgegen der durch russische Propaganda auch hier verbreiteten Annahme) mitnichten nationalistische Faschisten für ihr Land gekämpft haben, sondern vor allem engagierte Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft. Sie werden kein weiteres Mal zulassen, dass ihre politischen Forderungen missachtet werden. Die Ukraine hat sich auf den Weg gemacht in eine bessere Zukunft.


Ute Schaeffer, geboren 1968, ist seit 2014 stellvertretende Direktorin der Deutsche Welle Akademie und für Projekte der Medienentwicklungszusammenarbeit verantwortlich; zuvor war sie Chefredakteurin der Deutschen Welle. Zwischen 1999 und 2004 baute sie das ukrainische Programm des Auslandssenders auf.

Kiril Savin, von 2007 - Januar 2015 Leiter des Büros der Heinrich Böll Stiftung in Kiew,
wird über seine Erfahrungen sprechen. Immer geht es darum, die Einsichten vor Ort mit den Zwängen der internationalen Politik zu verknüpfen.


Moderation: Prof. Gerhard Simon, Osteuropahistoriker

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Veranstaltungshinweis

Akademie der Künste der Welt


Pluriversale

Phone Calls from the Cemetery and Other Stories (5.9.2015 – 3.10.2015)

Genaue Informationen unter: www.academycologne.org, info@academy.org,

In Partnerschaft mit The School of Kyiv, Kyiv Biennial 2015


Programm



Donnerstag, 15. Oktober 2015, 19.00 Uhr

Eine russisch-ukrainische Lesereise


Andrej Kurkow
Die Kugel auf dem Weg zum Helden HAYMON Verlag, Wien, August 2015


gemeinsam mit


Maria Matios
Mitternachtsblüte

HAYMON Verlag, Wien, Februar 2015

Lesung deutscher Passagen:

Bernt Hahn, Vorleser, Schauspieler

Moderation:

Katharina Heinrich, Journalistin, Osteuropa-Historikerin, LKF-Beirat
Felix Riefer, Politologe und Osteuropa-Historiker, LKF-Beirat

Andrej Kurkow, Dritter Teil der Roman-Trilogie


Geografie eines einzelnen Schusses


Aus dem Russischen Claudia Dathe


Skurril und leichtfüßig: das Panorama einer fantastischen Sowjetunion. Neues vom „Meister des Unwahrscheinlichen und Skurrilen“. (NZZ): Nach den von der Kritik hoch gelobten Romanen „Der wahrhaftige Volkskontrolleur“ (2011) und "Der unbeugsame Papagei“ (2013) entwirft Andrej Kurkow einmal mehr in gewohnt leichtem Ton und mit viel schwarzem Humor ein buntes Panorama der normalen Absurditäten des russischen Alltags und seiner Protagonisten“.
Voll Humor und Ironie und zugleich mit feiner Melancholie erzählt Andrej Kurkow von den Geschicken seiner schillernden Figuren – in einer fantastischen Sowjetunion, die doch so viel Realität in sich birgt. Er erzählt von geplatzten Träumen, unhinterfragten Heldenmythen – und von großen Abenteuern. „Die Kugel auf dem Weg zum Helden“ bildet das grandiose Finale der Trilogie „Geografie eines einzelnen Schusses“.


Aus den Pressestimmen zur Roman-Trilogie „Geografie eines einzelnen Schusses“:
„Pointiert, mit viel Witz und Ironie und in zahllosen skurrilen Szenen bildet Andrej Kurkow das sowjetische Leben ab.“ - ORF, Kristina Pfoser
„eine magisch-realistische Mentalitätsgeschichte der Sowjetunion“ - Tiroler Tageszeitung, Joachim Leitner

Andrej Kurkow, geboren 1961 in St. Petersburg, lebt in Kiew. Er studierte Fremdsprachen (spricht insgesamt elf Sprachen) und war u.a. Zeitungsredakteur, Kameramann und Drehbuchautor. Seit 1996 ist er freier Schriftsteller. Romane wie „Picknick auf dem Eis“ (1999) und „Der Milchmann in der Nacht“ (2009) machten ihn einem breiten Publikum bekannt. Zudem kommentiert er regelmäßig für internationale Medien wie The Guardian, The NY Times oder Die Welt das politische Leben der Ukraine. Bei Haymon erschien zuletzt der hochaktuelle Band „Ukrainisches Tagebuch. Aufzeichnungen aus dem Herzen des Protests“ (2014).

Maria Matios


Mitternachtsblüte


Aus dem Ukrainischen von Maria Weissenböck


Die tragischen Geschehnisse in der Ukraine während des Zweiten Weltkriegs, erschütternd und erhellend erzählt von der bekanntesten ukrainischen Schriftstellerin:

In einem abgeschiedenen bukowinischen Dorf lebt die junge Iwanka. Sie leidet an Epilepsie, die Bewohner betrachten sie als Sonderling. Doch fühlt sich das Mädchen in ihrer Fantasiewelt wohl, inmitten der Geschichten und volkstümlichen Weisheiten ihrer Großeltern. Von dort aus beobachtet sie das bunte Miteinander von Ukrainern, Juden und anderen Volksgruppen. Rasch lernt sie, was gut ist und was böse. Bis eines Tages die „roten Kommissare“ einmarschieren, und bald darauf Deutsche und Rumänen – das gewohnte, friedliche Leben ist schlagartig vorbei. Menschen werden aus dem Dorf deportiert, die jüdischen Bewohner bangen um ihre Zukunft.


„Selten wurde das menschliche Leben mit all seinen Freuden und Tragödien, mit all seinen Geschichten von Hass und Liebe in der ukrainischen Literatur in einer so farbenprächtigen Sprache geschildert, wie es Maria Matios meisterhaft gelingt.“ - Andrej Kurkow


Maria Matios, geboren 1959 in Rostoky in der Bukowina und studierte ukrainische Sprache und Literatur an der Universität Czernowitz. Sie lebt und arbeitet in Kiew. Sie zählt zu den bedeutendsten Gegenwartsautorinnen der Ukraine. Ihre große Vielfalt der Stoffe schöpft sie aus den eigenen Lebenserfahrungen und Erfahrungsberichten aus der Bukowina und insbesondere der Huzulen. Sie gehört einer Generation an, der die Repressalien der Sowjetzeit noch unmittelbar vor Augen stehen, und hat viele Zeitzeugenberichte in der Bukowina über die Partisanenbewegung und deren Bekämpfung durch die Sowjetmacht gesammelt, die sie in ihren Werken verarbeitet. Ihre Werke wurden in viele slawische Sprachen, aber auch ins Japanische und Chinesische übersetzt. Der Roman „Darina, die Süße“ (Haymon 2013) wurde mit dem wichtigsten ukrainischen Literaturpreis, dem Schewtschenko-Preis, sowie als Buch des Jahres 2007 in der Ukraine ausgezeichnet.


Bei den Parlamentswahlen 2012 kandidierte Maria Matios für die Partei UDAR (Ukrainische Demokratische Allianz für Reformen) von Vitalij Klitschko. Im Rahmen ihrer politischen Tätigkeit macht sie auf fehlende demokratische Strukturen und Rechtsunsicherheit aufmerksam.


In Zusammenarbeit mit der Heinrich Böll Stiftung

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger


Montag, 19. Oktober 2015, 19.00 Uhr

Buchvorstellung und Gespräch


Die Buchvorstellung

Erik Reger
Zeit des Überlebens

muß leider krankheitsbedingt ausfallen. Sie wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.


Buchvorstellung und Gespräch
mit dem Herausgeber und Autor des Nachworts


Dr. Andreas Petersen


Erik Reger

Zeit des Überlebens

Tagebuch April bis Juni 1945


Transit Verlag, Berlin 2014


Moderation: Maria Birger, Osteuropahistorikerin, LKF-Beirat


Dieses erstmals veröffentlichte Tagebuch von Erik Reger ist ein einzigartiges Dokument der Zeitenwende 1945. Es ist das minutiöse und unverfälschte Protokoll darüber, wie ein gewaltiger weltgeschichtlicher Umbruch (die Niederlage der NS-Herrschaft, das Kriegsende, der Sieg der Roten Armee und der Beginn einer anderen politischen Ordnung) in einem kleinen Dorf stattfindet und von seinen Bewohnern wahrgenommen wird. Detailliert wird darin erzählt, wie sich die Niederlage des NS-Regimes in Gerüchten ankündigt, wie Parteigenossen „Vorbereitungen“ für die Zeit danach treffen, wie sich die russischen Offiziere und Soldaten verhalten, was Flüchtlinge erlebt haben, wie schnell sich gerade linientreue Volksgenossen der neuen Ordnung anpassen. Reger und seine Frau blieben damals verschont, weil sein Roman „Union der festen Hand“ 1934 in der Sowjetunion veröffentlicht worden war, und er ein Exemplar davon (von seinem Verleger Ernst Rowohlt besorgt) den russischen Soldaten präsentieren konnte.


Erik Reger, (eigentlich Hermann Dannenberger) war vor und nach der Nazizeit einer der bekanntesten Schriftsteller und Journalisten in Deutschland. Im September 1945 wurde Erik Reger Lizenzträger, Herausgeber und Chefredakteur der Tageszeitung DER TAGESSPIEGEL. Er gilt als einer der Pioniere einer freien Presse nach der NS-Zeit. Er starb 1954 in Wien.


Dr. Andreas Petersen ist Historiker, Dozent an der Fachhochschule Nordwestschweiz und Betreiber der Geschichtsagentur zeit&zeugen. Seine letzte Publikation: „Deine Schnauze soll Dir in Sibirien zufrieren. Ein Jahrhundertdiktat. Erwin Jöris“ (2012)

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger


Dienstag, 20. Oktober 2015, 19.30 Uhr


Literaturabend mit dem LiteraturHaus Köln
Ort der Veranstaltung: Belgisches Haus, Cäcilienstr. 46


Der neueste Roman von


Vladimir Sorokin

Telluria


Kiepenheuer & Witsch, Köln, August 2015


Ein vielstimmiges Meisterwerk vom wichtigsten zeitgenössischen Autor Russlands

Veranstalter: LiteraturHaus Köln, Lew Kopelew Forum


Nach dem von der Kritik gefeierten und preisgekrönten Roman

„Der Schneesturm“ setzt Vladimir Sorokin mit seinem neuesten Werk noch einen drauf: ein fulminanter literarischer Rundumschlag, der den Zustand der Welt und der Menschen darin um die Mitte des 21. Jahrhunderts zum Thema hat und auf den die aktuellen Weltereignisse bereits zu verweisen scheinen.


Eurasien, Mitte des 21. Jahrhunderts: Die Welt ist nach verschiedenen Religionskriegen, Revolutionen und Aufständen in weitgehend voneinander isolierte Kleinstaaten zerfallen, in denen unterschiedlichste politische Machtstrukturen herrschen. Es gibt u.a. das kommunistisch-orthodoxe Moskowien, eine Sowjetische Sozialistische Stalinrepublik und ein feudalistisches Neukölln mit Konrad von Kreuzberg an der Spitze, der die Salafisten zurückgeschlagen hat. Köln ist eine Republik geworden, und dann ist da noch die kleine, feine Bergrepublik Telluria, aus der das kommt, was alle Menschen in diesem Meer der Barbarei haben wollen: das ultimative Mittel, das beständiges Glück erzeugt. Das Leben nach der Katastrophe ist durchaus nicht immer depressiv, man hat sich darin eingerichtet. Sorokin entfacht in diesem neuen Roman ein Feuerwerk der Polypphonie, in 50 verschiedenen Texten fabuliert, imaginiert und parodiert er, spielt mit verschiedenen Textformen und schafft so eine großartige, wenn auch düstere Satire, die ihresgleichen sucht. An der Übertragung dieses brillanten Werks waren acht renommierte Übersetzer beteiligt.


Vladimir Sorokin, geboren 1955, gilt als der bedeutendste zeitgenössische Schriftsteller Russlands. Er wurde bekannt mit Werken wie „Die Schlange“, „Marinas dreißigste Liebe“ und „Der himmelblaue Speck“. Bei KiWi sind erschienen „Der Tag des Opritschniks“, „Der Zuckerkreml“ und zuletzt der mehrfach preisgekrönte Roman „Der Schneesturm“. Sein Werk wird in mehr als 30 Sprachen übersetzt. Vladimir Sorokin lebt in Moskau und Berlin.

Eintritt: 10,00/8,00 €, Mitglieder: 6,00 €



Mittwoch, 21. Oktober 2015, 19.00 Uhr

Gespräch

Gespräch mit


Jens Siegert und


Arsenij Roginskij


über die aktuelle Situation in Russland und die Lage der Zivilgesellschaft, den Umgang mit der europäischen Geschichte sowie Russland und die Kriege in der Ukraine und Syrien

Arsenij Roginskij ist Mitbegründer und Vorsitzender der internationalen Gesellschaft MEMORIAL, die 2014 ihr 25jähriges Jubiläum feierte. Kernpunkte der Arbeit von Memorial sind die Aufarbeitung der totalitären Vergangenheit sowie aktuelle Menschenrechtsarbeit. 2002 hat MEMORIAL den Lew Kopelew Preis für Frieden und Menschenrechte bekommen. MEMORIAL ist, wie zurzeit alle NGOs in Russland, einer zunehmenden Bedrohung ausgesetzt.

Jens Siegert gründete und leitete vom August 1999 bis zum Sommer 2015 das Russland-Büro der Heinrich-Böll-Stiftung. In seinem viel gelesenen Russland-Blog informiert er über aktuelle Themen der russischen Innen- und Außenpolitik, über den schwierigen Weg vom Imperium zu etwas Neuem und kommentiert hin und wieder die berühmte russische Seele.

Beide sind regelmäßige Gäste im Lew Kopelew Forum.



Moderation

Elisabeth Weber, LKF-Beirat
Robert Baag, Redakteur im Deutschlandfunk


Übersetzung: Nadja Simon


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger


Veranstaltungshinweis


Vortragsreihe


KRIEGSSPUREN - ERINNERUNG UND VERGESSEN IN OSTEUROPA


Hörsaal XII, Hauptgebäude
Universität zu Köln
Albertus-Magnus-Platz
50923 Köln


Donnerstag, 22.10.2015, 19.00 Uhr


Vortrag von

Maren Röger (Augsburg)


Verschwiegen und verdrängt: Gewalt, Intimität und Prostitution im besetzten Polen

Im Zweiten Weltkrieg überzogen die deutschen Besatzer Polen mit Gewalt. Die jüdische Bevölkerung ermordeten sie systematisch in den Gaskammern, von Inhaftierungen, Vertreibungen und Zwangsarbeit waren Millionen nicht-jüdische Polen ebenfalls betroffen. Zu der Gewaltherrschaft gehörten auch Vergewaltigungen und das von den Deutschen aufgebaute und kontrollierte Bordellsystem – ein bislang unbekannter Aspekt der deutschen Besatzung. Maren Röger beschreibt die Situation in den wehrmachtseigenen Bordellen, in denen Frauen zum Teil in die Prostitution gezwungen wurden. Sie erzählt aber auch von Überlebensprostitution, „Bratkartoffelverhältnissen“ und Liebesbeziehungen und den mitunter verzweifelten Versuchen der Männer, eine Heiratsgenehmigung zu erlangen. Denn sexuelle Beziehungen zu Polinnen waren den Deutschen qua Rassenideologie eigentlich verboten. Nach 1945 wurde das Thema zum Tabu, so dass das Schicksal der Kinder aus diesen Beziehungen kaum bekannt ist.


Plakat


Eintritt frei


Mittwoch, 28. Oktober 2015, 19.30 Uhr


Podiumsdiskussion im DOMFORUM
Domkloster 3, 50667 KÖLN · Telefon 92 58 47-20. www.domforum.de

Großmachtträume

Russland zwischen Anspruch und Wirklichkeit


mit


Prof. Dr. Hans-Henning Schröder, Herausgeber „Russland-Analysen“;
Dr. Irina Scherbakowa, Historikerin, Menschenrechtsorganisation „Memorial“
Oleksandr Zabirko, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Slavisch-Baltischen Seminar der Westfälischen Wilhelms-Universität


Moderation: Prof. Dr. Michael Albus, Redaktion OST-WEST. Europäische Perspektiven

Veranstalter: Renovabis/Redaktion OST-WEST. Europäische Perspektiven, Kath. Bildungswerk Köln, Lew Kopelew Forum

Vielerorts im Westen wird die Entwicklung in Russland mit großer Besorgnis beobachtet. Seit Annexion der Krim im April 2014 und dem kriegerischen Konflikt in der Ostukraine wachsen die Befürchtungen, dass uns die Politik Putins in einen neuen „Ost-West-Konflikt“ treiben könnte. Patriotische bzw. neoimperiale Ideen von einem Raum der „Russischen Welt“ („russkij mir“) oder einem größeren „Neurussland“ dienen der Legitimation neuer geopolitischer Ansprüche Russlands. Die europäische Sicherheit und Zusammenarbeit, aber auch die globale Friedensordnung könnten hierdurch in Frage gestellt werden. Diese Zusammenhänge wollen wir in unserer Veranstaltung analysieren und diskutieren.


Plakat


Eintritt frei



Veranstaltungshinweis

Vortragsreihe

KRIEGSSPUREN - ERINNERUNG UND VERGESSEN IN OSTEUROPA

Hörsaal XII, Hauptgebäude
Universität zu Köln
Albertus-Magnus-Platz
50923 Köln


Donnerstag, 29.10.2015, 19.00 Uhr

Vortrag von

Ekaterina Makhotina (München)

Triumph des Staates - Trauer der Großeltern: Das Ende des Zweiten Weltkriegs in Festritualen des heutigen Russlands

Das Gedenken an den Krieg und sein Ende hat in den letzten Jahren einem grundlegenden Wandel durchgemacht. Tradierte Muster werden um neue Elemente erweitert, die auf neue soziale Funktionen und politische Zielsetzungen hinweisen. Die Einsicht, dass die staatliche Symbolpolitik in Wechselwirkung mit lokalen Erinnerungsgemeinschaften wie etwa Veteranenverbänden sowie mit Alltagspraktiken des Kriegsgedenkens steht, wirft für die historische, soziologische und ethnologische Forschung einen dichten Komplex an Fragen auf.

Der Vortrag präsentiert die ersten Ergebnisse zu diesen Fragen aus dem Projekt „Sieg—Befreiung—Besatzung: Kriegsdenkmäler und Gedenkfeiern zum 70. Jahrestag des Kriegsendes im postsozialistischen Europa“. Das Projekt unternimmt erstmalig den Versuch, die Vorbereitung und Durchführung der Feiern, ihren Bezug zum örtlichen Raum sowie die jeweiligen lokalen Traditionen des Festes systematisch zu untersuchen. Als Forschungsregionen stehen Belarus, Russland, Ukraine, Estland, das Gebiet Transnistrien sowie Ostdeutschland im Fokus. Hier wird jeweils in ausgewählten Regionen die Geschichte der lokalen Kriegsgedenkstätten erforscht und das feierliche Geschehen beobachtet, dokumentiert und im Hinblick auf den regionalen erinnerungspolitischen Kontext analysiert.


Plakat


Eintritt frei


Veranstaltungshinweis

Vortragsreihe

KRIEGSSPUREN - ERINNERUNG UND VERGESSEN IN OSTEUROPA

Hörsaal XII, Hauptgebäude
Universität zu Köln
Albertus-Magnus-Platz
50923 Köln


Donnerstag, 05.11.2015, 19.00 Uhr

Vortrag von

Anke Hilbrenner (Köln/ Bonn)

„Kollaboration“ und „Widerstand“ als konkurrierende Erinnerung: Der Zweite Weltkrieg in der Ukraine

Fast während der gesamten Dauer des Krieges war die Ukraine ein Schlachtfeld. Sowohl die Wehrmacht als auch die Rote Armee passierten das Land zweimal –beim Einmarsch und beim Rückzug. Viele Ukrainer wurden Opfer von Gewaltaktionen von beiden Seiten. Fast 6 Mio. Ukrainer kämpften zudem während des Zweiten Weltkriegs in der Roten Armee. Viele Tausende waren als sowjetische Partisanen oder als nationale Kämpfer tätig oder wurden gezwungen, die eine oder andere Gruppe zu unterstützen. Viele wurden von der jeweils anderen Seite dafür bestraft. Alle litten unter den Folgen des nationalsozialistischen Hungerplans. Manche versuchten, den Versorgungsproblemen durch freiwillige Meldung zur Zwangsarbeit zu entgehen, andere wurden in Razzien zusammengetrieben und zum Arbeitseinsatz gezwungen. Die meisten Ukrainer waren im Laufe dieses Krieges, der vor allem im Westen bereits 1939 begann, sowohl Opfer als auch Täter. Die Erfahrungen in diesem Krieg waren für die meisten völlig unterschiedlich, wobei manchmal die ethnische, soziale oder kulturelle Herkunft, manchmal der Wohnort, manchmal aber auch der Zufall darüber entschied, welche Gewalttäter auf das Individuum zugriffen, um zu töten, zu vergewaltigen oder Unterwerfung bzw. Mitarbeit zu verlangen.

Die sowjetische Geschichtspolitik hat versucht, diese vielschichtigen Erinnerungen in der Heldengeschichte vom entbehrungsreichen Sieg im Großen Vaterländischen Krieg zu vereinheitlichen. Um diese komplexe Gemengelage in ihre hegemoniale Gedächtnisgemeinschaft zu überführen, bot sie ein verbindliches Narrativ von Kollaboration und Widerstand an. Auch die Geschichtsschreibung über den Zweiten Weltkrieg in der Ukraine hält noch weitgehend am Narrativ von „Kollaboration“ und „Widerstand“ fest. Dieses Narrativ muss überwunden werden, um der Vielfalt der historischen Erfahrungen in der Erinnerung einen Platz zu geben.

Plakat

Eintritt frei


Freitag, 06. November 2015, 19.00 Uhr

Gespräch

Prof. Andrej Subow im Gespräch

Putin, Syrien, Dekommunisierung

Andrej Subow, geb. 1952 in Moskau, ist ein russischer Historiker, Religionswissenschaftler und Politologe. In seiner Doktorarbeit untersuchte er den Parlamentarismus im fernen Osten und ging der Fragen nach, wie Demokratisierungsprozesse durch nichtdemokratische Systeme adaptiert werden: Japan, Thailand, Taiwan, Indien, die Türkei, Philippinen, und wie Menschen anderer, nichteuropäischer Traditionen (Islam, Buddhismus und Konfuzianismus) die Regel der parlamentarischer Demokratie annehmen.

Bis Juli 2014 hatte er eine feste Stelle am Staatlichen Moskauer Institut für Internationale Beziehungen (MGIMO) inne. Am 1. März 2014 kritisierte er in einer Kolumne für die Zeitung Wedomosti die Annexion der Krim als „gefährliches Abenteuer“ und verglich Wladimir Putins Vorgehen mit dem Anschluss Österreichs 1938. Das MGIMO kündigte Subow daraufhin. In einem Radiointerview erklärte er zu den möglichen Motiven Putins, dass es dem russischen Präsidenten nicht in erster Linie um die Eroberung fremder Länder gehe, sondern darum, Russen und Ukrainer zu entzweien. Durch die Diskreditierung der Aktivisten des Euromaidan versuche Putin zu verhindern, dass es zu vergleichbaren Protesten in Russland komme.

Übersetzung: Nadja Simon

Moderation: Felix Riefer, Politologe, Journalist, LKF-Beirat

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger


Montag, 09. November 2015, 19.00 Uhr


Lesung


Vier Viertel Leben


Die Biographie von Tomáš Kosta, niedergeschrieben von Vladimír Mlynář


herausgegeben von Prof. Dr. Gynter Mödder, übersetzt von Hana und Evert Everts

Verlag Ralf Liebe, Weilerswist, 2014

Eine Lesung im Rahmen der Kölner Literaturtage des Verbandes deutscher Schriftsteller Köln






Der Herausgeber, Prof. Dr. Gynter Mödder, sowie die beiden Übersetzer, Hana und Evert Everts, tragen mit verteilten Rollen Passagen aus dem Buch vor.

Tomáš Kosta wurde 1925 in Prag als Sohn einer linksorientierten jüdischen Familie geboren. Als 17-Jähriger wurde er nach Theresienstadt und später in die Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald deportiert, floh gegen Kriegsende aus einem Todestransport und überlebte wie durch ein Wunder.


Nach dem Kriege wurde überzeugter Marxist. Seine Eltern, auch linksorientiert, wurden Opfer der stalinistischen Prozesse während der fünfziger Jahre. Kosta, inzwischen verheiratet schlug sich als Baggerführer und als Koch durch. Zu Beginn der sechziger Jahre erhielt er einen führenden Posten im Buchgroßhandel.


Mitte der sechziger Jahre schloss er sich dem Reformflügel der Kommunistischen Partei an und wurde 1968 Direktor des Svoboda-Verlages. Nach der sowjetischen Invasion emigrierte er mit seiner Familie über die Schweiz nach Westdeutschland. 1970 wurde er Geschäftsführer des Bund-Verlages, der unter seiner Leitung zu einem wirtschaftlich erfolgreichen Verlag wurde. Diese Funktion führte zu den Freundschaften mit Grass, Böll, Willy Brandt und Václav Havel. Kosta unterstützte die osteuropäische Dissidentenliteratur und gehörte zu den aktiven Mitgliedern des tschechischen Exils. Bis heute ist er Mitglied der SPD und zählt zu den persönlichen Freunden deutscher Spitzen-politiker. Bis ins Frühjahr 2015 beriet er nacheinander drei tschechische Außenminister. Heute wirkt der ehemalige Häftling in Theresienstadt als Vorstandsvorsitzender der „European Shoa Legacy Institution“ - Seit 1990 lebt Kosta abwechselnd in Prag und Frankfurt.

Gynter Mödder ist Arzt, Wissenschaftler und Schriftsteller. Er habilitierte in Nuklearmedizin und wurde 1987 Professor. Er verfasste Lehrbücher, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden, sowie über 150 wissenschaftliche Arbeiten und belletristische Werke. Außer den wissenschaftlichen Publikationen verfasste er auch Romane „Tiefgang, der Mäusephilosoph“, „Lasst mich leben!“ und „Gullivers fünfte Reise“.

Evert Everts studierte Rechtswissenschaften in Köln und arbeitete bis zur Pensionierung als Jurist bei der Deutschen Bundesbahn. Er lebt heute zusammen mit seiner tschechischen Frau Hana, mit der er seit 1969 verheiratet ist, in Köln und Prag. Seit 1961 veröffentlicht er Gedichte, Kurzgeschichten, Essays, rechtswissenschaftliche Artikel sowie mehrere Wanderführer.

Hana Everts, gebürtige Tschechin aus Zlín in Mähren, lebt seit 1968 in Deutschland, sie übersetzt Artikel für Fachzeitungen ins Tschechische.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger


Donnerstag, 12. November 2015, 19.00 Uhr


Buchvorstellung


Buchvorstellung und Podiumsgespräch mit den Herausgebern

Thomas Bremer und Burkhard Haneke

Zeugen für Gott

Glauben in kommunistischer Zeit


Aschendorff Verlag, Münster 2014

In den Jahren, in denen der Kommunismus die politischen Systeme im Osten Europas bestimmte, haben unzählige Menschen unter den Repressionen dieses Systems gelitten. Viele dieser Menschen wurden dabei aufgrund ihres Glaubens benachteiligt. Dies geschah in verschiedener Weise und unterschiedlicher Intensität: Viele Namenlose wurden ganz grundlegend in ihrer alltäglichen Glaubenspraxis beeinträchtigt, einige wurden ihres Glaubens wegen an der Berufswahl oder der Ausübung ihres Berufes gehindert, andere wurden gezielt überwacht und verfolgt, ins Gefängnis gesperrt und gefoltert, wieder andere mussten für ihren Glauben an Gott sogar mit dem Leben bezahlen.

Dieser Band will einigen dieser Glaubenszeugen ein Gesicht geben und besonders die Momente ihres Lebens in den Blickpunkt stellen, in denen sie sich entscheiden mussten und Nachteile auf sich genommen haben. Dabei stehen die Zeugnisse selbst im Vordergrund: persönliche Berichte und Interviews der Glaubenszeugen über das Erlebte, Akten aus Gerichtsverhandlungen und Urteile, Vermerke in Geheimdienstdokumenten. Die Auswahl der Glaubenszeugen berücksichtigt Christen verschiedener nationaler Herkunft und konfessioneller Zugehörigkeit; neben Bischöfen und Priestern werden auch Ordensleute und Laien vorgestellt.

Unter den 17 porträtierten Persönlichkeiten befinden sich u.a.: Dumitru Stăniloae, Rumänien; Erzbischof Sigitas Tamkevičius SJ, Litauen; Natalija Nykolyn, Ukraine;

Sr. Ágnes Tímár OCist, Ungarn; Kardinal Miloslav Vlk, Tschechien; Władysław Bartoszewski, Polen


Dr. Thomas Bremer ist Professor für Ökumenik und Friedensforschung an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster.
Burkhard Haneke ist Geschäftsführer und Leiter der Abteilung Kommunikation und Kooperation von RENOVABIS in Freising.

Gesprächsführung: Elisabeth Weber, LKF-Beirat und Prof. Gerhard Simon, Osteuropa-Historiker

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger


Samstag, 14. November 2015, 17.00 Uhr


Buchvorstellung


Buchvorstellung und
Gespräch mit dem Autor

Karl Schlögel

Entscheidung in Kiew
Ukrainische Lektionen

Hanser, München 2015

Karl Schlögel vermisst die Ukraine neu: Seine Städtebilder zeigen, was gar nicht fern von uns auf dem Spiel steht.

Was macht die Ukraine aus? Mit dem Krieg ist auch eine Kontroverse über die politische und kulturelle Eigenständigkeit des Landes ausgebrochen. Seit vielen Jahren ist Karl Schlögel in der Ukraine unterwegs, noch in jüngster Zeit hat er Reisen dorthin unternommen. Lemberg, Odessa, Czernowitz, Kiew, Charkiw, Donezk und Dnipropetrowsk: All diese Namen stehen für einst blühende Städte, für eine Kultur von eigenem Rang. Der Westen hat sie viel zu lange ignoriert, auch das ermunterte Putin zu seiner Expansionspolitik. 70 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs sind in Europa wieder Städte von der Auslöschung bedroht. In solchen Zeiten führen Karl Schlögels Städtebilder vor Augen, was gar nicht fern von uns auf dem Spiel steht. Wer wirklich wissen will, was in Europa gerade passiert, muss auf die Städte der Ukraine schauen.

Von Rupert Neudeck: „Das Buch ist Aufklärung pur, es öffnet uns Schneisen, es schlägt regelrecht wie mit einer Machete das Buschwerk weg, damit wir den Blick frei bekommen auf das Land, das immer noch von seinem östlichen Nachbar verachtet wird als Kleinrussen. Die Ukraine hat es zum ersten Mal seit dem Auseinanderfallen der Sowjetunion geschafft, eine souveräne nationale Form zu erlangen. Der Autor gibt sich nicht allwissend, er beschreibt seinen eigenen Bildungsweg und wie schwer es war, aus der offiziellen Verachtung des Ukrainischen und der Ukrainischen Sprache hindurch zu kommen und sich voran zu arbeiten zu der Form von «Ukrainizität»“

Karl Schlögel, Professor emeritus, ist Osteuropahistoriker und Publizist, mit den Arbeitsschwerpunkten Geschichte der russischen Moderne und des Stalinismus, Russische Diaspora und Dissidentenbewegung, Kulturgeschichte osteuropäischer Städte, theoretische Probleme historischer Narration. Es ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland und Mitglied der Jury zur Verleihung des Friedenspreises des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. 2009 und hielt er die Laudatio auf den Friedenspreisträger Claudio Magnis und 2013 auf Swetlana Alexijewitsch in der Frankfurter Paulskirche.

Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen gehören u.a. der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2009 für „Terror und Traum - Moskau 1937“ und das Bundesverdienstkreuz.

Gesprächsleitung: Elisabeth Weber, LKF-Beirat und Prof. Gerhard Simon, Osteuropa-Historiker

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger


Mittwoch, 18. November 2015, 19.00 Uhr

Literarisch-musikalischer Abend


Alexander S. Puschkin

Der Poet und die Macht

Ein russisches Thema

Zum Thema ausgewählte Gedichte des großen russischen Dichters werden von

Bernt Hahn

im Dialog mit Musik von
Michail Glinka, Maria Szymanowska, Franz Schubert, Frederic Chopin,
Piotr Tschaikowski, Robert Schumann, Franz Liszt und Sergei Prokofjev

vorgetragen.

Am Klavier: Sheila Arnold

Sheila Arnold gehört zu der neuen Generation von Pianisten, die sich gleichermaßen auf dem modernen Konzertflügel wie auf dem Fortepiano zu Hause fühlen. Das symbiotische Verhältnis beider Instrumente zueinander ist für sie stetige Inspirationsquelle. Dabei umfasst ihr Repertoire den gesamten Bereich der Musik vom 18. Jahrhundert bis hin zu Uraufführungen zeitgenössischer Werke. Zahlreiche CD- und Rundfunfkeinspielungen belegen ihre künstlerische Vielfalt.

Herausragende Erfolge bei internationalen Wettbewerben wie dem Mozartwettbewerb in Salzburg oder dem Concours Clara Haskil sowie zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen wie der Mozartpreis der Mozartgesellschaft Wiesbaden 1995 trugen maßgeblich zu Sheila Arnolds internationaler Konzerttätigkeit als Solistin in Rezitalen und mit Orchestern und als Kammermusikpartnerin bei.

Seit 2006 ist Sheila Arnold Professorin an der Hochschule für Musik und Tanz Köln und gibt internationale Meisterkurse.

Im Dezember 2015 erscheint ihre neue CD mit Werken von Franz Schubert bei Cavi-Music. (Sonate G-Dur D 894 und Vier Impromptus D 899).

Bernt Hahn ist freiberuflicher Schauspieler und Sprecher. Er studierte an der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater in Hannover und war unter anderem am Schauspiel Köln, dem Düsseldorfer Schauspielhaus, dem Schauspiel Frankfurt und dem Bochumer Schauspielhaus tätig. Inzwischen hat er Engagements bei verschiedenen deutschen Rundfunkanstalten und tritt mit eigenen literarischen Programmen auf.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Freitag, 27. November 2015, 19.00 Uhr

Vortrag


Die „Ukraine- Krise“

und die russische Propaganda

Rhetorische und linguistische Strategien russischer Propaganda bei der Fehldarstellung der sog. Ukraine-Krise in internationalen Massenmedien und sozialen Netzwerken

Vortrag von


Dr. Andreas Umland

Gesprächsführung: Prof. Dr. Gerhard Simon, Uni Köln



Der Informationskrieg gegen die Ukraine ist ein zentraler Aspekt des Konfliktes zwischen der Ukraine und Russland, der seit zwei Jahren jede Verständigung immer schwieriger macht. Dr. Umland ist nicht nur ein Beobachter und Analytiker der Propagandaschlacht in den Massenmedien und sozialen Netzwerken, er war auch wiederholt selbst das Ziel und damit Teilnehmer der Auseinandersetzungen. Er wird die rhetorischen und linguistischen Strategien der russischen Propaganda analysieren. Der Propagandakrieg soll offenbar von den inneren Problemen Russlands ablenken und die Legitimation der russischen Führung besonders in den Augen des eigenen Publikums festigen.

Wie erfolgreich sind die Propagandakampagnen im In- und Ausland? Wie lässt sich die nach wie vor offenbar unangefochtene Popularität von Präsident Putin erklären? Wie reagieren ukrainische Medien und die ukrainische Politik auf Verleumdungen und Aggression?

Dr. Andreas Umland ist Senior Research Fellow am Institut für Euro-Atlantische Kooperation in Kiew. Er war viele Jahre Dozent an der Kiewer Shevchenko Universität und an der Petro Mohyla Akademie. Er ist der Herausgeber der Schriftenreihe „ Soviet and Post-Soviet Politics and Society“ sowie Mitherausgeber des „Forum für osteuropäische Ideen- und Zeitgeschichte“

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Donnerstag, 03. Dezember 2015, 19.00 Uhr


Zum Auftakt der Reihe der georgischen Kultur

der georgische Männerchor „Iwerioni“


© Privatarchiv Beka Peradze


In Zusammenarbeit mit der georgischen Hochschulgruppe „Aisi“


Der achtköpfige Männerchor „Iwerioni“, vor zwei Jahren bei der georgischen orthodoxen St. Antimoz-von-Iweri-Kirche in Düsseldorf gegründet, frönt der Tradition der georgischen polyphonen Gesänge, die 2001 in die erste UNESCO-Liste der „Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit“ aufgenommen wurden.


Er besteht sowohl aus Musikliebhabern als auch aus professionellen Musikern und wird von dem Pianisten Beka Peradze geleitet. Das Repertoire deckt die ganze Palette der vielfältigen georgischen Volksmusik ab.


Während des Konzertes werden u.a. folgende Lieder dargeboten:

1. Mravalschamier (Auf ewig)
2. Urmuli
3. Alilo
4. Chasanbegura
5. Schawi schaschwi (Schwarze Amsel)

Von den Chorälen bzw. Kirchengesang:


6. Komm' Du, mein Herr
7. Gelobt seist Du, mein Herr
8. Du bist die Weinrebe
9. Jungfrau Maria

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger


Dienstag, 08. Dezember 2015, 19.00 Uhr


Literaturabend


© Sigrid Kruse, Horlemann Verlag Berlin

Zugewanderte Autoren aus Osteuropa
in NRW

Rumjana Zacharieva

deutschsprachige Schriftstellerin bulgarischer Herkunft

im Gespräch mit

Eva Weissweiler,



Schriftstellerin, Sachbuchautorin (u.a.: Clara Schumann. Eine Biographie, HoCa 1991; Tussy Marx, KiWi 2002; Die Freuds. Biographie einer Familie, KiWi 2006 )

In Zusammenarbeit mit dem Klub der bulgarischen Studenten „Buditeli


Im Programm werden Passagen aus:

„7 Kilo Zeit“,

„Transitvisum fürs Leben“,

„Schenk mir ein Jahr ohne Weihnachten“

sowie Liebesgedichte vorgelesen.


Rumjana Zacharieva, geboren 1950 im bulgarischen Dorf Baltschik, Absolventin des Englischsprachigen Gymnasiums in Russe und der Uni Bonn (englische und slavische Philologie, M.A.), ist eine freie deutschsprachige Schriftstellerin bulgarischer Herkunft, Lyrikerin, Übersetzerin und Rundfunkautorin. Seit 1970 wohnt sie in Bonn. Neben Hörspielen (WDR 3) und eigenen Textreihen zum Thema Weihnachten u.a. für WDR 5, und Diesseits von Eden, schrieb die Mutter zweier Töchter für Kinder (für den „Ohrenbär“ - Radiogeschichten für kleine Leute beim NDR) sowie Features über Konstantin Pavlov, Radoj Ralin, Blaga Dimitrova, Rumen Leonidov u.a., die auf ihren eigenen Übersetzungen basierten. Bekannt wurde sie in Deutschland mit dem humorvoll-poetischen Roman „7 Kilo Zeit“, in dem sie beschreibt, wie man unter dem Einfluss des staatlichen Normbewusstseins zum Menschen wurde, so z.B. durch das Pflücken von 7 kg Kamille, Lesen von 22 Büchern in den Sommerferien der 50er und 60er Jahre. In ihren Romanen „Bärenfell“ und „Transitvisum fürs Leben“ thematisiert sie den Kampf der intellektuellen Frau und Künstlerin um „die eigene Identität und einen Lebensentwurf jenseits der Grenzen der Muttersprache“. Zacharieva schrieb auch satirische Kurzgeschichten.

Eva Weissweiler in „Nationalität: Schriftsteller“, Bonn 2002, über Rumjana Zacharieva: „Zacharieva vermischt die deutsche Sprache bewusst mit Elementen aus dem Bulgarischen. Ihre Bücher sind voll von poetischen Bildern aus der verschwundenen Welt des südosteuropäischen Sozialismus, dem sie den Alltag in einer deutschen Provinzstadt gegenüber stellt. Gemeinsam mit ihrem zweiten Mann, dem Lyriker und Übersetzer Thomas Frahm, baute sie den Avlos-Verlag auf, der sich besonders der Literatur von Migranten widmet. Rumjana Zacharieva erhielt für ihre Arbeiten viele Preise, u.a. den Förderpreis des Landes NRW und den Literaturpreis der Bonner Lese-Gesellschaft.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger


Freitag, 11. Dezember 2015, 20.00 Uhr

Solidaritätsveranstaltung

zum fünften Jahrestag der Verleihung des Friedensnobelpreises an den chinesischen Bürgerrechtler

Liu Xiaobo

ORT: VHS-Forum Köln, Cäcilienstr. 29-33 (Kulturquartier am Neumarkt im Rautenstrauch-Joest-Museum)

Köln für Liu Xiaobo und Liu Xia


Eine Veranstaltung des Amnesty-International-Bezirks Köln und der Volkshochschule Köln in Kooperation mit weiteren Partnern

„Ein verlogenes System durch Wahrheit untergraben“

Am 10. Dezember - dem „Tag der Menschenrechte“ - jährt sich zum fünften Mal die Verleihung des Friedensnobelpreises an Liu Xiaobo, den prominentesten Bürgerrechtler Chinas. Wie viele Verteidiger der Menschenrechte sitzt Liu Xiaobo noch immer im Gefängnis. Seine Frau, die Künstlerin Liu Xia, steht ohne rechtliche Grundlage in Peking, der Partnerstadt von Köln, willkürlich unter Hausarrest. Die Werke der beiden sind in China verboten. Mit Gesprächen, Texten, Liedern, Fotos und Videos vermittelt die Veranstaltung ein lebendiges Bild von Liu Xiaobo und Liu Xia und gibt einen Einblick in die aktuelle Situation der Menschenrechte in China.

Als Gast wird u.a. Liao Yiwu, der mehrfach preisgekrönte chinesische Schriftsteller und Bestseller-Autor (Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, Geschwister-Scholl-Preis u.a.) auf der Veranstaltung von seinen Freunden Liu Xiaobo und Liu Xia erzählen und musizieren. Weitere Teilnehmer der Veranstaltung sind u.a. der Sinologe Prof. Dr. Heiner Roetz, die chinesische Autorin Tienchi Martin-Liao und der Kempener Pfarrer Roland Kühne.

Moderiert wird der Abend von der früheren Kölner Bürgermeisterin Angela Spizig.

Informationen sind auch auf www.facebook.com/KoelnfuerLiuXiaobo zu finden.


Kartenreservierung auch unter: Koeln-fuer-LiuXiaobo-u-LiuXia@t-online.de


Eintritt frei

Kontakt

Lew Kopelew Forum
Neumarkt 18a
50667 Köln


Tel. (0221) 2 57 67 67
Fax. (0221) 2 57 67 68
info@5811833532db4e4681ded028dfa6cd85kopelew-forum.de  

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