Veranstaltungen 2014

Donnerstag, 16. Januar 2014, 19.00 Uhr


Podiumsgespräch


Putins starker Staat

Ressourcen und Illusionen der Macht


Lew Gudkow, Direktor des Levada-Zentrums, Moskau, im Gespräch mit


Manfred Sapper, Chefredakteur der Zeitschrift osteuropa


Übersetzung: Nadja Simon


Mitveranstalter: Institut für Politikwissenschaften der Uni Regensburg, DGO-Zweigstelle NRW


Für das US-Magazin „Forbes“ ist Wladimir Putin der einflussreichste Mensch der Gegenwart. Im Syrien-Konflikt hat Russland eine US-Intervention verhindert und die Internationale Gemeinschaft dazu gebracht, Syriens Chemiewaffen zu zerstören.
In Europa hat Moskau Brüssels Nachbarschaftspolitik durchkreuzt. Innenpolitisch steuert das Putin-Regime einen harten Kurs: Es hat das Demonstrationsrecht verschärft, die Pressefreiheit eingeschränkt, Vertreter der Opposition kriminalisiert sowie Kampagnen gegen Homosexuelle und zur Diskreditierung von NGOs als „ausländische Agenten“ gestartet.


Doch bis zum Ende der Olympischen Spiele in Sotschi lautet die Devise: Autoritarismus mit freundlichem Antlitz. Und danach? Wie stabil ist das System Putin? Auf welche Machtressourcen stützt es sich? Und wo verlaufen die Grenzen autoritärer Herrschaft?

Antworten darauf bietet Russlands prominentester Soziologe Lew Gudkow, Direktor des Levada-Zentrums in Moskau.


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF- und DGO-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Dienstag, 21. Januar 2014, 19.00 Uhr


Der aktuelle Russland-Bericht von „Reporter ohne Grenzen“


Der Kreml auf allen Kanälen

Wie der russische Staat das Fernsehen lenkt


vorgestellt von

Gemma Pörzgen,

Journalistin und Vorstandsmitglied von "Reporter ohne Grenzen" e.V.


im Gespräch mit

Dr. Elisabeth Weber, LKF-Beirätin und Ingo Mannteufel, Leiter der Russischen Redaktion und Hauptabteilungsleiter Osteuropa der DW


Modern, dynamisch und offen will sich Russland zu den Olympischen Winterspielen im Februar 2014 in Sotschi präsentieren. Doch die Realität im Land sieht oft anders aus. Der Kreml regiert mit harter Hand und verweigert der Bevölkerung grundlegende Bürgerrechte. Der Fernsehzuschauer erfährt von all dem wenig: Die staatlichen Kanäle verbreiten mithilfe kontrollierter Bilder die offizielle Version dessen, was in Russland und der Welt passiert.


Auch im Ausland nutzt die russische Regierung die Medien immer stärker, um das Image ihres Landes zu verbessern. Wie hat es der Kreml geschafft, das wichtigste Informationsmedium wieder zu seinem Sprachrohr zu machen? Gibt es alternative Kanäle? Wie stark sind Kontrolle und (Selbst-)Zensur in den Redaktionen? Und was bedeutet das für die Berichterstattung über die Olympischen Spiele in Sotschi? Diesen Fragen geht die Menschenrechtsorganisation „Reporter ohne Grenzen“ (ROG) in ihrem Bericht „Der Kreml auf allen Kanälen“ nach. Er fußt auf rund 30 Interviews mit Journalisten und Medienexperten, die ROG-Pressereferentin Ulrike Gruska 2013 in Moskau und Berlin geführt hat.


Der aktuelle Russland-Bericht (Cover)



UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Mittwoch, 05. Februar 2014, 19.00 Uhr


Buchvorstellung

Sotschi und die Tragödie der Tscherkessen


Dr. Manfred Quiring, Autor des Buches


Der vergessene Völkermord

Sotschi und die Tragödie der Tscherkessen


Ch.Links-Verlag, Berlin 2014


im Gespräch mit Robert Baag, Redakteur im Deutschlandfunk, Abt. „Hintergrund“, langjähriger Russland-Korrespondent des Deutschlandfunks


Dort, wo 2014 die Olympischen Winterspiele stattfinden, war einst ein Schlachtfeld. Russische Truppen hielten bei Sotschi 1864 ihre Siegesparade ab, nachdem sie die Tscherkessen aus ihrer angestammten Heimat vertrieben hatten. Hunderttausende fanden den Tod oder mussten in die Türkei und den Nahen Osten fliehen.


Manfred Quiring erzählt die bewegte Geschichte des Kaukasusvolkes und wirft einen Blick auf die aktuelle Situation der Tscherkessen, die heute über die ganze Welt verstreut leben. Er schildert ihren Kampf um die Anerkennung dieses vergessenen Völkermordes und gegen die Verdrängung der Ereignisse in der Geschichtspolitik Putins.

Mit einem Vorwort von Cem Özdemir, dem Bundesvorsitzenden von Bündnis 90 / Die Grünen, dessen tscherkessische Vorfahren väterlicherseits im 19. Jahrhundert aus dem Kaukasus in die Türkei vertrieben worden sind.


Manfred Quiring Jahrgang 1948, aufgewachsen in Berlin, Journalistik-Studium in Leipzig, war ab 1973 Redakteur der Berliner Zeitung und zweimal deren Korrespondent in Moskau (1982-1987 und 1991-1995). Er bereiste die ehemalige Sowjetunion von Kaliningrad bis nach Kamtschatka, von Norilsk bis nach Turkmenien, und erlebte alle Wechsel im obersten Staatsamt live in Moskau. 1989/90 war er ein Jahr als Korrespondent der Nachrichtenagentur ADN in Athen, 1998 bis 2012 für Die Welt in Moskau. Er  ist Autor eines weiteren, 2009 erschienen Buches zum „Pulverfass Kaukasus“, wie auch des Titels „Russland. Orientierung im Riesenreich“.


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Freitag, 14. Februar 2014, 19.00 Uhr




Der Lagerkomplex Workuta

Geschichte, Aufstand und Situation heute


Vortrag von Dr. Andreas Petersen


Der Gulag, das waren Tausende Haftstätten mit insgesamt 18 Millionen Menschen. Zählt man die vier Millionen Kriegsgefangenen und sechs Millionen der deportierten Völker wie die Tschetschenen hinzu, wurden fast 30 Millionen Zwangsarbeiter in Arbeitslager, Straflager und Verbannungsorte verschleppt. Oft ohne Wiederkehr. In den Lagern an der Workuta litten 1 Million Häftlinge, jeder viert von ihnen starb. Deutsche Gefangene wurden vor allem hierher verfrachtet. Es geht daher in deutschen Gulag-Erzählungen oft um den Ort, und man könnte den Gulag für Workuta, und Workuta für ein großes deutsches Häftlingslager halten. Tatsächlich war es ein Lagerkomplex wie viele andere und die Deutschen eine Minderheit in der großen Häftlingsinternationale. Das Verwaltungszentrum am Fluss Workuta aber wurde zum Synonym für den Gulag als Ganzes – wie die Lager an der Kolyma in Sibirien.


Im Juli 1953 brach in Workuta der Aufstand aus. 17 Sonderlager mit insgesamt 15 604 Gefangenen traten in Ausstand. Der Stadt Leningrad drohte die Kohle auszugehen. Der Aufstand, bei dessen Niederschlagung 64 Häftlinge starben und 123 schwer verwundet wurden, beschleunigte das Ende des gesamten Gulag, des grössten Lagersystems der Welt. Der Referent reiste zum 60. Jahrestags des Aufstands in die Stadt jenseits des Polarkreises, in der nie jemand leben wollte.


Dr. Andreas Petersen ist Historiker, Dozent an der Fachhochschule Nordwestschweiz und Betreiber der Geschichtsagentur zeit&zeugen. Seine letzte Publikation: „Deine Schnauze soll Dir in Sibirien zufrieren. Ein Jahrhundertdiktat. Erwin Jöris“ (2012).


Moderation: Katharina Heinrich, Historikerin, Journalistin


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Das zweimal ausgefallene Gespräch mit Dr. Ilko Sascha Kowalczuk findet nun statt am


Donnerstag, 20. Februar 2014, 19.00 Uhr


Stasi konkret: Überwachung und Repression in der DDR


Verlag C.H. Beck, München 2013


Buchvorstellung und Gespräch mit dem Autor:


Dr. Ilko Sascha Kowalczuk


Das Gespräch mit dem Autor moderieren:
Dr. Elisabeth Weber u. Prof. Gerhard Simon


Eine lückenlose Überwachung von Post und Telefon, ein Spitzel in jeder Kneipe, die Verstrahlung von Oppositionellen - es gibt nur wenig, was man der Stasi nicht zutraut. Doch was konnten Mielkes Männer wirklich?


Dass sie alles wussten, mithörten und kontrollierten, vermuteten viele Menschen in der DDR. Die Stasi selbst schürte diesen Mythos, um den Anpassungsdruck zu erhöhen. Nach 1989/90 ist das MfS zudem regelrecht dämonisiert worden. Ließ sich die Verantwortung für die SED-Diktatur auf diese Weise doch bequem auf einer einzigen ihrer Säulen abladen. Ilko-Sascha Kowalczuk erzählt in diesem Buch die Geschichte der Stasi, zeigt, wer ihre Gründer waren und hinterfragt manche der scheinbaren Gewissheiten, die sich mit ihrem Bild verbinden. So liefert er etwa gute Argumente dafür, dass die Zahl der IM nur halb so hoch gelegen haben dürfte, wie gemeinhin angenommen, und dass die Intensität der Postkontrolle und der Einfluss im Westen überschätzt werden. Viel zu lange hat sich die Forschung an den Plänen, Begrifflichkeiten und Kategorien des MfS orientiert. Es wird Zeit für eine Geschichte von unten, die fragt, was die Stasi konkret tat. Die DDR wird nicht Stasi-, sondern vollkommen zutreffend SED-Diktatur genannt.


Ilko-Sascha Kowalczuk, geboren 1967, hat Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin studiert. Seit 1990 ist er Mitglied des Unabhängigen Historiker-Verbandes, 1995-98 war er Mitglied der Enquete-Kommission „Überwindung der Folgen der SED-Diktatur im Prozess der deutschen Einheit“, 1998-2000 Mitarbeiter der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Seit 2001 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Bundesbehörde für die Stasi-Unterlagen (BStU) in der Abteilung Bildung und Forschung, zudem assoziierter Forscher bei der Robert-Havemann-Gesellschaft Berlin. Kowalczuk hat mehrere Bücher und Aufsätze veröffentlicht. Er lebt in Berlin.


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Kurzfristig – neu – im Programm

 
Mittwoch, 26. Februar 2014, 19:00 Uhr

© Reuters

Ukraine


Sturz des Regimes Janukowytsch

Ursachen und Folgen 


Nach einem unfassbaren Blutbad im Zentrum von Kiew ist der Präsident aus der Hauptstadt geflohen. Nach drei Monaten ununterbrochener Demonstrationen hat der Majdan das Regime Janukowytsch gestürzt. Die Opposition übernahm in einem revolutionären Akt die Macht, bestimmte einen Übergangspräsidenten und setzte Neuwahlen an. Das Parlament kippte alle gesetzlichen Grundlagen des Regimes Janukowytsch und kehrte zur Verfassung von 2004 zurück. Die bisherige Regierungspartei zerfiel.


Wie konnte es dahin kommen? Welche Faktoren waren entscheidend für die Wende? Wird es der Opposition gelingen, das Land zu stabilisieren? Sind Bürgerkrieg und die Spaltung des Landes abgewendet?


Für Putin ist dies Szenarium der GAU. Wird die russische Politik ihre Niederlage akzeptieren, oder ist mit massiver Gegenwehr zu rechnen, etwa der militärischen  Besetzung der Halbinsel Krim?


Auf den Westen, vor allem die EU kommt eine enorme neue Verantwortung zu. Wie wird sich die EU dem stellen? Viel Geld ist nötig, um die Ukraine vor dem Staatsbankrott zu bewahren? Andererseits, nirgendwo im Osten Europas hat ein Land mit einem solchen Einsatz für die Integration nach Europa gekämpft.


Es referiert und diskutiert:

Prof. Dr. Gerhard Simon

Moderation: Dr. Elisabeth Weber, LKF, und Robert Baag, Redakteur

im Deutschlandfunk, Abt. „Hintergrund“ - angefragt


Eintritt frei



Mittwoch, 12. März 2014, 19.00 Uhr


Vortrag


Foto: Stephan Röhl

Wladimir Putin und Lew Kopelew

im Gespräch

Gedanken zu einer Begegnung, die nicht stattfand


Vortrag von Wolfgang Eichwede   Einführung: Fritz Pleitgen


Prof. Dr. Wolfgang Eichwede ist Osteuropa-Historiker, Gründungsdirektor der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen und des dort beheimateten international geschätzten Osteuropaarchivs für Samisdat-Literatur.


Mit der Gründung der Forschungsstelle Osteuropa 1982 übernahm Prof. Eichwede die Leitung des Instituts, die er bis 2008 innehatte.


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Veranstaltungshinweis


Donnerstag, 13. März 2014, 19.00 Uhr


Kino in der Brotfabrik

Kreuzstrasse 16
53225 Bonn-Beuel


Am Donnerstag, 13.03.2014 um 19 Uhr zeigt das Bonner Kino in der Brotfabrik in der Reihe “Kino mit Weitblick”  den Film


„Belarusian Waltz“

von Andrzej Fidyk.


Zu Beginn des Films halten Maren Rohe und Sarah Henkel einen kurzen Einführungsvortrag. Nach dem Film gibt es Gelegenheit zur Diskussion. Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Studenteninitiative Weitblick mit dem Minsk Club Bonn.


„Seit 1994 regiert Alexander Lukashenko die ehemalige Sowjetrepublik Belarus mit despotischer Hand, verhaftet die Opposition und verbietet sowohl freie Presse als auch Ermittlungen über die Ermordung mehrerer Dissidenten. Er hat seine Kritiker buchstäblich verstummen lassen – eine der wenigen Ausnahmen ist ein Performance-Künstlers, der öffentliche Stunts aufführt und die Anmaßungen des Diktators verspottet. Belarusian Waltz ist die Geschichte von Alexander Puschkin, dem seine dreisten, witzigen Aktionen die Feindseligkeit der Polizei und die Fassungslosigkeit seiner Familie einbringen. Eine ungewöhnliche Geschichte, in der postmodernes Straßentheater auf Autoritarismus trifft, der Film bietet ein überraschendes Fenster in die Seele der Menschen in Belarus.Belarusian Waltz war nominiert für den Prix Europa und den European Film Academy Award in der Kategorie Bester Dokumentarfilm.“  (Quelle: Kudosfamily)


Infos:


http://minskclub-bonn.de/13-03-kino-in-der-brotfabrik-belarusian-waltz


http://www.weitblicker.org/content/textmitbild/Bonn/Kino-mit-Weitblick-Belarusian-Waltz


Mittwoch, 19. März 2014, 19.00 Uhr

Buchvorstellung und Gespräch

Der Putsch gegen Gorbatschow

und das Ende der Sowjetunion


Böhlau-Verlag, Februar 2014


Der Autor

Dr. Ignaz Lozo im Gespräch mit

Prof. Gerhard Simon 


August 1991: Panzer auf Moskaus Straßen, Ausnahmezustand, der sowjetische Staatspräsident unter Hausarrest. Der Putsch am 19. August markiert das Ende der Ära Gorbatschow und den von da an nicht mehr aufzuhaltenden Untergang der Weltmacht Sowjetunion.


Dieses Buch eröffnet sensationelle neue Perspektiven. Es stellt sich heraus, dass viele bisher als sicher geltende Fakten und erst recht Beurteilungen revidiert werden müssen.


Der Russlandexperte und ehemalige Moskau-Berichterstatter hat erstmals zahlreiche Dokumente ausgewertet, die in Russland offiziell als Staatsgeheimnisse deklariert sind. Er hat mehr als 30 Zeitzeugen befragt, darunter ehemalige Putschisten und Michail Gorbatschow selbst. War der sowjetische Präsident, wie oft behauptet, selbst einer der Verschwörer oder zumindest stiller Mitwisser?


Ignaz Lozos spannend geschriebenes Buch, das in Kürze auch in russischer Übersetzung  erscheint, legt die Hintergründe des Putsches dar, erläutert die Ursachen für sein Scheitern, zeigt die politischen Folgen und fragt nach Gorbatschows politischer Mitverantwortung. Ein historisch-politisches „Aufklärungsbuch“ im besten Sinne! 


Diese Buchpräsentation wird durch zwei Videos ergänzt, darunter ein Interview

mit Gorbatschow.


Ignaz Lozo ist promovierter Osteuropahistoriker, arbeitete für das ZDF als Reporter im belagerten Sarajewo und in Moskau. Er hat zahlreiche TV-Dokumentationen produziert.


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Aus Gründen der Aktualität kurzfristig im Programm

Donnerstag, 20. März 2014, 19.00 Uhr


Dr. Aleksej Koslow,

Menschenrechtler aus Woronesh und

Dr. Vera Ammer, Vorstandsmitglied

von „Memorial International“

sprechen über:


Die Rolle der russischen Zivilgesellschaft im ukrainisch-russischen Konflikt


sowieüber Repressionen gegen die Zivilgesellschaft und über die Antikriegsbewegungin Russland.


Moderation: Dr. Diana Siebert,

Historikerin und Geschäftsführerin

von Bündnis 90/Die Grünen Köln

Übersetzung: Nadja Simon


Aleksej Koslow, Ph.D., Privatdozent,lehrte 1998 - 2008 Philosophie und Politikwissenschaften an der MoskauerUniversität. Seit Mitte der 1990er Jahre beschäftigt sich mit der Problematikder Menschenrechte und des Umweltschutzes.


Er ist Chefredakteur des Portals www.article20.org.  Zu seinem Hauptfachgebiet gehören u.a. dieThemen Versammlungsrecht und Vereinigungsfreiheit. Anfang 2013 war ergezwungen, Russland  wegen derBedrohungen durch Neonazis und einer möglichen Festnahme im Rahmen des sog. „Bolotnaja-Falls“zu verlassen.


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler,Studenten und ALG-II-Empfänger



Freitag, 28. März 2014, 19.00 Uhr


Neue Konzertreihe


Akademistenkonzert


Rubinstein Akademie Düsseldorf im Lew Kopelew Forum 


Studierende der Rubinstein Akademie:


Marie Hesberg, Hendrik-Andre Rootering, Yeseul Lee, Alena Kamchatna, Liu Jiawen, Zhan Xu,Zixuan Wu, Tsutae Ozawa, Karin Xing, Rihua Jin, Joaquin Saez  Belmonte, Natalia Lentas, Xin Pan, Yokoe Ryota, Tsutae Ozawa, Jiye Lee


spielen J. Brahms,  S. Rachmaninow, G. Verdi, G. Puccini, W. A. Mozart, L. Liebermann, F. Chopin, S. Prokofieff, C. Franck und singen Arien aus „Rigoletto“, „Gianni Schicchi“, „Romeo und Julia” und „Don Pasquale" sowie Lieder von R. Schumann.


Das vollständige Programm


UKB: 5,00 € / 2,50 € Mitglieder des LKF und der Rubinstein-Akademie, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger


Achtung


Wegen plötzlicher Erkrankung von Dr. Klemens Büscher muss der unten angekündigte Vortrag leider ausfallen. Stattdessen wird Prof. Gerhard Simon ein Impulsreferat zum Thema „Ukraine – Russland – Krim“ halten mit anschließendem Gespräch über die aktuelle Entwicklung in der Ukraine.


Moderation:

Dr. Diana Siebert, Historikerin




Aus aktuellem Anlass - kurzfristig  -  neu  im Programm!


Montag, 31. März 2014, 19.00 Uhr

„Verzeih uns Ukraine“

Protestmarsch in Moskau am 15. März 2014

Die Krim im Spannungsfeld

zwischen der Ukraine und Russland


Vortrag und Diskussion mit


Dr. Klemens Büscher


Moderation: Prof. Dr. Gerhard Simon, Historiker, Universität zu Köln


Das Pseudoreferendum am 16. März hat nicht den wirklichen Willen der Menschen auf der Krim zum Ausdruck gebracht. Sein Zweck war vielmehr, den Vorwand zu liefern für die Annexion der Krim durch Russland.


Was aber wollen die Menschen auf der Krim wirklich? Wie stark ist die Affinität zu Russland? Welche Bevölkerungsgruppen tragen die Zugehörigkeit zur Ukraine? Die Bevölkerung der Krim stellt eine komplizierte Mischung dar aus einer Mehrheit ethnischer Russen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit;  etwa 25% sind ethnische Ukrainer und 12% sind aus der Deportation zurückgekehrte Krimtataren. Welche Vorstellungen und Erwartungen haben die Menschen über ihre Zukunft? Wie haben sich in der Vergangenheit Sprachenpolitik, Menschenrechte, soziale Integration und Chancen(un)gleichheit entwickelt?


Dr. Klemens Büscher, Historiker und Politikwissenschaftler,  war jahrelang beim Hohen Kommissar für Nationale Minderheiten der OSZE für ethnopolitische Konfliktprävention auf der Krim zuständig. Er hat dort zu allen Bevölkerungsgruppen, politischen Parteien, offiziellen und marginalen Vereinigungen Kontakte aufgebaut. Kaum jemand in Deutschland verfügt über vergleichbare Detailkenntnisse und darüber hinaus die Fähigkeit, Informationen abwägend und kritisch einzuordnen und zu gewichten.


Weitere Bilder des Protestmarsches in Moskau


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger


Veranstaltungshinweis



Jung, wild, ausdrucksstark


Die 14. Ausgabe von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films steht ganz im Zeichen des Sturm und Drang. Vom 09. bis 15. April präsentiert das vom Deutschen Filminstitut veranstaltete Festival in Wiesbaden die Vielfalt des Kinos Mittel- und Osteuropas: Vom aufregenden, engagierten und nicht selten sozialkritischen Autorenkino über filmische Höhepunkte und Publikumslieblinge aus Mittel- und Osteuropa bis hin zu den Meilensteinen der sogenannten „polnischen Neuen Welle“ der 1960er Jahre.


Die hohe Qualität des Programms und die besondere Festivalatmosphäre begeistern internationale Gäste, VertreterInnen der Filmbranche sowie das heimische Kinopublikum gleichermaßen.



Freitag, 04. April 2014, 19.30 Uhr


Podiumsgespräch in der Kassenhalle der Kreissparkasse Köln, Neumarkt 18


Weltmacht oder Zerfall

Wohin geht Europa?


Ein Gespräch zwischen


José Manuel Barroso und

Fritz Pleitgen 


Begrüßung: Alexander Wüerst,

Vorstandsvorsitzender der

Kreissparkasse Köln,

stellv. Vorsitzender des LKF


Der Portugiese zieht Bilanz. Seit Jahren ist er Präsident der Europäischen Kommission. Im Herbst gibt er sein Amt auf. Unter seiner Führung hat sich die Europäische Union als wirtschaftliche Weltmacht etabliert. Aber im Innern der EU steht es nicht zum Besten. Mehrere Mitglieder sind in gefährliche Krisen geraten, die von der Union und vom Euro nur schwer verkraftet werden.


Die Gegner des vereinten Europas finden mehr und mehr Zulauf. Vor der Europawahl im Mai spitzt sich die Diskussion zu. Die Bürgerinnen und Bürger wollen wissen:


Was bringt uns die Europäische Union noch?

Wie gefestigt ist der Euro?

Was kann die EU tun, um die Ukraine zu retten?

Wie kann die Europäische Union Syrien helfen? 


Auf diese Fragen und mehr sind vom Präsidenten der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, im Gespräch mit Fritz Pleitgen konkrete und kompetente Antworten zu erwarten.  


Veranstaltung in englischer Sprache mit simultaner Übersetzung 


Eintritt frei mit gesonderter Einladung



Mittwoch, 09. April 2014, 19.00 Uhr


In memoriam Lew Kopelew


Wohin treibt Putin Russland -

und Europa?


Zum 102. Geburtstag des ukrainisch-russischen Schriftstellers und Menschenrechtlers fragen das zwei ausgewiesene Russlandkenner und journalistische „Großkaliber“


Klaus Bednarz und

Sergej Lochthofen


Sie diskutieren über die neue Eiszeit

und die alten Fehler 


Außerdem über Gott und die Welt -

West und Ost -

Totalitarismus und Demokratie -

Ukraine und die Krim -
Stalinismus heute - Russische Gesellschaft -

Rolle der Presse u.v.a.

Klaus Bednarz ist einer der bekanntesten deutschen Journalisten. Nach dem Studium der Theaterwissenschaft, Slawistik und Osteuropäischen Geschichte in Hamburg, Wien und Moskau promovierte er 1966 über den russischen Dichter Anton Tschechow.


Seit 1967 arbeitet er als Fernsehredakteur und Autor, u. a. als Auslandskorrespondent in Polen (1971–1977) und in der Sowjetunion (1977–1982). Im Jahre 1983 moderierte er die ARD-Tagesthemen. Von 1983 bis 2001 war er Redaktionsleiter und Moderator der WDR-Sendung  Monitor. Von 2002-2007 war er als Sonderkorrespondent und Chefreporter für das WDR-Fernsehen tätig.


In seinen Fernsehreportagen und Buchveröffentlichungen beschäftigt sich Klaus Bednarz vor allem mit den Ländern in Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion, aber auch mit dem Süden Chiles und Argentiniens sowie mit den nördlichen Regionen Amerikas. Für seine journalistischen Leistungen wurde er mit zahlreichen Preisen geehrt.

Sergej Lochthofen ist Journalist. Geboren in der Straflagerstadt Workuta im Nordosten Russlands als Sohn eines inhaftierten deutschen Emigranten und der Tochter eines verbannten russischen Revolutionskommissars. Als Fünfjähriger kam er mit den Eltern in die DDR, wo er eine russische Schule besuchte; er studierte Anfang der siebziger Jahre Malerei an der Kunsthochschule in Simferopol auf der Krim und Journalistik in Leipzig. Von 1990 bis Ende 2009 verantwortete er die Zeitung Thüringer Allgemeine.


Er führte diese ehemalige Parteizeitung 1990 in die Unabhängigkeit und profilierte das Blatt als eine der wenigen wahrnehmbaren Stimmen Ostdeutschlands in der gesamtdeutschen Öffentlichkeit. Das Medium-Magazin wählte ihn zum regionalen „Chefredakteur des Jahres“; Fernsehzuschauer kennen ihn als Stimme des Ostens im ARD-Presseclub oder in der Phoenix-Runde. Autor des Buches „Schwarzes Eis. Der Lebensroman meines Vaters“, Rowohlt 2012.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger


Ossip Mandelstam

Gleichzeitig wird die Ausstellung mit Skulpturen aus Holz, Bronze und Gips
des russisch-moldauischen, heute in Köln lebenden Bildhauers


Josef Kitman


eröffnet, dessen Porträtplastiken
u.a. Lew Kopelew, Andreij Sacharow, Heinrich Böll, Ossip Mandelstam und Nelly Sachs zeigen.


Dauer der Ausstellung: 10.04. – 09.05. 2014, Öffnungszeiten: Mo -Do: 12.00 Uhr – 18.00 Uhr, Fr: 12.00 Uhr – 17.00 Uhr

Josef Kitman


Montag, 14. April 2014, 19.00 Uhr


Wohltätigkeitskonzert des  Misha Nodelman Quartettszugunsten politischer Gefangener in Russland und insbesondere des Inhaftierten Roman Chabarow, Woronesh



Misha Nodelman Quartett:

Misha Nodelman / Violine;  Evgeni Vilkinski / Violine II;  Wojciech Michalski / Viola;

Mark Mefsut / Cello


Im Programm:


Dmitri Schostakowitsch - Streichquartett Nr. 3, F-Dur, Opus 73 (1946)

Allegretto - Moderato con moto - Allegro non troppo – Adagio - Moderato 


Dmitri Schostakowitsch - Streichquartett Nr. 8, c -moll, Opus 110 (1960)

Largo - Allegro molto – Allegretto – Largo - Largo


Kurze Einführung mit Informationen über politische Gefangene in Russland


In Woronesh, einer 900.000-Einwohnerstadt knapp auf halber Strecke zwischen Moskau und Sotschi, begann Mitte Februar der Prozess gegen Roman Chabarow, einen ehemaligen Polizisten und Menschenrechtler. Chabarow hatte 2011 in einem Artikel mit der Überschrift „Die Miliz degradierte sich vor meinen Augen“ die Zustände in der russischen Polizei öffentlich kritisiert und über Folterungen von Festgenommenen auf Polizeistationen berichtet. Kurz darauf wurde er entlassen und seine (nun) ehemaligen Chefs drohten ihm, er werde den Artikel noch bereuen. Nun wird Chabarow wegen „Bildung einer kriminellen Vereinigung“ angeklagt und sitzt in Untersuchungshaft. Freunde vermuten, dass ihm die Teilnahme an der Organisation illegaler Casinos unterstellt wird. Ihm droht eine langjährige Haftstrafe.


Kleine wie große Spenden werden erwartet und sind sehr willkommen


Das Misha Nodelman Quartett auf Youtube



Dienstag, 29. April 2014, 19.00 Uhr


Bronislaw Geremek

Der Stratege der polnischen Revolution

BWV - Berliner Wissenschafts-Verlag GmbH, erschienen im März 2014


Buchvorstellung und Gespräch mit dem Autor Reinhold Vetter


Moderation: Dr. Elisabeth Weber, LKF-Beirätin und

Prof. Gerhard Simon, Historiker, Uni Bonn und Köln


Mit diesem Buch erscheint europaweit die erste, wissenschaftlich fundierte Biografie des im Juli 2008 verstorbenen polnischen Historikers, Bürgerrechtlers und Außenpolitikers Bronislaw Geremek. Der Blick auf das Lebenswerk dieses leidenschaftlichen Europäers offenbart eine Fülle von Erkenntnissen über die Geschichte des Kommunismus in Polen, den Systemwechsel 1989, die Integration des Landes in die europäischen bzw. transatlantischen Bündnisse und die deutsch-polnischen Beziehungen.


Geremek war Träger des Internationalen Karlspreises zu Aachen und des Ordens Pour le Mérite, sprach im Deutschen Bundestag und zählte führende Politiker sowie Wissenschaftler in ganz Europa und den USA zu seinen Gesprächspartnern.


In seinem Lebenslauf spiegeln sich die großen Dramen des 20. Jahrhunderts. Als Junge erlebte er die Schrecken des jüdischen Ghettos in Warschau. Später engagierte er sich in den Reihen der Kommunisten für den Wiederaufbau seines Landes, trat aber aus der Partei aus, nachdem die Armeen des Warschauer Pakts 1968 dem „Prager Frühling“ ein Ende bereitet hatten. In den späten 1980er Jahren war Geremek in der demokratischen Opposition der wichtigste Stratege für einen friedlichen Wechsel vom Kommunismus zu Demokratie und Marktwirtschaft.


Der Autor Reinhold Vetter war im August 1980 während des berühmten Streiks auf der Danziger Lenin-Werft und hat dort Bronislaw Geremek, Tadeusz Mazowiecki und andere intellektuelle Berater des Streikkomitees um Lech Walesa kennengelernt. Mehr als dreißig Jahre lang verfolgte er Geremeks Werdegang. Das Buch basiert auf zahlreichen Gesprächen mit Zeitzeugen und intensiven Archivrecherchen in Polen und Deutschland.


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Donnerstag, 08. Mai 2014, 19.00 Uhr


Buchvorstellung und Gespräch


Marci Shore,

Osteuropa-Historikerin, Yale-Universität, USA


im Gespräch mit


Andrij Portnov,

Osteuropa-Historiker, Kiew/Ukraine, Berlin


Buchvorstellung von

Marci Shore

Der Geschmack von Asche

Das Nachleben des Totalitarismus in Osteuropa


Erschienen im März 2014 bei C.H.BECK


aus dem Englischen von Andrea Stumpf
Die Veranstaltung in englischer und in polnischer Sprache mit konsekutiver deutscher Übersetzung

von Bernhard Hartmann


Lesung deutscher Passagen:
Bernt Hahn


In Zusammenarbeit mit dem Polnischen Institut Düsseldorf

„Sie verbindet persönliche Erinnerungen mit intellektuellem Kommentar, Ideen und Ideologien mit Emotionen – auch ihren eigenen –, aber immer mit ungemeinem Fingerspitzengefühl.“ sagt Norman Davies über Marci Shores neuestes Buch „Der Geschmack von Asche“.


Sie erzählt mit lyrischer Schönheit über das Erbe der drei utopischen Ideen des 20. Jhs., die Europa verändert haben: den Faschismus, den Kommunismus und den Zionismus.

Mit Reportagen, Memoiren und philosophischem Traktat erschafft sie eine unkonventionelle Geschichtsschreibung über die Geister des Kommunismus im gegenwärtigen Osteuropa. Marci Shore beleuchtet vor allem den Seelenzustand der Menschen, die Identitätssuche, die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs für viele begann und bis heute andauert.

Marci Shore, 1972 geboren, ist Historikerin und lehrt als Professorin an der Yale University. Für ihr erstes Buch, „Caviar and Ashes. A Warsaw Generation’s Life and Death in Marxism, 1918 - 1968“, wurde sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem „Fraenkel Prize in Contemporary History“ und dem „National Jewish Book Award“.

Marci Shore ist verheiratet mit Timothy Snyder (Bloodlands).


Dr. Andrij Portnov, geb. 1979, studierte in Dnjepropetrowsk, Kiew und Warschau, ist Historiker und Politologe. 2006 promovierte er in Lviv/Lemberg mit der Arbeit über die ukrainische Emigration in Polen in der Zwischenkriegszeit, die als Buch u.d.T. „Nauka w wygnaniu“ (Wissenschaft in der Emigration) 2008 in Charkiw erschien und mit dem Jerzy-Giedroyc-Preis der Botschaft der Republik Polen in Kiew ausgezeichnet wurde. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten Trier und Amsterdam und Chefredakteur der Zeitschrift „Ukraina Moderna“.  Andrij Portnow schreibt auch für solche Zeitschriften wie „Krytyka“ (UA), „Osteuropa“, „Ab Imperio“ (RU), „Belaruski Histarychny Ahliad” (BY), „Otechestvennyje zapiski” (RU) sowie für mehrere deutsche Tageszeitungen. Derzeit lebt und arbeitet er als Stipendiat des Wissenschaftskollegs und  der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin.


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger


Montag, 12. Mai 2014, 19.00 Uhr


Buchvorstellung und Gespräch mit der Autorin


© get-shot.de

Eleonora Hummel


In guten Händen,

in einem schönen Land


Steidl-Verlag, August 2013


Im dritten Roman der in Kasachstan geborenen Eleonora Hummel geht es um eine vom stalinistischen System auseinandergerissene Familie:

Das Mädchen Vika wächst im Heim auf, weil ihre Mutter Olessia als bürgerlicher Schädling ins Arbeitslager gesteckt wurde. Dort freundet sich Olessia mit Nina an, die sich, nach ihrer Entlassung, um Vika kümmern soll. Als nach Jahren auch Olessia freikommt, bildet sich eine Dreierbeziehung, und es entfaltet sich das „Drama des von (sowjet-kommunistischen) Staats wegen verpfuschten Lebens". (Cornelia Geißler, Frankfurter Rundschau)


Als Vorlage diente der Autorin das authentische Schicksal einer ukrainischen Schauspielerin, die Jahre der Qual in einem kasachischen Lager überlebte, von dem sie aus einer Zeitung erfuhr.


Eleonora Hummel wurde 1970 in Zelinograd (heute Astana) geboren, 1980 zog die Familie in den Nordkaukasus, 1982 folgte die Übersiedlung in die damalige DDR. Sie veröffentlichte die Romane „Die Fische von Berlin“ (2005), „Die Venus im Fenster“ (2009) sowie

„In guten Händen, in einem schönen Land“ (2013).


Für „Die Fische von Berlin“ erhielt Eleonora Hummel den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis der Robert Bosch Stiftung 2006. Für die Arbeit an „Die Venus im Fenster“ wurde ihr von der Kulturstiftung Sachsen ein Stipendium für sächsische Schriftsteller zuerkannt. Für einen Auszug aus „In guten Händen, in einem schönen Land“ erhielt sie 2011 den Hohenemser Literaturpreis.


Moderation: Katharina Heinrich, Historikerin, Journalistin, Autorin von Rundfunk-Features


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Donnerstag, 15. Mai 2014, 17.30 Uhr


Ukraine aktuell


Zwischen Kiew und Brüssel - was kann das Europaparlament tun?


Diskussion über die Entwicklungen in der Ukraine mit


Rebecca Harms, MdEP, Vorsitzende der Grünen Fraktion im Europaparlament

Am 25. Mai finden sowohl Wahlen zum Europaparlament als auch Präsidentschaftswahlen in der Ukraine statt. Doch können die Wahlen in der Ukraine angesichts der (pro?)-russischen bewaffneten Aktionen auch im Osten des Landes überhaupt durchgeführt werden?

Was hat die Vereinbarung von Genf zur Deeskalation in der Ostukraine gebracht?

Wie kann sich die Politik der russischen Regierung ändern?

Soll die Ukraine Mitglied in der NATO oder der EU werden?

Warum und wie muss die EU die Ukraine unterstützen?

Soll die EU weitere Sanktionen verhängen?


Rebecca Harms, MdEP hat alle Wahlen in der Ukraine seit 2004 beobachtet, war mehrfach auf dem Majdan und wird über all diese Fragen diskutieren.

Weitere Podiums-Teilnehmer / innen:


Tatiana Dettmer, Studentin, Köln, früher Journalistin in Odessa
German Moyzhes, Jurist, Köln/St. Petersburg


Das Gespräch moderiert Dr. Diana Siebert, Osteuropa-Historikerin

Präsentiert von der Initiative Demokratische Ukraine http://stopfake.de/


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger  


Montag, 19. Mai 2014, 20.00 Uhr


Lesung im LiteraturHaus Köln, Schönhauser Str. 8,
50968 Köln - Bayenthal Telefon: 0221 / 9955580


© Puch Johannes

Katja Petrowskaja
liest aus ihrem Roman


Vielleicht Esther


im LiteraturHaus Köln


„Völlig zu Recht erhielt die Autorin für diese souveräne Erinnerungsreise in eine imaginierte Zone des Schreckens den Ingeborg-Bachmann-Preis“ - hieß es in der NZZ.


Katja Petrowskaja erzählt eine osteuropäische Familiengeschichte -

vom Urgroßvater, der in Warschau ein Waisenhaus für taubstumme jüdische Kinder gründete, über den Großonkel Judas Stern, der 1932 in Moskau ein Attentat auf den deutschen Botschaftsrat verübte, bis zur Urgroßmutter, die vielleicht Esther hieß und 1941 im besetzten Kiew von deutschen Soldaten erschossen wurde.


Katja Petrowskaja, die 1970 in Kiew geboren wurde, findet für ihre Geschichte eine unverwechselbare Sprache und beschreibt, wie sie mit dem Wechsel der Sprache der Identität entkommt, die die russische Sprache ihr zugewiesen hat. In der Süddeutschen Zeitung hieß es: „Ein Text, der beides mitbringt, Moral und Kunst“.

2013 erhielt Katja Petrowskaja den Ingeborg-Bachmann-Preis.


„Selten wurde eine Familienrecherche, und es gibt ihrer inzwischen ja unzählige, derart spannend und bisweilen tränentreibend dargeboten.

( ... ) Als Romanfiktion wäre es überladen und unglaubwürdig, würde es konstruiert wirken. So ist es große Literatur geworden.“ (Volker Hage, DER SPIEGEL)

Eintritt: Abendkasse 8,00 €, erm. 6,00 €. Mitglieder Literaturhaus und Lew Kopelew Forum 4,00 € zzgl. 2,00 € „Baugroschen“


Freitag, 23. Mai 2014, 19.00 Uhr


Akademisten-Konzert





Rubinstein Akademie Düsseldorf im Lew Kopelew Forum 


Alena Kamchatna, Klavier
Yifan Yan, Querflöte

Yu Chen, Sopran

Ge Xuanhui, Mezzo-Sopran


Das vollständige Programm


UKB: 5,00 € / 2,50 € Mitglieder des LKF und der Rubinstein-Akademie, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Montag, 02. Juni 2014, 19.00 Uhr


Buchvorstellung mit und von


Marianne Birthler


Halbes Land

Ganzes Land

Ganzes Leben


Hanser Berlin 2014


Das Gespräch mit der Autorin führen:


Elisabeth Weber, LKF Beirätin und

Sabine Bode, Journalistin 


Marianne Birthler ist eine deutsche Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen) und war von 2000 bis März 2011 die Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR.


Marianne Birthlers Geschichte ist durch die doppelte Erfahrung des Lebens in der DDR und im wiedervereinten Deutschland gekennzeichnet. Aufgewachsen in Ost-Berlin, setzte sie sich schon als junge Frau für mehr Selbstbestimmung unter den Bedingungen der Diktatur ein. Ihre Haltung führte sie Mitte der achtziger Jahre in die Opposition gegen den SED-Staat und schließlich in das Zentrum der revolutionären Ereignisse von 1989. Als erste Kultusministerin im neuen Bundesland Brandenburg, erste Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen und als Bundesbeauftragte für die Stasiunterlagen bewies sie große Unabhängigkeit.


Die Autobiographie einer Frau, die die jüngere deutsche Geschichte maßgeblich mitgeprägt hat. 


Sabine Bode, Jahrgang 1947, ist freie Journalistin und Autorin u.a. der Bücher „Kriegsenkel“; „Die vergessene Generation. Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen“; „Die deutsche Krankheit – German Angst“; „Nachkriegskinder – die 1950er Jahrgänge und ihre Soldatenväter“.  www.sabine-bode-koeln.de


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Donnerstag, 05. Juni 2014, 19.00 Uhr


Diskussion in der Reihe „Geschichtspolitik“


Geschichtspolitik in Serbien und

anderen ex-jugoslawischen Staaten


Impulsreferat:

Prof. Wolfgang Höpken 


Moderation: Dr. Klaus Schrameyer 


Der Darstellungsblick wird über Serbien hinaus auch auf andere ex-jugoslawische Regionen gelenkt, da die Problematiken überall durchaus ähnlich liegen und eine solitäre Herausstellung Serbiens weniger aufschlussreich ist. 


Prof. Wolfgang Höpken ist Professor für Ost- und Südosteuropäische Geschichte der Universität Leipzig. Er übte die Lehrtätigkeit an den Universitäten Hamburg, Oldenburg, Basel, und Braunschweig aus. Gastaufenthalte und Gastprofessuren in den USA (Woodrow-Wilson-Center for International Scholars, Washington, D.C.; Ohio-University).


Wolfgang Höpken ist u.a. Vizepräsident der Südosteuropa-Gesellschaft und Vorsitzender der Südosteuropa-Kommission der Göttinger Akademie der Wissenschaften. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören: Sozial- und Kulturgeschichte Südosteuropas, in jüngerer Zeit insbesondere Geschichte der Erinnerungskulturen, Geschichte der Gewalt. 


Dr. Klaus Schrameyer ist Jurist und ein deutscher Diplomat. Während seiner Tätigkeit im deutschen diplomatischen Dienst war er u.a. in Mexiko-Stadt, Madras, Warschau, Ouagadougou, Brüssel, Moskau, Detroit, Sofia und zuletzt in Skopje, Mazedonien. Er verfasste zahlreiche Schriften über Politik und Recht Bulgariens und Mazedoniens. Seine Artikel erschienen vorzugsweise in den Zeitschriften "Südosteuropa" (SOE), den "Südosteuropa-Mitteilungen" (SOM), im "Jahrbuch für Ostrecht" (JfO), in "Osteuropa-Recht" (OE-Recht/OER), in der "Europäischen Rundschau" und in zahlreichen Sammelwerken.


Er hielt Vorträge über seine Erfahrungen während seiner Amtszeit auf dem Balkan sowie über aktuelle Entwicklungen in Bulgarien und Mazedonien. Als Leiter der Zweigstelle der Südosteuropa-Gesellschaft in Bonn/Köln organisierte er Veranstaltungen über die Politik, Wirtschaft und Kultur der Länder Südosteuropas, insbesondere Bulgariens, Mazedoniens und der Türkei.


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Freitag, 13. Juni 2014, 19.00 Uhr


Konzert der Rubinstein Akademie


Natalia Lentas (Klavier) und 

Quino Saez (Alto Saxophone)


spielen  


Sonate h-moll für Klavier op. 40/2 (Muzio Clementi)

Douze Preludes op. 28/1-12

(Frédéric Chopin) und

Carmen - Fantasie für Klavier und Alto Saxophone

(G. Bizet/Fr. Borne/I. Roth) 


Natalia Lentas wurde 1988 in Złotoryja (Polen) geboren. Ihren ersten Klavierunterricht erhielt sie mit sieben Jahren. Ihre Ausbildung setzte sie fort an der Musikhochschule in Wrocław, die sie im Jahre 2011 mit Auszeichnung absolvierte; im Oktober 2011 setzte sie ihr Studium an der Musikhochschule Köln bei Prof. Jacob Leuschner fort.


Sie nahm an vielen nationalen und internationalen Klavierwettbewerben teil und gewann zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Natalia Lentas gab zahlreiche Klavierabende im Rahmen verschiedener Konzertzyklen in wichtigen Konzertsälen in Polen, trat als Solistin in der Philharmonie Wrocław und Philharmonie Olsztyn auf, gab 2009 einen Klavierabend im Rahmen eines der wichtigsten polnischen Klavierfestivals in Słupsk.


Im Dezember 2011 hatte sie einen Auftritt im WDR3-Saal in Köln. Darüber hinaus absolvierte sie zahlreiche Klaviermeisterkurse. In Juli 2013 hat sie ihr Masterabschluss–Klavier-Solo an der Musikhochschule Köln gemacht. Zur Zeit studiert sie weiter an der Anton Rubinstein Akademie in Düsseldorf bei Prof. Gabriele Leporatti.


Der spanische Saxophonist Joaquín Sáez lebt nach seinen Studien in Mallorca (Prof. Rodrigo Vila und Prof. Andrés Gomis) und Basel, Die Schweiz (Prof. Marcus Weiss) in Deutschland, wo er in der Klasse von Prof. David Smeyers an der Hochschule für Musik und Tanz Köln seinen ausführlichen musikalischen Hintergrund zusammen mit der experimentellen Musik vereinigt hat.


Seine künstlerische Praxis umfasst die aktuellsten Fragen der gegenwärtigen Musik. Neben seiner Mitgliedschaft in dem bedeutenden Fukio Ensemble liegen grössere Schwerpunkte auf Interpretation und konzeptuelle Aufführungspraxis.


Joaquín gewann Preise und Stipendien bei mehreren nationalen und internationalen Wettbewerben, unter anderem einen Stipendiats-Preis der Kiefer Hablitzel Stiftung (Schweiz) 2013, den ersten Preis beim UGDA International Chamber Competition in Luxemburg 2013, den zweiten Preis bei dem Spanischen Jugendmusikwettbewerb in Bilbao (Spanien) 2009, den dritten Preis beim Intercentros Melómano Hochschulwettbewerb in Madrid 2010, den zweiten Preis beim Yamaha International Saxophon Wettbewerb in Madrid 2010, und den ersten Preis beim Felix Mendelssohn Hochschulwettbewerb in Berlin 2014. Solistisch trat er mit dem Sinfonieorchester Basel unter der Leitung von Peter Rundel in Juni 2013 auf.


Joaquín wurde von RTVE, La2, Radio Nacional de España, TV3, 24h internationaler Kanal, Radio Catalunya, ONA Mallorca und Resonanz FM ausgestrahlt und wird bei Ablaze Records bei der nächsten CD „Millenial Masters Vol.4“ mitwirken.


UKB: 5,00 € / 2,50 € Mitglieder des LKF und der Rubinstein Akademie, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Montag, 23. Juni 2014, 19.00 Uhr


Droht der Republik Moldau ein „ukrainisches Szenario“?


Vortrag und Diskussion mit Dr. Klemens Büscher


Gewaltsame Besetzung von Schlüsselinstitutionen, Verfolgung und Vertreibung Andersdenkender, Hasspropaganda, Pseudoreferenden – mit diesen Instrumenten wurden in den letzten Wochen die Krim durch Russland annektiert und Teile der Ukraine destabilisiert. Die Republik Moldau beobachtet die Entwicklungen im Nachbarland mit großer Sorge: Bereits im vergangenen Jahr hat Russland versucht, den dezidiert pro-europäischen Kurs der moldauischen Regierung zu torpedieren. Die 1989-1990 abgespaltene östliche Region Transnistrien wird ohnehin politisch und militärisch weitgehend von Russland kontrolliert. Mit der für Ende Juni in Brüssel geplanten Unterzeichnung des EU-Assoziierungsabkommens setzt Moldau klar auf das Ziel der europäischen Integration.. Droht dem Land nun ein „ukrainisches Szenario“?


Welche Reformerfolge haben zur EU-Assoziierung geführt? Wie stehen die Menschen dieser Politik gegenüber? Ist die Polarisierung der moldauischen Gesellschaft mit der in der Ukraine vergleichbar? Trägt die Sprach- und Minderheitenpolitik des Landes zur Integration der überwiegend russischsprachigen Minderheiten bei – oder bietet sie Anlass zu berechtigter Kritik?


Dr. Klemens Büscher, Historiker und Politikwissenschaftler, war jahrelang beim Hohen Kommissar für Nationale Minderheiten der OSZE für ethnopolitische Konfliktprävention in der Ukraine und der Republik Moldau zuständig. Er ist einer der wenigen Krim- und Moldau-Experten in Deutschland. Er hat dort zu allen Bevölkerungsgruppen, politischen Parteien, offiziellen und marginalen Vereinigungen Kontakte aufgebaut. Kaum jemand in Deutschland verfügt über vergleichbare Detailkenntnisse und darüber hinaus die Fähigkeit, Informationen abwägend und kritisch einzuordnen und zu gewichten.

 
Moderation: Prof. Dr. Gerhard Simon, Universität zu Köln

 
UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger 


Mittwoch, 25. Juni 2014, 19.00 Uhr


Russland: Zivilgesellschaft

und Machthaber

Leben und Überleben in Russland


Swetlana Gannuschkina berichtet und antwortet auf die Fragen


In Zusammenarbeit mit der Marion-Dönhoff-Stiftung


Gesprächsführung: Elisabeth Weber, LKF-Beirat und 

Vera Ammer, LKF-Beirat, „Memorial Deutschland" und Vorstandsmitglied

„Memorial International"


Übersetzung aus dem Russischen: Bernhard Clasen


Russlands Gesellschaft ist angesichts der bewaffneten Einmischung Russlands in den Konflikt in der Ukraine tief gespalten. In dieser Situation hat der Druck von Russlands Machthabern auf die Zivilgesellschaft des Landes weiter zugenommen.


Swetlana Gannuschkina, Mitglied im Vorstand der „Gesellschaft Memorial“, Vorsitzende des „Komitees Bürgerbeteiligung“ und eine der wichtigsten russischen Flüchtlingsexperten, spricht über den Zustand der Zivilgesellschaft in Russland, die Lage der Bewohner der Krim, Flüchtlinge und Migranten.


Frau Gannuschkina erhielt 2003 den Menschenrechtspreis von Amnesty International (Deutsche Sektion) und 2004 den Nansen-Preis des Flüchtlingshilfswerkes der UNO. Mit dem russlandweiten Beratungsnetzwerk hat sie ein regierungsunabhängiges Netzwerk aufgebaut, das Flüchtlingen in ganz Russland Beratung und Unterstützung anbietet. Sie ist eine von 1000 für den Friedensnobelpreis 2005 vorgeschlagenen Frauen. 


2012 wurde sie zusammen mit der Gesellschaft „Memorial“ erneut für den Friedensnobelpreis nominiert. 


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Dienstag, 01. Juli 2014, 19.00 Uhr


Buchvorstellung


Putins Demokratur

Ein Machtmensch und sein System

Wie gefährlich ist Wladimir Putin?

Econ-Verlag Berlin, Mai 2014


Buchvorstellung mit dem Autor, dem Journalisten Boris Reitschuster


Moderation: Klaus Bednarz


Mit der Besetzung der Krim hat Wladimir Putin die gegenwärtige Ordnung Europas in ihren Grundfesten erschüttert. Einmal mehr fragen wir uns, wer ist dieser Mann, der in Russland ein autoritäres Regime errichtet hat? Wir erleben in russischen Medien eine anti-westliche Stimmungsmache, Kriegshetze, Hurra-Patriotismus. Parlament und Justiz sind gleichgeschaltet.


Von „Putins Demokratur“, die in Wahrheit „eine autoritäre Diktatur in westlichem Gewand ist“, spricht denn auch der Journalist und Buchautor Boris Reitschuster. Der 43-Jährige, der 16 Jahre in Russland lebte, hat bis 2012 über ein Jahrzehnt für den Focus aus Moskau berichtet, dann aber nach Drohungen das Land verlassen.


Der Westen, glaubt Reitschuster, sei dem Politikstil Putins nicht gewachsen. Reitschuster nennt auch Beispiele, wie menschenverachtend und zynisch der Staat seine Bürger behandelt. Er zeigt auf, warum seiner Meinung nach das Wegsehen und Beschönigen - nicht nur wegen der Abhängigkeit von russischem Öl und Gas - fatale Folgen für uns hat.


Boris Reitschuster, geboren 1971, zog nach dem Abitur mit zwei Koffern und seinen gesamten Ersparnissen nach Moskau und arbeitete als Deutschlehrer, Übersetzer und Dolmetscher, bevor er Journalist wurde. Nach Stationen bei der Augsburger Allgemeinen und den Presseagenturen dpa und AFP übernahm er 1999 die Leitung des Moskauer Focus-Büros. 2008 wurde er für seinen Einsatz für die Demokratie und Menschenrechte mit der Theodor-Heuss-Medaille ausgezeichnet.


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger 



Donnerstag, 03. Juli 2014, 19.00 Uhr


Totentanz

Der Erste Weltkrieg im Osten Europas


Vorstellung des OSTEUROPA-Heftes 2-4/2014 mit Beitragsautoren


Prof. Dietrich Beyrau, Prof. Jost Dülffer und Prof. Guido Hausmann


Moderation: Dr. Manfred Sapper, Chefredakteur von OSTEUROPA


Aus dem Editorial von Mafred Sapper und Volker Weichsel:


„Soviel Aufmerksamkeit war nie.
Im deutschen Geschichtsbewusstsein stand der Erste Weltkrieg nach 1945 immer im Schatten des Zweiten Weltkriegs und des Nationalsozialismus.


Obwohl der Erste Weltkrieg die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ war, in dessen Verlauf Millionen von Soldaten und Zivilisten ihr Leben verloren, Vertreibung und Genozide stattfanden, Imperien zerbrachen und Nationalstaaten entstanden, die Ära der Ideologien und Diktaturen begann und obwohl Verdun und Versailles zu den bekanntesten Erinnerungsorten Europas gehören, blieb dieser Krieg im kollektiven Gedächtnis der Deutschen vergleichsweise klein. Während die Briten und Franzosen vom Great War oder Grande Guerre sprechen, konnte sich diese Bezeichnung im deutschen Sprachraum nie durchsetzen. Erst jetzt ändert sich das.


Nun ist der Erste Weltkrieg omnipräsent. Allein in Deutschland finden 2014 über 50 Ausstellungen zu allen Aspekten des Ersten Weltkriegs statt, dazu Veranstaltungen, Konferenzen, Vortragszyklen, Diskussionen in Museen sowie Ringvorlesungen in Universitäten.


In der westlichen Erinnerung kommt der Krieg an der Ostfront bis heute praktisch nicht vor. Im Osten Europas hat sich kein transnationaler Erinnerungsraum herausbilden können. Das hat etwas damit zu tun, dass in der Geschichtsschreibung und im kollektiven Gedächtnis der Nationen Ostmittel- und Osteuropas der Erste Weltkrieg und die Kriegserfahrung im Schatten der Staatsgründungen und der Oktoberrevolution standen. Im Osten Europas endete der Erste Weltkrieg erst 1922 oder gar 1924. Die Omnipräsenz des gewaltsamen Todes hatte Auswirkungen auf die Überlebenden. Die Dehumanisierung von Tätern und Opfern zeigte Langzeitwirkung, die sich in den monströsen Praktiken des Stalinismus ebenso entlud, wie sich die Fronterfahrung von Millionen Soldaten und Freikorpskämpfern des nationalsozialistischen Deutschland im Vernichtungskrieg der Wehrmacht und der Einsatztruppen ab dem 1. September 1939 Bahn brach.


Zu erinnern ist noch: Die Oktoberrevolution hätte es ohne den Ersten Weltkrieg als Geburtshelfer nicht gegeben. Mit der Revolution und dem Kriegseintritt der USA im Jahr 1917 begann der ideologische, gesellschaftliche und politische Machtkonflikt, der das kurze 20. Jahrhundert prägen sollte. Insofern war der Krieg im Osten kein Nebenschauplatz im großen europäischen Krieg.“

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Montag, 14. Juli 2014, 19.00 Uhr


Russland - die russische Zivilgesellschaft unter Putin


Arsenij Roginskij, Lena Shemkova, Marie-Luise Beck (Grüne / Bundestagsfraktion) vor dem Bundestag, 2013

Arsenij Roginskij und Lena Shemkova

Internationale Gesellschaft Memorial, Moskau


berichten über die gegenwärtige bedrängte Situation zivilgesellschaftlicher Organisationen in Russland und insbesondere über die Folgen und Perspektiven der Arbeit von Memorial in Anbetracht der zunehmenden Bedrohung, der die NGOs zurzeit ausgesetzt sind.


In den letzten Jahren, insbesondere jedoch seit der Annexion der Krim, betreibt Putin eine Politik, die Feindbilder im Ausland sowie im Inneren konstruiert: Im Ausland sind es die USA und die EU, im Inneren die „Fünfte Kolonne“, d. h. unabhängige und kritische Nichtregierungsorganisationen, zu denen auch Memorial gehört.


Arsenij Roginskij und Lena Shemkova sind Mit-Gründer der Gesellschaft Memorial, die in diesem Jahr ihr 25jähriges Jubiläum feiert. Kernpunkte der Arbeit von Memorial sind die Aufarbeitung der totalitären Vergangenheit sowie aktuelle Menschenrechtsarbeit. 


Memorial hat 2002 den Lew Kopelew Preis für Frieden und Menschenrechte bekommen. Vertreter von Memorial sind regelmäßig Gäste im Lew Kopelew Forum. 


Gesprächsleitung: Elisabeth Weber, LKF-Beirat

Übersetzung aus dem Russischen: Bernhard Clasen


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger




Sommerpause im Lew Kopelew Forum


Die Sommerpause im Lew Kopelew Forum wird vom 15. Juli bis zum 17. August 2014 dauern.


Der Vorstand, der Beirat und die Geschäftsführerin wünschen Ihnen eine erholsame und vor allem sonnige Sommerzeit!


Wir freuen uns darauf, Sie nach der Sommerpause wieder bei uns begrüßen zu können.



Dienstag, 09. September 2014, 19.00 Uhr


„Der Gedanke, mich selbst zu entführen, bot sich an

“Franz Hodjak liest neue Gedichte und Erzählungen


© Konrad Klein

Franz Hodjak


Der Gedanke, mich selbst zu entführen, bot sich an


Typostudio Schumacher-Gebler, November 2015


Moderation: Helmut Braun, Historiker, Verleger, Vorsitzender der Rose Ausländer Stiftung


1992 verließ Franz Hodjak mit seiner Familie Rumänien und übersiedelte nach Deutschland, wo er in Usingen im Taunus wohnt. Seitdem hat er in kontinuierlicher Folge Gedichte, Erzählungen und einen Roman veröffentlicht. Er bestätigte damit den ihm aufgrund seiner Publikationen in Rumänien vorauseilenden Ruf, ein exzellenter Lyriker und brillanter Erzähler zu sein. Sein Verlag vermeldet zum neuen Band mit Erzählungen: „Die Unbeschwertheit des Taugenichts zeichnet Franz Hodjaks Helden aus. Er fragt nach dem Ort der Heimat oder der Heimatlosigkeit im Sinne eines modernen Nomadentums. Auf den Erfahrungsschatz einer zweifachen Staatsangehörigkeit zurückgreifend, berichten die Erzählungen sowohl von der schwierigen Beziehung zwischen Obrigkeit und Einzelnem im ehemals kommunistischen Rumänien als auch vom bürokratisierten Alltag im heutigen Deutschland. Es sind die leisen, unaufgeregten Töne, mit denen Franz Hodjak seine Leser gewinnt.“


Dabei verzichtet er nicht  auf aberwitzig scheinende, satirische, manchmal bitterböse Anklänge. Jedoch, ohne zu übertreiben, kann er sich sicher sein: Nichts ist absurder als die Realität.


Natürlich hat Franz Hodjak, für den Lyrik zu schreiben so wichtig ist wie das tägliche Brot, auch wieder einen neuen Lyrikband im Gepäck.  Im Vorwort schreibt er: „Dieser Band enthält auffallend viele Widmungsgedichte. Ich wollte damit eine kleine Hommage richten an all diejenigen, die meine Wege vor allem nach dem Fall der Mauer kreuzten und die ich schätzen und respektieren gelernt habe.“


„Mit verblüffender Sicherheit, elegant und in exzellenter Balance schreibt Franz Hodjak seine Verse, schwebend und doch von bestechender Präzision. Da ist kein Wort zu viel, kein Wort zu wenig. Und doch kann er zupacken, hart oder derb sein. Der Alltag bestimmt den Inhalt der Texte, verquer, grotesk, lächerlich, bedrückend, aber auch heiter, beschwingt und einfach schön.“ (Helmut Braun)


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Mittwoch, 17. September 2014, 19.00 Uhr


Diskussion


Ein ukrainischer Soldat vor einem durch die Kämpfe beschädigten Hochhaus in der Nähe von Donezk

© Gleb Garanich/Reuters

Frieden für die Ukraine?


Am 5. September haben die Kriegsparteien in der Ukraine unter Vermittlung der OSZE einen Waffenstillstand vereinbart, der bislang im Wesentlichen eingehalten wird. Ist der Frieden in erreichbare Nähe gerückt, oder handelt es sich lediglich um eine Atempause? Was sind die Kriegsziele der Konfliktparteien und in wieweit wurden sie erreicht? Gibt es Sieger und Verlierer? Die Ukraine will ihre Souveränität in den Gebieten Donezk und Luhansk wiederherstellen. Die Separatisten, gestützt auf ihre russischen Sponsoren, halten an der Loslösung von der Ukraine als Ziel fest. Ist eine Kompromisslösung denkbar und wie könnte sie aussehen?


Der Krieg seit April 2014 hat Tausende von Toten und Verwundeten gefordert und ist der schwerste internationale Konflikt in Europa seit dem Kalten Krieg und der Konfrontation der Machtblöcke im Gefolge des Zweiten Weltkriegs. Die Ukraine sucht den Anschluss und die Integration nach Westen. Russland sieht seine geopolitische Machtposition bedroht und beansprucht den Verbleib der Ukraine im eigenen Hegemonialbereich. Der Westen verhängt begrenzte Sanktionen gegen Russland, schließt aber ein militärisches Eingreifen aus. Ist dies Realpolitik? Wie kann die Gratwanderung westlicher Politik weitergehen? Wird Russland die Westintegration der Ukraine schließlich akzeptieren wie es die Mitgliedschaft der baltischen Staaten in EU und Nato hingenommen hat, oder muss im Gegenteil mit einem weiteren Ausgreifen der neoimperialen Politik Russlands gerechnet werden in Richtung auf die Wiederherstellung des „historischen Russland“ und die Vereinigung aller Großrussen -  denen auch die Ukrainer und Belarussen zugerechnet werden -  in einem Staat?


Zu diesen Themen referieren und diskutieren:

Prof. Dr. Gerhard Simon, Osteuropahistoriker, Universität zu Köln, und

Dr. Andrij Portnov, Historiker, Kiew, z.Z. Stipendiat der Alexander von Humboldt Stiftung in Berlin 

Moderation: Dr. Elisabeth Weber, Beirätin des LKF 


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Sonntag, 28. September 2014, 20.30 Uhr


Stadtgarten, Venloer Straße 40, 50672 Köln, (+49) 0221 952994-0



Der ukrainische Autor und Musiker


Serhij Zhadan


in Diskussion mit Navid Kermani


und mit seiner Band

Sobaky w kosmosi

(Hunde im Weltall) 


Veranstaltungspartner:

Festival Globalize:Cologne barricades - theories2014 und Lew Kopelew Forum e.V.  


Der Abend mit dem ukrainischen Autor und Aktivisten Serhij Zhadan, der „kühnsten Stimme der jungen ukrainischen Literaturszene“ (NZZ), ist der Abschluss des Festivals Globalize:Cologne barricades - theories2014. Das Festival fragt nach der Rolle der Kunst in der Revolution, in den arabischen und ukrainischen Frühlingen!


Der Abend besteht aus zwei Teilen.


Ab 20.30 Uhr diskutiert Serhij Zhadan mit dem renomierten Schriftsteller Navid Kermani über die Lage in der Ukraine: über die Maidan-Bewegung, die Separatisten im Osten, die fragile Einheit, über Diktatur und Freiheit…


Ab 21.30 Uhr präsentiert Serhij Zhadan mit seiner Band Sobaky w kosmosi (Hunde im Weltall) Ska-Punk à la Ukraine: inspiriert von der Ska- und Reggae-Musik jamaikanischer Auswanderer, gemischt mit Elementen der ukrainischen Volksmusik. Die Lyrik passt zur Musik: schnoddrig, wild, manchmal brutal, dunkel und spaßig zugleich erzählen die rhythmischen Gedichte Zhadans von der Freiheit der Meinungsäußerung, der Bewegungsfreiheit, der Versöhnung, aber auch von Sex, Liebe und Hass, Moral und Doppelmoral.


Extrem tanzbar!



Eintritt: 10,00 € VVK (8,00 € ermäßigt), AK 12,00 €; bei KölnTicket (Tel. 0221 - 2801) und www.off-ticket.de (Kölner Online-Ticket-Service) zzgl. 10% VVK-Gebühr. Tickets können ohne VVK-Gebühr auch an der Theke im Stadtgarten-Restaurant erworben werden, immer mo.-fr. zwischen 12.00 und 19.00 Uhr



Donnerstag, 9. Oktober 2014, 19.00 Uhr


Filmvorführung und Gespräch


Erfahrungen und Erinnerungen ukrainischer, polnischer                       und deutscher Frauen an Vertreibung und Umsiedlung


Filmvorführung und Gespräch mit

Sławomira Walczewska, Co-Autorin des Films


Jugów /eh. Hausdorf. Erinnerung und Vergessen. Erzählungen der umgesiedelten Frauen

(Originaltitel: Jugów. Pamięć i zapomnienie. Opowieści przesiedlonych kobiet")

2010, 60 Min., OF mit deutschen Untertiteln

Moderation: Diana Siebert und

Elisabeth Weber


Schlesien - ein kleines deutsches Dorf nahe der tschechischen Grenze wird nach dem Zweiten Weltkrieg polnisch. Jugów - wie Hausdorf nun genannt wird, erlebt Flucht, Vertreibung, die Bevölkerung wird weitgehend ausgetauscht. Einige Deutsche sind bis heute geblieben. Doch größtenteils leben in dem Bergarbeiterdorf Jugów Menschen, die aus dem Osten, hauptsächlich aus der Westukraine und Zentralpolen selbst geflohen waren oder ausgesiedelt wurden, sowie polnische Rückkehrer aus Frankreich.


Häufig sind es Frauen, die zwangläufig als Familienoberhaupt die Umsiedlung und das Leben in der neuen Heimat organisieren. In dem Filmprojekt geben die ältesten Bewohnerinnen von Jugów, die Mädchen von damals, über ihre Erlebnisse von Flucht und Zwangsumsiedlung nach dem Zweiten Weltkrieg, über das neue Leben, den neuen Alltag und ein konfliktreiches interethnisches Zusammenleben Auskunft. Die Dokumentation entstand im Rahmen des polnisch-deutsch-ukrainischen Projektes Erinnerung und Vergessen. Soziokulturelle Veränderungen in der Nachkriegszeit in der Ortschaft Hausdorf/Jugów im Eulengebirge/Sudeten und ist eine Zusammenarbeit der polnischen Frauen-Stiftung eFKa/Krakau, der Frauenorganisation KRONA/ Charkiw, Ukraine und dem  Berliner Integrationswerk RESPEKT e.V.  Das Filmmaterial basiert auf den mehrstündigen Interviews mit den ältesten Bewohnerinnen von Jugów.


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Mittwoch, 15. Oktober 2014, 19.30 Uhr


mit und in dem LiteraturHaus Köln, Großer Griechenmarkt 39


© Das blaue Sofa

Näheres aus der Ukraine


Andrej Kurkow zu Gast


Das Gespräch mit dem Autor führt der Russland- und Ukraine-Kenner

Uli Hufen


Sprecher Jörg Hustiak liest die deutschen Texte von Andrej Kurkow


Der in Russland geborene und in der Ukraine lebende Autor Andrej Kurkow wurde vom Guardian als „einer der interessantesten russischsprachigen Schriftsteller der Gegenwart“ bezeichnet. Jetzt legt er zwei neue Bücher vor:


In seinem Roman

Jimi Hendrix live in Lemberg (Diogenes) nimmt uns der für seinen skurrilen Humor geschätzte Autor mit hinter den Eisernen Vorhang. Denn auch hier hatte Jimi Hendrix Fans - und was für welche!


Ganz in der Gegenwart verortet dagegen ist Ukrainisches Tagebuch. Aufzeichnungen aus dem Herzen des Protests (Haymon). Andrej Kurkow wohnt nur wenige Gehminuten vom Majdan-Platz entfernt – die politischen Auseinandersetzungen hat er hautnah miterlebt. Seine Chronik der Ereignisse führt uns mitten ins Herz des Geschehens. Einsichtsvoller beschreibt kein Autor die Seele des Landes, das noch lange nicht in Europa angekommen scheint.


Eintritt: 10,00 € / 8,00 €, Mitglieder 6,00 €; zzgl. 2,00 € „Baugroschen“



Donnerstag, 30. Oktober 2014, 19.00 Uhr


Podiumsdiskussion

Der Russland-Ukraine-Konflikt und die Bürgergesellschaft


Gemeinsame Veranstaltung des Lew Kopelew Forums und des Cologne Center for Central and Eastern Europe (CCCEE) der Universität zu Köln


Ort der Veranstaltung:


WiSo-Gebäude der Universität zu Köln (Universitätstr. 24), Hörsaal I


Podiumsteilnehmer


Refat Chubarov, Nachfolger von Mustafa Djamilov, Präsident des Weltkongresses der Krimtataren, seit November 2013 Vorsitzender des krimtatarischen Parlaments, des Medschlis, bekam im Juli d.J. ein 5-Jahre-Einreise-Verbot auf die Krim


Anton Nossik, russischer Medienunternehmer, Publizist, unabhängiger Blogger, Mitbegründer des ehemals unabhängigen Portals www.lenta.ru  


Iosif Sissels, Vorsitzender des Verbandes der jüdischen Organisationen und Gemeinden (VAAD) in der Ukraine


Moderation:  Fritz Pleitgen,

Vorsitzender des Lew Kopelew Forums


Das Gespräch wird simultan übersetzt von Elena Schlosser und Nadja Simon


Aus dem Editorial in OSTEUROPA 5-6/2014 von Manfred Sapper und Volker Weichsel:


„Am 21. November 2013 fragte der Journalist Mustafa Najem auf Facebook: «Ich gehe auf den Majdan. Wer kommt mit?“» Najem wollte dort gegen die Entscheidung von Präsident Janukovyč protestieren, das Assoziationsabkommen mit der EU nicht zu unterzeichnen. Seinem Aufruf folgten Hunderte auf den Majdan Nezaležnosti. Dort, auf dem Kiewer Platz der Unabhängigkeit, schlossen sich Hunderttausende, in der gesamten Ukraine über eine Million Menschen dem Protest an. Der Euromajdan knüpfte an die Revolutionen von 1989 an. Menschen, die gestern noch passive Untertanen gewesen waren, wurden plötzlich aktiv, wehrten sich, handelten gemeinsam und machten sich zu politischen Subjekten, die Transparenz, Mitsprache und Verantwortung für das Gemeinwesen verlangten. Diese Bürger forderten das Selbstverständliche: ein Leben in Würde. Sie waren der Korruption und der Willkür der postsowjetischen autoritären Ordnung überdrüssig. Sie verlangten Rechtsstaatlichkeit und Gewaltenteilung, die Achtung der Menschen- und Bürgerrechte, Freiheit und Demokratie. Das alles verschmolz in einer Vision von Europa, die sie mit der EU verbanden.


Es folgten: Demonstrationen, Repressionen, Annexion, Übergangsregierung, neuer Präsident, Krieg.


Janukovyč und seine Entourage sahen sich durch den Euromajdan existentiell bedroht. Noch stärker herausgefordert sah sich das Putin-Regime in Russland.


Hannah Arendt hat es in ihrer klassischen Analyse „Macht und Gewalt“ erklärt: „Gewalt tritt auf den Plan, wo Macht in Gefahr ist.“ Russland annektierte die Krim. Am 18. März wurde sie offiziell in die Russländische Föderation aufgenommen. Gleichzeitig unterstützt Russland die Destabilisierung der Ostukraine.


Russlands Annexion der Krim ist eine Zeitenwende. Zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hat ein Staat in Europa einen Teil eines souveränen Nachbarstaats sich völkerrechtswidrig eingegliedert.


Die Russlandpolitik der Bundesregierung und der EU steht vor einem Trümmerhaufen. Fehleinschätzungen des Charakters und der Interessen des Systems Putin müssen korrigiert werden. Auch die Politik der „Östlichen Partnerschaft“ der EU gehört auf den Prüfstand.


Die Ukraine braucht Reformen an Haupt und Gliedern. Vor der ukrainischen Gesellschaft und dem ukrainischen Staat liegen Herkulesaufgaben. Das Staatsgebiet ist amputiert, von territorialer Integrität als der Basis von Staatlichkeit kann keine Rede sein. Die Ukraine braucht eine neue Justiz, Polizei und öffentliche Verwaltung, überzeugende Konzepte gegen Korruption. Das Land steht wirtschaftlich am Rande des Zusammenbruchs. Selten hatte das Wort vom „Dilemma der Gleichzeitigkeit“ mehr Berechtigung. Der Euromajdan hat die Europäer daran erinnert, was der Kern der Idee Europas ist. Die Ukrainer verdienen mehr Unterstützung als die EU in den letzten Jahren anzubieten bereit war. Es darf nicht zum zweiten Mal nach 2004 ein demokratischer Aufbruch verpuffen. Wenn aber die Ukraine allen Widerständen zum Trotz ihre Chance nutzt, wäre das für die ostslawischen Nachbarn im Osten Europas ein ähnliches Signal wie der Durchbruch der Solidarność im Juni 1989.“


Darüber werden Podiumsteilnehmer untereinander und mit dem Publikum diskutieren.


Eintritt frei


Mittwoch, 05. November 2014, 19.00 Uhr


Vortrag


Von einer Freundschaft, die es nicht gab

Das MfS und der polnische Geheimdienst 1974-1990


Vortrag von Dr. Tytus Jaskułowski Einführung: Dr. Elisabeth Weber, LKF-Beirat und

Robert Baag , Deutschlandfunk

( angefragt)


Kooperation: Lew Kopelew Forum, Polnisches Institut Düsseldorf 


Die Beziehungen zwischen dem Ministerium für Staatssicherheit und dem polnischen Innenministerium waren eine der schwierigsten innerhalb des Warschauer Paktes. Trotz der formellen und mehrmals, auch vertraglich deklarierten Freundschaft, trauten beide Geheimdienste einander nie.


Dr. Tytus Jaskułowski, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hannah-Arendt Institut für Totalitarismusforschung an der TU Dresden, wird im Gespräch mit Elisabeth Weber nicht nur die wichtigsten Elemente seines diesbezüglichen Forschungsprojektes schildern, wo jene Beziehungen kritisch analysiert wurden. Er wird vor allem das Bild einer nie existierenden Freundschaft zeigen. Im Begegnungsalltag zweier extrem unterschiedlichen totalitären Geheimdienste wurde sie beiderseits durch Verlogenheit, Fiktion, Misstrauen und Heuchelei ersetzt.


Die Arbeit von Tytus Jaskułowski basiert auf der vergleichenden Analyse von polnischen und ostdeutschen geheimdienstlichen Akten, ergänzt durch Interviews mit Zeitzeugen, u. a. inoffiziellen und hauptamtlichen Mitarbeitern des MfS und des polnischen Innenministeriums.


Dr. Tytus Jaskułowski ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung an der TU Dresden, er forscht zu DDR-Zeitgeschichte und deutsch-polnischen Beziehungen.


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Veranstaltungshinweis


Donnerstag, 13.11.2014, 19.00 Uhr


Deutsche Welle in Bonn, Kurt-Schumacher-Straße 3


Lesung im Rahmen des

Rheinischen Lesefestes mit


Artur Klinaŭ


Artur Klinaŭ, geboren 1965 in Minsk, ist Schriftsteller, Künstler und Architekt. Bereits während seines Architekturstudiums, das er 1987 abschloss, war er künstlerisch tätig. Seine Werke wurden in mehreren europäischen Ländern ausgestellt. Seit zehn Jahren gibt er die unabhängige Kunstzeitschrift pARTisan heraus, das einzige Magazin, das sich mit zeitgenössischer belarussischer Kultur beschäftigt.


Artur Klinaŭ gilt als einer der einflussreichsten Kulturschaffenden seines Landes. Er lebt und arbeitet in Minsk.


Eintritt frei



Montag, 17. November 2014, 19.00 Uhr


15 Jahre Heinrich-Böll-Stiftung in Moskau


Gespräch mit Jens Siegert,

dem Leiter des HBS-Büro Moskau 


Im August 1999, er lebte schon über sechs Jahre in Moskau, eröffnete Jens Siegert dort das Russland-Büro der Heinrich-Böll-Stiftung, das er seitdem leitet. Im gleichen Monat ernannte der damalige Präsident Boris Jelzin

Wladimir Putin zum russischen Ministerpräsidenten. Wenige Monate später trat Jelzin zurück und Putin wurde Präsident.


Im Gespräch mit Elisabeth Weber (LKF-Beirat) und Robert Baag (Redakteur im Deutschlandfunk, Redaktion „Hintergrund“) wird Jens Siegert über seine Erfahrungen im sich gerade einmal wieder rasend schnell verändernden und dann doch immer wieder erstaunlich gleichen Russland erzählen, darunter über die enge Zusammenarbeit mit „Memorial“ und vielen anderen  zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie, natürlich, über die schwierige aktuelle politische Situation.


Jens Siegert studierte Politikwissenschaft, Soziologie und Volkswirtschaft in Marburg, engagierte sich in der Friedens- und Umweltbewegung und bei den Grünen, arbeitete als Journalist, u.a. als Korrespondent in Moskau. In seinem viel gelesenen Russland-Blog informiert er über aktuelle Themen der russischen Innen- und Außenpolitik, über den schwierigen Weg vom Imperium zu etwas Neuem und kommentiert hin und wieder die berühmte russische Seele.


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Donnerstag, 27. November 2014, 19.00 Uhr


Buchvorstellung


Kurier der Erinnerung

Das Leben des Jan Karski


mit der Autorin Marta Kijowska


Grußwort: Vizekonsul Jakub Wawrzyniak der Republik Polen

In Zusammenarbeit mit dem Generalkonsulat der Republik Polen in Köln

Jan Karski wurde 1914 in Łódź geboren und hatte eine Diplomatenkarriere vor sich, als die Wehrmacht Polen überfiel. Unter der deutschen Okkupation wurde er zu einem der aktivsten Mitglieder der polnischen Untergrundbewegung und mit der Zeit zu einem ihrer wichtigsten Kuriere.


Im Herbst 1942 wurde er erneut in den Westen geschickt, diesmal mit einer Doppelmission: Er sollte die polnische Exilregierung und die Alliierten über die Arbeit des Untergrunds, aber auch über das Schicksal der polnischen Juden informieren.


Um einen möglichst glaubwürdigen Bericht zu liefern, ließ er sich vorher ins Warschauer Ghetto und in ein Transitlager im Osten Polens einschleusen. Doch seine Versuche, die Welt zu alarmieren, blieben ohne Wirkung: Britische und amerikanische Politiker schenkten seinem Bericht entweder keinen Glauben oder man blieb gleichgültig. Schockiert und enttäuscht, wollte Karski über seine Erlebnisse nie wieder sprechen. Erst Ende der 1970er-Jahre gelang es Claude Lanzman, ihn für seinen Dokumentarfilm „Shoah“ vor die Kamera zu holen. Seitdem betätigte sich Karski erneut als Kurier, diesmal als Kurier der Erinnerung.


Marta Kijowska, geboren in Krakau, lebt seit Jahren in München. Tätig als Journalistin für renommierte Zeitungen, Hörfunk und Fernsehen vor allem zu Themen der polnischen Kultur, Literatur und Geschichte sowie als Sachbuchautorin und literarische Übersetzerin aus dem Polnischen.


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger 



Montag, 01. Dezember 2014, 19.00 Uhr


Vortrag


Rechtsextremismus in der postsowjetischen Ukraine:

Bestimmungsfaktoren, Propagandamythen, Gefahrenpotentiale


Dr. Andreas Umland im Gespräch mit


Iurii Sheiko, MA in political science, Doktorand, ukrainische Redaktion der Deutschen Welle, forscht an der Schiller Universität Jena, der Universität Uppsala und in Kiev.


Felix Riefer, Masterstudent der Politikwissenschaften an der Universität zu Köln und Sciences Po/ Paris School of International Affairs; Mitglied im LKF-Beirat und CCCEE (Cologne Centre for Central and Eastern Europe) der Uni Köln.


In Kooperation mit dem Cologne Centre for Central and Eastern Europe


Dr. Andreas Umland, Ph.D., ist einer der profiliertesten Kenner Russlands und der Ukraine; er ist Habilitand am Lehrstuhl für Mittel- und Osteuropäische Geschichte an der Katholischen Universität Eichstädt-Ingolstadt und Mitherausgeber des "Forum für osteuropäische Ideen- und Zeitgeschichte". Seit September 2010 lehrt er am Institut für Politikwissenschaft für Deutschland- und Europastudien der renommierten Nationalen Universität Kiew-Mohyla-Akademie und ist darüber hinaus auch Senior Research Fellow am Institute for Euro-Atlantic Cooperation, Kyiv.


Andreas Umland studierte russische Sprache und Geschichte sowie Politikwissenschaft in Leipzig,  Oxford und Stanford, promovierte in Geschichte an der FU Berlin und erwarb 2007 den Ph. D. in Politics der University of Cambridge (Trinity College) mit einer Arbeit zur "postsowjetischen russischen unzivilen Gesellschaft".


Er war NATO-Fellow an der Hoover Institution on War, Revolution and Peace, Palo Alto, Kalifornien, Fachlektor an der Uraler Staatlichen Universität Jekaterinburg, Fellow am Davis Center for Russian Studies der Harvard University, Vertretungsdozent für russische und Osteuropastudien an der University of Oxford und DAAD-Lektor am Institut für Internationale Beziehungen der Nationalen Taras-Schewtschenko-Universität Kiew.


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Mittwoch, 03. Dezember 2014, 19.00 Uhr


Buchvorstellung


Vera Lourié

Briefe an Dich

Erinnerungen an das russische Berlin


Schöffling & Co., Fr/M. 2014


Gespräch mit der Herausgeberin und Schriftstellerin

Doris Liebermann


Moderation: Katharina Heinrich, Journalistin, LKF-Beirat


Aufzeichnung mit einem Gedicht auf Deutsch, von Vera Lourié selbst gelesen, und eine Passage aus einem Film, in dem sie ein Gedicht auf Russisch liest

Briefe an Dich sind die Erinnerungen der letzten Zeitzeugin des „russischen Berlins“ der zwanziger Jahre. In einer Mischung aus Tagebuch und Briefen schildert Vera Lourié ihre Kindheit und Jugend in St. Petersburg, wo sie behütet aufwuchs und sich als junge Frau der Schauspiel- und Dichtkunst zuwandte. Sie erzählt von der dramatischen Flucht der Familie nach der Oktoberrevolution ebenso anschaulich wie von den russischen Kreisen in Berlin, wo sie in einer Bohème aus Künstlern und Literaten verkehrte, Intrigen und Liebesaffären erlebte.


Den Nationalsozialismus überlebte sie trotz ihrer Kontakte zum deutschen Widerstand, der Festnahme durch die Gestapo und der Inhaftierung ihrer Mutter im KZ Theresienstadt. Ihre beherzte Geistesgegenwart kam ihr auch zugute, als die sowjetische Armee, die bürgerlichen russischen Flüchtlingen feindlich gesonnen war, 1945 einmarschierte. Sie überstand Not und Hunger der Nachkriegszeit und war lange vergessen, bis sie als Literatin und Zeitzeugin wiederentdeckt wurde und sich im hohen Alter noch einmal verliebte. Dies bestärkte sie in der Niederschrift ihrer Erinnerungen, die nun endlich, um autobiografische Texte, Dokumente und Fotos aus dem Nachlass ergänzt, erstmals vollständig veröffentlicht werden. 


„Von den schwersten Dingen erzählt sie in ihren Briefen noch einmal so leicht und mitreißend, dass man gar nicht mehr aufhören kann zu lesen.“ (Anna Prizkau, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)


Doris Liebermann, geboren 1953 in Thüringen, wurde nach der Biermann-Ausbürgerung mit der Jenaer Gruppe um den Schriftsteller Jürgen Fuchs nach West-Berlin ausgebürgert. Sie studierte Osteuropäische Geschichte und Slawistik und arbeitet seit 1983 als Autorin für Radio, Fernsehen und Zeitungen. 


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Montag, 08. Dezember 2014, 19.00 Uhr


Podiumsgespräch


Zivilgesellschaft und Innenpolitik in Russland

im Kontext des russisch-ukrainischen Konflikts                                                                                                                                                                                                                                Podiumsteilnehmer


Aleksej Koslov, Ph.D., Privatdozent, lehrte 1998 - 2008 Philosophie und Politikwissenschaften an der Moskauer Universität. Seit Mitte der 1990er Jahre beschäftigt er sich mit der Problematik der Menschenrechte und des Umweltschutzes. Er ist Chefredakteur des Portals www.article20.org.  Zu seinem Hauptfachgebiet gehören u.a. die Themen Versammlungsrecht und Vereinigungsfreiheit. Anfang 2013 war er gezwungen, Russland  wegen der Bedrohungen durch Neonazis und einer möglichen Festnahme im Rahmen des sog. „Bolotnaja-Falls“ zu verlassen. 


Aleksandr Morosow, Moskau, z.Z. Stipendiat in Bochum, Jg. 1959, Politologe, Journalist, seit 2010 Leiter des Zentrums für Medienforschung, seit 2011 Chefredakteur der Zeitschrift „Russkij Zhurnal“; in den Jahren 2008 – 2013 fester Mitarbeiter von Slon.ru, Colta.ru, Forbes, OpenSpace.ru, publizierte auch in Gaseta.ru, Wedomosti.ru, in der Zeitschrift „Kontinent“ u.v.a.; Teilnehmer der allrussischen Konferenzen der Samisdat-Redakteure; Mitbegründer des Moskauer Immanuel-Kant-Bloggerclubs.


Moderation: Vera Ammer, Mitglied im Vorstand von Memorial International, Mitglied im LKF-Beirat


Übersetzung: Nadja Simon


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger

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