Donnerstag, 06. September 2012, 19.00 Uhr


Vernissage und Eröffnung der Reihe

Kultur der Sinti und Roma

ALONE TOGETHER - Zwischen Verfolgung und Emanzipation
Roma und Sinti als Zeitgenossen
Kunst – Musik - Literatur – Forschung

In Zusammenarbeit mit dem Rom e.V. Köln

Niemand weiß genau, woher sie letztlich kamen: Gypsies, Ägyptier, Bohémiens, Gitanos, Tartern, Heiden, Zigeuner, Manouches, Sinti, Roma…; ihre Sprache, das „Romanes“, verwandt mit dem Sanskrit, lässt vermuten, dass Indien ihre Urheimat war. Die Bezeichnungen für die Romvölker sind so zahlreich, wie die Vorurteile über sie und wie die Zahl deren Stämme. Ablehnung und Ausgrenzung aus der sozialen Ordnung der jeweiligen Einwanderungsländer gegenüber diesen Besuchern, die nicht mehr gingen, gehörte von jeher zur Sozialpraktik im Umgang mit diesen Fremden – mit den „Anderen“. Als Volk von unsicherer Herkunft mit nomadischem Lebensstil, überall wieder vertrieben, mit einer eigenen, für die anderen unverständlichen Sprache, als ein Volk auch, das seine eigene Kultur und Geschichte nicht in schriftlichen Zeugnissen archivieren konnte, haftete ihm stets etwas Unheimliches, bisweilen Mystisches an.

So hieß auch die erste große Ausstellung 2008/2009 im Kölnischen Stadtmuseum über die Kunst, Lyrik und Geschichte der Zigeuner, die vom Rom e.V. erstellt worden war, „Die vergessenen Europäer“. An diese Ausstellung knüpft das Lew Kopelew Forum an und möchte einen weiteren kleinen Beitrag dazu leisten, das allgemeine Wissen über diese faszinierende Kultur zu vertiefen und zu verbreiten.

Wir zeigen Kunst, präsentieren Musik und Literatur und die neuesten Ergebnisse der historischen Forschung über den Völkermord an Sinti und Roma in der besetzten Sowjetunion 1941-1944, die dank dem Zugang zu Archiven in der Ukraine und in Russland möglich sind. 

Vernissage der Kunstausstellung

 

Alone Together

mit Werken von von Harald Klemm, Eva Ohlow, Kálmán Várady

Eröffnung: Kurt Holl, Rom e.V.

Grußwort: Hedwig Neven DuMont

Kunsthistorische Einführung: Marta Cencillo Ramírez, Köln

Musik von „Romano Trajo“ mit Beata Burakowska

 

Harald Klemm wurde 1960 in Mönchengladbach geboren. Harald Klemm kombiniert in seinen Werken die ganze Bandbreite digitaler Medien zur Bildfindung mit traditioneller Malerei. Sein Zugang zu seinen Sujets ist ausschließlich persönlich und subjektiv, und das sind auch seine Bilder. Die Werke von Harald Klemm sind in Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt worden und in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten.

Eva Ohlow, 1940 in Köln geboren. Ausstellungen (eine Auswahl der letzten Jahre):
2008: Ägyptisches Museum, Bonn;
DFG & Wissenschaftszentrum, Bonn; Photo, Miami;
AGC Museum, Athen;
2007: VULKAN.Köln; art Karlsruhe 2007; Kunstverein Siegen e.V., Siegen; KIAF 2007, Seoul,
2006: Theaterwissenschaftliche Sammlung der Universität zu Köln, Schloss Wahn; KIAF 2006, Seoul; Kunstverein Aalen e.V., Aalen; Galerie Reitz, Köln; Mehrere Kunst-am-Bau-Projekte.

Kálmán Várady, geb. 1958 in Hoffnungsthal; 1979-84 Studium an der FH Köln, Freie Malerei; 1986 Meisterschüler bei Prof. Werner Schiefers; künstlerischer Schwerpunkt sind Arbeiten zum Thema Fetisch und Reliquie. Kálmán Várady lebt und arbeitet in Köln.

Das Ensemble „Romano Trajo“ (Roma-Leben) steht für einen neuen Klang in der Musik der Roma und Sinti, der Zeugnis von der großen Vitalität und Dynamik des uralten Erbes ihrer Kultur gibt. Die experimentierfreudigen Musiker präsentieren eigene Kompositionen sowie innovative Interpretationen von traditionellem Repertoire, darunter Tanzlieder und lyrische Songs.

Umtrunk

Dauer der Ausstellung: 07.09.2012 – 21.09.2012.
Öffnungszeiten: mo. – fr., 12.00 – 18.00 und nach Vereinbarung.

Eintritt frei

 

 

Mittwoch, 19. September 2012., 19.00 Uhr

Im Rahmen der Reihe

ALONE TOGETHER - Zwischen Verfolgung und Emanzipation
Roma und Sinti als Zeitgenossen

Vortrag des Historikers Martin Holler,
Humboldt-Universität zu Berlin:

Der nationalsozialistische Völkermord an den Roma
in der besetzten Sowjetunion 1941-1944

neuester Forschungsstand, Archivquellen

Moderation: Andrij Umanski, Historiker, Jurist, Universität zu Köln

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes



Freitag, 21. September 2012, 19.00 Uhr

Finissage im Rahmen der Reihe


ALONE TOGETHER

Sprache und Literatur der Roma

„Der untergehenden Sonne nach“
Jovan Nikolić und Ruzdija Sejdović im Gespräch

Musikalische Umrahmung: Romano Trajo

Jovan Nikolić, geb. 1955 in Belgrad, beide Eltern sind Musiker; Mitarbeiter von Amaro Kher, der Kölner Schule für Roma-Flüchtlingskinder, Mitarbeiter des Rom e.V., wurde mit seinem Werk „Weißer Rabe - Schwarzes Lamm“ vom Literaturhaus Köln und dem Kölner Stadtanzeiger für das Buch des Jahres 2011 ausgewählt. Bisher wurde diese Ehre unter anderem zuteil: Irmgard Keun, Italo Calvino, Haruki Murakami und Orhan Pamuk. Nachdem Jovan Nikolić bereits in Jugoslawien große Erfolge feierte, erhielt er nun auch in seiner neuen Heimat die ihm gebührende Anerkennung. Die Wahl ist eine der begehrtesten Auszeichnungen für einen Schriftsteller in Deutschland.

Martin Oehlen, Kulturredakteur des Kölner Stadtanzeiger, zur Entscheidung: „Jovan Nikolić ist ein Autor, der über einen außerordentlich reichen Fundus an lebensprallen Geschichten verfügt. Die muss er nicht der Fantasie abringen, sondern kann sie seiner Biografie entnehmen. Das bezeugt eindrucksvoll das „Buch für die Stadt": „Weißer Rabe, schwarzes Lamm". Jovan Nikolić blättert in seinem Werk das Album seiner Kindheit auf: Schnappschüsse, die sich zu einem poetischen Album zusammenfinden. Dem Autor gelingt es mit der Finesse eines Lyrikers, der er auch ist, die Szenen auf ihren oft magischen Kern zu kondensieren. Kindheitsgeschichten von Angst und Spiel in einem „Zigeunerdorf“ im ehemaligen Jugoslawien sind das, von Hühnern auf dem Fahrrad und den Augen des Lammes, von Schnaps und Aberglauben. Alt und Jung“.

Ruzdija Sejdović, geb. 1966 in Ubli bei Podgorica/ Montenegro. Schreibt Gedichte, Kurzprosa und Dramen auf Romanes und Serbisch. Übersetzt vom Serbischen und Deutschen ins Romanes. Beschäftigt sich mit Kunst (Malerei, Kupferstich), Mitglied des Rom e.V., Mitarbeiter von Amaro Kher, der Kölner Schule für Roma-Flüchtlingskinder.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und Inhaber des Köln-Passes

Kontakt

Lew Kopelew Forum
Neumarkt 18a
50667 Köln


Tel. (0221) 2 57 67 67
Fax. (0221) 2 57 67 68
info@8754da97c0b944d6aaf8032ab5926d76kopelew-forum.de  

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