Donnerstag, 10. Januar 2019, 19.30 Uhr

Vladimir Sorokin in Köln

Literaturhaus Köln, Großer Griechenmarkt 3


Vladimir Sorokin


Manaraga

Tagebuch eines Meisterkochs


Eine gemeinsame Veranstaltung von

Literaturhaus Köln, Verlag Kiepenheuer & Witsch und Lew Kopelew Forum


Im Literaturhaus beginnt das Jahr mit einer literarischen Groteske. Vladimir Sorokin wirft in Manaraga. Tagebuch eines Meisterkochs einen Blick ins Jahr 2037: Bücher werden nicht mehr gelesen, geschweige denn neu gedruckt, sie dienen als Brennmaterial für die Zubereitung exklusiver Speisen.
Book’n’Grill heißt der Trend, dessen Meister Geza ist. Mit Stör-Schaschlik über Dostojewskis Der Idiot oder Wiener Schnitzel über Arthur Schnitzler begeistert er seine zahlungskräftige Klientel. Doch sein Erfolg findet Nachahmer und so sieht sich Geza plötzlich vor unerwartete Probleme gestellt.


In Manaraga. Tagebuch eines Meisterkochs (Kiepenheuer & Witsch, Erstveröffentlichung: 8.11.2018) findet Vladimir Sorokin so absurde wie eindringliche Bilder der Gesellschaftskritik. Im Gespräch mit Katharina Heinrich (Journalistin, Osteuropa-Historikerin, Mitglied im LKF-Beirat) äußert er sich über die Dekadenz und Ignoranz einer Epoche.


Stefko Hanushevsky liest aus der Übersetzung von Andreas Tretner.

Foto: Maria Sorokina


Eintritt: 11,00 /9,00 € | Mitglieder des Literaturhauses: 7,00 €



Donnerstag, 17. Januar 2019, 19.00 Uhr

Rumänien-Abend


Rumänien-Abend


anlässlich der Übernahme der EU-Ratspräsidentschaf durch das Land am 01.01.2019 für die erste

Jahreshälfte 2019

Rumänien beginnt damit das neunte Trio mit Finnland und Kroatien. Es ist der erste Ratsvorsitz des 2007 der EU beigetreten Landes, es folgt damit auf Österreich. In die Zeit der rumänischen Ratspräsidentschaft fällt auch die Europawahl 2019.

Aber wie ist die aktuelle Lage im Land?

Im August 2018 kam es insbesondere in Bukarest zu Demonstrationen gegen die korrupte Regierung des Landes. Die Absetzung der Chef-Korruptionsermittlerin Laura Kovesi brachte das Fass zum Überlaufen. Aber bereits im Januar 2017 gingen die Menschen schon auf die Straße, um gegen eine korruptionsbilligende Justizreform zu protestieren. Zu Massenprotesten gegen Korruption kam es erstmals 2015. Diese wurden damals durch eine Brandkatastrophe in einem Nachtclub ausgelöst.

Der Chef der rumänischen Regierungspartei, Liviu Dragnea, ist im Juni 2018 wegen Korruption zu einer Haftstrafe verurteilt worden.

Rumänien schaffte es außerdem aufgrund seines Bevölkerungsrückgangs, des Homoehe-Referendums und der Rückkehr von Radio Europa Liberă jüngst in die überregionalen Schlagzeilen.

Diese und weitere Themen rund um das Land und die Ratspräsidentschaft diskutieren:

Dr. Andrè Hein – Politologe, Promotion in Wien und Potsdam zu rumänischen Minderheiten

Traian Danciu – Publizist und Journalist mit einem Fokus auf Rumänien

Moderation: Felix Riefer, Politologe, Promovend an der Uni Köln; Mitglied im LKF-Beirat


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Donnerstag, 07. Februar 2019, 19.00 Uhr

Szenische Lesung

Lew Tolstoj und Sofia Tolstaja


Eine Ehe in Briefen

Die Schauspieler

Christiane Lemm und Bernt Hahn

stellen unter dem Titel „Eine Ehe in Briefen“ den Briefwechsel von Lew Tolstoj und Sofia Tolstaja
in einer szenischen Lesung vor.

Lew Tolstoj schrieb Romane, die an Umfang und Tiefe ihresgleichen suchen. In dem Bedürfnis nach einem sinnerfüllten Leben wurde er politisch aktiv und zum erbitterten Gegner von Kirche und Staat.


Sofia Tolstaja durchlebte sechzehn Schwangerschaften, zog von dreizehn lebend Geborenen acht Kinder auf und führte den großen Haushalt. Quasi als Agentin ihres Mannes schrieb sie dessen Romane teilweise mehrfach ab und redigierte sie. Erbittert verteidigte sie das Werk Tolstojs und auch die Familie gegen die Zumutungen der Anhängerschaft ihres Mannes. Ihr gemeinsamer Weg blieb bis zum Ende - dem tödlichen Zweikampf zweier starker Menschen - immer eine außergewöhnlich intensive Liebesgeschichte.

Dokumentiert wird das in ihrem ausgedehnten Briefwechsel, der die gesamte Dauer der über fünfzig Liebes- und Ehejahre umfasst. Die Tolstojs fügten einander grausame seelische Verwundungen zu, offenbarten ihr Innerstes, und beschworen einander immer wieder ihre Liebe.

Christiane Lemm und Bernt Hahn waren beide früher Mitglieder in den Ensembles des Schauspiel Köln und des Düsseldorfer Schauspielhauses, bis heute sind sie auch im

In– und Ausland gefragte Leser literarischer Texte.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger

Eine Anmeldung ist erwünscht, aber nicht erforderlich.


Fotos der Lesung


Dienstag, 12. Februar 2019, 19.00 Uhr


Vortrag


Säkularität als Herausforderung
Der bosnische Islam von 1878

bis zur Gegenwart

Vortrag von Prof. Wolfgang Höpken, Universität Leipzig

Gemeinsame Veranstaltung der Südosteuropagesellschaft, Zweigstelle Köln, und dem Lew Kopelew Forum

Moderation: Dr. Jutta Lauth Bacas, Leiterin der Zweigstelle Köln der SüOEG

Besonderen Akzent wird Prof. Höpken auf die langen Linien in der diskursiven Auseinandersetzung mit Säkularität in Bosnien und Herzegowina legen und deutlich machen, welch vielschichtiges Bild sich im Verhältnis zum Islam im heutigen Bosnien und Herzegowina ergibt.

In der anschließenden Diskussion kann vertiefend auf die aktuelle Lage eingegangen werden, etwa auf das Konzept eines „europäischen“ Islams bosnischen Typs, wie es heute in der Öffentlichkeit diskutiert wird.

Prof. Wolfgang Höpken ist Professor für Ost- und Südosteuropäische Geschichte der Universität Leipzig. Er übte die Lehrtätigkeit an den Universitäten Hamburg, Oldenburg, Basel, und Braunschweig aus. Gastaufenthalte und Gastprofessuren in den USA (Woodrow-Wilson-Center for International Scholars, Washington, D.C.; Ohio-University). 2000-2005 war er Direktor des Georg-Eckert-Instituts für Internationale Schulbuchforschung Braunschweig. Wolfgang Höpken ist u.a. Vizepräsident der Südosteuropa-Gesellschaft und Vorsitzender der Südosteuropa-Kommission der Göttinger Akademie der Wissenschaften. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören: Sozial- und Kulturgeschichte Südosteuropas, in jüngerer Zeit insbesondere Geschichte der Erinnerungskulturen, Geschichte der Gewalt.

Dr. Jutta Lauth Bacas ist Sozialanthropologin mit dem Schwerpunkt Migration in Deutschland und Griechenland.

Ihre Forschungsthemen sind Arbeitsmigration, transnationale Migration, Flucht und Asyl unter besonderer Berücksichtigung der Bootsmigration auf die Insel Lesbos. Nach der Promotion in Zürich war sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an den Universitäten Zürich, Bern und Fribourg/Schweiz sowie an der Wissenschaftsakademie in Athen tätig. Sie ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Südosteuropa Gesellschaft (SOG) und des Netzwerks Migration in Europa.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger


Freitag, 22. Februar 2019, 19.00 Uhr


Gespräch


Foto:Andrej Natozinskij


Maria Stepanova,


russische Dichterin, Essayistin

im Gespräch mit

Maria Birger, Historikerin, LKF-Beirat

Veranstaltung in deutscher und russischer Sprache. Übersetzung:

Erika Rubinstein

Maria Stepanova, geboren 1972 in Moskau, ist Lyrikerin, Essayistin und Journalistin und eine der markantesten Gestalten des gegenwärtigen literarischen Lebens in Russland. Das Portal colta.ru, dem Maria Stepanova als Chefredakteurin vorsteht, ist einer der zentralen Referenzpunkte für aktuelle Diskussionen in Russland, auf die sie in ihrem Vortrag auch eingehen wird.

Ihr neustes Buch: „Nach dem Gedächtnis“, ersch. bei Suhrkamp m 12.11.2018, nimmt den Leser mit auf eine Reise in die Vergangenheit ihrer Familie und taucht zugleich ein in die Geschichte Russlands im 20. Jahrhundert. Im Dezember 2018 ist „Nach dem Gedächtnis“ mit dem wichtigsten russischen Buchpreis, dem Bolschaja-Kniga-Preis (Das große Buch) ausgezeichnet worden.





Aus dem Feature von Sabine Adler, Deutschlandfunk, 21.10.2018:

Maria Stepanova: «Russland leidet nicht an dem einen Trauma wie Deutschland, sondern in Russland geht ein Trauma in ein anderes über. Das ist, als würde man aus einem Zimmer, in dem die Decke eingestürzt ist, die Trümmer wegräumen, sich in das nächste Zimmer flüchten und auch dort kommt die Decke runter. Und das geschieht immerzu. Irgendwann versteht man, dass diese Ausnahme keine Ausnahme ist, sondern die Regel. In Russland hat man sich nie mit diesen Traumata auseinandergesetzt und nie auch nur begriffen, dass es sich um Traumata handelt.»

„Anfang der 1990er Jahre nutzten ihre jüdischen Eltern die Möglichkeit, Moskau für immer zu verlassen. Für Maria Stepanova kam aber ein Leben außerhalb ihres Sprachraums nicht in Betracht. /…/ Sie wollte mitgestalten, nicht davonlaufen. Sie schrieb und schreibt wie besessen, veröffentlichte bislang zehn Gedicht- und zwei Essaybände und hofft, dass sie die letzte in ihrer Familie ist, die die permanente Wachsamkeit der russischen Obrigkeit gegenüber verinnerlichen musste.“

«Man darf nicht versuchen, sich vorauseilend richtig zu benehmen, also Regeln einzuhalten, wenn es wie bei uns gar keine gibt. Solch ein Versuch wird dich von innen heraus töten, deine Persönlichkeit verbiegen, sodass von dir nichts mehr übrigbleibt.» Das möchte sie weder für sich als Schriftstellerin riskieren und auch für das von ihr mitgegründete und geleitete Kulturportal colta.ru wäre es ein Bärendienst.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Donnerstag, 07. März 2019, 19.30 Uhr

Lesung

Literaturhaus Köln, Großer Griechenmarkt 39

Foto: Michael Schwarz


Blauwal der Erinnerung


Roman von


Tanja Maljartschuk

Eine gemeinsame Veranstaltung von: Literaturhaus Köln, Verlag Kiepenheuer & Witsch und Lew Kopelew Forum

Die Protagonistin des neuen Romans von Tanja Maljartschuk leidet, nach unglücklichen Beziehungen aus der Bahn geworfen, unter Panikattacken und verlässt monatelang die Wohnung nicht. Am tiefsten Punkt ihrer Sinnkrise beginnt sie alte Zeitungen zu lesen – und stößt so auf eine Meldung von 1931: „Wjatscheslaw Lypynskyj ist tot“. Von da an stöbert sie ihm nach und findet langsam Orientierung und Halt in dieser historischen Figur, die für die Geschichte der Ukraine eine große Rolle spielte: Wjatscheslaw Lypynskyj, der leidenschaftliche Geschichtsphilosoph und Politiker, entstammte einer polnischen Adelsfamilie, die in der Westukraine lebte. Schon früh identifizierte er sich mit der Ukraine und bestand auf der ukrainischen Form seines Namens. Nach dem Studium befasste er sich politisch und historisch mit dem zwischen Polen und Russland zerrissenen Land und forderte wie besessen seine staatliche Unabhängigkeit. Ein Kampf, der ihn durch verschiedene Länder führte und persönliche Opfer kostete.

Ähnlich kränklich wie diese historische Figur und – wie er – auf der Suche nach Zugehörigkeit, folgt die Erzählerin diesem stolzen, kompromisslosen, hypochondrischen Mann, um durch die Erinnerung der sowjetischen Entwurzelung zu trotzen.

Ein literarisch beeindruckender Roman, der zeigt, was es heißt, wenn die eigene Identität aus Angst, Gehorsamkeit und Vergessen besteht.

Mit Tanja Maljartschuk, die 2018 den Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt gewann, spricht Uli Hufen, ein ausgewiesener Kenner der russischen und ukrainischen Verhältnisse.

Tanja Maljartschuk, 1983 in Iwano-Frankiwsk, Ukraine geboren, studierte Philologie an der Universität Iwano-Frankiwsk und arbeitete nach dem Studium als Journalistin in Kiew. 2009 erschien auf Deutsch ihr Erzählband „Neunprozentiger Haushaltsessig“,

2013 ihr Roman „Biografie eines zufälligen Wunders“ und 2014 „Von Hasen und anderen Europäern“. 2018 erhielt sie für den Text „Frösche im Meer“ den Ingeborg-Bachmann-Preis. Die Autorin schreibt regelmäßig Kolumnen für die Deutsche Welle (Ukraine) und für Zeit Online und lebt seit 2011 in Wien.

Eintritt: 10,00/8,00 € | Mitglieder des Literaturhauses: 6,00 €


Montag, 18. März 2019, 19.00 Uhr


Buchpremiere mit den Autoren


Ort der Veranstaltung: Fritz Thyssen Stiftung, Apostelnkloster 13-15, 50672 Köln

Fritz Pleitgen und Michail Schischkin

Frieden oder Krieg

Russland und der Westen –

eine Annäherung


Ludwig Verlag, März 2019

Moderation: Thomas Roth, Vorsitzender des Lew Kopelew Forum, ehem. Tagesthemen-Moderator


Gibt es Anlass, Moskau zu fürchten? Hat womöglich Russland Grund, dem Westen zu misstrauen? Wodurch werden die Spannungen zwischen Ost und West befeuert? Und wie lassen sie sich lösen?
Ein deutscher Journalist, ein Schriftsteller aus Russland - zwei profunde Kenner, zwei gegensätzliche Positionen:

Michail Schischkin, vielfach ausgezeichneter Schriftsteller aus Russland, ist ein scharfer Kritiker der autoritären Herrschaft Putins und der Kreml-Politik. Fritz Pleitgen, langjähriger ARD-Korrespondent in Moskau, verurteilt das Vorgehen des Westens als arrogant und fahrlässig. - Ein erhellender Dialog zweier ausgewiesener Experten, gestützt auf persönliche Erfahrung und kluge politische Analyse. So konträr ihre Positionen auch sind, in einem sind sich beide einig: Verständigung ist möglich.


Fritz F. Pleitgen, geb. 1938 in Duisburg, berichtete ab 1970 als Korrespondent des Moskauer ARD-Studios aus der Sowjetunion. Nachdem er 1977 die Leitung des ARD-Studios in Ostberlin übernommen hatte, ging er 1982 in die USA, zunächst als Leiter des ARD-Studios Washington, ab 1987 im ARD-Studio New York. 1988 kehrte Fritz Pleitgen zum WDR nach Köln zurück und wurde zum Chefredakteur Fernsehen und Leiter des Programmbereichs Politik und Zeitgeschehen berufen. Von 1995 bis 2007 war er Intendant des Westdeutschen Rundfunks, von 1998 – 2016 Vorsitzender des Lew Kopelew Forums, seit 2017 Ehrenvorsitzender. Seit 2011 ist er Präsident der Deutschen Krebshilfe.


Michail Schischkin ist einer der meistgefeierten russischen Autoren der Gegenwart. Er wurde 1961 in Moskau geboren, studierte Germanistik und Anglistik und arbeitete als Journalist, Lehrer, Übersetzer. Seit 1995 lebt er in der Schweiz. Seine Romane „Venushaar“ und „Briefstelle“« wurden national und international vielfach ausgezeichnet, u.a. erhielt er als einziger alle drei wichtigen Literaturpreise Russlands. 2011 wurde ihm der Internationale Literaturpreis Haus der Kulturen der Welt in Berlin verliehen. Sein Roman „Die Eroberung von Ismail“ wurde u.a. mit dem Booker-Prize für das beste russische Buch des Jahres (2000) ausgezeichnet und gilt als sein kompromisslosestes Werk.


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger

Um Anmeldung wird gebeten unter: 0221 257 67 67 oder info@kopelew-forum.de


Montag, 25. März 2019, 19.00 Uhr

Vortrag und Diskussion


Die Ukraine wählt einen neuen Präsidenten

Personen - Programme – Prognosen

Vortrag und Diskussion mit

Miriam Kosmehl

Bertelsmann Stiftung Berlin

Moderation: Prof. Dr. Gerhard Simon, Russland- und Ukraineexperte

Am 31. März und in der wahrscheinlichen Stichwahl am 21. April wählt die Ukraine einen neuen Präsidenten. Fünf Jahre nach dem Sieg der Majdan-Revolution haben die Ukrainerinnen und Ukrainer erneut die Möglichkeit, den Weg des Landes in die Zukunft mitzubestimmen. Die Zahl der Kandidaten, die Präsident werden wollen, ist riesig (mehrere Dutzend). Aber welche tatsächlichen Alternativen bieten sich?

Zwei Grundüberzeugungen finden in der ukrainischen Gesellschaft heute weitgehend Akzeptanz und Unterstützung: 1. Die Ukraine ist auf dem Weg nach Westen, dazu gibt es keine Alternative. Deshalb ist die Mitgliedschaft in der Nato und EU das Ziel. Auf den Punkt gebracht: Alles ist gut. 2. Die Erwartungen und Versprechungen des Majdan wurden nicht erfüllt, die Ukraine entwickelt sich in die falsche Richtung und braucht deshalb einen Wechsel. Auf den Punkt gebracht: Alles ist schlecht. Beide Wahrnehmungen stehen zueinander im Widerspruch. Jedenfalls ist eine Prognose des Wahlergebnisses höchst riskant.

Nach den Umfragen liegen jene Politiker vorn, die seit 20 Jahren Spitzenpositionen im Politikbetrieb bekleidet haben, einschließlich des Amtsinhabers Poroschenko. An die Spitze der Umfragen ist allerdings der sehr populäre Unterhaltungskünstler Wolodymyr Selenskyj gerückt, der wohl in erster Linie die Frustration mit Politik überhaupt symbolisiert. Die liberal-demokratischen Kräfte konnten sich bislang nicht auf einen Kandidaten einigen. Die pro-russische Opposition tritt ebenfalls mit mehreren Kandidaten an; sie kann auf vielfältige Unterstützung aus Russland zählen.




Über diese und weitere Probleme referiert und diskutiert im LKF Miriam Kosmehl, die von 2012 bis 2017 das Büro der Friedrich- Naumann- Stiftung in Kyjiw leitete und seit Oktober 2017 als Senior Expert bei der Bertelsmann Stiftung im Programm „Europas Zukunft“ forscht. Sie kennt die Ukraine wie wenige sowohl aus der Praxis vor Ort als auch aus der theoretisch-wissenschaftlichen Beschäftigung mit ihr.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Samstag, 06. April 2019, 17.00 Uhr


Podiumsgespräch


Podiumsgespräch mit den

Preisträgern des

Lew Kopelew Preises für Frieden und Menschenrechte 2019

den Mitgliedern

der Dresdener Seenotrettungsinitiative „Mission Lifeline“:

Kapitän Claus-Peter Reisch,

Anja Barthel,


Hermine Poschmann,


Jenny Scholze,


Annet Steier und


Axel Steier

Moderation: Thomas Roth,

Vorsitzender des Lew Kopelew Forums

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger





Sonntag, 07. April 2019, 11.00 Uhr



Verleihung des Lew-Kopelew-Preises für Frieden und Menschenrechte 2019 an

Kapitän Claus-Peter Reisch und die Dresdener Seenotrettungsinitiative

„Mission Lifeline“

in der Kassenhalle der Kreissparkasse Köln, Neumarkt 18, 50667 Köln

Begrüßung: Alexander Wüerst
Vorsitzender des Vorstandes der Kreissparkasse Köln

Preisbegründung: Thomas Roth
Vorsitzender des Lew Kopelews Forums

Festrede: Jean Asselborn
Außenminister sowie Minister für Immigration und Asyl des Großherzogtums Luxemburg

Musikalische Umrahmung: Sebastian Krumbiegel, Musiker und Sänger der Band

„Die Prinzen“

Geschlossene Veranstaltung mit gesonderter Einladung

Helfen in Not, mit diesem Anliegen wusste Lew Kopelew sich stets einig mit seinem engen Freund, dem Kölner Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll. Beide unterstützten unter anderem Rupert Neudecks Hilfsorganisation „Cap Anamur“, die mit einem Schiff im südchinesischen Meer Menschen - vor allem Flüchtlinge aus Vietnam - rettete.

Der „Lew Kopelew Preis für Frieden und Menschenrechte“ ehrt Menschen, die diese Ideale teilen.

Er wird 2019 an den


Kapitän Claus-Peter Reisch und
die Dresdener Seenotrettungsinitiative „Mission Lifeline“

verliehen.

Sie haben im Mittelmeer aus eigenem Antrieb unter mutigem persönlichem Einsatz zahlreiche Menschen vor dem Tod durch Ertrinken gerettet. Sie versuchten und versuchen mit vergleichsweise bescheidenen und durch Spenden erworbenen Mitteln mit ihrem Schiff zu verhindern, dass sich Teile des Mittelmeers in einen stillen Friedhof verwandeln und das Schicksal der betroffenen Menschen in der Öffentlichkeit nicht oder nicht mehr wahrgenommen wird.

Damit ehrt der Preis das humanitäre Anliegen der Initiative, auch stellvertretend für viele andere Seenotretter im Mittelmeer.



Freitag, 03. Mai 2019, 19.00 Uhr

Erzählung und Diskussion


Foto: dpa

„Alle Menschen sind gleich an Würde und Rechten geboren“


Aus der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte


„Auch der ertrinkende Flüchtling im Mittelmeer?“ (Christel Neudeck)


Christel Neudeck


erzählt und diskutiert


Moderation: Georg Restle
Journalist, Leiter und Moderator des Politmagazins Monitor im Ersten Deutschen Fernsehen und
Mitglied im LKF-Beirat



Christel und Rupert Neudeck gründeten 1979 das deutsche Notärzte-Komitee Cap Anamur. Sie wollten vietnamesiche Boat People retten. Von 1979 bis 1986 fischten die Hilfsschiffe 11.488 Bootsflüchtlinge aus dem südchinesischen Meer. 2006 initiierte Rupert Neudeck das Buch „Was man nie vergessen kann. Erinnerungen vietnamesicher Bootsflüchtlinge“, bevor er im selben Jahr unerwartet starb. Seine Frau hat sein Projekt zu Ende geführt. Im Vorwort zu dem Buch schrieb sie: „Als das Rettungsschiff Cap Anamur am 9. August 1979 in Kobe/Japan auslief, dachten wir, wir könnten dieses abenteuerliche Unternehmen drei Monate finanzieren. Bis heute schenken uns unsere Spenderinnen und Spender ihr Vertrauen.“


Das Komitee erweiterte rasch seinen Wirkungskreis und engagierte sich vor allem dort, wo staatliche Entwicklungshilfe aus politischen Gründen nicht greifen konnte.


2013 rief das Ehepaar das Friedenskorps Grünhelme e.V. ins Leben, dessen Ziel ist, Hilfe beim Wiederaufbau von Infrastruktur in den vom Krieg zerstörten Gebieten zu leisten.


2016 hat Ministerpräsidentin Hannelore Kraft den Staatspreis NRW an Christel Neudeck und Rupert Neudeck (posthum) verliehen.


Christel Neudeck wird über ihre Erfahrungen mit der Seenotrettung, ihren Mann Rupert Neudeck und die maßgebliche Unterstützung durch Heinrich Böll und Lew Kopelew erzählen, ihre Sicht auf die heutige Situation am und im Mittelmeer darstellen und mit dem Publikum diskutieren.


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Donnerstag, 09. Mai 2019, 19.00 Uhr


Buchvorstellung mit dem Autor


Marion Dönhoff

Die Gräfin, ihre Freunde und das andere Deutschland


C.H. Beck Verlag, München 2019


Buchvorstellung mit dem Autor

Gunter Hofmann


Moderation: Maria Birger, Historikerin, und Dr. Elisabeth Weber, beide Mitglieder im LKF-Beirat


„Freundschaft war für mich neben Freiheit immer das Wichtigste.“

(Marion Gräfin Dönhoff)


Im Januar 1945 schwingt sich eine junge Frau aufs Pferd und reitet auf der Flucht vor der Roten Armee von Ostpreußen in den Westen. Ohne Hitlers Krieg hätte Marion Dönhoff ihr Leben vermutlich als Gutsherrin auf Schloss Friedrichstein verbracht, so wurde sie „die Gräfin“ und eine Schlüsselfigur der Bundesrepublik.


Gunter Hofmann geht den Spuren der großen deutschen Journalistin nach, die der ZEIT ihre Haltung gab, die mächtigsten Männer der Welt zu ihren persönlichen Freunden zählte und dabei stets von einer Aura der Unnahbarkeit umgeben blieb.


Die Lebensgeschichte von Marion Dönhoff ist die Geschichte einer Ausnahmefrau. Doch wer sie erzählt, der erzählt zugleich davon, wie die Bundesrepublik wurde, was sie ist. Nur wenige Menschen haben die Werte, auf denen nach der Diktatur die Demokratie gegründet wurde, so entschieden und so leidenschaftlich vertreten, mitgestaltet und vorgelebt wie Marion Dönhoff. Das Erbe Preußens und das Erbe des Widerstandes fließen in dieses Ringen um ein anderes, besseres Deutschland ebenso ein wie der Drang nach Freiheit und die Überzeugung, dass die Zukunft Deutschlands im transatlantischen Westen liegt. Zugleich war die „Gräfin“ ein Genie der Freundschaft und von einer unerschütterlichen Treue. Auch davon erzählt diese hinreißend geschriebene Biographie.


Gunter Hofmann war bis 2008 Chefkorrespondent der Wochenzeitschrift DIE ZEIT. 2003 erhielt er für sein Buch „Abschiede, Anfänge – Die Bundesrepublik. Eine Anatomie“ den Preis der Friedrich-Ebert-Stiftung für das beste politische Buch des Jahres. Sein Buch „Helmut Schmidt. Soldat, Kanzler, Ikone“ (2015) war wochenlang auf den Bestsellerlisten.


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Montag, 20. Mai 2019, 19.00 Uhr


Belarussischer Abend



Moderne Dichtung, Politik, Geschichte

Der Dichter Dmitri Strozev

im Gespräch mit

Alla Vaysband, Vorsitzende des Vereins Europa GrenzenLos e.V.


Übersetzung: Nadja Simon


Gedichte lesen: der Autor und der Übersetzer Andreas Weihe - deutsch

Dmitri Strozev, geb. in Minsk am 12. April 1963, ist vom Beruf Architekt. Er studierte an der Belarussischen Politechnischen Universität. Seit Mitte der 1990er Jahre ist er als Verleger tätig; er gründete den Виноград-(Weintrauben-)Verlag, zu dessen Programm u.a. Poesie und religiöse Literatur gehören. Bekannt geworden ist er durch die effektvolle Vortragsart seiner Gedichte, die er „poetische Tänze“ nennt und auch selbst vertont und singt.

Für seinen Gedichtband «850 строк» (850 Zeilen) bekam er den Russischen Preis 2008. Er veröffentlichte acht Gedichtbände, zwei CDs mit eigenen Liedern und Tänzen sowie 2002 - zusammen mit Elena Frolova - das Multimedia-Projekt „«Убогие песни» [Miserable Songs].

Dmitri Strozev ist Herausgeber der Almanach- und Poesieserie "Minsker Schule" sowie Mitglied des belarussischen PEN-Zentrums und des Verbandes der belarussischen Schriftsteller. Sein Name stand auf der Shortlist des Andrei Bely-Preises (2009), 2010 und 2013 auf der des „Moskauer-Konto“-Preises und 2010 auf der des M. Voloshin International Prize. Seine Gedichte wurden ins Belarussische, Englische, Italienische, Deutsche, Polnische, Ukrainische, Französische und Schwedische übersetzt. Dmitri Strozev ist Kurator des „Pamiezhzha“- [dt.: Grenzland]-Festivals der christlichen Kultur.

Europa GrenzenLos e.V. ist ein 2006 in Dortmund gegründeter deutsch-ukrainisch-belarussischer gemeinnütziger Verein zur Förderung des interkulturellen Dialoges in der Ukraine und in Belarus. Er realisiert verschiedene Kultur- und Austauschprojekte in den beiden postsowjetischen Ländern und unterstützt dort zivilgesellschaftliche Initiativen. Seit 2014 führt er humanitäre Projekte für die Ukraine durch und unterstützt finanziell und humanitär ein Behindertenheim in der ukrainischen Kleinstadt Ladyzhin sowie Binnenvertriebene aus der Ostukraine und Krim.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger


Donnerstag, 23. Mai 2019, 19.00 Uhr

Vortrag

Foto: Thomas Grabka

Fünf Jahre Okkupation der Krim: Vergangenheit und Gegenwart


mit


Prof. Dr. Otto Luchterhandt als Referent


und Prof. Dr. Gerhard Simon als Moderator


Fünf Jahre russische Annexion der Krim und fünf Jahre Krieg im Osten der Ukraine


Im Februar 2014 siegte in Kiew der revolutionäre Aufbruch des Euromajdan, Präsident Janukovytsch floh nach Russland. Die neue Ukraine würde sich in die EU und Nato integrieren – das waren das Ziel und die Erwartung der Sieger vom Majdan.


Russland dagegen war entschlossen, den endgültigen „Verlust“ der Ukraine nicht hinzunehmen. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion besetzte und annektierte Russland die Krim. Große Landstriche im Industrierevier des Donbas spalteten sich unter russischer militärischer Führung von Kiew ab. Dieser Krieg dauert bis heute fort.


Russland hat Grundprinzipien des Völkerrechts verletzt und verändert unter Anwendung militärischer Gewalt die Landkarte Europas. Der Kreml rechtfertigt die Annexion der Krim mit einem Referendum, bei dem eine erdrückende Mehrheit für die Lostrennung von der Ukraine gestimmt habe. Ebenso sei die Mehrheit der Bevölkerung des Donbas prorussisch und antiukrainisch. Seit Herbst 2018 hat Moskau den Krieg durch Militäraktionen in der Straße von Kertsch und im Asowschen Meer weiter eskaliert.


Wie ist die russische Argumentation völkerrechtlich einzuschätzen? Warum gelingt es nicht, die Minsker Vereinbarungen umzusetzen? Ist nach den Wahlen in der Ukraine ein Ende des Krieges denkbar?


Über diese und damit verbundene Probleme referiert Prof. Dr. Otto Luchterhandt, Universität Hamburg. Er ist der führende deutsche Jurist auf diesem Gebiet, der Maßstäbe für die Erforschung der postkommunistischen Rechtsordnungen
gesetzt hat. Er hat sich zugleich als juristischer und politischer Berater im In- und Ausland einen Namen gemacht.


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Mittwoch, 05. Juni 2019, 19.00 Uhr

Vortrag und Diskussion

Universität zu Köln, Albertus-Magnus-Platz, Hörsaal XIa

NGOs als Instrument der

Einflussnahme Russlands

Vortrag und Diskussion mit

Olga Shorina
bis 2018 Geschäftsführerin der Boris Nemzov Stiftung, Bonn

Veranstalter: Freiheitskämpfer e.V., Köln; Cologne-Bonn Centre for Central and Eastern Europe (CCCEE) der Uni Köln und Lew Kopelew Forum


Moderation: Anna Skripchenko
Doktorandin an der Abteilung für Demokratieforschung der Universität Bonn

Veranstaltung in russischer und deutscher Sprache

Übersetzung: Nadja Simon

Aus dem Bericht:

„Der Kreml nutzt NGOs, um seine Ziele innerhalb und außerhalb Russlands zu erreichen. Im Inland unterstützen Pro-Kreml-NGOs die russische Regierung und deuten auf die Anwesenheit eines aktiven dritten [gesellschaftlichen] Sektors hin. International gelten sie als wesentlicher Bestandteil des Kleptokratie-Netzwerkes im Kreml, da sie ausländische Akteure anlocken und lokale Partner finanzieren. Darüber hinaus manipulieren Pro-Kreml-NGOs offene Gesellschaften, um die Ansichten des Kremls zu unterstützen, Unstimmigkeiten zu rühren und internationale Gemeinschaften von wichtigeren Themen abzulenken. Ungeachtet ihrer Hauptziele nehmen Kreml-NGOs unabhängigen NGOs Ressourcen weg, marginalisieren Diskussionen über Menschenrechte, untergraben demokratische Normen und dienen als Schlüsselinstrument für die Verbreitung der Kreml-Propaganda und Desinformation.“

Olga Shorina ist Mitbegründerin der Boris Nemtsov Stiftung für Freiheit und Fellow der Free Russia Foundation

Eintritt frei


Donnerstag, 06. Juni 2019, 19.00 Uhr

Vortrag und Diskussion


Russische Medien in Deutschland - unabhängiger Journalismus oder politisches Instrument?

Vortrag und Diskussion mit


Dr. Susanne Spahn

Moderation: Robert Baag, freier Journalist mit Osteuropa-Schwerpunkt





Russland betreibt mit erheblichem finanziellem und personellem Aufwand in Deutschland eigene Medienarbeit mit dem Ziel, ein „alternatives“ Bild von Russland, Deutschland und der Welt zu vermitteln. Tatsächlich wird ein äußerst negatives Bild von Deutschland und ein positives von Russland transportiert. Manipulierte und falsche Informationen gehören zum Werkzeug. Die russischen Medien verbreiten keine alternativen Meinungen, sondern die offizielle Linie der russischen Regierung.

Sind russische Medien wie RT Deutsch und Sputnik in Deutschland erfolgreich? Sie treffen bei uns auf ein Publikum, das teilweise pro-russisch eingestellt ist und den deutschen Medien kritisch bis ablehnend gegenübersteht. Darüber hinaus appellieren die russischen Medien insbesondere an die Anhänger der Parteien am rechten und linken Rand (AfD und Die Linke). Publizisten und Politikern bei uns, die sich zum Beispiel gegen Russlandsanktionen aussprechen, bieten diese Medien zudem eine Plattform zur Verbreitung ihrer Position.

Ebenso wie innerhalb Russlands spielt das negative Bild von der Ukraine für die russischen Medien in Deutschland eine zentrale Rolle. Die Ukraine wird als gescheiterter Staat präsentiert, der in Korruption, Elend und Chaos versinkt.

Über diese und ähnliche Probleme wird Dr. Susanne Spahn referieren und diskutieren. Sie hat sich durch mehrere Publikationen und Medienauftritte zu diesen Themen einen Namen gemacht. Sie hat in Köln promoviert und lebt als freie Wissenschaftlerin und Journalistin Berlin.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger


Donnerstag, 13. Juni 2019, 19.00 Uhr

Buchvorstellung und Gespräch mit dem Herausgeber

Diese Zeilen sind mein ganzes Leben…


Briefe aus dem Gulag

Mit unveröffentlichten Lagerbriefen von Jewgenia Ginsburg

Metropol Verlag, Berlin 2019

Buchvorstellung und Gespräch mit dem Herausgeber Dr. Meinhard Stark


und dem Zeitzeugen

Ernst-Friedrich Wirth

Moderation: Prof. Dittmar Dahlmann

Annähernd 900 Briefe aus dem Gulag, geschrieben von 96 Gefangenen, hat Meinhard Stark über die Jahre gesammelt oder in Archiven in Russland, Polen, Litauen und Deutschland ausfindig gemacht. Zu den typischen Merkmalen, die den Briefwechsel zwischen Häftlingen und ihren Angehörigen prägen, gehören zum Teil sehr lange Abstände zwischen geschriebenen und empfangenen Briefen, aufreibendes Warten und emotionale Wechselstimmungen, aber auch strenge Haftinstruktionen und eine unerbittliche Zensur. Stellvertretend für ihre Mitgefangenen kommen in der Edition neben Jewgenia Ginsburg 17 Frauen und Männer verschiedener Nationalität mit ihren Botschaften aus dem Gulag zu Wort. Ihre Zeilen sind ein authentisches Zeugnis damaliger Wahrnehmungen und Empfindungen ebenso wie einer tiefen Menschlichkeit der unschuldig Inhaftierten.

Ernst-Friedrich Wirth (geb. 1932) wurde am 21. April 1952 von Angehörigen der sowjetischen Sicherheitsorgane in Leipzig verhaftet und musste zunächst im Lagerkomplex von Workuta schwerste Zwangsarbeit leisten, bis er im Januar 1956 die Rückfahrt nach Deutschland antreten durfte.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Freitag, 21. Juni 2019, 19.00 Uhr

Gespräch


Dr. Ihor Kozlovskyi aus Donetsk

und Kyiv zu Gast im LKF!

Das Gespräch wird von

Prof. Gerhard Simon moderiert

Verdolmetschung Ukrainisch-Deutsch: Nadja Simon

Ihor Kozlovskyi ist einer der bekanntesten Bürgerrechtler und politischen Aktivisten in der Ukraine.

Geboren 1954 in Makiivka, Gebiet Donetsk, war der Historiker und Religionswissenschaftler zwei Jahre lang vom Okkupationsregime in Donetsk eingekerkert. Die Anklage lautete „politische Unzuverlässigkeit“: Er hatte nach Kriegsausbruch 2014 pro-ukrainische Studierende an der Universität Donetsk um sich geschart. In der Haft wurde er gefoltert; das Urteil lautete auf 2,8 Jahre Lagerhaft. Im Dezember 2018 wurde er im Zuge eines Gefangenenaustausches befreit.

Ihor Kozlovskyi, der jetzt als leitender Wissenschaftler in der Abteilung für Religionswissenschaft des Instituts für Philosophie der Akademie der Wissenschaften der Ukraine tätig ist, wird aus seinem Leben berichten. Im Mittelpunkt stehen die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in der besetzten und vom Krieg zerrissenen Stadt Donetsk. Ihor Kozlovskyi (der übrigens sowohl Russisch als auch Ukrainisch einwandfrei vortragen kann) wird darüber hinaus auch zu den aktuellen Entwicklungen in der Ukraine zwischen Präsidenten- und Parlamentswahlen Stellung nehmen.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Dienstag, 25. Juni 2019, 19.00 Uhr

Vernissage



Das deutsche Wolgagebiet

Eine unvollendete Fotogeschichte

Fotoausstellung zum 100. Jahrestag der Wolga-Deutschen Autonomie

Gespräch mit

Olga Martens, Herausgeberin von „Moskauer Deutsche Zeitung“,


Heiko Hendriks, Beauftragter für die Belange von deutschen Heimatvertriebenen, Aussiedlern und Spätaussiedlern in NRW und


Moderation:

Katharina Heinrich, Osteuropa-Historikerin, LKF-Beirat

Felix Riefer, Politologe, Promovend an der Universität zu Köln, LKF-Beirat

Die Ausstellung zeigt einzigartige historische Fotografien aus russischen und deutschen Staatsarchiven aus dem Leben der Wolgadeutschen. Viele der Fotografien wurden erstmals öffentlich gezeigt. Sie sind Zeugnis des traditionellen deutschen Lebens während der Hungersnot von 1921–1922, des Aufbaus und der Entwicklung von Landwirtschaft und Industrie der Republik und vieler anderen Aspekten des Lebens in der deutschen Autonomie.

Mit dem Manifest von Katharina der Großen im Jahr 1763, das Ausländern erlaubte, sich im Russischen Zarenreich niederzulassen, siedelten tausende Europäer in den Folgejahren in das Wolgagebiet. Ein erheblicher Teil der Einwanderer stammte aus dem heutigen Deutschland, und im Jahr 1918 wurde auf dem Territorium der Wolgaregion eine national-territoriale Autonomie geschaffen. Ursprünglich erhielt sie den Namen „Autonome Region der Wolgadeutschen“. Von Januar 1924 bis September 1941 hieß sie „Autonome Sozialistische Sowjetrepublik der Wolgadeutschen“. Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs in der UdSSR erließ Stalin ein Dekret, wonach Sowjetdeutsche nach Sibirien und Kasachstan zu deportieren sind. Die Ausstellung erzählt auch vom Schicksal der deportierten Russlanddeutschen und wie es ihnen gelang, ihre deutschen Traditionen über die Jahrhunderte zu bewahren.

Begleitet wird die Ausstellung von einem Fotoalbum, das die Geschichte deutscher Autonomie an der Wolga mit ihren Höhe- und Tiefpunkten dokumentiert.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger


Dauer der Ausstellung: 26.06.19 – 16.07.19, Öffnungszeiten: mo-do 12.00 – 18.00, fr 12.00 – 17.00, sowie nach Vereinbarung und während der Veranstaltungen

Kontakt

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50667 Köln


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