Veranstaltungen 2021




Dienstag, 16. Februar 2021, 20.00 Uhr

Online-Vortrag und Diskussion



Alexei Nawalny und die neue Protestwelle in Russland


Bild: „Freiheit für Nawalny!“ Ein Aufruf zur Protestaktion am 31. Januar 2021. Tausende folgten diesem Ruf und gingen auf die Straßen. Quelle: www.navalny.com


Online-Vortrag und Diskussion

mit

Ina Ruck, Leiterin des ARD-Studios in Moskau und

Sabine Adler, Osteuropa-Redakteurin und Journalistin, Deutschlandradio

Moderation: Thomas Roth
Vorsitzender des Lew Kopelew Forums e.V., ehemaliger Tagesthemen-Moderator

Die Vergiftung des russischen Oppositionspolitikers Alexei Nawalny und seine Verhaftung unmittelbar nach seiner Rückkehr aus Deutschland nach Russland am Flughafen Sheremetjewo haben in mehreren Städten Russlands eine große Protestwelle ausgelöst. Das Regime ging mit aller Härte gegen die Demonstranten vor, Tausende Menschen wurden verhaftet. Das Neue bei den Protesten: Nawalny ist es gelungen, die Menschen aus unterschiedlichen Kreisen der Gesellschaft zu mobilisieren. Viele von ihnen sind zum ersten Mal auf die Straße gegangen und verstehen sich nicht als Unterstützer Nawalnys, sondern wollen sich gegen die Korruption und die Unterdrückung in ihrem Staat zur Wehr setzen. Mit spektakulären Videos über Recherchen im Fall der eigenen Vergiftung durch russische Geheimdienste sowie den Bau eines geheimen Palastes an der Schwarzmeerküste, den er Putin zurechnet (letzteres wurde inzwischen mehr als 100 Millionen Mal auf Youtube abgerufen), ist es Alexei Nawalny gelungen zu zeigen, dass die alten autoritären Herrschaftspraktiken und die KGB Methoden der Einschüchterung im digitalen Zeitalter eindeutig der Vergangenheit angehören.

Doch es werden in Russland auch andere Stimmen laut: Nawalny sei nur gegen Putin, aber nicht gegen das Regime, er sehe Russland in der Zukunft als Imperium und seine politischen Ansichten seien alles andere als demokratisch und liberal. Viele seiner Interviews und Äußerungen sind umstritten. Inwieweit sind diese Behauptungen berechtigt? Wird Alexei Nawalny zum Symbol des neuen Russlands? Und warum hat das Putin-Regime so viel Angst vor ihm und vor den Protesten, die von ihm inspiriert wurden?

Darüber diskutieren Osteuropa-Journalistinnen und Russland-Expertinnen Ina Ruck und Sabine Adler mit dem Vorsitzenden des Lew Kopelew Forums, dem ehemaligen langjährigen ARD-Korrespondenten in Russland Thomas Roth.

Sabine Adler (geb.1963) ist eine ausgewiesene journalistische Kennerin Osteuropas. Sie berichtet seit Anfang 2015 von Berlin aus über diese Region für die drei Programme von Deutschlandradio. Viele Hörerinnen und Hörer kennen sie zudem als ehemalige Russland-, Polen- und Ukraine-Korrespondentin sowie als frühere Leiterin des Hauptstadtstudios von Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova.

Ina Ruck (geb.1962) studierte Slawistik, Politikwissenschaft und Publizistik in Münster, Moskau, Wien und Oxford. Seit Mitte der 1990er Jahre arbeitete sie erst als Fernsehkorrespondentin und anschließend als Leiterin des ARD-Studios in Moskau. Von 2015 bis 2017 war Ina Ruck Leiterin des ARD-Studios in Washington. Seit 2017 leitet sie wieder das ARD-Studio in Moskau.

Um an der Veranstaltung teilzunehmen melden Sie sich bitte unter dem folgenden Link an:

https://zoom.us/webinar/register/WN_N5TZOW6rTfeGEZdz5EiTQA

Nach der Registrierung erhalten Sie eine Bestätigungs-E-Mail mit Informationen über die Teilnahme am Meeting.


Liebe Mitglieder und Russland-Interessierte,

die aktuelle Lage in Russland ist sehr angespannt. Im ganzen Land gehen Menschen auf die Straße, um gegen Korruption und die unrechtmäßige Verurteilung des Oppositionellen Alexey Nawalny zu protestieren.

Seit Tagen werden russlandweit friedliche Demonstranten von der Polizei brutal misshandelt, in Gefängnissen festgehalten, mit absurden Strafen belegt.

Die NGO OVD-Info unterstützt seit Ende 2011 Personen, die in die Mühlen der russischen Justiz geraten und politisch verfolgt werden. Bei staatlichen Übergriffen, etwa bei Haussuchungen und vor allem bei öffentlichen Protesten stellt sie Hotlines zur Verfügung, damit Festgenommene mitteilen können, wo sie sich befinden und in welches Polizeirevier sie ggf. gebracht wurden. In all diesen Fällen leistet OVD-Info juristische Hilfe, besorgt Anwälte, und sorgt zeitnah für Öffentlichkeit. Dadurch ist OVD-Info inzwischen zur meist zitierten Quelle in westeuropäischen Medienberichten über Demonstrationen und Festnahmen in Russland geworden.

Wir glauben, dass es im Sinne Lew Kopelews wäre, die wertvolle Arbeit von OVD-Info zum Beispiel mit einer Spende zu unterstützen. Eine Möglichkeit, dies zu tun, gibt es hier:

https://donate.ovdinfo.org/en

Ihr Lew Kopelew Forum

Die Mitarbeiter von OVD-Info waren schon mehrfach bei uns im Lew Kopelew Forum, um Ihre Arbeit vorzustellen.

Kontakt

Lew Kopelew Forum
Neumarkt 18
50667 Köln


Tel. (0221) 2 57 67 67
Fax. (0221) 2 57 67 68
info@113d293067d743d5b4f9d4465d0902a2kopelew-forum.de  



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