Veranstaltungen 2020


Samstag, 11. Januar 2020, 17.00 Uhr

Kammerkonzert


Poesie des Klanges

Kammerkonzert anlässlich des 130. Jubiläums des ukrainischen Komponisten

Lewko Rewuzkyj

Es spielen:


Olga Glibovych – Violine,
Emanuel Matz – Violoncello und Yaromyr Bozhenko – Klavier


Moderation: Mariya Kautz
Musikwissenschaftlerin, Doktorandin der Universität zu Köln

Das Dasein unabhängiger Künstler in einem totalitären Regime ist gekennzeichnet durch Unterdrückung und existentielle Unsicherheit, da sie ständiger misstrauischer Beobachtung durch die Behörden ausgesetzt sind. So steht das Leben des ukrainischen Komponisten Lewko Rewuzkyj exemplarisch für viele Komponisten der Ukraine in der Sowjetzeit. Einerseits erhielt er höchste Auszeichnungen, andererseits lebte er als Komponist in der inneren Emigration. Seine besten Werke komponierte er in der frühen Schaffensphase, bis 1930. Später entstanden nur noch vereinzelte Kompositionen, die Rewuzkyj selbst als „gelungen“ empfand.

Die Biographie seines Kollegen Wasyl Barwinskyj ist auf eine andere Art tragisch. Barwinskyj ist bekannt als „Komponist ohne Noten“: Alle seine Handschriften wurden von KGB 1948 im Hof des Konservatoriums in Lviv verbrannt. Zehn Jahre waren er und seine Ehefrau Natalija im Gulag inhaftiert, in der Tauwetterperiode kamen sie frei. Sein restliches Leben widmete Barwinskyj der Rekonstruktion eigener Werke und der Suche nach seinen in der ganzen Welt verstreuten Kompositionen.

Im Kontext der europäischen Musikgeschichte hinterließen beide Komponisten großartige musikalische Meisterwerke, die es zu entdecken gilt. Ihre Musiksprache verbindet spätromantische und impressionistische Tonwelten mit modernen Anklängen. In der Interpretation von Olga Glibovych, Emanuel Matz und Yaromyr Bozhenko klingt diese Musik besonders – besonders authentisch.

Programm

Lewko Rewuzkyj:


Intermezzo für Violine und Klavier (1955)
Ballade für Violoncello und Klavier (1933)
Präludien op. 4, Nr. 1 Des-Dur und Nr. 2 fis-moll, aus: 3 Präludien op. 4 (1915); Bearbeitung für Klaviertrio von Yaromyr Bozhenko (2019)
Sonate für Klavier op. 1 h-moll (1912/1948-49)


Pause

Wasyl Barwinskyj:


Sonate für Violoncello fis-moll (1926)

Lewko Rewuzkyj, geb. 8.02./20.02.1889 in Irschawez bei Poltawa, Russisches Kaiserreich; gest. 30.03.1977 in Kyiv, UdSSR.

Er studierte am Konservatorium von Kyiv zunächst Klavier und dann, bis 1916, Komposition. Ab 1924 unterrichtete Rewuzkyj am Lysenko-Institut für Musik und Drama, 1935 wurde er Professor am Kyiver Konservatorium. Während der kriegsbedingten Evakuierung leitete er 1941 bis 1944 die Abteilung Komposition und Musiktheorie am Konservatorium in Taschkent. Am bekanntesten sind seine zwei Sinfonien, zwei Klavierkonzerte, vertonte Gedichte sowie Bearbeitungen von ukrainischen Volksmelodien. Rewuzkyj gilt als Kopf einer ganzen Komponistengeneration: Zu seinen Schülern zählten die begabtesten Musiker seiner Zeit wie Leonid Hrabowskyj, Platon Majboroda, Mykola Dremljuha, Witalij Kyrejko. Lewko Rewuzkyj starb 88-jährig in Kyiv.

Wasyl Barwinskyj, geb. 1888 in Ternopil, Österreich-Ungarn, Kronland Königreich Galizien und Lodomerien; gest. 1963 in Lviv, Ukrainische SSR,


Barwinskyj gehört zu den Klassikern der ukrainischen Musik. Er begann Anfang des 20. Jh. zu komponieren; sein Stil ähnelt den anderen europäischen Komponisten dieser Zeit, wie Claude Debussy, Max Reger, Ferruccio Busoni. Gleichzeitig benutzte Barwinskyj in eigenen Werken gerne ukrainische Volksmelodien, die er mit den harmonischen und polyphonischen Klängen des 20. Jahrhunderts verband. Sein künstlerischer Beitrag für die Kammermusik ist bedeutend. Der Komponist hat Werke für unterschiedliche Ensembles geschrieben: Duos für Geige u. Klavier, Trios, Quartette, Quintette und Sextette. Aber seine musikalische Liebe galt Cello mit Klavier. Die Kammermusik von Barwinskyj war in den 1930er Jahren bekannt und wurde in Europa vielerorts gespielt. Seine Werke wurden von österreichischen, amerikanischen und japanischen Verlagen herausgegeben. Die Musik von Wasyl Barwinskyj wird nach und nach von immer mehr Pianisten, Ensembles, sowie Chören und Sängern entdeckt und aufgeführt.


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Dienstag, 28. Januar 2020, 18.00 Uhr

Filmvorführung und Gespräch mit dem Regisseur

Nicolas Miletitch


Auf den Erfolg unserer hoffnungslosen Sache!

Doku, Frankreich; 81‘; 2018; Sprache: russisch mit englischen Untertiteln;

Regie: Nicolas Miletitch u. Jewgenij Golinkin; Buch: Nicolas Miletitch; Kamera: Naira Dawlaschjan, Andrej Borodulin u.a.; Produzent: Nicolas Miletitch

Moderation: Maria Birger, Historikerin, Doktorandin an der Humboldt Universität zu Berlin, LKF-Beirat

Dies ist ein Film über sowjetische Dissidenten - eine nicht allzu große Gruppe von Menschen, die den Mut und die Kraft hatten, in den 1960er bis 1980er Jahren für Freiheit und Menschenrechte in der Sowjetunion zu kämpfen, als der KGB allmächtig war und die Proteste einzelner Aktivisten hoffnungslos schienen. Einige von ihnen sind auf der ganzen Welt bekannt: der Atomphysiker Andrej Sacharow oder der Schriftsteller Alexander Solschenizyn. Aber hinter ihnen standen Hunderte von anderen, die ihre Freiheit riskierten, Jahre in Arbeitslagern und psychiatrischen Anstalten einsaßen und ihren Glauben und ihre Ideale verteidigten. Russen, Ukrainer, Juden, Orthodoxe, Adventisten ... Sie gaben Untergrundzeitschriften heraus, waren Mitglieder verbotener religiöser Organisationen, kämpften für ihr Recht, ihre Ansichten offen zu äußern, und ihre Sprache und Kultur zu bewahren. Die Geschichten dieser Menschen bilden die Geschichte der Widerstandsbewegung, die Geschichte des Kampfes für die Freiheit in einem nicht freien Land.

„Im Grunde war unsere Welt sehr einfach konstruiert. Es gab Leute, die bereit waren, mit einer Gefängnisstrafe für eine solch flüchtige Sache wie das Selbstwertgefühl zu bezahlen. Und es gab diejenigen, die dazu nicht bereit waren. Das ist alles. Ich mache den Letzteren keine Vorwürfe. Der Mensch ist von Natur aus schwach “, sagt Dissident Sergei Kowaljow.

Heute sind sie und ihr Lieblingstoast "Auf den Erfolg unserer hoffnungslosen Sache!" größtenteils vergessen. Aber ohne sie hätte es vielleicht in den 1980er Jahren in der UdSSR keine historischen Veränderungen gegeben.

Im Film sind zu sehen: Alexander Lawut, Ljudmila Alexejewa, Sergei Kowaljow, Natalia Gorbanewskaja, Joseph Begun, Vater Gleb Jakunin, Juri Orlow, Rostislav Galetsky, Vera Laschkowa, Alexander Ogorodnikow, Arina Ginzburg, Alexander Podrabinek, Wassil Owsienko, Semion Gluzman und Nikolas Miletitch.

Nicolas Miletitch wurde 1953 in Paris geboren. Seit 1977 arbeitet er bei der Nachrichtenagentur Agence France Presse. 1978-1981 war er Korrespondent von France Presse in Moskau, von wo aus er aufgrund seiner Verbindungen zu Dissidenten ausgewiesen wurde. Später leitete er das Büro der Agentur in Belgrad (1988-1994) und berichtete über den Fall des kommunistischen Regimes in Albanien und über die jugoslawischen Kriege. Aus Belgrad wurde Miletitch von Slobodan Milosevic ausgewiesen und ging nach Moskau, wo er das Büro der Agence France Presse leitete (1994-2001). Von 2006 bis Juni 2009 war er Chefredakteur der AFP. Von 2010 bis 2018 leitete er wieder das Büro der Agentur in Moskau.

Filmographie

2018 - Auf den Erfolg unserer hoffnungslosen Sache (zusammen mit Jewgenij Golynkin)
2008 - Die geheime Geschichte des Archipels Gulag (zusammen mit Jean Crépu)

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger


Donnerstag, 30. Januar 2020, 19.00 Uhr

Kammerkonzert

Ievgeniia Iermachkova

Bild: Maryna Chorna

Kammerkonzert


zwischen Krieg und Frieden


Bohdan Shalyha
Violine


Ievgeniia Iermachkova
Klavier


Programm:


Francis Poulenc
Sonate für Violine und Klavier (1943)  Allegro con fuoco - Intermezzo - Presto tragic

Sergey Prokofjew
Sonate für Violine und Klavier Nr.2 op.94a

Moderato - Scherzo. Presto
Andante - Allegro con brio


Lera Auerbach
Sonate für Violine und Klavier Nr.2 ‚den 11.September ’


UKB: 7,50 € / 5,00 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten, Rentner und ALG-II-Empfänger
Mitglieder der Anton Rubinstein Akademie Frei



Montag, 03. Februar 2020, 19:00 Uhr

Buchvorstellung und Gespräch mit dem Autor

Foto: Mike Wolff

Die Moskauer

Wie das Stalintrauma die DDR prägte

S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2019

Buchvorstellung und Gespräch mit dem Autor

Dr. Andreas Petersen


Gescheitert ist die DDR auch am stalinistischen Trauma. Der Historiker und Publizist Andreas Petersen erzählt, wie es dazu kam, und erkundet das Trauma der DDR-Gründergeneration um Pieck und Ulbricht.

Sie hatten in Moskau und der Sowjetunion die Jahre des Terrors erlebt, in denen Stalin mehr absolute Spitzenkader der KPD ermorden ließ als Hitler. Angst und Verrat wurden für die Exilanten aus Deutschland zum Schreckensalltag.

Ab 1945 übernahmen die zurückgekehrten „Moskauer“ die Führung in der sowjetisch besetzten Zone. Sie setzen sich durch gegen die KZ-Überlebenden und Westemigranten in der Partei. Die ersten Jahre waren Stalin-Jahre, Zweifel und Fragen waren in der neu gegründeten SED nicht erwünscht. Die „Moskauer“verheimlichten die sowjetische Realität, die Denunziationen, auch die eigenen, und wussten doch von ihren unschuldigen Mitgenossen in den Lagern, Gefängnissen und Erschießungskellern. Ein Mantel des Schweigens legte sich über den neuen Staat.

Fesselnd schildert Andreas Petersen dieses Gründungstrauma und seine Folgen – ein lebendiges Psychogramm der führenden SED-Funktionäre, das seine Auswirkungen auf die frühe DDR hatte. Darüber ist bis heute wenig bekannt. Ein aufrüttelndes Buch, das dazu beitragen kann, die Geschichte des zweiten deutschen Staates besser zu verstehen.

Pressestimmen:

„Das Buch von Andreas Petersen [...] sollte Pflichtlektüre in den Schulen und für DDR-Nostalgiker werden.“

Werner Schulz, Die Welt – Literarische Welt, 09.11.2019

„Andreas Petersen hat ein wichtiges, notwendiges Buch geschrieben. [...] Über die DDR und ihre Gründungsväter wird man nach der Lektüre dieses klugen Buches anders sprechen müssen.“

Jörg Baberowski, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.06.2019

„Das Ergebnis des Großen Terrors, das beleuchtet Petersen in dem akribisch recherchierten Buch [...], war eine von Stalin atomisierte, total ergebene und widerspruchslose Funktionärskaste.“

Gerd Nowakowski, Der Tagesspiegel, 27.03.2019

Dr. Andreas Petersen (* 1961 in Köln) ist ein deutscher Historiker, Buchautor und Leiter der Geschichtsagentur zeit&zeugen. Er studierte Allgemeine und Osteuropäische Geschichte an der Universität Zürich. Er war Mitarbeiter an der Freien Universität Berlin, Gründungspräsident des Forums für Zeitzeugen in Aarau und ist heute Dozent für Zeitgeschichte an der Fachhochschule Nordwestschweiz. Er publizierte u. a. im Tagesspiegel, dem Tagesanzeiger und der Neuen Zürcher Zeitung.

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger


Freitag, 21. Februar 2020, 19.00 Uhr

Gespräch

mit dem ukrainischen Aktivsten und ehemaligen politischen Gefangenen in
Russland


Wolodymyr Baluch (Krim)


Moderation: Vera Ammer,
LKF-Beirat, Vorstandsmitglied Memorial International


Übersetzung aus dem Ukrainischen: Nadja Simon


„Im Gefängnis habe ich verstanden, dass die Ukraine keineswegs das Recht hat, auf ihre
[die russischen] Taten spiegelbildlich zu reagieren, wie der Kreml gerne sagt. Man kann das Böse nicht mit dem Bösen besiegen.“


Wolodymyr Baluch (geb. 1971) machte nach der Krim-Annexion keinen Hehl aus seiner
proukrainischen Haltung. Er bestand darauf, seinen ukrainischen Pass zu behalten. Wiederholt brachte er auf dem Dach seines Hauses im Dorf Serebrjanka auf der Krim eine ukrainische Fahne an. Immer wieder war er Drangsalierungen, darunter Haussuchungen und vorübergehenden Festnahmen, ausgesetzt.


Nachdem er im November 2016 ein Schild mit der Aufschrift „Straße der Helden der
himmlischen Hundert, 18“ an der Hauswand angebracht hatte, wurde er im Dezember
verhaftet und wegen angeblichen Waffen- und Sprengstoffbesitzes zu drei Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt. In einem weiteren Verfahren in der Haft – ihm wurde unterstellt, einen Vollzugsbeamten tätlich angegriffen zu haben – erhielt er eine Haftstrafe von fünf Jahren. In der Haft trat er mehrfach in den Hungerstreik.


Am 7. September 2019 wurde er im Rahmen eines Gefangenenaustauschs zwischen
Russland und der Ukraine zusammen mit Oleh Senzow freigelassen.
„Wenn niemand zeigt, was auf der Krim mit einer Person, die ihre Position offen zum
Ausdruck bringt, passieren kann, wird sich auf der Welt die irrige Vorstellung durchsetzen, dass die Krimbewohner mit der Besetzung einverstanden sind und sich darüber freuen.“
(liga.net, 12. September 2019)


Wolodymyr Baluch wird über seine Erfahrung in russischer Haft in Moskau und Torzhok sowie über die Situation auf der Krim und die aktuelle politische Situation in der Ukraine berichten.


UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Donnerstag, 27. Februar 2020, 19:00 Uhr

Filmvorführung

Ort: Filmforum, Museum Ludwig, Bischofsgartenstraße 1, 50667 Köln


Russlands Millenniumskinder

Ein Dokumentarfilm von Irene Langemann
Deutschland 2019, 90 Minuten

Filmvorführung und Diskussion

Eine WDR-Veranstaltung in Kooperation mit dem Lew Kopelew Forum e.V.,
der Filmsociety des Kunstsalon e.V. und Lichtfilm.

Russische Jugendliche, die an dem Tag und in der Zeit um die Jahrtausendwende geboren wurden, kennen nur den Ex-KGB Mann Wladimir Putin an den Schalthebeln der Macht. Doch ähnlich wie Gleichaltrige im Westen gehören sie zur Internetgeneration, haben Zugang zu Informationen, die in den staatlich gelenkten Medien Russlands keinen Platz haben.

Wie denkt und fühlt die Generation Putin? Wie möchte sie in dem scheinbar erstarkten, aber dennoch nicht stabilen Land leben? Von St. Petersburg bis Ostsibirien portraitiert der Film unterschiedliche Vertreter dieser Generation: Da ist der glühende Verehrer Putins, der es für richtig hält, dass die staatlich gesteuerte Propaganda einen Mythos um den ewigen Herrscher erschaffen hat. Die leidenschaftliche Aktivistin der Opposition hingegen hält Putin und seine Unterstützer für eine ‚kriminelle Bande‘, die mit verbrecherischen Methoden Reichtum angehäuft hat und das Volk verarmen lässt.

Thomas Roth, der Vorstandsvorsitzende des Lew Kopelew Forums und ehemaliger Leiter des Studios der ARD in Moskau schreibt über den Film:

Milleniumskinder - Ein Blick auf Russlands Zukunft

Ich erinnere mich noch gut an die „Milleniumsnacht“. Als Moskaukorrespondent auf Weihnachtsurlaub in Köln stand ich plötzlich im WDR Studio, da der russische Präsident Boris Jelzin im russischen Fernsehen überraschend seinen Rücktritt verkündete und einem gewissen Wladimir Wladimirowitsch Putin das Land übergab. Mit welchem Ergebnis wissen wir heute, 20 Jahre später, zumindest sehr viel besser als damals. Der spannende Film von Irene Langemann versammelt russische Jugendliche, die nur Wladimir Putin an der Macht erlebt haben. Es ist ihre Lebenszeit. Die Autorin und Regisseurin macht das, was alle guten Russlandfilme auszeichnet. Sie reist kreuz und quer durch dieses riesige Land und zeichnet einfühlsame Portraits dieser sehr unterschiedlichen Jugendlichen, durch die man enorm viel über dieses Russland lernt. Und vielleicht sogar ein Stück seiner Zukunft erahnt. Ein überaus sehenswerter Film.

„Russlands Millenniumskinder“ ist eine Produktion von Lichtfilm, in Co-Produktion mit WDR, gefördert von der Film- und Medienstiftung NRW.

Im Anschluss an die Filmvorführung gibt es ein Gespräch mit dem Filmteam (Moderation: Birgit Virnich) und einen kleinen Umtrunk.

Bitte melden Sie sich an unter der E-Mail-Adresse WDR.DOK@WDR.DE

Ausstrahlung WDR Fernsehen: „Russlands Milleniumskinder“, 11.03.2020 um 23:25 Uhr

Eintritt frei



Donnerstag, 5. März 2020, 19:00 Uhr

Szenische Lesung


Warum bist Du nicht bei mir?
Anton Tschechow – Olga Knipper
Ein Liebesroman in Briefen

Eine szenische Lesung mit den Schauspielern
Christiane Lemm und Bernt Hahn

»Die Begegnung mit Olga und die Verbindung mit ihr war für Tschechow ein wundervolles Geschenk des Schicksals« (Natalia Ginzburg).


Olga war 30, als die Bekanntschaft mit Tschechow begann, er 38 und schon im vorgerückten Stadium
seiner Tuberkulose. Gerade fünf Jahre hatten die beiden miteinander, von April 1899 bis zu seinem Tod im Juli 1904. Der traurigen Tatsache, dass sie über viele Monate des Jahres getrennt waren – Olgas Karriere als gefeierte Schauspielerin und Publikumsliebling hielt sie in Moskau, während Tschechow zumindest während der langen Wintermonate seiner Krankheit wegen auf Jalta lebte, - verdanken wir heute diese faszinierende
Korrespondenz: Hunderte von Briefen haben die beiden über die Jahre gewechselt. Vereinbart war ein Brief pro Tag, aber da die Post oft unverhältnismäßig lange dauerte, viele Briefe sich kreuzten, was prompt zu Missverständnissen und nicht ganz ernst zu nehmenden Vorwürfen der Vernachlässigung führte, waren Telegramme oft der Ausweg.


Diese Briefe sind nicht nur sehr liebevoll, spontan, phantasievoll-zärtlich, sondern auch
kulturgeschichtlich sehr informativ, weil Olga Tschechow über sehr vieles berichten musste, u.a. über Theaterproben, Aufführungen, die Reaktion von Presse und Publikum, den Moskauer Alltag und das gesellschaftliche Leben. Die Briefe besitzen einen Zauber, der ganz unmittelbar und heutig ist.


Christiane Lemm und Bernt Hahn waren beide früher Mitglieder in den Ensembles des Schauspiel Köln und des Düsseldorfer Schauspielhauses, bis heute sind sie auch im In– und Ausland gefragte Leser literarischer Texte.

UKB: 7,50 € / 500 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebe Freunde und Freundinnen des Lew Kopelew Forums,

die Sommerpause wird bei uns vom 15. Juli bis einschließlich 10. August 2020 dauern. Der Vorstand, der Beirat und die Geschäftsführerinnen wünschen Ihnen einen erholsamen Urlaub und eine schöne Sommerzeit.

Im August 2020 nehmen wir – selbstverständlich unter Einhaltung aller notwendigen Hygienemaßnahmen – unsere Veranstaltungen wieder auf. In der coronabedingten Veranstaltungspause haben wir die Technik in unseren Räumlichkeiten erneuert, und starten nun in das zweite Halbjahr mit einer neuen, modernen Beschallungsanlage und einer neuen Web-Camera. Ab sofort können Sie unsere Veranstaltungen nicht nur live bei uns in Forum, sondern auch im Live-Stream online erleben. Die Details folgen nach der Sommerpause.

Wir freuen uns darauf, Sie nach der Sommerpause wieder bei uns begrüßen zu können und laden Sie herzlich am 25. August zu einer spannenden Diskussion ein:


Dienstag, 25. August 2020, 19.00 Uhr


Konflikte in der Arktis
Russland, der Klimawandel und seine Folgen

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde e.V.

Vortrag und Vorstellung des neuen OSTEUROPA-Bands

mit Dr. Manfred Sapper (Osteuropa, Berlin)

Moderation: Felix Riefer, Politologe und LKF-Beirat


Der Klimawandel lässt die Eisbedeckung in der Arktis schmelzen. Das hat Folgen für die Umwelt und die wirtschaftliche Erschließung. Russland spielt beim Abbau von Rohstoffen und dem Ausbau der Verkehrswege eine zentrale Rolle. Beobachter warnen, dass es künftig Konflikte und Kriege um Ressourcen und Souveränitätsrechte in der Arktis geben könnte. Die Entfremdung zwischen Russland und dem Westen sowie die wachsende Konkurrenz zwischen China und den USA verschärfen die Lage. Doch diese Entwicklung ist nicht unabwendbar. Dies zeigt ein nüchterner Blick auf den Raum, die Interessen sowie die Bedingungen für Konflikt und Kooperation.

Das ist ein Befund des neuen OSTEUROPA-Bands "Klimawandel und Meeresstrategie. Konflikt und Kooperation in der Arktis", der an diesem Abend vorgestellt wird.

Dr. Manfred Sapper (*1962) studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Soziologie in Frankfurt/Main, Siena und Moskau; er wurde mit einer Arbeit über die Auswirkungen des Afghanistankriegs auf die Sowjetgesellschaft promoviert. Seit 2002 leitet er als Chefredakteur die Zeitschrift Osteuropa mit Sitz in Berlin.


CORONA-HINWEIS: Aufgrund der aktuellen Lage und um den notwendigen Mindestabstand von 1,5 m in unserem Raum einzuhalten, wird die Zahl der Teilnehmer bei unseren Veranstaltungen auf maximal 22 Personen begrenzt.


Wir bitten Sie um eine Anmeldung bis zum 22.08. telefonisch unter 0221 257 67 67 oder per Email unter info@kopelew-forum.de Bitte bringen Sie Ihre Mund-Nase-Bedeckung zur Veranstaltung mit und beachten Sie die Maskenpflicht in der gesamten Neumarkt-Passage. Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Die Veranstaltung wird auf unserer Facebook-Seite live übertragen: https://www.facebook.com/LewKopelewForum

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger



Donnerstag, 27. August 2020, 19.00 Uhr

Online-Diskussion


Auch in Deutschland gingen Tausende Belarusen auf die Straßen, um den friedlichen Protest in ihrer Heimat zu unterstützen, wie hier in Köln am 16.08.2020. Bild: Daria Khrushcheva

Belarus 18 Tage nach der Pseudowahl:
Ein Land auf dem Weg zur Demokratie?

mit Dr. Aliaksandr Dalhoŭski (Geschichtswerkstatt „Leonid Lewin“, Minsk) und

Dr. Felix Ackermann (Deutsches Historisches Institut, Warschau)

Moderation: Dr. Diana Siebert, (Belarus-Historikerin und LKF-Beirat, Köln

http://d.diana-siebert.de/osteuropa/)

„Es lebe Belarus! „Freiheit für alle politischen Gefangenen!“ und über Langzeitpräsidenten Lukaschenka: „Hau ab!“ Über diese Losungen scheinen sich alle einig zu sein -- ob Arbeiterschaft oder Intelligenz, ob in Minsk oder der Provinz. Noch unlängst schienen sich die Bürgerinnen und Bürger der Belarus in ein von Staatswirtschaft und Autoritarismus geprägtes Leben einzufügen. Doch nach den offensichtlichen und sehr groben Wahlfälschungen gingen Hunderttausende auf die Straße. Der Ruf nach freien und fairen Neuwahlen und einer Bestrafung der Verantwortlichen für die massive Polizeigewalt kann nicht mehr niedergeknüppelt und eingesperrt werden.

18 Tage nach der Pseudowahl rücken weitere Fragen in den Fokus. Es geht um nichts Geringeres als den Umbau des Staates und seiner Verwaltung, besonders der Sicherheitsorgane. Welche inneren Kräfte können hier ihren Beitrag leisten? Profitiert von der derzeitigen Schwäche der Lukaschenka-Administration vor allem die russländische Regierung? Droht gar eine hybride Annexion durch Moskau?

Solche Fragen werden wir mit Aliaksandr Dalhoŭski und Felix Ackermann diskutieren. Beide können sowohl die aktuellen Entwicklungen einschätzen als auch über historische Hintergründe und falsche Parallelziehungen mit der Ukraine im Jahr 2014 berichten.

Dr. Aliaksandr Dalhoŭski (geb. 1978) studierte Geschichte, Deutsch, Politische Wissenschaft, Wirtschafts- und Sozialgeschichte in Minsk und Aachen und wurde 2012 in Gießen mit einer Dissertation über Tschernobyl promoviert. Dr. Dalhoŭski forscht zur Geschichte von Belarus im Zweiten Weltkrieg und nach Tschernobyl sowie zur Umweltgeschichte. Zurzeit arbeitet er für die Geschichtswerkstatt „Leonid Lewin“ in Minsk, sowie für die deutsch-belarusische Wanderausstellung „Vernichtungsort Malyj Trostenez. Geschichte und Erinnerung“, an deren Erstellung er wesentlich mitgewirkt hat.

Dr. Felix Ackermann (geb. 1978) ist Kulturwissenschaftler und Osteuropa-Historiker. Er promovierte über die Geschichte der Stadt Grodno an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) und lehrte von 2011-2016 an der belarusischen Exiluniversität European Humanities University in Vilnius. Am Deutschen Historischen Institut Warschau erforscht er derzeit die Geschichte des Gefängniswesens u.a. in Belarus. Er organisierte gemeinsam mit Anika Walke einen von 1117 Wissenschaftler*innen unterschriebenen Brief „International Scholars Call for End to Police Violence and Free Elections in Belarus". Im Rahmen des Projekts „Stimmen aus Belarus“ übersetzt er Zeugnisse aus dem August 2020, die unter http://fb.com/belarusstimmen erscheinen.

Achtung! Keine Präsenz-Veranstaltung!

Um an der Veranstaltung teilzunehmen, bitte benutzen Sie den folgenden Link:

https://zoom.us/j/96118249871?pwd=K251MnkzZmpvalBaQkI0MURUZ3B0Zz09


Meeting-ID: 961 1824 9871
Kenncode: 2527



Mittwoch, 16. September 2020, 19.00 Uhr

Lesung

Foto: Verlag Lijepa Rueč

Russischer Literaturabend

In Zusammenarbeit mit dem Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller NRW

„Immer wiederkehrende Situationen und Empfindungen, die unser Leben bestimmen – Leitmotiv und Wiederholungszwang“

Beiträge von Autorinnen mit multikulturellen Wurzeln

Lesung aus der Anthologie „Mein zweisprachiges Ich“







mit Zaira Aminova, Tatjana Kuschtevskaja, Olga Melik-Tangyan, Agnes Gossen,

Ilona Walger

Moderation: Dr. Pilar Baumeister

Der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller NRW veranstaltet eine Lesungs- und Diskussionsreihe, die sich an die 2019 stattgefundene Reihe über „Veränderungen im Leben“ anschließt.

Die Lesungsreihe befasst sich unter anderem mit Aspekten der psychologischen Literatur und mit den Reaktionen der Autorinnen auf ihnen wohlbekannte Erfahrungen, die thematische Schwerpunkte in ihren Werken bilden.

Es sind insgesamt vier Abendveranstaltungen von 20 Autorinnen und Autoren mit multikulturellen Wurzeln.

Obwohl Deutsch für alle Autorinnen und Autoren die gemeinsame Sprache ist, werden die Künstler nach Nationalitäten vorgestellt. So wird es einen russischen Abend geben, einen französisch-spanischen Abend, einen Balkanabend und einen gemischten Abend mit türkischen, georgischen und mazedonischen Stimmen.

Beim Russischen Literaturabend werden die Autorinnen Zaira Aminova,

Tatjana Kuschtevskaja, Olga Melik-Tangyan, Agnes Gossen und Ilona Walger aus der im November 2019 erschienenen Anthologie „Mein zweisprachiges Ich“ vorlesen und mit dem Publikum über die in ihrem Leben sich ständig wiederholenden Situationen diskutieren. Dabei bringen die Autorinnen jeweils etwas Typisches aus ihrer Herkunftsheimat als Überraschung mit.

Corona-Hinweis: Aufgrund der aktuellen Lage und um den notwendigen Mindestabstand von 1,5 m in unserem Raum einzuhalten wird die Zahl der Teilnehmer bei unseren Veranstaltungen auf maximal 22 Personen begrenzt. Wir bitten um eine Anmeldung bis zum 15.09.2020 telefonisch unter 0221 257 67 67 oder per Email unter

info@kopelew-forum.de. Bitte bringen Sie Ihre Mund-Nase-Bedeckung zur Veranstaltung mit und beachten Sie die Maskenpflicht in der gesamten Neumarkt-Passage. Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Die Veranstaltung wird auf unserer Facebook-Seite live übertragen: https://www.facebook.com/LewKopelewForum

Eintritt frei



Donnerstag, 24. September 2020, 19.00 Uhr

Online-Diskussion


Georgien einen Monat vor den Parlamentswahlen


Wie steht es um die politische Kultur?

Online-Diskussion

mit Dr. Lasha Bakradze (Direktor des Giorgi-Leonidze Literaturmuseums in Tbilisi, Georgien)

Moderation: Walter Kaufmann (Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin)

Als „Paradies am Rande Europas“ gilt Georgien nicht erst, seit es 2018 als Gastland der Frankfurter Buchmesse in die Aufmerksamkeit der deutschen Medien geriet. Das Land fasziniert durch seine offene und vielfältige Kultur und seine einzigartige Landschaft. Seit der „Rosenrevolution“ 2003 hat es außerdem den Ruf, unter allen Ländern der Östlichen Partnerschaft Vorreiter in Sachen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu sein und über eine vielfältige Zivilgesellschaft zu verfügen.

In den vergangenen Monaten der Corona-Pandemie haben uns aus Georgien überraschend positive Nachrichten erreicht: das von Beginn an sehr strikte Krisenmanagement der georgischen Regierung hat – verbunden mit einer transparenten Informationspolitik – dazu geführt, dass die Infektionszahlen im Gegensatz zu den Nachbarländern Armenien und Aserbaidschan auf einem auch im internationalen Vergleich sehr niedrigen Niveau gehalten werden konnten – was der Regierung hohe Zustimmungsraten beschert hat. Doch sind die ökonomischen und sozialen Folgen der Pandemie für das Land kaum abzusehen – etwa im Hinblick auf den wichtigen Wirtschaftsfaktor Tourismus, der zum Erliegen gekommen ist.

Vor Corona stimmten andere Nachrichten eher bedenklich: eine dramatische innenpolitische Polarisierung zwischen der vom Oligarchen Bedzina Ivanischvili kontrollierten Regierungspartei „Georgischer Traum“ und der Opposition, darunter das Lager des im Exil befindlichen Ex-Präsidenten Micheil Saakaschwili; massive Auseinandersetzungen und Proteste um eine Wahlrechtsreform, die nur mit internationaler Vermittlung zu einem Ergebnis gebracht werden konnten, eine wachsende politische Instrumentalisierung der Justiz und der Raubbau an Kultur und Natur des Landes durch intransparente Großinvestoren und eine Politik radikaler Privatisierung.

Wo steht Georgien innenpolitisch einen Monat vor den Parlamentswahlen? Wie hat sich die politische Kultur des Landes entwickelt? Welche neuen politischen und gesellschaftlichen Akteure und Initiativen gibt es jenseits der alten politischen Lager?

Dr. Lasha Bakradze (geb. 1965) studierte Germanistik, Politikwissenschaften und Geschichte in Tbilisi, Jena, Potsdam und Berlin und promovierte über die deutsch-georgischen Beziehungen im Ersten Weltkrieg; Publizist, Kurator, Schauspieler, Professor an der Ilia-Universität, Mitbegründer der NGO „Soviet past research laboratory“ und seit 2010 Direktor des Giorgi-Leonidze Literaturmuseums in Tbilisi.

Walter Kaufmann (geb. 1966) studierte Osteuropäische Geschichte und Slawistik in Tübingen, Wolgograd und Berlin; seit 1995 bei der Heinrich-Böll-Stiftung, 2002-2008 Leiter des Regionalbüros Südkaukasus in Tbilisi; seit 2009 Leiter des Referats für Ost- und Südosteuropa.

Achtung! Keine Präsenz-Veranstaltung!

Um an der Veranstaltung teilzunehmen, bitte benutzen Sie den folgenden Link:

https://zoom.us/j/91036420114?pwd=cTd6NE43M1dvNFlub0t1NHVieCtzQT09


Meeting-ID: 910 3642 0114
Kenncode: 910831


Aufzeichnung der Online-Diskussion

Kenncode V=B6lqap



Donnerstag, 01. Oktober 2020, 19.00 Uhr

Buchvorstellung und Lesung mit den Herausgebern

Veranstaltungsort:
NS-Dokumentationszentrum (EL-DE-Haus)
Appellhofplatz 23-25, 50667 Köln


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Leben und Tod in der Epoche des Holocaust in der Ukraine


Zeugnisse von Überlebenden


Metropol-Verlag, Berlin 2019

Buchvorstellung und Lesung mit den Herausgebern
Margret Müller und Werner Müller

in Zusammenarbeit mit dem NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln und mit dem Bundesverband Information und Beratung für NS-Verfolgte e.V.





Bis in die 1990er Jahre kam dem Holocaust in der Ukraine in öffentlichen Debatten, aber auch in der Forschung wenig Beachtung zu. Erst allmählich gerieten die deutschen Verbrechen in der Ukraine in den Blick. Wesentlich dazu beigetragen hat der ukrainische Historiker Boris Zabarko, der – 1935 geboren – als Kind den Holocaust im Ghetto Schargorod überlebte. Seit Mitte der 1990er Jahre veröffentlicht er auf Russisch Zeugnisse von Überlebenden. Ein erster Band erschien 1999 in Kiew, den Margret und Werner Müller auf Deutsch herausgaben.

Auf Boris Zabarkos Bitte hin haben sie auch die Herausgabe der folgenden drei Bände auf Deutsch besorgt. Um ein Gesamtbild vom Holocaust in der Ukraine zu vermitteln, wurden in der deutschen Ausgabe die 215 Berichte nicht alphabetisch aufgeführt, sondern den jeweiligen Tatorten zugeordnet. Die Orte folgen der Chronologie der Besetzung durch die Wehrmacht. Entstanden ist eine „Geografie des Holocaust“ in der Ukraine. In der Veranstaltung im NS-Dokumentationszentrum stellen Margret und Werner Müller nun das im letzten Jahr erschienene Buch vor.

Begrüßung: Tatiana Dettmer (Geschäftsführerin des Lew Kopelew Forum e.V.)

Aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens finden alle Veranstaltungen mit einer stark reduzierten Teilnehmerzahl statt. Für die Teilnahme an den Veranstaltungen im EL-DE-Haus ist eine verbindliche Anmeldung per E-Mail unter nsdok@stadt-koeln.de sowie eine Bestätigung durch das NS-DOK erforderlich. Für den Fall, dass Ihre Anmeldung aufgrund der beschränkten Teilnehmerzahl nicht berücksichtigt werden kann, bitten wir um Ihr Verständnis.

Sie können zudem kurz vor der Veranstaltung an der Kasse nach freien Plätzen fragen.

Treffpunkt: EL-DE-Haus | Preis: € 4,50 | ermäßigt: € 2,00



Samstag, 10. Oktober 2020, 17.00 Uhr

Buchvorstellung mit dem Autor


Solidarität mit Schwierigkeiten


Das Bremer Koordinationsbüro der polnischen Gewerkschaft Solidarność und das Engagement Bremens für Polen in den 1980er Jahren


Edition Falkenberg, Rothenburg a.d. Wümme 2020


Buchvorstellung mit dem Autor

Dr. Rüdiger Ritter

und mit dem Zeitzeugen

Prof. Dr. em. Hans Henning Hahn

Moderation: Dr. Ingo Eser, Osteuropahistoriker mit Polen-Schwerpunkt


13. Dezember 1981. Eine Delegation der polnischen Gewerkschaft Solidarność aus Danzig trifft in Bremen zu einem Arbeitsbesuch ein. Dort erfahren sie, dass wenige Stunden nach ihrer Ausreise aus Polen dort das Kriegsrecht verhängt und die Solidarność zerschlagen wurde. Sie beschließen daraufhin, in Bremen zu bleiben, und gründen ein „Informations- und Koordinationsbüro“ für die Hilfe für Solidarność, das jedoch nur kaum zwei Jahre besteht. Den Mitgliedern wurde von deutscher wie von polnischer Seite Unfähigkeit vorgeworfen, es kamen sogar Gerüchte auf, bei ihnen handele es sich um raffiniert getarnte Agenten des polnischen Geheimdiensts – freilich ohne dass jemand dafür Beweise vorlegen konnte.

Rüdiger Ritter zeichnet in diesem Buch erstmals das Wirken des Bremer Büros detailliert nach. Mit der Unterstützung des Bremer Senats und der Bremischen Bürgerschaft, aber auch vieler Organisationen und Privatpersonen entfalteten die Büromitglieder anfangs beträchtliche Aktivität, bis sie in die Mühlen der deutsch-polnischen Missverständnisse gerieten: Gläubige katholische Freiheitskämpfer einerseits und gestandene deutsche Partei- und Gewerkschaftsfunktionäre andererseits – auch wenn sie in Bremen nicht zueinander fanden, so stand das Bremer Büro doch am Beginn eines neuen deutsch-polnischen Annäherungsprozesses, der sich an diesem Beispiel wie unter einer Lupe betrachten lässt. Das Wirken des Büros ist daher sowohl ein zu Unrecht vernachlässigter Teil der Geschichte Bremens als auch der deutsch-polnischen Beziehungen.

Dr. Rüdiger Ritter (*1966) Osteuropahistoriker, Musikwissenschaftler, Ausstellungskurator. Langjähriger Lehrbeauftragter an der Universität Bremen, außerdem an der FU Berlin und aktuell an der Jacobs University Bremen. Gastdozenturen in Tschechien, Polen und Frankreich. Forschung u. a. in den Projekten „Das Deutschlandbild der Russen und das Russlandbild der Deutschen“ (Universität Wuppertal), „Kollektive Identitäten und Geschichte in postsozialistischen Diskursen: Belarus, Litauen, Polen, Ukraine“ (Universität Bremen), „Widerständigkeit durch Kulturtransfer – Jazz im Ostblock“ (FU Berlin), „Amerikaner in Bremerhaven“ (Museum der 50er Jahre Bremerhaven) „Europadiskurse im polnischen Zweiten Umlauf“ (FSO Bremen), „Solidarität mit Hindernissen. Die schwierige Verständigung von Solidarność-Mitgliedern in Westdeutschland zu Beginn der 1980er Jahre“ (TU Chemnitz). Zahlreiche Publikationen zur politischen und Kulturgeschichte des östlichen Mitteleuropa im 19. und 20. Jahrhundert.

Prof. Dr. em. Hans Henning Hahn (*1947) hat 1976 in Köln bei Theodor Schieder promoviert und 1986 in Köln habilitiert. Bis zu seiner Emeritierung war er Professor für Moderne Osteuropäische Geschichte an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Im Mittelpunkt seiner Forschungsarbeit lagen die polnische Geschichte sowie Fragen der Gedächtniskultur und der Historischen Stereotypenforschung. 2010 erhielt er die Dankesmedaille des Europäischen Zentrums der Solidarnosc, die ihm vom polnischen Staatspräsidenten Bronislaw Komorowski überreicht wurde. Im Jahre 2011 wurde ihm das Großkreuz des Verdienstordens der Republik Polen verliehen.


Dr. Ingo Eser (*1969) ist Osteuropahistoriker mit Schwerpunkt Polen und Tschechien. Sein besonderes Interesse gilt den Themen Minderheiten, Nationalismus, Zwangsmigrationen und der Konstruktion von Ethnizität. Während des Studiums und im Rahmen verschiedener Forschungsprojekte verbrachte er längere Zeit u. a. in Warschau und Breslau. Bis 2019 Wissenschaftlicher Mitarbeiter bzw. Lecturer an der Universität zu Köln, ist Ingo Eser heute freiberuflich tätig und lebt bei Heidelberg.

CORONA-HINWEIS: Aufgrund der aktuellen Lage ist die Zahl der Teilnehmer bei unseren Veranstaltungen begrenzt. Wir bitten um eine verbindliche Anmeldung bis zum 08.10.2020 telefonisch unter 0221 257 67 67 oder per Email unterinfo@kopelew-forum.de. Bitte bringen Sie Ihre Mund-Nase-Bedeckung zur Veranstaltung mit und beachten Sie die Maskenpflicht in der gesamten Neumarkt-Passage. Vielen Dank für Ihr Verständnis!

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger


Mittwoch, 28. Oktober 2020, 19.00 Uhr

Buchvorstellung mit dem Autor


Kronos‘ Kinder


Aus dem Russischen von

Franziska Zwerg, S.Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2018

Buchvorstellung mit dem Autor

Sergej Lebedew

Moderation: Katharina Heinrich, Journalistin, LKF-Beirat

Konsekutives Dolmetschen ins Deutsche von Nika Mossesian

In seinem neuen Roman entdeckt Sergej Lebedew seine deutschen Wurzeln.

Als der betrunkene Nachbar in den Gänsen die Deutschen zu erkennen glaubt und sie wildwütig abmurkst, ahnt der kleine Kirill, dass das Verhältnis von Russen und Deutschen ein besonderes sein muss. Seine Großmutter Karolina kann so manche Geschichte erzählen, sie ist die letzte Überlebende aus dem deutschen Zweig der Familie. Mit Karolinas Erinnerungen im Gepäck zieht der inzwischen erwachsene Kirill los und sucht in Leipzig, Halle und Münster nach seinen deutschen Ursprüngen. Auf der Suche nach seinen Ahnen findet Kirill quer durch zwei Jahrhunderte deutsch-russische Geschichte. Nicht unmöglich, dass sich in der Schlacht von Stalingrad zwei Verwandte als Feinde gegenüberstanden. Spannend zeigt Sergej Lebedew in seinem sehr persönlichen Roman, wie eng und wie tragisch die deutsche mit der russischen Geschichte verknüpft ist.

Sergej Lebedew (geb. 1981) arbeitete nach dem Studium der Geologie als Journalist. Seit dem Ukrainekonflikt ist ihm in Russland die journalistische Tätigkeit untersagt, daher veröffentlicht er in deutschen Medien. Gegenstand seiner Romane sind für den 1981 Geborenen die russische Vergangenheit, insbesondere die Stalin-Zeit mit ihren Folgen für das moderne Russland. Lebedew lebt zurzeit in Berlin.

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats für Russlanddeutsche
am Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien


CORONA-HINWEIS: Aufgrund der aktuellen Lage ist die Zahl der Teilnehmer bei unseren Veranstaltungen begrenzt. Wir bitten um eine verbindliche Anmeldung bis zum 26.10.2020 telefonisch unter 0221 257 67 67 oder per Email unter info@kopelew-forum.de. Bitte bringen Sie Ihre Mund-Nase-Bedeckung zur Veranstaltung mit und beachten Sie die Maskenpflicht in der gesamten Neumarkt-Passage. Vielen Dank für Ihr Verständnis!

UKB: 5,00 € / 2,50 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger

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